Daiting ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Monheim.

Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt an der Ussel in der Region Donau-Ries.

Nachbargemeinden Benachbarte Städte: Monheim, Donauwörth Benachbarte Gemeinden: Tagmersheim, Marxheim, Buchdorf, Kaisheim

Gemeindegliederung Es gibt sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Daiting (Pfarrdorf) Hochfeld (Kirchdorf) Nachermühle (Einöde) Natterholz (Kirchdorf) Reichertswies (Kirchdorf) Unterbuch (Kirchdorf)

Die Einöde Ederhof zählt zum Gemeindeteil Daiting.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Daiting, Hochfeld und Natterholz. Die Gemarkung Daiting hat eine Fläche von 14,110 km². Sie ist in 1270 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 11110,63 m² haben. In ihr liegen die Gemeindeteile Daiting und Nachermühle.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Daiting wurde erstmals 1241 urkundlich erwähnt (Teytingen). Die auf der Daitinger Burg Meilenhart residierende Adelsfamilie von Meilenhart war Erbmarschall der Grafen von Lechsgmünd und starb Ende des 13. Jahrhunderts aus. Bedeutendste Persönlichkeit des Geschlechtes war wohl Reinboto von Meilenhart, der Bischof von Eichstätt wurde. Burg Meilenhart wurde 1421 in einem Rachezug ausgeraubt und zerstört. Der Ort kam später zum Herzogtum Pfalz-Neuburg, sodass nach dem Augsburger Religionsfrieden (1555) von 1560 bis 1621 die Bewohner von Daiting der evangelisch-lutherischen Konfession angehörten. 1818 entstand im Zuge der Reformen in Bayern die Gemeinde Daiting.

19. bis 21. Jahrhundert Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde im Tagebau erzhaltiges Gestein gefördert und mit Pferdefuhrwerken nach Obereichstätt transportiert, wo ein Schmelzofen stand. Um das Jahr 1860 wurde der Betrieb unrentabel, da der Eisengehalt des Erzes zu gering und die Transportkosten zu hoch waren.

mini|Das bei Daiting gefundene achte Exemplar des Archaeopteryx. Ende der 1980er Jahre wurde das achte Exemplar des Archaeopteryx auf dem Gemeindegebiet gefunden.Archäologischer Sensationsfund aus Daiting. Augsburger Allgemeine, 28. November 2009; abgerufen am 16. April 2017.

Der nach der Schließung des letzten Geschäftes in der alten Lagerhalle entstandene Dorfladen Daiting öffnete am 13. Januar 2005.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1974 die Gemeinden Hochfeld und Natterholz eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 721 auf 791 um 70 Einwohner bzw. um 9,7 %.

Politik Erster Bürgermeister ist seit Mai 2014 Roland Wildfeuer; er wurde für die Wahl am 15. März 2020 von allen drei parteilosen Wählergruppen nominiert und mit 82,4 % im Amt bestätigt. Ebenso wurde er für die Wahl am 8. März 2026 von den drei Gruppen wieder nominiert und mit 82,6 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt. Der Gemeinderat besteht aus dem Bürgermeister und weiteren acht Mitgliedern; diese sind in der Amtszeit 2020–2026: Freie Wählervereinigung Daiting 5 Sitze Freie Wählervereinigung Hochfeld, Reichertswies, Unterbuch 2 Sitze Freie Wählervereinigung Natterholz 1 Sitz

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Ortsmitte Daiting mini|Luftaufnahme des Sportplatzes in Daiting Vereine Der Gemeindeteil Unterbuch mit nur ca. 60 Einwohnern ist bekannt durch den Schnupfclub Unterbuch, der regelmäßig die ersten Plätze bei nationalen und internationalen Schnupfmeisterschaften belegt.

Der örtliche Sportverein ist die SpVgg Daiting.

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Arbeitsplätze und Landwirtschaft 2017 gab es in der Gemeinde 20 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 346 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 326 Personen größer als die der Einpendler. 4 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 34 landwirtschaftliche Betriebe.

Bildung 2018 bestand eine Kindertageseinrichtung mit 30 Plätzen und 19 Besuchern.

Persönlichkeiten 1402 wurde in Daiting Friedrich Reiser geboren; er war eine der wichtigsten Persönlichkeiten innerhalb der waldensischen Glaubensgemeinschaft im 15. Jahrhundert. Er bemühte sich um einen Zusammenschluss mit den Hussiten und wurde 1458 in Straßburg als Ketzer auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Beda Mayr (1742–1794), Theologe

Literatur Albert de Lange/Kathrin Utz Tremp, (Hrsg.): Friedrich Reiser und die „waldensisch-hussitische Internationale“ im 15. Jahrhundert (Waldenserstudien 3), Ubstadt-Weiher u. a. 2009.

Weblinks

Gemeinde Daiting

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Donau-Ries Kategorie:Gemeindegründung 1818

Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Donau-Ries