Sara Takanashi (jap. , Takanashi Sara, * 8. Oktober 1996 in Kamikawa, Präfektur Hokkaidō) ist eine japanische Skispringerin. Sie dominierte die frühe Phase des Skiprung-Weltcups der Frauen, der erstmals 2011 ausgetragen wurde und den sie vier mal gewann. Sie ist mit 63 Einzelsiegen die mit Abstand erfolgreichste Athletin im Skisprung-Weltcup und übertrifft damit auch den männlichen Rekordsieger Gregor Schlierenzauer (53 Einzelsiege). Darüber hinaus stellte die Japanerin zahlreiche Schanzenrekorde auf. Sie gewann zwei mal Bronze bei Olympischen Spielen und sieben Medaillen bei Weltmeisterschaften, wobei ihr eine Goldmedaille in einem Einzelbewerb verwehrt blieb.

Werdegang Ihr Debüt im Skisprung-Continental-Cup gab Takanashi am 3. März 2009 zum Saisonfinale der Saison 2008/09 in Zaō. Dabei gelang es ihr in beiden Springen, die Punkteränge zu erreichen. Ihre erste Saison beendete sie daher auf dem 54. Platz der Gesamtwertung. In der Folgesaison konnte sie ihre Leistungen beständig steigern und erreichte regelmäßig Platzierungen unter den besten Zehn. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2010 in Hinterzarten erreichte sie von der Normalschanze den siebten Platz. Am 2. März 2010 gelang ihr mit dem dritten Platz in Zaō erstmals der Sprung auf das Podest. Die Saison 2009/10 beendete sie auf dem 15. Platz in der Continental-Cup-Gesamtwertung.

Am 3. Dezember 2011 gab sie ihr Debüt im neugeschaffenen Damen-Weltcup in Lillehammer und wurde fünfte. Ihren ersten Weltcupsieg feierte sie am 3. März 2012 in Yamagata und ist mit 15 Jahren und 147 Tagen die jüngste Person mit einem ersten Platz in dieser Wettkampfserie. Bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2012 in Innsbruck gewann sie Gold im Einzelspringen. Die Premiere des Mixed-Team-Wettbewerbes im Rahmen des Sommer-Grand-Prix am 14. August 2012 in Courchevel gewann Takanashi mit dem japanischen Team.

mini|links|Takanashi 2016 in Hinzenbach Am 24. Januar 2013 gewann Sara Takanashi bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Liberec die Goldmedaille. Sie verteidigte damit ihren Titel, nachdem sie bereits 2012 in Erzurum erfolgreich war.

Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2013 im Val di Fiemme gewann sie mit der japanischen Mannschaft die Goldmedaille im Mixed-Team-Wettbewerb. Zwei Tage zuvor hatte sie im Einzelwettbewerb hinter der US-Amerikanerin Sarah Hendrickson den zweiten Platz belegt. Erfolgreich war sie mit der japanischen Mannschaft auch beim Debüt des Mixed-Team-Wettbewerbs im Weltcup am 6. Dezember 2013.

Mit insgesamt acht Weltcupsiegen gewann sie die Weltcup-Gesamtwertung der Saison 2012/13. Beim Sommer-Grand-Prix 2013 siegte Takanashi in vier von sechs Wettbewerben und damit erneut auch die Grand-Prix Wertung. Auch 2014, 2015 und 2016 konnte sie die Grand-Prix-Gesamtwertung für sich entscheiden.

Am 28. Januar 2014 gewann sie zum dritten Mal in Folge den Junioren-Weltmeistertitel im Einzel bei der Junioren-WM im Val di Fiemme, und ersprang bereits 2 Tage später zusammen mit ihren Teamkolleginnen auch den Mannschaftstitel. Mit 5 Titeln in Einzel- und Mannschaftswettbewerben ist sie neben Heinz Kuttin die erfolgreichste Athletin bei Junioren-Weltmeisterschaften im Skispringen. Takanashi hat außerdem als einzige Person drei Einzelgoldmedaillen bei diesem Turnier gewonnen.

Bei den Olympischen Winterspielen 2014 belegte sie nur den vierten Platz, in der damaligen Weltcupsaison gewann Takanashi hingegen 15 der 18 Wettbewerbe und stand bei allen Springen auf dem Podium. In der Saison 2014/15 erzielte sie den zweiten Rang im Gesamtweltcup hinter Daniela Iraschko-Stolz, wobei sie sechs Tagessiege errang. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2015 im schwedischen Falun konnte sie auf Platz vier im Einzel erneut keine Medaille gewinnen. Gemeinsam mit Yūki Itō, Noriaki Kasai und Taku Takeuchi gewann sie im Mixed-Team-Wettbewerb die Bronzemedaille.

In der Folgesaison 2015/16 gewann Takanashi zum dritten Mal in vier Jahren den Gesamtweltcup. Dabei erzielte sie in 17 Wettbewerben 14 Siege und stand nur einmal nicht auf dem Podest. Ihre Siegquote von 82,35 % stellt einen geschlechterübergreifenden Rekord dar. In der Saison 2016/17 ließ Takanashis Dominanz zwar wieder ein wenig nach,Takanashi holt 50. Weltcupsieg, Iraschko-Stolz Dritte, APA-Meldung auf derstandard.at vom 29. Jänner 2017, abgerufen am 20. Februar 2017. dennoch wurde sie nach 17 von 19 geplanten Wettbewerben vorzeitig Gesamtweltcupsiegerin.Takanashi holt vierten Gesamtweltcupsieg, APA-Meldung auf derstandard.at vom 15. Februar 2017, abgerufen am 20. Februar 2017. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2017 in Lahti konnte sie im Einzelwettbewerb erneut nicht die Goldmedaille gewinnen, sondern musste sich hinter Carina Vogt und Yūki Itō mit Bronze zufriedengeben. Im Mixed-Team-Wettbewerb bildete sie gemeinsam mit Yūki Itō, Taku Takeuchi und Daiki Itō die japanische Mannschaft. Das Quartett gewann hinter den Mannschaften aus Deutschland und Österreich die Bronzemedaille.

In der Saison 2017/18 war die Dominanz von Sara Takanashi vollständig gebrochen. Ihre ersten beiden Saison-Siege konnte sie im Team-Wettbewerb erringen. Am 16. Dezember 2017 fand in Hinterzarten der erste Teamwettbewerb statt. Gemeinsam mit Yūki Itō, Kaori Iwabuchi und Yūka Setō konnte sie diesen Wettbewerb gewinnen. Am 20. Januar konnte sie auch im heimischen Yamagata mit der japanischen Mannschaft den zweiten Teamwettbewerb gewinnen. Bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang belegte sie hinter Maren Lundby aus Norwegen und der Deutschen Katharina Althaus den dritten Platz und konnte damit ihre erste olympische Medaille gewinnen. Beim Weltcup-Finale in Oberstdorf am 24. und 25. März 2018 erzielte sie ihre einzigen beiden Einzel-Weltcupsiege der Saison und den 54. und 55. ihrer Karriere. Mit dem 54. Sieg am ersten Tag übertraf sie den Österreicher Gregor Schlierenzauer (53 Weltcupsiege) und wurde damit zur erfolgreichsten Skispringerin, gemessen an Einzel-Weltcupsiegen. Sie beendete die Saison erstmals seit 2012 als wieder Dritte des Gesamtweltcups nach vier Siegen (2013, 2014, 2016, 2017) und einem zweiten Platz (2015).

In der Saison 2018/19 gelang ihr am 10. Februar der 56. Einzelweltcupsieg auf der Normalschanze in Ljubno. Sie beendete damit eine Serie von sechs Siegen der Norwegerin Maren Lundby. Bei den Skiweltmeisterschaften 2019 in Seefeld in Tirol wurde sie im Einzelwettbewerb und mit der japanischen Frauenmannschaft jeweils Sechste und belegte im abschließenden Mixed-Teamwettbewerb den fünften Rang.

Bei den Skiweltmeisterschaften 2021 in Oberstdorf wurde sie in den Einzelwettbewerben Zweite von der Groß- und Dritte von der Normalschanze. Mit der japanischen Frauenmannschaft wurde sie Vierte und belegte im Mixed-Teamwettbewerb den fünften Rang. Bei den Olympischen Winterspielen in Peking wurde sie mit dem japanischen Mixed-Team und im Einzelwettbewerb jeweils Vierte.

Bei den Olympischen Winterspielen 2026 gewann sie Bronze im Mixed-Teambewerb.

Erfolge Weltcupsiege im Einzel mini|Sara Takanashi (2017) Nr. Datum Ort Typ 1. 3. März 2012 Normalschanze 2. 24. November 2012 Normalschanze 3. 14. Dezember 2012 Normalschanze 4. 5. Januar 2013 Normalschanze 5. 13. Januar 2013 Normalschanze 6. 10. Februar 2013 Normalschanze 7. 10. Februar 2013 Normalschanze 8. 16. Februar 2013 Normalschanze 9. 17. Februar 2013 Normalschanze 10. 7. Dezember 2013 Normalschanze 11. 21. Dezember 2013 Normalschanze 12. 22. Dezember 2013 Normalschanze 13. 3. Januar 2014 Normalschanze 14. 11. Januar 2014 Normalschanze 15. 12. Januar 2014 Normalschanze 16. 18. Januar 2014 Normalschanze 17. 19. Januar 2014 Normalschanze 18. 1. Februar 2014 Normalschanze 19. 2. Februar 2014 Normalschanze 20. 1. März 2014 Normalschanze 21. 2. März 2014 Normalschanze 22. 8. März 2014 Großschanze 23. 15. März 2014 Normalschanze 24. 22. März 2014 Großschanze 25. 10. Januar 2015 Normalschanze 26. 11. Januar 2015 Normalschanze 27. 8. Februar 2015 Normalschanze 28. 14. Februar 2015 Normalschanze 29. 15. Februar 2015 Normalschanze 30. 13. März 2015 Großschanze 31. 4. Dezember 2015 Normalschanze 32. 13. Dezember 2015 Normalschanze 33. 16. Januar 2016 Normalschanze 34. 17. Januar 2016 Normalschanze 35. 22. Januar 2016 Normalschanze 36. 23. Januar 2016 Normalschanze 37. 30. Januar 2016 Normalschanze 38. 31. Januar 2016 Normalschanze 39. 4. Februar 2016 Großschanze 40. 6. Februar 2016 Normalschanze 41. 7. Februar 2016 Normalschanze 42. 19. Februar 2016 Normalschanze 43. 27. Februar 2016 Normalschanze 44. 28. Februar 2016 Normalschanze 45. 2. Dezember 2016 Normalschanze 46. 3. Dezember 2016 Normalschanze 47. 11. Dezember 2016 Normalschanze 48. 7. Januar 2017 Großschanze 49. 8. Januar 2017 Großschanze 50. 29. Januar 2017 Normalschanze 51. 4. Februar 2017 Normalschanze 52. 5. Februar 2017 Normalschanze 53. 16. Februar 2017 Normalschanze 54. 24. März 2018 Normalschanze 55. 25. März 2018 Normalschanze 56. 10. Februar 2019 Normalschanze 57. 9. März 2020 Großschanze 58. 6. Februar 2021 Normalschanze 59. 7. Februar 2021 Normalschanze 60. 19. Februar 2021 Normalschanze 61. 1. Januar 2022 Normalschanze 62. 2. März 2022 Großschanze 63. 6. März 2022 Großschanze

Weltcupsiege im Team Nr. Datum Ort Typ 1. 6. Dezember 2013 Normalschanze Mixed 2. 16. Dezember 2017 Normalschanze 3. 20. Januar 2018 Normalschanze

Grand-Prix-Siege im Einzel Nr. Datum Ort Typ 1. 22. September 2012 Normalschanze 2. 23. September 2012 Normalschanze 3. 13. September 2013 Normalschanze 4. 14. September 2013 Normalschanze 5. 21. September 2013 Normalschanze 6. 22. September 2013 Normalschanze 7. 20. September 2014 Normalschanze 8. 21. September 2014 Normalschanze 9. 14. August 2015 Normalschanze 10. 5. September 2015 Normalschanze 11. 6. September 2015 Normalschanze 12. 12. September 2015 Normalschanze 13. 13. September 2015 Normalschanze 14. 16. Juli 2016 Normalschanze 15. 10. September 2016 Normalschanze 16. 11. September 2016 Normalschanze 17. 19. August 2017 Normalschanze 18. 9. September 2017 Normalschanze 19. 10. September 2017 Normalschanze 20. 28. Juli 2018 Normalschanze 21. 10. August 2018 Großschanze 22. 17. August 2018 Normalschanze 23. 18. August 2018 Normalschanze 24. 26. Juli 2019 Normalschanze 25. 9. August 2019 Großschanze 26. 15. August 2021 Normalschanze 27. 14. August 2024 Großschanze

Grand-Prix-Siege im Team Nr. Datum Ort Typ 1. 14. August 2012 Normalschanze Mixed 2. 27. Juli 2013 Normalschanze Mixed 3. 8. September 2018 Großschanze Mixed 4. 26. Oktober 2025 Großschanze Mixed

Continental-Cup-Siege im Einzel Nr. Datum Ort Typ 1. 19. Februar 2011 Normalschanze 2. 20. Februar 2011 Normalschanze 3. 29. November 2011 Normalschanze 4. 27. September 2014 Normalschanze 5. 28. September 2014 Normalschanze 6. 29. August 2015 Normalschanze 7. 14. September 2019 Normalschanze 8. 21. Januar 2022 Großschanze 9. 22. Januar 2022 Großschanze

Statistik Weltcup-Platzierungen Saison Platz Punkte 2011/12 3. 639 2012/13 1. 1297 2013/14 1. 1720 2014/15 2. 973 2015/16 1. 1610 2016/17 1. 1455 2017/18 3. 916 2018/19 4. 1190 2019/20 4. 785 2020/21 2. 862 2021/22 5. 843 2022/23 10. 674 2023/24 9. 799 2024/25 12. 601

Grand-Prix-Platzierungen Saison Platz Punkte 2012 1. 312 2013 1. 525 2014 1. 200 2015 1. 500 2016 1. 300 2017 1. 380 2018 1. 460 2019 1. 200 2021 2. 320 2023 2. 326 2024 3. 209 2025 3. 411

Continental-Cup-Platzierungen Saison Platz Punkte 2008/09 54. 31 2009/10 15. 312 2010/11 11. 411 2011/12 4. 220 2013/14 2. 200 2014/15 3. 200 2015/16 3. 180 2019/20 31. 100 2021/22 17. 200

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