Kleinhabersdorf (fränkisch: Glahobasch-dorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 115. Dort folgendermaßen transkribiert: „glahōbɘschdorf“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Dietenhofen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Haunoldshofen liegt in der Gemarkung Kleinhaslach.

Geografie Das Dorf liegt auf einem Plateau, das nördlich, östlich und südlich abfällt und westlich ansteigt. Unmittelbar nördlich des Ortes entspringt der Schmierofengraben, ein rechter Zufluss des Mettlachbaches. Einen Kilometer westlich befindet sich das Waldgebiet Heegstall. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Petersdorf (2 km südwestlich), nach Bruckberg (1,3 km südöstlich) und zur Staatsstraße 2246 in der Nähe von Kleinhaslach (2,3 km).

Geschichte Der Ort wurde 1342 als „Hadmersdorf“ erstmals urkundlich erwähnt, zu Beginn des 16. Jahrhunderts mit dem Präfix „Klein-“. Es ist trotz der Namensverwandtschaft mit Großhabersdorf nicht davon auszugehen, dass Kleinhabersdorf eine Ausgründung dieses Ortes ist, da die Entfernung zwischen beiden Orten zu groß ist und eine Verbindung durch einen Flusslauf oder eine Reichsstraße nicht gegeben ist. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Hadumar, der wahrscheinlich der Gründer dieser Siedlung war.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 115.

Ein Anwesen des Ortes gehörte seit 1398 zum Besitz des Zisterzienserklosters Heilsbronn.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 228. Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 wurde dieses als Köblergut mit einer Mannschaft verzeichnet, das das Kastenamt Bonnhof als Grundherrn hatte. Die Mannschaften anderer Grundherrn wurden nicht aufgelistet.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 9. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 738.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Kleinhabersdorf 10 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das Klosterverwalteramt Heilsbronn (1 Anwesen), das Hofkastenamt Ansbach (6), die Herren von Crailsheim zu Rügland (1), die Herren von Leonrod (1) und die Reichsstadt Nürnberg (1). Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 128, 1827. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 686.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Kleinhabersdorf 12 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 2 Höfe, 4 Güter, 1 Tafernwirtschaft; Stiftsamt Ansbach: 1 Söldengut; Klosterverwalteramt Heilsbronn: 1 Gut), der Nürnberger Eigenherr Ebner von Eschenbach (1 Gut) und dem Rittergut Rügland (1 Gut). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 876.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 155. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 998.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kleinhabersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Bruckberg und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Bruckberg zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Kleinhabersdorf nach Kleinhaslach umgemeindet. Diese wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform in den Markt Dietenhofen eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2005 2013Einwohner 99 107 115 98 97 91 88 102 63 73 60 58 66HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 13 16 17 16 14 15 15 15 Quelle auf: dietenhofen.de

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Andreas gepfarrt, seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Pfarrei St. Martin zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau gepfarrt, seit den 1980er Jahren ist die Pfarrei St. Bonifatius zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Dietenhofen) Kategorie:Ersterwähnung 1342