mini|300x300px|Ausblick von Kollmitzberg in Niederösterreich auf das Machland nördlich der Donau. Gut zu sehen ist das Schloss Dornach mit seinem Turm und die nordwestlich anschließende Raumeinheit Machland in der Gemeinde Saxen in Oberösterreich. mini|300x300px|Mächtige Eiche nahe der Donau im Machland Das Machland ist eine Region und Kulturlandschaft im österreichischen Donautal, die sich von der Mündung der Enns bei Mauthausen donauabwärts bis zum Beginn des Strudengaus bei Ardagger beziehungsweise Dornach (Saxen) auf einer Länge von etwa 20 Kilometern erstreckt. Siehe auch → Machlandviertel und Raumeinheit Machland.

Geographie Lage und Begrenzung Die Region und Kulturlandschaft Machland liegt im östlichen Teil des Bundeslandes Oberösterreich im südlichen Teil des Unteren Mühlviertels im Bezirk Perg und im westlichen Teil des Bundeslandes Niederösterreich im Mostviertel im Bezirk Amstetten.

Machland aus historischer Sicht Als Machland (in Urkunden auch als Mahhlant, Mahelant, Mahlant, Maclant, Magelant, Achelant, Ahelant geschrieben) wurde bis Mitte des 13. Jahrhunderts ein schmaler Streifen zwischen Aist und Sarmingbach entlang des Nordufers der Donau im heutigen unteren Mühlviertel bezeichnet. Der nördlich der Donau gelegene Teil des Strudengaus war somit Teil des Machlands.

Die Grenze zwischen Riedmark und Machland verlief von der Mündung der Aist in die Donau über Aisthofen gegen Perg, von dort in einem Bogen über Münzbach bis nahe an die Donau bei Mitterkirchen, dann wieder landeinwärts bis St. Thomas am Blasenstein, von dort noch einmal bis Pannholz bei Grein und von dort hinauf nach St. Georgen am Walde.Siegfried Haider: Geschichte Oberösterreichs. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 1987, ISBN 3-486-54081-5, S. 90ff.

Das historische Machlandviertel war ab 1478 eines der ursprünglichen Viertel von Oberösterreich, bestand aus der historischen Riedmark und dem historischen Machland, lag nördlich der Donau und umfasste den Großteil des heutigen unteren Mühlviertels. Im 18. Jahrhundert wurde es auch Schwarzviertel bzw. Schwartzviertel genannt. Nachdem 1779 das Innviertel neu zu Österreich gekommen war, wurde das Machlandviertel mit dem (Oberen) Mühlviertel vereinigt.

Geologie und Geomorphologie Aus geologischer und geomorphologischer Sicht ist das Machland eine verhältnismäßig ebene, durch eiszeitliche (Quartär) und spätere Ablagerungen (vorwiegend fluviatile Sedimente) der Donau und ihrer Zubringer entstandene Beckenlandschaft, die von der Donau sowie deren Zubringerflüssen Aist und Naarn sowie Erla durchflossen wird.

Die Ebene ist eingebettet zwischen dem bogenförmig verlaufenden Südabfall des Böhmischen Massivs (dem österreichischen Granit- und Gneishochland) mit dem Sporn von Baumgartenberg im Norden, der Neustadtler Platte im Osten, dem eingebuchteten Schlierriedelland der Strengberge und dem Sporn (Grobkorngranit-Härtling) von Wallsee im Süden.Raumeinheit Machland, S. 19.

Ober- und niederösterreichisches Machland Der oberösterreichische Teil des Machlands wurde von der oberösterreichischen Landesregierung als Raumeinheit Machland definiert, die Anteil an den Gemeinden Arbing, Baumgartenberg, Mauthausen, Mitterkirchen im Machland, Naarn im Machlande, Perg, Ried in der Riedmark, Saxen und Schwertberg hat und eine Fläche von etwa 114 Quadratkilometern umfasst.

Der niederösterreichische Teil des Machlands entfällt auf die Donauniederungen der Gemeinden St. Pantaleon-Erla, Strengberg, Wallsee-Sindelburg und Ardagger.

Die verwaltungspolitischen Bundesländer-, Bezirks- und Gemeindegrenzen im Machland verlaufen entlang des Donaubettes vor der 1965 bis 1968 durchgeführten Errichtung des Donaukraftwerks Wallsee-Mitterkirchen, sodass kleine Teile der Gemeinde Mitterkirchen nunmehr südlich und Teile der Gemeinden Wallsee-Sindelburg und Strengberg, die nördlich der Donau liegen. Demnach gibt es im Machland Teile des Mühlviertels und des Bezirks Perg, die nunmehr südlich und Teile des Mostviertels und des Bezirks Amstetten, die nunmehr nördlich der Donau liegen.Europaschutzgebiete „Machland Süd“, Karte S. 6.

Umwelt- und Naturschutz Teilgebiete in den Gemeinden Ardagger und Wallsee-Sindelburg wurden von der niederösterreichischen Landesregierung als Europaschutzgebiete Machland Süd definiert. Die den Schutzgebieten zugewiesenen Flächen betragen ungefähr 17 Quadratkilometer. Davon sind überlappend etwa 16,7 Quadratkilometer als FFH-Gebiet und etwa 12,3 Quadratkilometer als Vogelschutzgebiet ausgewiesen.Europaschutzgebiete „Machland Süd“, Karte S. 5f.

Mehr als 57 Quadratkilometer des nieder- und oberösterreichischen Machlandes wurden aufgrund seiner internationalen Bedeutung für die Vogelwelt von Birdlife Österreich zur Important Bird Area (IBA) erklärt. Es gibt Bestrebungen, Teile des oberösterreichischen Machlandes als Europaschutzgebiet Machland Nord zu bestimmen.Entenlacke.

Gewässer, Hochwasserschutz Zentrales Gewässer der Region ist die Donau, die in diesem Bereich bereits mehrmals reguliert und durch Baumaßnahmen in ihrem Lauf verändert wurde. Das derzeitige Flussbett hat die Donau anlässlich der Errichtung des Kraftwerks Wallsee-Mitterkirchen erhalten.

Im Machland münden linksseitig die Aist und die Naarn und rechtsseitig die Enns und die Erla in die Donau.

2008 haben die Bauarbeiten für das Hochwasserschutzprojekt Machland Nord im oberösterreichischen Machland begonnen, die 2013 abgeschlossen sein sollen. Die ursprünglich nach dem Donauhochwasser 1991 in Angriff genommenen Planungen für den sogenannten Machland-Damm mussten nach dem Jahrhunderthochwasser 2002 auf Basis wesentlich höherer Wasserstände neu begonnen werden.

1976 bis 1978 wurde auf niederösterreichischer Seite auf Basis der Werte des Donauhochwassers 1954 der Markt Ardagger durch einen befahrbaren Damm vor weiteren Hochwasserkatastrophen nachhaltig geschützt. Dieser wurde beim Jahrhunderthochwasser im August 2002 nur knapp nicht überflutet. Er wurde jedoch so stark beschädigt, dass ein Teil der Dammböschung absackte und eine Teilflutung des landseitigen Dammbereiches erforderlich wurde. Zahlreiche Keller der Häuser in Ardagger Markt erlitten dabei Hochwasserschäden.

Namensherkunft Der Name „Machland“ geht vermutlich in das 11. Jahrhundert zurück. In einer mit 1074 datierten Fälschung des wahrscheinlich 1067 im Original ausgestellten Stiftungsbriefes für das Augustinerchorherrenstift St. Nikola (Passau) nennt Bischof Altmann von Passau den (später, 1075 bis 1095 amtierenden) Markgrafen Leopold als Vogt für im „Machlant“ gelegene Güter des Stiftes.

Der Stiftsbrief des Nonnenklosters Erla, der zeitlich nicht genau einzuordnen ist, nennt einen „Vladrich de Maclant“. 1147 bestätigt der Passauer Bischof Reginbert von Hagenau die Stiftung des Klosters Waldhausen durch Otto „de Mahhlant“.

Als geografischer Begriff wird das Machland dann im 13. Jahrhundert in einer Urkunde von König Ottokar II. Přemysl als „Achland“ bezeichnet.

Der Name hat seither viele verschiedene Deutungen erfahren. Die einen vermuten eine slawische Wurzel (slaw.: mogyljane, moglan, mogyla = Mugel, Hügel), andere leiten den Begriff aus dem Keltischen ab.

Am naheliegendsten erscheint es, den mittelhochdeutschen Begriff „ahe“ = Ache, Fluss in Verbindung zu bringen und „Machland“ mit „Land des Wassers“ oder „von Flußläufen durchzogenes Land“ zu übersetzen.Karl Hohensinner: Etymologie und Volksetymologie an Hand des „Ortsnamenbuchs des Landes Oberösterreich“. Bezirke Freistadt und Perg, Band 148/I, Linz 2003, S. 112f.Raumeinheit Machland, S. 34.

Geschichte Urzeit, Antike Keltendorf, Gräberfunde, Römer miniatur|260px| Illyricum – die Unteren Donauländer zur Römerzeit: In der linken oberen Ecke sind die Donau (Danuvius), Ennsmündung (Anisus) und Lorch (Lauriacum) in der römischen Provinz Noricum erkennbar.

Das Machland gehört zu den ältesten Siedlungsräumen Österreichs. Die Anwesenheit von Menschen in der Jungsteinzeit auf den an die Ebene im Norden angrenzenden Hügeln ist durch diverse Funde von Steinbeilen und deren Bruchstücke aus der Zeit zwischen 5000 und 1500 vor Christus beispielsweise in den Ortschaften Auhof, Dörfl, Lanzenberg, Lehenbrunn, Pergkirchen, Tobra und Weinzierl belegt.

Bronzezeitliche Funde im Raum Mitterkirchen führten zur Errichtung eines Urgeschichtlichen Freilichtmuseums in der Ortschaft Lehen, wo bei archäologischen Grabungen hallstattzeitliche Gräberfelder aus der Zeit um 1700 vor Christus gefunden worden waren. Das sogenannte Keltendorf Mitterkirchen ist heute vor allem ein touristischer Höhepunkt der Region.

Bedeutsam ist der Fund von Wohngruben und eines Töpferofens aus der Zeit um 750 bis 450 vor Christus auf dem Hausberg des Klammbauernhofes in der Ortschaft Auhof bei Perg. Einige Jahrhunderte später, um 300 vor Christus, machten sich keltische Boier von Norden kommend, hier ansässig. Sie wurden um das Jahr 9 nach Christus durch die germanischen Markomannen aus Böhmen zur Donau gedrängt.Rudolf Zach: Die vor- und frühgeschichtliche Zeit. In: Perg, Stadterhebung 1969. Herausgeber Stadtgemeinde Perg, Linz 1969, S. 65.

Während der Römerzeit (ab etwa 15 vor Christus) lag das Machland teilweise nördlich und teilweise südlich der Nordgrenze der Provinz Noricum am Limes des Römischen Reiches, der damals in diesem Bereich von der Donau (Danuvius) gebildet wurde, großteils innerhalb einer 7,5 Kilometer breiten Pufferzone zwischen Römern und Barbaren.

Kurzfristig gab es römische Feldlager im 1. Jh. nach Chr. am linken Donauufer bei Obersebern (Gemeinde Naarn). Erst etwas später entstanden gegenüber am rechten Donauufer das römische Kleinkastell Adjuvense (Wallsee), und das römische Militärlager in Albing bei St. Pantaleon-Erla (175 nach Christus). Die Ennsmündung in die Donau (Anisus) war bereits für die Römer ein wichtiger Wirtschaftsfaktor (siehe auch Karte Illyricum – Die Unteren Donauländer zur Römerzeit).

Fast wäre auch das Machland Ende des 2. Jahrhunderts nach Christus ein Teil des Römischen Reiches geworden. Kaiser Mark Aurel wollte die Grenze durch Errichtung der nördlich der Donau gelegenen Provinz Markomannia sichern, doch schloss sein Sohn Commodus Frieden mit den Markomannen und verzichtete auf diese Gebietserweiterung; die Römer mussten schließlich die Lager und Kastelle im Alpenraum aufgeben.Leopold Josef Mayböck: Ur- und Frühgeschichte. In: Unsere Heimat, der Bezirk Perg. Hrsg.: Verein zur Herausgabe eines Bezirksheimatbuches Perg – Gemeinden des Bezirkes Perg, Linz 1995, S. 29f. Funde aus der Römerzeit im Machland sind beispielsweise eine Großbronze des Kaisers Commodus (2. Jahrhundert nach Christus, gefunden zwischen Naarn und Perg). Siedlungsspuren aus dieser Zeit sind im Machland nicht nachweisbar.

Mittelalter und Neuzeit 6. bis. 8. Jahrhundert Besiedelung durch Slawen und Baiern miniatur|hochkant=1.2|Die Awarenmark unter Kaiser Karl dem Großen