Das Karls-Gymnasium Stuttgart ist ein humanistisches Gymnasium im Stadtteil Karlshöhe des Stadtbezirks Stuttgart-Süd. Namensgeber war der dritte württembergische König Karl I.

Die Schule ging aus der 1881 vollzogenen Teilung des 1686 gegründeten und räumlich zu eng gewordenen Gymnasium illustre hervor. Neben dem Karls-Gymnasium entstand dadurch auch das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium.

Schulgebäude miniatur|Vorderansicht des Schulgebäudes, fotografiert aus der Furtbachstraße im Jahr 2006

Im Jahr 1885 konnte die Schule aus den vorübergehend genutzten Räumen im „Polytechnikum“ in der unteren Königstraße und dem „Mäntlerschen Haus“ in der Stiftstraße in das im Stil der italienischen Renaissance errichtete Schulgebäude in der Tübinger Straße umziehen. Das Gebäude wurde von 1883 bis 1885 durch den Architekten Adolf Wolff errichtet. Räume für Naturwissenschaften, für Zeichnen und Musik sowie eine Turnhalle finden hier ihren Platz. Als Glanzstück rühmt man den neuen Festsaal. Das Schulhaus wird noch immer genutzt, einzig die Turnhalle musste einem Neubau weichen, der im Jahr 2007 eingeweiht wurde. Um mehr Platz zu haben, wurden außerdem drei Stockwerke in einem Wohn- und Geschäftshaus in der Furtbachstraße, also in unmittelbarer Nachbarschaft des Schulhauses, angemietet. Diese Räume finden hauptsächlich für den Unterricht der Oberstufe Verwendung.

Profil Das Karls-Gymnasium hat ein sprachlich-humanistisches Profil. Die Sprachenfolge ist Latein und Englisch ab Klasse 5 und Altgriechisch oder Französisch ab Klasse 8. Arbeitsgemeinschaften in Hebräisch, Französisch und Spanisch werden zusätzlich angeboten. Der Abschluss Europäisches Gymnasium ist möglich. Ab dem Jahrgang, der im Sommer 2015 an das KG kam, ist auch eine Wahl des Fachs NWT neben Französisch und Altgriechisch möglich.

Seit dem Schuljahr 1991/92 wird, damals noch im Rahmen eines Schulversuchs, das Abitur nach Klasse 12 angeboten. Ab dem Schuljahr 2006/2007 wurde ein Zug für Hochbegabte eingerichtet.

Eine weitere Besonderheit der Schule ist das projektorientierte Unterrichtsfach „Mensch und Natur“. Der hierfür an der Schule entwickelte Bildungsplan verbindet geisteswissenschaftliche mit naturwissenschaftlichen Themen und wird jeweils von zwei Lehrern im Rahmen von Lehrgruppenunterricht (team teaching) unterrichtet.

Im Rahmen des regulären Stundenplans werden in der Regel ab der fünften Klasse Theaterstücke, Balladen und Gedichte einstudiert und in Kooperation mit den Fächern Bildende Kunst und Musik aufgeführt.

Baden-Württemberg kehrt ab dem Schuljahr 2025/2026 vom G8- zum G9-Abitur zurück. Das Karls-Gymnasium ist das einzige, das dank bestehendem Interesse weiterhin einen achtjährigen Zug mit 27 Schülern anbieten kann. Im restlichen Bundesland gab es insgesamt nur 40 Anmeldungen.https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/landesweit-nur-eine-g8-schule-in-bw-100.html

Arbeitsgemeinschaften Musischer Bereich Karl’s Drama Group: Im Lauf eines Schuljahrs wird ein englischsprachiges Stück aufgeführt und ein Theaterabend mit englischen sketches und one-act plays gestaltet. Bildende Kunst Musik: Die beiden Orchester geben zusammen mit den drei Chören und der Big Band ein Weihnachts- und ein Sommerkonzert. Weitere Auftritte der Musiker innerhalb und außerhalb der Schule finden ebenso statt. Theater: Im Lauf eines Schuljahrs werden von den deutschsprachigen Theater-AGs zwei abendfüllende deutschsprachige Dramen mit bis zu 30 Mitwirkenden aufgeführt, meist in je vier Vorstellungen.

Sprachen Französisch (für Schüler, die Griechisch als Unterrichtsfach wählen) Hebräisch Spanisch TOEFL: Arbeitsgemeinschaft zur Vorbereitung des Tests

Bilinguale / Fremdsprachliche Bilingual History Debating Society Karl’s Drama Group

Sport Hockey Judo Schach Sport und Spiel (für die Unterstufe) Volleyball Reiten

Sonstige Archiv und Schulgeschichte Chemie Go Internetgrundlagen, Webdesign (HTML, CSS), Programmierung (JavaScript, PHP), Homepage-Verwaltung Schulsanitätsdienst Streitschlichter Schülerzeitung „NUNTIUS“

Förderverein Der Verein der Freunde und Förderer des Karls-Gymnasiums e. V. wurde im Jahr 1949 von dem damaligen Schulleiter Ulrich Weizsäcker gegründet. Ziele des Vereins sind die Pflege der Beziehungen von Ehemaligen untereinander und zu ihrer alten Schule, die Finanzierung besonderer Aktivitäten, Hilfsmittel, Geräte usw. und die Gewährung von Zuschüssen an Schüler, speziell für Exkursionen und Ausfahrten.

Seit 2002 vergibt der Verein den Karls-Preis an Abiturienten, der sich in herausragender Weise für die Schulgemeinschaft eingesetzt haben.

Partnerschulen Die Schule unterhält Schüleraustauschprogramme mit The Leys in Cambridge (England), der Neo Scholeio Dalamanara in Nafplio (Griechenland) und dem Sportovni gymnazium in Brünn (Tschechien) sowie mit dem Collège Paul d'Aubarède in Saint-Genis-Laval in der Nähe von Lyon (Frankreich).

Schullandheime Alle Klassen 6 verbringen zu Beginn des Schuljahrs eine Woche im Schullandheim. Die Schüler der Klassen 8 sind 10 Tage im Winterschullandheim in einem Skilager, wo sie sich die ganze Zeit über selbst versorgen.

Persönlichkeiten Schulleiter 1881–1895 Max von Planck 1895–1919 Gottlob Egelhaaf 1919–1932 Wilhelm Nestle 1932–1945 Erich Herrmann 1945–1948 Rudolf Lambert (kommissarisch) 1948–1952 Ulrich Weizsäcker 1952–1953 Eugen Geiger (kommissarisch) 1953–1972 Adolf Palm 1972–1975 Berthold Strobel 1975–1991 Reinhard Winter 1991–2005 Hartmut Schmid seit 2005 Dieter Elsässer

Lehrer Günther Dohmen (1926–2022), Deutsch, Geschichte, Englisch und Französisch-AG Theodor Eisele (1867–1917), Latein und Altgriechisch Johannes von Hieber (1862–1951), Religion, Philosophie und Hebräisch Hermann Kleinknecht (1901–1960), Latein, Altgriechisch und Geschichte Rudolf Kittel (1853–1929), Religion und Hebräisch Alfred Lotze (1882–1964), Mathematik und Physik Adolf Rapp (1841–1905), Latein und Altgriechisch Max Reischle (1858–1905), Religion Wilhelm Schmid (1859–1951), Gymnasialvikar Gustav Sixt (1856–1904), Latein und Altgriechisch Karl Weller (1866–1943), Geschichte

Schüler Eberhard Ackerknecht (1883–1968), Veterinäranatom Konrad Badenheuer (* 1966), Verleger, Journalist und Sachbuchautor Ernst Waldemar Bauer (1926–2015), Publizist und Biologe Joachim Bauer (* 1951), Molekularbiologe, Neurobiologe und Arzt Michael Beck (* 1967), Hip-Hop-Musiker Klaus Bergdolt (1947–2023), Professor für Geschichte und Ethik der Medizin Oskar Bloch (1881–1937), Architekt und Regierungsbaumeister Eugen Bolz (1881–1945), Politiker der Zentrumspartei, württembergischer Staatspräsident bis 1933, Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime Gerhard Bürkle (* 1944), Kaufmann und ehemaliges Mitglied des Bayerischen Senats Felix von Cube (1927–2020), Erziehungswissenschaftler Edmund Dipper (1871–1933), Mediziner und Hochschullehrer Hermann Dold (1882–1962), Hygieniker, Bakteriologe und Hochschullehrer Hans von Donat (1891–1992), deutscher Generalleutnant Naomi Fearn (* 1976), Comiczeichnerin Cäsar Flaischlen (1864–1920), Schriftsteller Bruno Frank (1887–1945), SchriftstellerSascha Kirchner: Der Bürger als Künstler. Bruno Frank (1887–1945). Leben und Werk. Düsseldorf 2009, Seite 24, . Emil Gansser (1874–1941), Sprengstoffchemiker und NSDAP-Politiker Michael Germann (* 1967), Jurist und Hochschullehrer Carl Gottfried Gok (1869–1945), Geschäftsmann und Politiker Eugen Graf (1873–1923), Politiker Robert Graham (* 1942), Physiker Ludwig H. O. Grosse (1907–1992), Ehrenaufsichtsratsvorsitzender der Alte Leipziger – Hallesche Hans Grunsky (1902–1988), Philosoph Friedrich Haag (1930–2022), FDP-Politiker Gustav Adolph von Halem (1899–1999), Diplomat, Verleger und Filmkaufmann Rudolf Häussler (* 1928), Unternehmer Oscar Heiler (1906–1995), Schauspieler Herbert Henck (1948–2025), Pianist Wilhelm Hengstenberg (1885–1963), Orientalist in München Nadine Hildebrand (* 1987), Leichtathletin Ernst Hohl (1886–1957), Althistoriker Wolf Irion (1909–1981), Architekt Wolf von Kalckreuth (1887–1906), Dichter und Übersetzer Aki Käppeler (* 1994), Feldhockeyspieler Hans Joachim Kauffmann (1926–2008), Dirigent, Komponist und Hochschullehrer Rudolf Kaulla (1872–1954), Hochschullehrer, Buchautor und Mitinhaber des Bankhauses Jacob S.H. Stern Lutz Kayser (1939–2017), Raketentechniker und OTRAG-Gründer Dieter Kessler (* 1948), Ägyptologe Karlheinz Kessler (* 1948), Assyriologe Rainer Kimmig (* 1959), Gynäkologe Manfred Klaiber (1903–1981), Diplomat Wilhelm Kohlhaas (1899–1995), Offizier, Richter, Militär- und Landeshistoriker Max Kohlhaas (1909–1985), Bundesanwalt Augustin Krämer (1865–1941), Marinearzt, Anthropologe und Ethnologe Ulrich Lebsanft (1916–2014), Diplomat Kurt Freiherr von Liebenstein (1899–1975), Generalmajor Karl Lieblich (1895–1984), SchriftstellerIrene Ferchl: Verhör im Hotel Silber. Karl Lieblich. In: Erzählte Stadt : Stuttgarts literarische Orte. Tübingen 2015, Seite 16–17. Heinrich Lilienfein (1879–1952), Schriftsteller Otto Linck (1892–1985), Förster, Geologe, Paläontologe, Naturschützer, Landschaftspfleger, Fotograf, Schriftsteller und Dichter Matthias Matussek (* 1954), Journalist und Publizist Elmar Michel (1897–1977), Jurist, Staatsbeamter in der NS-Zeit und Manager in der Bundesrepublik Wolfgang Muff (1880–1947), Offizier Karl Münchinger (1915–1990), Dirigent, Gründer des Stuttgarter Kammerorchesters Eduard Neuffer (1900–1954), Archäologe Kurt Noack (1888–1963), Botaniker Michael Piazolo (* 1959), Politiker Günther Rall (1918–2009), Generalleutnant der Bundeswehr Friedrich Rau (1916–2001), Jurist und Politiker August Reuß (1902–1986), Landrat Hans-Karl Riedel (1893–1967), Fabrikant und Kommunalpolitiker Hans Otto Roecker (1887–1957), Redakteur, Theater- und Kunstkritiker Georg A. Roemer (1892–1972), Neurologe, Psychiater und Psychoanalytiker Hermann Römer (1880–1958), evangelischer Pfarrer und Hochschullehrer Jonathan Roth (1873–1924), Jurist und Mitglied des Reichstags Walter Erich Schäfer (1901–1981), Agronom, Dramaturg und Generalintendant des Württembergischen Staatstheaters Albert von Schmidlin (1844–1910), Oberamtmann, Stadtdirektor von Stuttgart und Regierungspräsident Carlo Schmid (1896–1979), Politiker und Staatsrechtler Ernst Paul Theodor Schüz (1901–1991), Ornithologe Abraham Schweizer (1875–1942), Rabbiner Gerhard Schweizer (* 1940), Kulturwissenschaftler und freier Schriftsteller Erwin Starker (1872–1938), Maler Ernst Steinbach (1906–1984), evangelischer Theologe und Religionsphilosoph Britta Stolterfoht (* 1970), Linguistin Walter Strich-Chapell (1877–1960), Kunstmaler Hermann Tafel (1833–1909), Jurist und Politiker Rolf Thieringer (1927–2022), Politiker (CDU) Eugen Ulmer (1903–1988), Rechtswissenschaftler Albrecht von Urach (1903–1969) Karl Gero von Urach (1899–1981) Wilhelm Karl von Urach (1864–1928) Wilhelm (III.) von Urach (1897–1957) Knut Urban (* 1941), Physiker Wolfgang Vater (1942–2021), Stadtverordnetenvorsteher von Hofheim am Taunus Hermann Voith (1878–1942), Unternehmer Karl Gustav Vollmoeller (1878–1948), Schriftsteller, Auto- und Flugzeugkonstrukteur, Filmpionier Carolin Wahl (* 1992), Autorin Karl Walser (1892–1982), Regierungspräsident Heinz Weil (1913–1998), Widerstandskämpfer, Fremdenlegionär, Landgerichtspräsident Ernst Weinschenk (1865–1921), Mineraloge und Petrologe Hans Jörg Weitbrecht (1909–1975), Psychiater und Neurologe Florian Werner (* 1971), Schriftsteller Susanne Wetterich (* 1956), CDU-Politikerin, Journalistin und Autorin Egmont Wildhirt (1924–2011), Hepatologe Lothar Wilhelmy (* 1940), Unternehmer und Stifter Karl August Zeller (1898–1974), Verwaltungsjurist und Landrat Robert Zepf (* 1968), Bibliothekar Kostja Zetkin (1885–1980), Arzt, Nationalökonom und Politiker Eugen Zimmermann (1862–1911), Oberamtmann

Literatur Karls-Gymnasium Stuttgart (Hg.): 125 Jahre Karls-Gymnasium Stuttgart. Stuttgart 2006.

Weblinks