Kick-Ass ist ein britisch-US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 2010 von Matthew Vaughn, der auf Mark Millars gleichnamigem Comic basiert. Die Superheldenkomödie stellt einen einfachen, verletzlichen Teenager und Comic-Nerd in den Mittelpunkt, der trotz fehlender Superkräfte versucht, als Superheld namens „Kick-Ass“ das Verbrechen zu bekämpfen. Schnell wird er zur Berühmtheit, dadurch werden jedoch auch andere Rächer und Verbrecher auf ihn aufmerksam.

Der Film wurde am 12. März 2010 auf dem South by Southwest Film Festival in den Vereinigten Staaten uraufgeführt und erschien am 22. April 2010 in den deutschen Kinos.

Handlung Dave Lizewski ist ein ganz normaler Jugendlicher an seiner High School, bis er sich entschließt, Superheld zu werden. Er kauft sich über eBay einen grünen Neoprenanzug mit Maske, nennt sich „Kick-Ass“ und benutzt Schlagstöcke und einen Taser als Waffen – allerdings hat er keine Superkräfte. Daves erster Einsatz endet daher in einem Fiasko: Er wird von zwei Kleinkriminellen zusammengeschlagen, niedergestochen und von einem Auto angefahren. Dave landet im Krankenhaus, doch er lässt sich davon nicht entmutigen. Aufgrund seiner Verletzungen bekommt er Metallimplantate eingesetzt und ein großer Teil seiner Nervenenden funktioniert nicht mehr, was ihn gegen Schmerzen unempfindlicher macht.

Nach seiner Genesung geht Dave wieder auf Patrouille. Als er dabei in eine Schlägerei einer Gang verwickelt wird und den einzelnen Verfolgten vor seinen drei Gegnern rettet, wird seine Tat von mehreren Schaulustigen gefilmt und das Video auf YouTube veröffentlicht. Bereits am nächsten Tag ist Kick-Ass eine Berühmtheit, und in seinem MySpace-Konto erhält er jede Menge Fanpost. Indes freundet sich Dave mit seinem Schulschwarm Katie Deauxma an, die von ihm denkt, er sei schwul. Als sie ihm eines Tages von einem Drogensüchtigen namens Rasul erzählt, der sie belästigt, sieht Dave darin seine Chance, bei ihr zu landen, und beschließt, Rasul zurechtzuweisen.

Außer Dave gibt es noch zwei weitere Leute, die in Kostümen gegen das Verbrechen kämpfen, im Besonderen gegen den lokalen Drogenbaron Frank D’Amico. Ein früherer Polizist namens Damon Macready war vor elf Jahren von D’Amico unschuldig ins Gefängnis gebracht worden. Seine hochschwangere Frau beging daraufhin aus Verzweiflung Selbstmord, ihr ungeborenes Baby überlebte. Nach seiner Freilassung trainierte Macready sich und seine Tochter Mindy für den Kampf gegen D’Amico und beide nahmen die kostümierten Identitäten von Big Daddy und Hit-Girl an. Sie werden auf Kick-Ass aufmerksam und beschließen, ein Auge auf ihn zu werfen. Als Dave versucht, Rasul von Katie fernzuhalten, wird er von diesem und dessen Schlägern angegriffen, doch Hit-Girl eilt ihm zu Hilfe und tötet sämtliche Feinde in der Wohnung. Im Anschluss daran suchen sie und ihr Vater Dave auf, den sie über seinen MySpace-Account aufgespürt haben, und bieten ihm ihre Partnerschaft an.

Rasul und seine Leute arbeiteten jedoch als D’Amicos Dealer. D’Amico macht daraufhin Kick-Ass für die Störungen in seiner Organisation verantwortlich und befiehlt dessen Eliminierung. Ein versuchter Mordanschlag, verübt von D’Amico persönlich, stellt sich als Fehlschlag heraus, da er „nur“ einen Schauspieler in Kick-Ass-Kostüm auf dem Weg zu einem Kindergeburtstag erschossen hat. D’Amicos Sohn Chris, ein Schulkamerad von Dave, schlägt ihm eine andere Methode vor: Chris posiert als der neue Superheld „Red Mist“ und nimmt mit Dave Kontakt auf, um ihn in einen Hinterhalt zu führen. Allerdings kommt ihm Big Daddy zuvor, der die Handlanger D’Amicos erledigt. Mit einer versteckten Kamera, die Chris im Vorfeld platziert hat, wird der wahre Täter offenbart, und da Kick-Ass Chris gegenüber erwähnt hat, dass er Big Daddy kennt, beschließt D’Amico, Big Daddy über ihn zu schnappen.

Indes begreift Dave, in welcher Gefahr er steckt und versucht aufzuhören. Er tritt ein letztes Mal als Kick-Ass vor Katie auf und erzählt ihr die Wahrheit, daraufhin wird sie, bereits ein Fan von Kick-Ass, seine Freundin. Schließlich wird Dave von Red Mist kontaktiert, der behauptet, die Mafia sei hinter ihnen her. Dave arrangiert ein Treffen mit Big Daddy und Hit-Girl. Kaum dort angekommen, zeigt Red Mist sein wahres Gesicht: Er schießt Hit-Girl nieder, und Dave und Big Daddy werden von D’Amicos Schlägern gefangen genommen. D’Amico beschließt, die beiden in einer Live-Vorführung öffentlich zu demaskieren und zu Tode zu foltern, als Warnung für andere „Möchtegern-Superhelden“. Hit-Girl, die Chris’ Anschlag dank ihrer kugelsicheren Weste überlebt hat, gelingt es zwar einzugreifen, doch kann sie nicht verhindern, dass ihr Vater an den Folgen seiner Verletzungen stirbt. Daraufhin beschließt sie, sein Rachewerk zu Ende zu führen. Dave, der um sie besorgt ist, versucht sie zunächst davon abzubringen, schließt sich ihr dann aber doch aus Schuldgefühl über den Tod ihres Vaters an.

Hit-Girl dringt in D’Amicos Residenz ein und kämpft sich durch dessen Männer. Als sie in Bedrängnis gerät, wird sie von Kick-Ass gerettet, der mit einem Jet-Pack samt zwei eingebauten Gatlings, das ihr Vater kurz zuvor gekauft hatte, die restlichen Gangster erledigt. Daraufhin konfrontieren die beiden Vater und Sohn D’Amico. Während sich Dave und Chris gegenseitig k.o. schlagen, stellt sich Frank D’Amico für Hit-Girl trotz ihres Trainings als harter Gegner heraus. Gerade als er sie erschießen will, kommt Dave wieder zu sich und erledigt D’Amico mit einer Bazooka. Anschließend fliegt er mit Hit-Girl davon, bevor der ebenfalls wieder erwachte Chris den Kampf fortsetzen kann.

Mit D’Amicos Tod ist die Aufgabe von Hit-Girl beendet. Dave und Mindy stellen sich beide offiziell in ihren Geheimidentitäten vor, und Mindy beginnt ein ganz normales Leben an Daves Schule, als Zieh-Kind des ehemaligen Polizei-Kollegen ihres Vaters. Kick-Ass hat trotz seines Rückzugs nicht an Popularität verloren, und viele andere Leute versuchen sich nun als Superhelden. Chris hingegen, der Rache für seinen Vater sucht, sagt der neuen Heldenpopulation als Superschurke den Krieg an.

Filmbezüge Es gibt etliche Comic- und Comicfilmreferenzen. So spricht Big Daddy wie Adam Wests Version von Batman, Red Mist zitiert am Ende den Joker (aus Tim Burtons Batman) mit den Worten „Wait till they get a load of me“. Daves Aussage „Mit keinerlei Kraft kommt keinerlei Verantwortung“ ist eine Anspielung auf Spider-Mans „Mit großer Kraft kommt große Verantwortung“. Im Comicladen sind unter anderem ein Avengers- sowie ein Hellboy-Poster, eine Watchmen-Figur und diverse andere Comics zu sehen. Im Laufe des Filmes werden im Laden Kick-Ass-Comics verkauft, wobei der Originalcomic verwendet wurde.

Kurz nach Daves Einlieferung ins Krankenhaus sieht man mehrere Röntgenaufnahmen seiner mit Drähten und Nägeln behandelten Knochenbrüche, die zu einem Gesamtbild zusammengesetzt wurden. Dave kommentiert: „Das is’ ja abgefahr’n! Ich seh’ aus wie Wolverine!“ Dies bezieht sich auf Wolverines Adamantium-Skelett.

In einer Szene sieht man einen mit Handschellen an das Lenkrad eines gelben Range Rover gefesselten Ganoven, welcher in einer Schrottpresse getötet wird. In Layer Cake fährt ebenfalls ein Schauspieler unter dem Rollennamen Cody in einem gelben Range Rover fort und wird in beiden Fällen vom Schauspieler Dexter Fletcher verkörpert. Regisseur Matthew Vaughn bezeichnete diese Szene als Schlussstrich unter Layer Cake.

Dave imitiert vor einem Spiegel stehend Robert De Niro aus Taxi Driver. Der Bodyguard von Frank D’Amico freut sich darüber, den berühmten Satz „Sag Hallo zu meiner kleinen Freundin“ aus Scarface sagen zu können, als er seine Bazooka auf Hit-Girl richtet. Zudem wird direkt auf Lost Bezug genommen sowie Alles Betty! und Family Guy erwähnt. Marty spricht von „One Night in Spider-Man“, eine Anspielung auf das Sextape One Night in Paris.

Produktion Der Comic als Filmvorlage

Die Vorlage des Films Kick-Ass bildet die gleichnamige achtteilige Comic-Miniserie des britischen Comicautors Mark Millar, dessen Comic Wanted zuvor bereits erfolgreich verfilmt wurde. Da der Film während der Erstellung des Comics produziert wurde, hängen Produktion von Comic und Film eng zusammen.

Entstehung des Comicskripts Millar begann gegen 2006 mit den ersten Entwürfen zur Geschichte um Kick-Ass. Ursprünglich plante er einen Comic mit dem Titel Kick-Ass über Big Daddy und Hit-Girl. Es fiel ihm jedoch schwer, sich mit diesen Figuren zu identifizieren, deshalb legte er das Konzept einige Monate beiseite. Anfang 2007 schrieb er die Grundlage für einen autobiografischen Comic, mit der Identifikationsfigur Dave Lizewski. Parallelen zwischen Mark Millar und Dave sind, dass Millar als Kind so comicbegeistert wie Dave war, seine Mutter ebenfalls früh starb und er daraufhin allein bei seinem Vater lebte. Mit 14 Jahren wollten Millar und sein Freund Paul James Downie, dem der Kick-Ass-Comic gewidmet ist, Superhelden werden. Die beiden legten sich Superheldennamen und -kostüme zu, lernten Karate und gingen für etwa ein Jahr in ihrem Wohnort Glasgow auf Patrouille. Während der Arbeit an dem autobiografischen Projekt erkannte Millar, dass beide Comics zueinander passen. So verband er beide Ideen zu einem Comic und schrieb die Erstfassung für die Skripts der ersten vier Ausgaben an einem Stück und hatte bereits eine Vorstellung für die Grundgeschichte der restlichen vier Ausgaben.

Die Grundidee Millars war es, den Comic in unserer Realität spielen zu lassen, in der Superhelden der Unterhaltung dienen. Bereits andere Comics wie Batman, Iron Man oder Spider-Man beschritten den Trend, die Comicwelt immer weiter in die Realität zu verlegen. Doch in diesen Comics erhalten Protagonisten Superkräfte oder einen unerschöpflichen Reichtum, von dem sie sich ihre technische Ausrüstung leisten können. Millar meinte weiterhin, dass die Pubertät von Protagonisten wie Peter Parker, also Spider-Man, nicht realistisch dargestellt wurde. Kick-Ass sollte deshalb noch realistischer sein: Ein einfacher, pubertierender, verletzlicher Comic-Nerd, der keinerlei Superkräfte besitzt und bei Mädchen nicht gut ankommt, versucht, Superheld zu werden. Daraufhin wird er auf Patrouille niedergestochen und von einem Auto überfahren.

Millar schrieb die Comic-Miniserie für Icon Comics. Das Marvel-Imprint Icon Comics wurde gegründet, um herausragende Comic-Erfinder bei Marvel zu halten, indem man ihnen die Möglichkeit bietet, nach dem Creator-Owned-Prinzip zu publizieren, was bedeutet, dass die Werke im Eigentum der Erfinder bleiben. Das gesamte Marketing liegt hierbei jedoch bei dem Autor, und der Comic wird somit nicht durch Marvel beworben.

Drehbuchentwicklung Mark Millar wollte den Comic verfilmen lassen und kam über seinen alten Freund Jonathan Ross und dessen Frau Jane Goldman im späten Sommer 2007 mit Matthew Vaughn in Kontakt. Die beiden verstanden sich auf Anhieb gut. Nach einem ersten Zusammentreffen bei der Premiere zu Der Sternwanderer entstand der Wunsch beider, gemeinsam an einem Film zu arbeiten. Im Oktober 2007 bot Millar den Comic Kick-Ass als mögliches Projekt an, da er dessen Rechte besaß. Zu dieser Zeit waren die ersten zwei Skripte noch nicht ganz fertiggestellt und noch kein Panel gezeichnet.