Georg Pasterwi(t)z,In manchen Nachschlagewerken und auch auf Notenabschriften erscheint sein Name auch als Georg von Pasterwitz. Er selbst verwendete diesen Namen nie. Auch sein Vater und seine Brüder führten kein Adelsprädikat „von“ in ihrem Namen. Die adelige Form seines Namens kann daher mit Sicherheit als spätere Erfindung bezeichnet werden, siehe Ernst Schlader: Georg Pasterwiz (1730–1803). Leben – Wirken – Werk. Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften, Saarbrücken 2011, ISBN 978-3-8381-2836-8, S. 11. Taufname Robert Johannes Ivo Pasterwiz (* 7. Juni 1730 in Bierhütte bei Hohenau; † 26. Jänner 1803 in Kremsmünster), war ein deutsch-österreichischer katholischer Geistlicher und Komponist.
Leben Georg Pasterwitz kam als Sohn von Johann Andreas Pasterwiz und Theresia, geborene Mehr von Sonnegg und Mohrenburg, zur Welt. Er begann seine Ausbildung in Passau und setzte sie in Niederaltaich und ab 1745 im Stiftsgymnasium Kremsmünster fort. Anschließend belegte er Theologie in Salzburg und studierte dort auch Jus, Mathematik und Sprachen. Kompositionsunterricht erhielt er unter anderem von Johann Ernst Eberlin.
Anlässlich seiner Profeß 1750 nahm der den Ordensnamen „Georg“ an. Die Primiz erfolgte am 24. Juni 1755, anschließend war er in verschiedenen Lehrämtern im Stift tätig, insbesondere aber 1767–1783 als Regens chori. Nach 1783 wirkte er als Pfarrer in Buchkirchen, bis 1795 als Stiftshofmeister in Wien, dann als Dekan der Höheren Schulen sowie 1801–1803 als Konventuale.
Obwohl er auch in anderen Bereichen publizierte, ist er insbesondere als Komponist von geistlichen und Kammermusikwerken sowie einer ganzen Reihe von Singspielen für das Stiftstheater hervorgetreten, teilweise auf Libretti von seinem Mitbruder und Nachfolger Beda Plank in oberösterreichischer Mundart verfasst. Sein Requiem in C-Dur wurde lange Zeit fälschlich als Komposition von Michael Haydn (MH 559) identifiziert.Petrus Eder: Johann Michael Haydns angebliches mittleres Requiem MH 559. In: Kirchenmusikalisches Jahrbuch. 83, 1999, , S. 91–99.David Black: Pasterwitz and Michael Haydn. In: Early Music. 36, 2008, Nr. 1, , S. 174; doi:10.1093/em/cam155.
Namensgeber Er ist Namensgeber der Georg-von-Pasterwiz Grundschule in Hohenau.
Literatur
Altman Kellner: Musikgeschichte des Stiftes Kremsmünster nach den Quellen dargestellt. Bärenreiter, Kassel 1956, S. 436–531. Altman Kellner: Profeßbuch des Stiftes Kremsmünster. Kremsmünster 1968, S. 319–323. Max Kammermayer: Robert von Pasterwitz (07.06.1930–26.01.1803). In: Musik in Bayern. 48, 1994, , S. 91–103.
Ernst Schlader: Georg Pasterwiz (1730–1803). Leben – Wirken – Werk. Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften, Saarbrücken 2011, ISBN 978-3-8381-2836-8 (Zugleich: Dissertation, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt am Main, 2011). Ernst Schlader: Die Rezeption der Werke von Georg Pasterwiz (1730–1803) im Stift Kremsmünster. In: Wissenschaftliches Jahrbuch der Tiroler Landesmuseen. Bd. 7 (2014), S. 61–71 (Digitalisat).
Weblinks
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Komponist (Österreich) Kategorie:Benediktiner Kategorie:Stift Kremsmünster Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (18. Jahrhundert) Kategorie:Person (Kremsmünster) Kategorie:Person (Habsburgermonarchie vor 1804) Kategorie:Person (HRR) Kategorie:Geboren 1730 Kategorie:Gestorben 1803 Kategorie:Mann