Luigi „Gigi“ Villoresi (* 16. Mai 1909 in Mailand; † 24. August 1997 ebenda) war ein italienischer Automobilrennfahrer.
Karriere Engagement bei Maserati Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg war Luigi Villoresi über die Landesgrenzen seiner Heimat hinweg als erfolgreicher Rennfahrer von Monopostos und Sportwagen bekannt. Der rennbegeisterte Vater unterstützte die Karriere seiner Söhne – auch sein jüngerer Bruder Emilio war Rennfahrer. 1931 begann Villoresi mit dem Motorsport, 1937 erwarb er privat einen Maserati. 1938 nahm ihn das Werksteam von Maserati unter Vertrag. Luigi Villoresi entwickelte sich dort in den folgenden Jahren zum Spitzenfahrer und erreichte in der hubraumschwächeren Voiturette-Klasse viele Siege.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte er seine sportliche Laufbahn zunächst bei Maserati fort. Mit dem Grand Prix de Nice im Frühjahr 1946 gewann er das überhaupt erste international besetzte Rennen der Nachkriegszeit. Mit zahlreichen weiteren Siegen bis 1949 war Villoresi einer der erfolgreichsten Fahrer dieser Epoche und errang auf Maserati 1946 und 1947 auch zweimal die italienische Meisterschaft. Es gelang ihm jedoch nie, einen der offiziellen Internationalen Grands Prix – die sogenannten Grandes Épreuves – zu gewinnen. In dieser Zeit entwickelte er zu dem aufstrebenden Nachwuchsfahrer Alberto Ascari eine enge Freundschaft, mit dem zusammen er 1949 zur Scuderia Ferrari wechselte.
Mit Ascari bei Ferrari Von der Automobil-Weltmeisterschaft 1950 bis zur Automobil-Weltmeisterschaft 1953 war Luigi Villoresi bei Ferrari unter Vertrag. Bereits in seiner zweiten Saison bewies er mit drei dritten Plätzen und einem vierten Rang Beständigkeit. Auch im folgenden Jahr belegte er mehrere dritte Plätze. Seine erfolgreichste Saison beschloss er 1953 mit 17 Weltmeisterschaftspunkten als Fünfter. In diesem Jahr erzielte er zweite Platzierungen bei den Grands Prix von Argentinien und Belgien und gewann die Mille Miglia.
Wechsel zu Lancia Obwohl Ascari 1953 vor Juan Manuel Fangio, der einen Maserati steuerte, Weltmeister geworden war, scheiterten die Vertragsverhandlungen zwischen ihm und Enzo Ferrari. Denn „Ciccio“ bestand auf der Weiterverpflichtung von Villoresi, der als guter zweiter Fahrer eine Vertragsverlängerung erwarten konnte. Da der Ferrari-Rennstall mit Giuseppe Farina und Mike Hawthorn aber über zwei weitere sehr gute Piloten verfügte und das Team sehr groß war, lehnte Enzo Ferrari die Bitte des jüngeren Ascari ab. Daraufhin unterschrieben Ascari und Villoresi aufgrund ihrer engen Freundschaft zusammen beim Formel-1-Debütanten Lancia, der zum Beginn der Saison 1954 jedoch noch kein fertiges Fahrzeug bereitstellte.
Aus diesem Grund fuhren beide Fahrer sporadisch Rennen mit einem Maserati, um an der Automobilweltmeisterschaft 1954 teilnehmen zu können. Die Saison wurde von Fangio und dem Mercedes-Team dominiert. Villoresi holte auf Maserati einen fünften Platz.
1955 Zwei Wochen vor dem Unfall beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans war Alberto Ascari bei einer Testfahrt in Monza tödlich verunglückt. Villoresi war vom Tod seines Freundes schwer betroffen und erklärte ein Jahr später den Rücktritt vom Rennsport. Ebenso beendete Gianni Lancia die kurze Karriere des Lancia-Werksteams und verschenkte seine sechs Rennwagen samt Ersatzteilen an Ferrari.
Trivia Villoresi war 1950 zusammen mit seinem Fahrerkollegen Alberto Ascari maßgeblich daran beteiligt, dass Enzo Ferrari überredet werden konnte, dem Motorboot-Rennfahrer Achille Castoldi für sein Projekt Arno XI einen Motor aus dem Ferrari 375 F1 zu überlassen, mit dem Castoldi einen heute noch gültigen Weltrekord aufstellte.
Statistik Grand-Prix-Ergebnisse vor 1950 Saison Team Wagen 1 2 3 4 Punkte Position 1938 Officine A. Maserati Maserati 8CTF 30 26. DNF 1939 Officine A. Maserati Maserati 8CTF 30 28. DNF 1947 Scuderia Ambrosiana Maserati 4CL 6 DNF DNF 1948 Scuderia Ambrosiana Maserati 4CLT 5Auto mit Ascari geteilt Maserati 4CLT/48 3 7Auto mit Nuvolari geteilt 2 1949 Unsicher, ob es sich um ein Grande Épreuve handelt Scuderia Ambrosiana Maserati 4CLT/48 DNF Scuderia Ferrari Ferrari 125 GPCwww.gilcodesign.com (abgerufen am 21. Januar 2020) 2 2 Ferrari 125 F1 DNF
Statistik in der Automobil-Weltmeisterschaft Gesamtübersicht Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.Rennrunden Punkte WM-Pos. 1950 Scuderia Ferrari Ferrari 125F1 Ferrari 1.5 V12s 3 − − − − − − NC 1951 Scuderia Ferrari Ferrari 375F1 Ferrari 4.5 V12 7 − − 3 − − 15 (18) 5. 1952 Scuderia Ferrari Ferrari 500 Ferrari 2.0 L4 2 − − 2 − − 8 8. 1953 Scuderia Ferrari Ferrari 500 Ferrari 2.0 L4 8 − 2 1 − 1 17 5.1954 Officine Alfieri Maserati Maserati 250F Maserati 2.5 L6 3 − − − − −220. Scuderia Lancia Lancia D50 Lancia 2.5 V8 1 − − − − − 1955 Scuderia Lancia Lancia D50 Lancia 2.5 V8 2 − − − − − 2 20.1956 Scuderia Centro Sud Maserati 250F Maserati 2.5 L6 1 − − − − −222. Luigi Piotti Maserati 250F Maserati 2.5 L6 3 − − − − − Officine Alfieri Maserati Maserati 250F Maserati 2.5 L6 1 − − − − − Gesamt 31 − 2 6 − 1 46 (49)
Einzelergebnisse Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 91950 DNF DNF 6 DNS1951 DNF 3 3 3 4 4 DNF1952 3 31953 2 DNF 2 6 DNF 8 6 31954 5 DNF DNS DNF DNF1955 DNF 5 DNA DNS1956 5 DNF 6 DNF DNF
Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1952 Scuderia Ferrari Ferrari 250S Berlinetta Vignale Alberto Ascari Ausfall Kupplungsschaden 1953 Scuderia Ferrari Ferrari 340MM Berlinetta Pininfarina Alberto Ascari Ausfall Kupplungsschaden
Sebring-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1954 Lancia D24 Alberto Ascari Ausfall Bremsen
24-Stunden-von-Spa-Ergebnisse
Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1953 Scuderia Ferrari Ferrari 375MM Pininfarina Alberto Ascari Ausfall Kupplungsschaden
Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 1953 Scuderia Ferrari Ferrari 340MMFerrari 375MM DNF DNF DNF 1954 Lancia Lancia D24Lancia D25 DNF DNF 1955 Maserati Fiat 600Maserati 300S 273 DNF 1956 Monte Carlo SportMaserati Osca MT4Maserati 300S DNF DNF DNF
Literatur Alessandro Silva: Back on Track - Racing in the 1940s, Fondazione Negri, Brescia 2019, (englisch).vgl.
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Einzelnachweise
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