Wahle ist ein Ortsteil der Gemeinde Vechelde im Landkreis Peine in Niedersachsen.
Geographie Nach der in den Jahren 2008–2009 errichteten Ortsumgehung des Kernorts Vechelde, liegt Wahle unmittelbar an der Bundesstraße 1 und dem Vechelder Gewerbegebiet Nord und schließt damit direkt an den Kernort an. Die nächste Bahnstation befindet sich in Vechelde an der Strecke Hannover–Braunschweig–Magdeburg–Berlin.
Nachbarorte
Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Wahle erfolgte im Jahr 1141 als „Walede“Richard Andrée: Braunschweiger Volkskunde. Zweite Auflage, Verlag Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig 1901., später erschien es als „Welethe“ (1181)Reinhold Möller: Dentalsuffixe in niedersächsischen Siedlungs- und Flurnamen in Zeugnissen vor dem Jahre 1200. In: Beiträge zur Namenforschung. Band 43, Verlag Winter, Heidelberg 1992, ISBN 3-533-04577-3., „Maior Woeledhe“ (1258) und „Wolde“ (1369). Neben Wahle ist auch ein Dorf „Walethe Minor“ (1226) oder „Lutteken Wolde“ (1344; beide Namen bedeuten „Klein Wahle“) belegt.Hans Friedrich Sudendorf: Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande. Band 2, Verlag Carl Rümpler, Hannover 1860. Als Klein Wahle in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aufgegeben wurde und „wüst“ fiel, ließen sich die Einwohner in Wahle nieder und bewirtschafteten ihre Fluren von dort aus weiter. Es ist möglich, dass Wahle um 1400 weitere Bauern aus Vechelde aufnahm, nachdem Burg und Dorf Vechelde im Jahr 1392 an die Stadt Braunschweig verpfändet worden waren.C. Venturini: Das Herzogthum Braunschweig in seiner vormaligen und gegenwar̈tigen Beschaffenheit. Verlag C. G. Fleckeisen, Helmstedt 1847, S. 186.
Das Patronatsrecht der Dorfkirche St. Martini unterstand zunächst dem Braunschweiger Cyriakusstift. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde das Dorf dem Archidiakonat Schmedenstedt angeschlossen. Die Pfarre vergab weiterhin der Dekan des Cyriakusstifts.Hermann Adolf Lüntzel: Die ältere Diöcese Hildesheim. Hildesheim 1837, S. 290–293.
Im Jahr 1618 wurde nordöstlich des Dorfes eine Mineralquelle entdeckt, die für kurze Zeit als Gesundbrunnen erschlossen und betrieben wurde. Die Quelle verlandete bereits wieder während des Verlaufs des Dreißigjährigen Krieges. In den 1720er Jahren untersuchte der Braunschweiger Stadtphysikus Rudolph August Behrens, Leibarzt des Herzogs August Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel, die Heilwirkung der Mineralquelle. Die Quelle blieb jedoch ungenutzt.Rudolph August Behrens: Examen aquarum mineralium Fürstenauiens et Vechteldensium. Helmstedt 1724.Rudolph August Behrens: Untersuchung der Mineralischen Wasser zu Fürstenau und Vechtelde. Braunschweig 1725.C. Venturini: Das Herzogthum Braunschweig in seiner vormaligen und gegenwar̈tigen Beschaffenheit. Verlag C. G. Fleckeisen, Helmstedt 1847, S. 189.
Im Jahr 1802 hatte Wahle 300 Einwohner in 42 Feuerstellen. Mit dem Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel wurde Wahle 1807 in das von Napoleon geschaffene Königreich Westphalen eingegliedert. Nach der Auflösung des Königreichs Westphalen im Jahr 1813 gehörte der Ort bis 1918 zum Herzogtum Braunschweig.
Wahles Zuordnung zum Landkreis Braunschweig endete im Jahr 1974 im Zuge der Gebietsreform Niedersachsens. Am 1. März 1974 wurde Wahle in die Gemeinde Vechelde eingegliedert. In den vergangenen Jahrzehnten hat der Ort begonnen, sich durch Eigenheime und Siedlungshäuser, nach Süden auch durch Gewerbegebiete zu erweitern.
Politik
Ortsrat Der Ortsrat von Wahle setzt sich aus neun Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. SPD CDU FDP Einzelbewerber Gesamt 2021531 -9 Sitze 2016 5 4 - - 9 Sitze 2011 4 3 - 2 9 Sitze 2006 5 3 - 1 9 Sitze
Ortsbürgermeister Ortsbürgermeister ist Jörg Hollstamm (SPD).Gemeinde Vechelde / Ortsrat Wahle
Wappen
Sehenswürdigkeiten Wahle ist ein Haufendorf, dessen erster Besiedlungskern schwer zu ermitteln ist. Das alte Dorfbild wird vorwiegend von Dreiseithöfen, Hakenhöfen und niederdeutschen Hallenhäusern bestimmt. Die St.-Martini-Kirche wurde im Jahre 1494 im romanisch-gotischen Stil errichtet.
Persönlichkeiten Christian Oberhey (1818–1905), evangelisch-lutherischer Theologe und Hymnologe Alfred Treptow (1902–1962), evangelisch-lutherischer Pfarrer und Schriftsteller Max Witte (1909–1955), evangelisch-lutherischer Theologe
Literatur Wilhelm Bornstedt: Der 1618 entstandene Braunschweiger Gesundbrunnen zu Wahle und die Wahler Kirche. In: Denkmalpflege und Kreisgeschichte. Band 4, Verlag Landkreis Braunschweig, Braunschweig 1966.
Weblinks
Website der Gemeinde Vechelde Website des Heimat- und Kulturvereins Wahle e. V.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Peine Kategorie:Ortsteil von Vechelde Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Peine) Kategorie:Ersterwähnung 1141 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974 Kategorie:Haufendorf