Akito Watabe (jap. , Watabe Akito; * 26. Mai 1988 in Hakuba) ist ein ehemaliger japanischer Nordischer Kombinierer. Er gewann in der Saison 2017/18 den Gesamtweltcup, bei dem er außerdem noch viermal den zweiten und dreimal den dritten Rang belegte. Bei Olympischen Spielen gewann er zwei Silbermedaillen in den Einzeldisziplinen.

Werdegang Akito Watabe begann seine internationale Karriere 2005 im B-Weltcup der Nordischen Kombination – dem späteren Continental Cup – und nahm an den Junioren-Weltmeisterschaften 2005 im finnischen Rovaniemi teil und erreichte dort im Sprint den 50. Platz und mit dem Team konnte er Achter werden. Ein Jahr später bei den Junioren-Weltmeisterschaften im slowenischen Kranj konnte er sich im Sprint die Silbermedaille sichern und im Gunderson-Wettbewerb kam er auf den siebten Platz. Mit dem Team konnte er den elften Platz erreichen. Durch diese guten Ergebnisse konnte er sich für die Olympischen Spiele in Turin empfehlen und wurde auch in das Aufgebot für die Olympischen Spiele aufgenommen. Im Sprint belegte er den 19. Platz. Bei dem Heimweltcup in Sapporo gab er sein Debüt im Weltcup der Nordischen Kombination und konnte durch einen Platz in den Weltcuppunkten seine Leistungen bestätigen. In den beiden folgenden Wintern wurde er kaum bis gar nicht im Weltcup eingesetzt. Im heimischen Hakuba gelangen ihm am 17. und 18. Februar 2008 seine einzigen beiden Podiumsplatzierungen im B-Weltcup, als er sowohl im Massenstart als auch im Sprint den zweiten Platz erreichte.

In der Weltcupsaison 2008/09 konnte Watabe sich langsam im Weltcupteam etablieren und belegt am Ende des Weltcupwinters mit 97 Punkten den 38. Platz gemeinsam mit Georg Hettich belegen. Zudem durfte er an den Nordischen Skiweltmeisterschaften im slowenischen Liberec teilnehmen, wo er mit Yūsuke Minato, Taihei Katō und Norihito Kobayashi im Team die Goldmedaille gewinnen konnte. Damit konnte nach 1993 und 1995 wieder eine japanische Staffel eine Goldmedaille bei nordischen Skiweltmeisterschaften gewinnen. In der folgenden Saison 2009/10 konnte Watabe sich im Bezug auf das Vorjahr noch verbessern und belegte schlussendlich im Gesamtweltcup mit 285 Punkten gemeinsam mit David Kreiner den 18. Platz. Beim Sieg von Eric Frenzel in Seefeld am 30. Januar 2010 stand er mit Platz drei zum ersten Mal auf dem Podest. Bei den Olympischen Spielen in Vancouver konnte er im Einzel von der Großschanze den neunten Platz und von Normalschanze den 21. Platz belege. Mit dem Team reichte es nur zum sechsten Platz. Mit den elften Platz im Gesamtweltcup konnte er in der Saison 2010/11 seine Leistungen aus den Vorjahr bestätigen. Bei den nordischen Skiweltmeisterschaften in Oslo sicherte er sich im Einzel von der Normalschanze den fünften Platz und mit dem Team wurde er von der Großschanze Fünfter und von der Normalschanze Sechster.

Akito Watabe gelang in der Saison 2011/12 sein Durchbruch in die Weltspitze. In der Saison konnte er insgesamt vier Einzelrennen gewinnen. Den ersten Sieg in seiner Karriere konnte er am 5. Februar 2012 im Val di Fiemme vor Mikko Kokslien und Bill Demong feiern. Seine weiteren Siege feierte er am 18. Februar 2012 in Klingenthal, am 26. Februar 2012 in Liberec und am 9. März 2012 in Oslo. Weitere viermal lief er auf das Podium. Durch diese Ergebnisse sicherte er sich im Gesamtweltcup den zweiten Platz hinter Jason Lamy Chappuis. In der folgenden Saison konnte er keinen Sieg feiern, aber konnte sich sechsmal eine Podiumsplatzierung sichern und erreichte im Gesamtweltcup den dritten Platz hinter den Sieger Eric Frenzel und den zweiten Jason Lamy Chappuis. Bei den nordischen Skiweltmeisterschaften im Val di Fiemme musste er sich im Einzel von der Großschanze, in der Staffel und im Teamsprint mit den vierten Platz begnügen. Im Einzel von der Normalschanze belegte er den neunten Platz.

In der olympischen Saison konnte Watabe vor Olympia fünfmal einen Platz auf dem Podest bejubeln. Bei den Olympischen Spielen sicherte er sich von der Normalschanze hinter Eric Frenzel die Silbermedaille. Nach den Olympischen Spielen konnte er bei der WM-Generalprobe in Falun den Gundersen-Wettkampf von 15. März 2014 vor Jørgen Graabak und Alessandro Pittin und dadurch seinen fünften Weltcupsieg feiern. Im Gesamtweltcup der Saison 2013/14 sicherte er sich den dritten Platz hinter Eric Frenzel und Johannes Rydzek. Bei den nordischen Skiweltmeisterschaften in Falun belegte er in der Mannschaft und im Teamspringen jeweils den sechsten Platz und im Einzel von der Groß- und Normalschanze jeweils den siebten Platz. Nach den nordischen Skiweltmeisterschaften konnte er seinen sechsten und siebten Weltcupsieg einfahren. Am 6. März 2015 siegte er in Lahti vor Johannes Rydzek und Fabian Rießle und am 14. März 2015 in Oslo vor Johannes Rydzek und Alessandro Pittin. Hinter Eric Frenzel belegte Watabe Platz zwei in der Gesamtwertung der Saison 2014/15. Am 26. Dezember 2015 wurde Watabe erneut japanischer Meister.Ergebnisliste Japanische Meisterschaften 2015. In: weltcup-b.org. Abgerufen am 8. Oktober 2020 (PDF). Auch im Weltcup 2015/16 zählte Watabe weiterhin zur Weltspitze und wurde erneut Zweiter in der Gesamtwertung.

Nachdem Watabe beim letzten Weltcup vor den Weltmeisterschaften 2017 in Lahti seinen ersten Saisonsieg erzielen konnte, ging er als einer der Topfavoriten in Lahti an den Start. Dort errang Watabe mit Silber im Einzelwettbewerb von der Großschanze seine erste WM-Medaille in einem Einzelwettbewerb und konnte darüber hinaus mit seinem Bruder Yoshito Bronze im Teamsprint gewinnen. Beim darauffolgenden Weltcup in Oslo fuhr er seinen neunten Weltcupsieg ein und wurde letztlich Dritter im Gesamtweltcup. Bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang gewann er wie vier Jahre zuvor von der Normalschanze und wieder hinter Eric Frenzel die Silbermedaille. In der Weltcup-Saison 2017/18 gewann Watabe acht Weltcup-Wettbewerbe und wurde schließlich erstmals Gesamtweltcupsieger.

Seinen zweiten Grand-Prix-Sieg erreichte Watabe beim Gundersen-Wettkampf von der Großschanze in Oberstdorf im August 2018. Diese Platzierung konnte er zwar im Winter nie erreichen, gehörte aber dennoch konstant zur Weltspitze, sodass er in der Gesamtwertung der Saison 2018/19 nach fünf Podiumsplätzen den zweiten Rang hinter Jarl Magnus Riiber, womit er zum achten Mal in Folge auf dem Podest des Gesamtweltcups stand. Bei den Weltmeisterschaften 2019 in Seefeld verpasste Watabe zwar sowohl im Team als auch im Teamsprint als Vierter knapp die Medaillenränge, konnte jedoch beim Einzel von der Normalschanze Bronze holen.

Nach der Saison 2025/26 beendete Watabe seine aktive Karriere.

Erfolge Nordische Kombination Weltcupsiege im Einzel Nr. Datum Ort Disziplin 1. 5. Februar 2012 Gundersen 2. 18. Februar 2012 Gundersen 3. 26. Februar 2012 Gundersen 4. 9. März 2012 Gundersen 5. 15. März 2014 Gundersen 6. 6. März 2015 Gundersen 7. 14. März 2015 Gundersen 8. 11. Februar 2017 Gundersen 9. 11. März 2017 Gundersen 10. 25. November 2017 Gundersen 11. 26. Januar 2018 Gundersen 12. 27. Januar 2018 Gundersen 13. 28. Januar 2018 Gundersen 14. 3. Februar 2018 Gundersen 15. 10. März 2018 Gundersen 16. 24. März 2018 Gundersen 17. 25. März 2018 Gundersen 18. 1. März 2020 Gundersen 19. 24. Januar 2021 Gundersen

Grand-Prix-Siege im Einzel Nr. Datum Ort Disziplin 1. 25. August 2013 Gundersen 2. 25. August 2018 Gundersen 3. 25. August 2019 Gundersen

Erfolge Skilanglauf Siege bei Worldloppet-Rennen Nr. Datum Ort Rennen Disziplin 1. 31. August 2024 Merino Muster 42 km Freistil Massenstart

Statistik Platzierungen bei Olympischen Winterspielen 50px Jahr und Ort Wettbewerb Gundersen NS Sprint Gundersen GS Team — 19. — — 21. — 9. 6. 2. — 6. 5. 2. — 5. 4. 7. — 3. 3.

Platzierungen bei Weltmeisterschaften Jahr und Ort Wettbewerb Einzel NS Sprint Gundersen GS Massenstart Team NS Team GS Teamsprint Mixed NS 35. 31. — — — 8. — — 33. — — — — 1. — — 5. — 13. — 5. 5. — — 9. — 4. — 4. — 4. — 6. — 7. — 6. — 6. — 5. — 2. — 4. — 3. — 3. — 6. — 4. — 4. — 5. — 3. — 4. — 4. — 15. — 18. — — — — 5. 13. — 21. — — 5. — 4.

Weltcup-Platzierungen Saison Platz Punkte 2005/06 47. 61 2008/09 38. 97 2009/10 18. 285 2010/11 11. 315 2011/12 2. 1238 2012/13 3. 721 2013/14 3. 730 2014/15 2. 777 2015/16 2. 1070 2016/17 3. 1086 2017/18 1. 1495 2018/19 2. 893 2019/20 9. 449 2020/21 3. 757 2021/22 11. 528 2022/23 30. 114 2023/24 22. 460 2024/25 24. 290 2025/26 31. 191

Grand-Prix-Platzierungen Saison Platz Punkte 2009 47. 6 2012 2. 269 2013 1. 290 2015 3. 236 2017 7. 181 2018 5. 184 2019 4. 278

B-Weltcup-Platzierungen Saison Platz Punkte 2005/06 24. 176 2006/07 48. 48 2007/08 5. 474

Privates Akito Watabes jüngere Bruder Yoshito ist ebenfalls Nordischer Kombinierer im Weltcup. Watabe lebt in der japanischen Stadt Tokorozawa. Im November 2020 wurde Watabe Vater, doch konnte er das Kind erst Ende März 2021 zum ersten Mal sehen, da er sich von November an in der Corona-Bubble in Europa befunden hatte.Dirk Hofmeister: Akito Watabe - immer vorne dabei und doch im Schatten. In: sportschau.de. 22. März 2021, abgerufen am 22. März 2021.

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