Das Mount-Kenya-Massiv (auch Mount Kenya oder Mount Kenia; in der Sprache der Massai Kirinyaga und Kinyaa „schwarz-weißer Berg“) ist mit das zweithöchste Bergmassiv in Afrika und ein erloschener Vulkan. Der Mount Kenya befindet sich rund 15 km südlich des Äquators in Kenia, das sich nach dem Berg benannte.

1949 wurde der Mount-Kenya-Nationalpark gegründet. 1983 wurde der Mount-Kenya-Nationalpark mit dem 65.000 ha großen Schutzgebiet Lewa Wildlife Conservancy erweitert. 1997 wurden der Mount-Kenya-Nationalpark und das Lewa Wildlife Conservancy mit dem Ngare Ndare Forest Reserve (LWC-NNFR) von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Geographie Das Mount-Kenya-Massiv liegt etwa 193 km nordöstlich der kenianischen Hauptstadt Nairobi und etwa 480 km von der kenianischen Küste entfernt.https://whc.unesco.org/en/decisions/5125/ Decision 37 COM 8B.9. Extensions of properties already inscribed on the World Heritage List: Mount Kenya National Park/Natural Forest Dort befindet es sich etwa im Herzen des Landes im Mount-Kenya-Nationalpark. Während das Gelände in Richtung Osten über den Tana zum noch weit entfernten Indischen Ozean hin abfällt, geht es vor allem nach Westen in das kenianische Hochland und die Trockensavanne über.

Mount-Kenya-Nationalpark Der Mount-Kenya-Nationalpark umschließt mit der Murima-Region das zentrale Mount-Kenya-Massiv ab etwa Höhe. Zweck des rund 715 km² großen Nationalparks ist es, das Landschaftsbild und die Flora und Fauna zu schützen und für die Zukunft zu bewahren. Der Mount-Kenya-Nationalpark wurde im Jahr 1949 ausgewiesen.

Lewa Wildlife Conservancy Das Lewa Wildlife Conservancy umfasst 65.000 Hektar und eine Vielzahl wilder Lebensräume, darunter Hochlandwälder, weite offene Graslandschaften, Schmelzwasser-Bergquellen und Akazienwälder. Das Schutzgebiet wurde 1983 gegründet und ist für seine erfolgreiche Nashorn - und Grevy-Zebra-Zucht bekannt. Lewa beherbergt 10 % der kenianischen Nashornpopulation und 20 % der weltweiten Grevy-Zebra-Population. Das Schutzgebiet ist vollständig eingezäunt und beschäftigt über 150 Ranger. Die Verwaltung führt umfangreiche Maßnahmen in den umliegenden Gemeinden durch, darunter Gesundheits-, Bildungs-, Mikrofinanz- und Wasserprojekte, um den Nutzen der Wildtiere mit der Gemeinde zu teilen.https://www.kenyawildparks.com/destinations/kenya-wildlife-conservancies-guide/lewa-conservancy/ Lewa Wildlife Conservancy. Home to Black Rhino Das „Lewa Wildlife Conservancy-Ngare Ndare Forest Reserve“ (LWC-NNFR) umfasst die bewaldeten Ausläufer und steilen Täler an den unteren Hängen des Mount Kenya und erstreckt sich nach Norden bis zu den relativ flachen, trockenen vulkanischen Böden, die Grasland und offene Waldgebiete in der Laikipia-Ebene beherbergen.https://whc.unesco.org/en/decisions/5125/ Decision 37 COM 8B.9. Extensions of properties already inscribed on the World Heritage List: Mount Kenya National Park/Natural Forest

Landschaftsbild mini|Blick vom Point Lenana zum Nelion Nach dem Kilimandscharo-Massiv (5895 m), das sich etwa 325 km weiter südlich befindet, und vor dem Ruwenzori-Gebirge (5109 m), das 810 km weiter westlich liegt, stellt das Mount-Kenya-Massiv mit dem Batian (), seinem höchsten Gipfel, die zweite der drei höchsten Erhebungen des östlichen Afrikas und somit des ganzen Kontinents dar. Er ist weltweit einer der wenigen Orte am Äquator, an denen noch immer ganzjährig ununterbrochen Schnee und Eis liegt.

Die Regionen zwischen seinen höchsten, oft spitz aufragenden Gipfeln sind ab teilweise vergletschert; insbesondere Mulden und sanft abfallende Berghänge sind stark vergletschert. Die größten der insgesamt acht Gletscher am Mount-Kenya-Massiv heißen Gregory und Lewis (zwischen Nelion und Point Lenana) und Tyndall (zwischen Batian und Point Pigott). Sie verlieren seit Jahrzehnten an Größe, was auf den Rückgang von Niederschlägen und die globale Erwärmung zurückzuführen ist.

Die Waldgrenze liegt bei etwa 3200 m; oberhalb davon erstreckt sich eine üppige Vegetation von Hochgras, Stauden und Buschwerk, die bis etwa 4000 m reicht. Das felsige Massiv beherbergt auch Firn- und Schneefelder, Gebirgsflüsse, Wasserfälle und Gebirgsseen, die sich in den ehemaligen Vulkankratern gebildet haben.

Weil sich an den Hochgebirgsregionen des Massivs sehr oft Wolken stauen, was meist zu starken und lang anhaltenden Niederschlägen führt, konnte sich an seinen Hängen ein schmaler Streifen Tropischer Regenwald entwickeln. Daher ragt das Massiv als grüne Insel aus der ostafrikanischen Trockensavanne auf, auf der majestätisch aufragende Gipfel thronen.

Geologie Das Mount-Kenya-Massiv liegt auf der ostafrikanischen Kontinentalplatte, die sich östlich des Großen Afrikanischen Grabenbruchs befindet, von dem sie sich pro Jahr um etwa zwei Zentimeter entfernt, so dass der Graben immer breiter wird und das Massiv, wenn die Driftbewegung dauerhaft anhält, in einigen Millionen Jahren vermutlich auf einer neuen Kontinentalplatte im Indik liegen wird.

Das Massiv liegt am Ostrand des Rift Valley, also des kenianischen Teils des in südöstlicher Richtung verlaufenden Seitenarms des Ostafrikanischen Grabenbruchs und ist ein erloschener Vulkan.https://www.worldatlas.com/mountains/mount-kenya.html Mount Kenya Als sich diese Abzweigung aufzuspalten begann, entstanden vor etwa 3,5 Millionen Jahren an seinen Rändern und an seiner Sohle zahlreiche Vulkane, darunter auch das Mount-Kenya-Massiv mit seinen Schloten. Fortan war das Zentrum des Kirinyaga für etwa zwei Millionen Jahre ein aktiver Feuerberg – ein Vulkan, der einmal mehr als 7000 m Höhe erreicht hatte. Der letzte Vulkanausbruch des Mount Kenya fand Schätzungen zufolge vor 2,6 bis 3 Millionen Jahren statt. Der Stratovulkan stieg wahrscheinlich auf eine Höhe von ca. 19.700 Fuß, bevor er auf seine heutige Höhe von 17.057 Fuß erodiert wurde.https://www.worldatlas.com/mountains/mount-kenya.html Mount Kenya

Tiefe Kraterlöcher, die sich mit Seen angefüllt haben oder von den Eismassen der Gletscher überlagert sind, einige Lavaströme und mehrere zurückgebliebene turm- und pyramidenartige Gipfel, die noch bis zu hoch sind, zeugen noch von dieser Tätigkeit und der ehemaligen Berghöhe. Während die weicheren oder poröseren Gesteine im Lauf der Jahrmillionen erodierten, blieben die zuletzt genannten harten Kerne recht gut erhalten. Weil der Vulkan über mehrere Jahrtausende nicht ausbrach und wissenschaftlichen Studien zufolge wohl auch nicht mehr das Potential für weitere Ausbrüche hat, gilt er als erloschener Feuerberg.

Auf dem Bergmassiv befinden sich 12 Gletscherreste, die sich alle rasch zurückbilden, sowie vier Nebengipfel, die an der Spitze der U-förmigen Gletschertäler liegen. Das Gipfelgebiet besteht aus mehreren kleineren Gipfeln, die die beiden Hauptgipfel Nelion (5188 m) und Batian (5199 m) umgeben. Die meisten dieser Gipfel bestehen aus Syenit, das zum Klettern gut geeignet ist.https://web.archive.org/web/20080216023605/http://www.ewpnet.com/eaimg/Mount_Kenya_general.htm Mount Kenya. Introduction and Trekking Guide

Besiedlung und wirtschaftliche Bedeutung Weite Teile der Hänge, die früher mit Wäldern bedeckt waren, wurden für den Anbau von Nahrungsmitteln und Nutzpflanzen gerodet. Die fruchtbaren Böden und die Wasserverfügbarkeit an den unteren Hängen des Mount Kenya begünstigen den landwirtschaftlichen Anbau einer großen Vielfalt von Pflanzen. Dazu gehören vor allem Tee, Kaffee, Weizen, Gerste, Reis, Bananen und Zitrusfrüchte, die hier angebaut werden. In dieser Region leben mehr als 200.000 Menschen, die überwiegend in der Landwirtschaft, Viehzucht und Forstwirtschaft tätig sind. Menschliche Siedlungen wie die der Kikuyu-, Embu- und Meru-Völker sind über diese Region des Berges verstreut. Die Wälder des Gebirges werden von der Holz-, Holzkohle- und Bauindustrie wegen ihrer Holzressourcen stark ausgebeutet. Die Verlockung, den schneebedeckten, hohen Berg zu besteigen und seine erstaunliche Artenvielfalt und natürliche Pracht zu bewundern, zieht jedes Jahr viele Touristen an, die das Einkommen der Einheimischen in der Region durch die florierende Tourismusindustrie erhöhen.https://www.worldatlas.com/mountains/mount-kenya.html Mount Kenya

Mythologische und religiöse Bedeutung Der Mount Kenya wird von allen in seiner Nähe lebenden Gemeinschaften (Kikuyu, Meru und Embu) als heiliger Berg betrachtet. Kikuyu und Meru nutzen den Berg für traditionelle Rituale, die auf dem Glauben beruhen, dass ihr traditioneller Gott Ngai („Mwene Nyaga“) und seine Frau Mumbi auf dem Gipfel des Berges leben.https://whc.unesco.org/en/decisions/5125/ Decision 37 COM 8B.9. Extensions of properties already inscribed on the World Heritage List: Mount Kenya National Park/Natural Foresthttps://www.kenyageographic.com/5-sacred-mountains-in-kenya-you-should-visit/ 5 Sacred Mountains in Kenya You Should Visit Traditionelle Kikuyu richten ihre Gebete mit dem Gesicht zum Berg aus, in dem Glauben, dass ihr Gott „Mwene Nyaga“ sie am besten erhören würde.https://www.kenyageographic.com/5-sacred-mountains-in-kenya-you-should-visit/ 5 Sacred Mountains in Kenya You Should Visit

Geschichte, Erforschung Namensdeutung und Gottheit Die einheimischen Kikuyu und Kamba nennen das riesenhafte Mount-Kenya-Massiv Kirinyaga und Kinyaa, was etwa „leuchtender Berg“ bedeutet. Dies gab dem Staat den englischen Namen Kenya. Das Massiv gilt nach wie vor als der Thron des Schöpfungsgottes Ngai wa Kirinyaga (Gott des Kirinyaga, auch: Mwene-Nyaga). Die Sage erzählt, dass der Gott nach der Schöpfung der Welt das Land unter den Menschen aufteilte und einem Mann namens Kikuyu vom Gipfel des Mount Kenya das Land zeigte, das ihm gehören sollte. Als Kikuyu zum Fuß des Berges zurückkehrte, fand er dort eine Frau. Ihre weiblichen Kinder wurden die Urmütter der neun Kikuyu-Stämme.Pointdexter, Joseph: Zwischen Himmel und Erde. Die 50 höchsten Gipfel. Könemann, Köln 1999, ISBN 3-8290-3561-6, S. 87

Entdeckung Das eisbedeckte Mount-Kenya-Massiv wurde 1849 für die westliche Welt „entdeckt“: Der deutsche Missionar und Afrikaforscher Johann Ludwig Krapf war der erste Europäer, der das Bergmassiv mit seinen schnee- und eisbedeckten Gipfeln erblickte. Bei seiner Rückkehr berichtete er von der weißen Pracht am Äquator. Die Botschaft vom „Schnee am Äquator“ wurde als Sinnestäuschung abgetan und erst 1883 von dem britischen Forscher Joseph Thomson bestätigt. Laut einheimischen Tourguides soll der Berg durch Krapf den Namen Kenya bekommen haben, da dieser das Wort Kirinyaga falsch verstanden habe. Eine andere Theorie besagt, dass das Wort Kenya sich von Kee Nyaa ableitet, was in der Sprache der Kamba so viel wie „Ort des Vogels Strauß“ heißt.

20. Jahrhundert Während des Mau-Mau-Aufstands (1952 bis 1957), der stark von den Kikuyu getragen wurde, versteckten sich in seinen undurchdringlichen Wäldern die Freiheitskämpfer. Eine ihrer Höhlenunterkünfte ist heute noch südlich von Nanyuki zu besichtigen.

Bergwelt mini|hochkant=1.3|Krapf Rognon (4800 m) und Krapf-Gletscher Höchste Gipfel Das Mount-Kenya-Massiv in Zentral-Kenia ist etwa 90 km lang und 55 km breit mit einem meist aus spitzzackigen Gipfeln bestehenden Zentrum (Nord–Süd 10 km, West–Ost 15 km). Das Massiv hat mit Batian (), Nelion () und Lenana () drei Hauptgipfel, welche die Namen wichtiger Massai-Häuptlinge tragen. Nahezu alle Gipfel des Zentralmassivs liegen oberhalb der Schneegrenze; die Regionen zwischen den höchsten Gipfeln sind stark vergletschert.

Nahe beieinander liegende Berge und Berggipfel in der zentralen Hochgebirgsregion: Batian (5199 m) Nelion (5189 m) Lenana (4985 m) Pigott (4958 m) Krapf Rognon (4823 m),https://www.outdoor-magazin.com/klettern/topos-und-infos-mount-kenya/ Topos und Infos Mount Kenya benannt nach Johann Ludwig Krapf Tereri (4715 m) Sendeyo (4705 m) Midget (4701 m)

mini|hochkant=1.3|Mount Kenya Hütten (Auswahl)