Tephroit, auch Mangan-Peridot genannt, ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silicate und Germanate“. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Mn2SiO4 und entwickelt meist kurzprismatische Kristalle im Zentimeterbereich, aber auch körnige bis massige Aggregate.

Zwischen den reinen Mn- (Tephroit), Mg- (Forsterit) und Fe-Verbindungen (Fayalit) besteht eine lückenlose Mischbarkeit, deren Zwischenglieder als Olivine bezeichnet werden.

Etymologie und Geschichte Erstmals gefunden wurde der Forsterit 1823 in der „Sterling Hill Mine“ bei Ogdensburg im Sussex County (New Jersey) und beschrieben durch August Breithaupt. Er benannte das Mineral aufgrund seiner häufig aschegrauen Farbe nach dem griechischen Wort „Tephra“ für Asche.

Klassifikation In der letztmals 1977 überarbeiteten und daher veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Tephroit zur Mineralklasse der „Silikate“ und dort zur Abteilung „Inselsilikate (Nesosilikate)“, wo er gemeinsam mit Fayalit, Forsterit und Olivin in der „Olivin-Reihe“ mit der Systemnummer VIII/A.03 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/A.04-030. Dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Inselsilikate mit [SiO4]-Gruppen“, wo Tephroit zusammen mit Fayalit, Forsterit, Laihunit und Liebenbergit die „Olivingruppe“ mit der Systemnummer VIII/A.04 bildet.

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Tephroit in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung „Inselsilikate (Nesosilikate)“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Inselsilikate ohne zusätzliche Anionen; Kationen in oktaedrischer er-Koordination“ zu finden, wo es zusammen mit Fayalit, Forsterit, Glaukochroit, Kirschsteinit, Laihunit und Liebenbergit die „Olivingruppe“ mit der Systemnummer 9.AC.05 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Tephroit die System- und Mineralnummer 51.03.01.04. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Insulare (SiO4) Gruppen“. Hier findet er sich in der „Olivingruppe“, in der auch Fayalit, Forsterit, Liebenbergit und Laihunit eingeordnet sind.

Kristallstruktur Tephroit kristallisiert orthorhombisch in der mit den Gitterparametern a = 4,90 Å; b = 10,60 Å und c = 6,26 Å sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Eigenschaften mini|links|Rötlicher Forsterit mit Anteilen von Tephroit Tephroit erhält seine rötlichbraune bis fleischrote Farbe durch seinen Mangangehalt. In der Natur ist Tephroit allerdings oft in Form von Mischkristallen zu finden, mit schwankenden Gehalten an Forsterit und/oder Fayalit. Entsprechend variiert die Farbe in Richtung grau oder olivgrün.

Modifikationen und Varietäten Als Roepperit wird eine zinkhaltige Varietät von Tephroit oder auch Fayalit (nach Brush) bezeichnet.

Bildung und Fundorte Tephroit bildet sich in Eisen-Mangan-Lagerstätten, verwandten Skarnen und metamorphen, manganreichen Sedimenten. Begleitminerale sind unter anderem Alleghanyit, Banalsit, Bustamit, Calcit, Diopsid, Franklinit, Gageit, Glaukochroit, Jakobsit, Manganocalcit, Rhodonit, Willemit und Zinkit.

Weltweit konnte Tephroit bisher an rund 180 Fundorten nachgewiesen werden (Stand: 2010), so in der Antarktis, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Finnland, Frankreich, Indien, Italien, Japan, Kasachstan, Kirgisistan, Madagaskar, Namibia, Norwegen, Oman, Österreich, Russland, Schweden, Schweiz Slowakei, Spanien, Südafrika, Tschechien, Türkei, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, im Vereinigten Königreich (Großbritannien) und in den Vereinigten Staaten (USA).

Verwendung als Schmuckstein Die Minerale der Olivingruppe werden bei guter Qualität überwiegend zu Schmucksteinen verarbeitet. Klare Varietäten erhalten dabei meist einen Facettenschliff in unterschiedlicher Form, trübe Varietäten eher einen Cabochon-Schliff. Im Handel sind sie unter der Bezeichnung „Peridot“ oder „Chrysolith“ erhältlich.

Siehe auch Liste der Minerale

Literatur

Weblinks

Mineralienatlas:Tephroit (Wiki)

Einzelnachweise Fundortliste für Tephroit beim Mineralienatlas und bei Mindat

Kategorie:Grandfathered Mineral Kategorie:Orthorhombisches Kristallsystem Kategorie:Inselsilikate (Strunz) Kategorie:Manganmineral Kategorie:Siliciummineral