Die San Francisco Giants sind eine US-amerikanische Baseballmannschaft. Sie spielen in der West Division der National League in der Major League Baseball. Von ihrer Gründung 1883 bis zu ihrem Umzug nach San Francisco im Jahr 1958 war das Franchise in New York City beheimatet.
Die Giants konnten bislang acht Mal die World Series gewinnen, zuletzt 2014 und sind mit 23 League-Championchips-Siegen Rekordhalter der National League.
Geschichte der New York Gothams/Giants Die Anfänge in New York und die Ära John McGraw Die San Francisco Giants wurden von John B. Day und Jim Mutrie gegründet. Die New York Gothams (wie die Giants ursprünglich getauft wurden), traten 1883 der National League (NL) bei, da der andere New Yorker Klub, die Metropolitans, in der American Association spielten. Fast die Hälfte der Spieler kamen von den Troy Trojans, die ihren Platz in der NL an die Gothams abgaben. Deshalb kann man sagen, die Trojans sind der Vorgänger der Gothams/Giants.
Da die Metropolitans das damals erfolgreichere Team waren, kauften Day und Mutrie wichtige Spieler für die Gothams und gewannen 1888 prompt die Meisterschaft der National League. Gegen die St. Louis Browns wurde dann eine verfrühte Version der World Series gewonnen. 1889 wurde dieser Erfolg nochmals bestätigt, man gewann die World Series gegen die Brooklyn Bridegrooms. Nach einem besonders spektakulären Sieg kam Jim Mutrie (er war zu dieser Zeit Manager der Mannschaft) in die Kabine gestürmt und sagte: „My big fellows, my Giants!“ („Mein großartiges Team, meine Giganten!“) Der Name Giants war geboren.
miniatur|links|Die New York Giants von 1888 Das Stadion der Giants, die Polo Grounds, stammte aus dieser frühen Ära, und befand sich nördlich des Central Parks neben der 5. und 6. Avenue und der 110. und 112. Straße in New York City, in direkter Nachbarschaft zu dem Viertel Harlem. Nach der Räumung des Geländes nach der Saison 1888 zogen die Giants in die Polo Grounds II, das zwischen der 155. und der 159. Straße in der Nachbarschaft von Harlem und den Washington Heights lag. Dieses Gelände sollten sie bis zu ihrem Umzug 1958 nach San Francisco nicht mehr verlassen.
Nachdem Andrew Freedmann, der als schlechtester Besitzer der Welt bekannt wurde, die Giants übernahm, wechselte das Glück die Seiten. Die Saison 1902, die bis heute schlechteste Saison der Giants endete mit einem Rückstand von 53,5 Spielen auf den Meister. Danach verpflichtete Freedmann John McGraw als Spieler und Manager. McGraw managte die Giants drei Jahrzehnte und führte das Team in dieser Zeit zehnmal zum NL-Titel und dreimal zur World Series.
Am Erfolg der Giants hatten zu dieser Zeit Spieler wie Mickey Welsh, Roger Connor, Tim Keefe, Jim O’Rourke und Monte Ward teil, der 1890 als Anwalt der Spieler die abtrünnige Spielergewerkschaft gründete, die gegen unfaire Verträge vorging. McGraw formte in diesen Jahren auch viele Spieler zu Stars: Christy Mathewson, „Iron Man“ Joe McGinnity, Bill Terry, Jim Thorpe, Mel Ott, Casey Stengel und Red Ames, um nur einige der Spieler zu nennen.
Die Giants unter McGraw verpassten ihre Chance auf ersten modernen World-Series-Titel, da sie 1904 die Finalserie gegen die Boston Americans (heute Boston Red Sox) boykottierten. McGraw meinte die American League (AL) sei nur eine etwas bessere Minor League. Der Grund war, dass der New Yorker Stadtrivale, die New York Highlanders, aussahen wie der sichere Gewinner der AL, doch im letzten Spiel der Saison wurden sie noch von den Americans abgefangen. Die Giants blieben aber bei ihrer Ablehnung gegen den AL-Champion zu spielen. Eine kleine Randanekdote: McGraw war vor seiner Zeit als Giants Manager zwei Jahre Manager bei den Highlanders (damals die Baltimore Orioles).
Der damalige Besitzer der Giants, John T. Brush, unternahm Anstrengungen, das Format und die Regeln der World Series zu reformieren. Im Jahr 1905 gewannen die Giants ihren ersten modernen World-Series-Titel gegen die Philadelphia Athletics (heute Oakland Athletics). In dieser Serie glänzte damals Christy Mathewson, der fast im Alleingang die Serie entschied. Dies war das letzte Mal, dass sich die Giants in der Postseason gegen die As durchsetzen konnten.
Die weiteren Jahre waren sehr frustrierend für die Giants. Im Jahr 1908 waren sie in der NL gleichauf mit den Chicago Cubs. In einem Entscheidungsspiel zwischen den beiden sollte der NL-Champ gekürt werden. Überschattet wurde das Postgame von einer Nachricht, ein Verantwortlicher der Giants habe versucht, den Umpire Bill Klem zu bestechen. Doch Klem war ehrlich und verweigerte so die Manipulation des Spiels, welches die Giants in den Extra Innings verloren. Mit dieser World Series gewannen dann die Cubs ihren bis 2016 letzten Titel.
In den Jahren 1911 bis 1913 fehlte das Glück, die Giants verloren drei World Series in Folge: 1911 und 1913 gegen die A’s, 1912 gegen die Boston Red Sox. 1917 wurde abermals die World Series verloren, diesmal gegen die Chicago White Sox (deren letzter Titel bis 2005). Zwischen 1921 und 1924 standen die Giants in vier World Series, gewannen 1921 und 1922 gegen die New York Yankees, gegen die die Serie 1923 verloren ging, 1924 verlor man die Serie gegen die Washington Senators (Minnesota Twins).
1930–1957 – fünf National-League-Titel in 28 Jahren McGraw gab das Team 1932 in die Hände von Bill Terry, der zehn Jahre lang als Spieler und Manager die Geschichte der Giants mitprägte. In dieser Zeit gewannen sie drei NL-Titel (1933, 1936 und 1937) und einmal die World Series (1933) gegen die Washington Senators.
Neben Terry waren Mel Ott und Carl Hubbell, einer der wenigen Pitcher, die den Screwball in ihrem Repertoire hatten (zusammen mit Christy Mathewson und Fernando Valenzuela). Hubbell, der auch als „King Carl“ oder als „The Meal Ticket“ bekannt ist, nahm während des All-Star-Games fünf Hall-of-Famer hintereinander aus dem Spiel: Babe Ruth, Lou Gehrig, Jimmie Foxx, Al Simmons und Joe Cronin.
Mel Ott beerbte Terry als Manager, doch wegen des Zweiten Weltkrieges gab es große Probleme den Ligabetrieb aufrechtzuerhalten. 1948 übernahm Leo Durocher das Ruder bei den Giants. Diese Verpflichtung führte zu einigen Verwirrungen, denn Durocher war zuvor Manager bei den Brooklyn Dodgers (heute Los Angeles Dodgers) und wurde 1947 wegen illegalen Glücksspiels verurteilt. Er wurde dann bei den Dodgers suspendiert und ein Jahr später erhielt er die Freigabe für die Giants. Er war Manager bis 1955 und unter seiner Führung gewannen die Giants 1954 die World Series gegen die Cleveland Indians.
Bobby Thomson – „The Shot Heard ’Round the World“ (1951) Einer der größten Momente der Giants-Geschichte und vielleicht einer der schönsten war der Walk-Off-Homerun von Bobby Thomson, der den Giants 1951 den NL-Titel brachten. Das Spiel war das dritte und letzte der Three-Game-Series und eine der spannendsten Aufholjagden der MLB-Geschichte um den NL-Titel. Die Giants waren im August 13,5 Spiele hinter den Brooklyn Dodgers. Doch mit einem Endspurt, in dem 37 der letzten 44 Spiele der Saison gewonnen wurde, darunter 16 in Folge, wurden die Dodgers am letzten Spieltag der regulären Saison doch noch eingeholt. Die Giants hatten den NL-Titel gewonnen.
Willie Mays – „The Catch“ (1954) Im ersten Spiel der World Series 1954 in den Polo Grounds schaffte Willie Mays „The Catch“. Einen dramatischen over-the-shoulder-Catch (über die Schulter) eines Linedrives von Vic Wertz tief ins Centerfield der den Sieg für die Cleveland Indians bedeutet hätte. Doch durch den Catch gewannen die Giants, die als Außenseiter in die Serie gingen, die World Series mit vier Siegen in Folge.
Der Umzug nach San Francisco Auf der Suche nach einem neuen Stadion, das alte war langsam baufällig, wurde überlegt, nach Minneapolis zu ziehen. Doch dann kam San Francisco ins Spiel. Trotz Einwände der Anteilseigner der Giants führte Hauptaktionär Horace Stoneham Verhandlungen mit dem Bürgermeister der Stadt San Francisco George Christopher. Zur selben Zeit warb der Dodgers-Eigner Walter O’Malley für den Umzug der Dodgers nach Los Angeles. Da O’Malley ein weiteres Team an der Westküste brauchte, drängte er Stoneham zum Umzug nach San Francisco. Im Sommer 1957 gaben beide Teams ihren Umzug nach Kalifornien bekannt. Damit gingen in New York die goldenen Baseballzeiten zu Ende.
Erst 1962 kam mit den neu gegründeten New York Mets ein zweites Team zu den New York Yankees. Die Mets spielen seit damals ebenfalls in der NL. Die Mets übernahmen das orange Logo der Giants sowie die Farbe Blau der Dodgers.
Die Manager der New York Gothams/Giants Jahr Manager 1883John Clapp 1884Jim Price 1884, 1893–1894Monte Ward 1885–1891Jim Mutrie 1892Pat Powers 1895, 1900–1901George Davis 1895Jack Doyle 1895Harvey Watkins 1896Arthur Irwin 1896–1898Bill Joyce 1898Cap Anson 1899John Day 1899Fred Hoey 1900Buck Ewing 1902Horace Fogel 1902Heinie Smith 1902–1932John McGraw 1932–1941Bill Terry 1942–1948Mel Ott 1948–1955Leo Durocher 1956–1957Bill Rigney
Die Geschichte der San Francisco Giants In San Francisco konnten die Giants lange nicht an die Erfolge in New York anknüpfen. Nach dem Umzug konnte jahrzehntelang, bis zum Titelgewinn 2010, keine World Series mehr nach San Francisco geholt werden.
1958–1962 – Seals Stadium und Candlestick Park Die ersten beiden Jahre in San Francisco spielten die Giants im Seals Stadium. In diesen Jahren kam der Rookie des Jahres jeweils von den Giants: 1958 Orlando Cepeda und 1959 Willie McCovey. 1960 zogen die Giants in den Candlestick Park, der im Südosten der Stadt mit Blick über die Bay liegt. Der Candlestick Park war für seine Wetterkapriolen bekannt. Die heftigen Winde, das kalte Wetter und der dichte Nebel sorgten für einige irreguläre Spiele. Ein Höhepunkt war das All-Star-Spiel 1961. Nahezu während des ganzen Spiels war das Wetter für ein Baseballspiel perfekt, doch im 9. Inning kam ein Sturm auf. Der Relief Pitcher der Giants, Stu Miller, wurde während eines Pitches von einer Windböe erwischt, die ihn von Pitchers Mound wehte, sodass er einen Balk produzierte, was ihm die Legende vom Pitcher einbrachte, der von seinem Hügel geweht wurde.
Die World Series 1962 1962, nach einem Titelrennen gegen die Dodgers, welches darin resultierte, dass die Giants in den Playoffs waren und später in die World Series einzogen, unterlag man den New York Yankees mit 4:3. Im siebten und entscheidenden Spiel in San Francisco lagen die Giants in der unteren Hälfte des 9. Innings 1:0 zurück. Mit Matty Alou auf der ersten Base und zwei out war Willie Mays am Schlag. Er schlug ein 2-Base Hit in Richtung Right-field-Line. Der Rightfielder der Yankees Roger Maris nahm den Ball auf und verhinderte mit einem schnellen und guten Wurf ins Infield den möglichen Ausgleich durch Matty Alou. Mit zwei Spielern auf der 2. und 3. Base kam nun Willie McCovey an den Schlag. McCovey schlug einen Linedrive direkt auf den 2nd Basemen der Yankees, Bobby Richardson, der den Ball direkt aus der Luft fing. Das Pech der Giants war, dass Richardson nicht an seinem üblichen Platz im Spielfeld stand, sondern kurz vor dem Schlag die Schritte wählte, die ihm die optimale Position zum Fangen des Balls brachten. Der Erfinder der Peanuts, Charles Schulz, verarbeitete diesen Spielzug in einem seiner Comicstrips. In einer Szene des Strips vom 22. Dezember 1962 sitzen Charlie Brown und Linus zusammen, und Charlie schreit zum Himmel: „Why couldn’t McCovey have hit the ball just three feet higher?“ („Wieso schlug McCovey den Ball nicht 3 Fuß höher?“). Einige Wochen später dieselbe Szene, nur schrie Charlie nun „Or why couldn’t McCovey have hit the ball just two feet higher?“
1963–1985 – Immer nur die Brautjungfer, aber nie die Braut