Moratneustetten (fränkisch: Nai-schdeeden bzw. Nai-schdiednE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 135. Dort folgendermaßen transkribiert: „naischdḗden“ bzw. „naischdīdn“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Moratneustetten liegt in der Gemarkung Haasgang.

Geografie Durch das Kirchdorf fließt der Zellbach, der ab Weihenzell Rippach genannt wird. Das Moorbächlein mündet dort als rechter Zufluss in den Zellbach. Im Süden grenzt das Rehlesholz an, 1 km westlich liegen die Oberen Hölzer. Gemeindeverbindungsstraßen führen zur Kreisstraße AN 9 bei Zellrüglingen (2 km südöstlich), die AN 9 kreuzend nach Adelmannsdorf zur AN 17 (3,5 km nordöstlich) und nach Wüstendorf (2 km südwestlich).

Geschichte Der Ort wurde 1342 als „Morhartsneuensteten“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Morhart. Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzunehmen.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 135. Aufgrund der günstigen Ortslage kann davon ausgegangen werden, dass der Ort in der ersten Ausbaustufe (9./10. Jahrhundert) nach der Fränkischen Landnahme entstanden ist.

Im 16-Punkte-Bericht des Fürstentums Ansbach von 1684 wurden für Moratneustetten 7 Mannschaften verzeichnet: 1 Anwesen unterstand dem Hofkastenamt Ansbach und 6 Anwesen dem Stiftsamt Ansbach. Das Hochgericht und übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus, was aber das Obervogteiamt Virnsberg des Deutschen Ordens bestritt. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stiftsamt Ansbach.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 128, 2327. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 688.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Moratneustetten 24 Anwesen, eine Kirche und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stiftsamt Ansbach. Alleiniger Grundherr war das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 1 Gut, 2 Leerhäuser; Stiftsamt Ansbach: 1 Hof, 7 Halbhöfe, 4 Viertelhöfe, 5 Güter, 1 Tafernwirtschaft, 3 Leerhäuser).So M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 889 f. Nach (= J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 645) soll es nur 17 Untertansfamilien gegeben haben. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 992.

Mit dem Gemeindeedikt wurde Moratneustetten dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Wernsbach und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Wernsbach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Am 27. Juli 1830 wurde Moratneustetten in die neu gebildete Gemeinde Haasgang umgemeindet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 948. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 30. Juni 1972 aufgelöst und der Ort mit Haasgang und Neubronn nach Weihenzell eingemeindet.

Baudenkmäler evangelisch-lutherische Filialkirche St. Martin: frühgotische Saalkirche mit Chorturm, 13./14. Jahrhundert; mit Ausstattung; Friedhof, mittelalterliche Wehrmauer, mit Grabsteinen Haus Nr. 10: Gasthaus zum weißen Roß, zweigeschossiger Bau, Fachwerkteile, 18./19. Jahrhundert

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1999 2011 2017 2025Einwohner 124 154 132 145 141 124 109 126 99 110 90 78 84 84 92HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 24 27 27 25 23 23 21 24 Quelle Günther Roesner: Weihenzell, S. 152.

Religion Moratneustetten ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Jakob (Weihenzell) gepfarrt.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 889. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.

Literatur

Weblinks

Dorfgemeinschaft Moratneustetten e. V.

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Weihenzell Kategorie:Ersterwähnung 1342 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)