hochkant|mini|Richard Greeff Richard Greeff (* 14. März 1828Die Angabe in der Literatur, z. B. in der ADB und NDB, er sei am 14. März 1829 geboren, ist falsch. Das ergibt sich aus den Angaben im Lebenslauf seiner Dissertation (s. Wilhelm Erman: Verzeichnis der Berliner Universitätsschriften 1810-1885. W. Weber: Berlin (1899) Digitalisat) und der Altersangabe auf seiner Sterbeurkunde. Das richtige Geburtsdatum hat die Hessische Biographie des Landesgeschichtlichen Informationssystems Hessen (LAGIS) in Elberfeld; † 30. August 1892 in Marburgsiehe Sterbeurkunde in ) war ein deutscher Mediziner, Zoologe und Hochschullehrer.
Leben Richard Greeff wurde am 14. März 1828 in Elberfeld als Sohn des Kaufmanns Wilhelm Greeff (≈1791 – ≈1833) u. d. Helene Christine Luise Wichelhaus (1795–1838) geboren.Auch hier sind die Angaben zu den Eltern in der NDB falsch, weil Eltern und Pflegeeltern verwechselt wurden, richtig dagegen in der Sterbeurkunde und bei LAGIS Wegen des frühen Verlusts der Eltern wurde er von einem Verwandten, dem Textilfabrikanten (mit Firmen in Elberfeld und New York) Peter Greeff (1803–1875) und seiner Ehefrau Sophia Emilia Bredt (1806–1863) erzogen. Wohl wegen des Berufs von Vater und Pflegevater begann er am 19. April 1849 zunächst ein Studium der Ökonomie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität,Joh. Aloys Odenkirchen: Amtliches Verzeichniß des Personals und der Studirenden auf der Königlichen Rheinischen Friedrich Wilhelms-Universität zu Bonn für das Sommerhalbjahr 1849 Bonn (1849) Digitalisat das er jedoch nach drei Semestern abbrach. 1850 wurde er Mitglied (Renoncephilister) des Corps Rhenania Bonn.Kösener Korpslisten 1960, 12/432
Am 20. April 1853 begann er dann ein Medizinstudium an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.Gustav Toepke: Die Matrikel der Universität Heidelberg. Bd. VII, S. 189. Carl Winter: Heidelberg (1907) Digitalisat Am 6. Mai 1854 wechselte er an die Julius-Maximilians-Universität WürzburgDie Matrikel der Universität Würzburg (Handschrift), Bd. 3, S. 143. Digitalisat. Hier wurde er 1854 ins Corps Nassovia recipiert.Kösener Korpslisten 1910, 208/46 Im Sommersemester 1855 wechselte er an die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin,Amtliches Verzeichnis des Personals und der Studirenden auf der Königl. Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, auf das Sommerhalbjahr 1855. Gustav Schade: Berlin (1855), S. 9 Digitalisat wo er sein Studium abschloss und am 20. März 1857 mit einer Dissertation über den akuten und chronischen Rachenkatarrh zum Dr. med. promoviert wurde.Richard Greeff: De acuto et chronico oris fauciumque catarrho. Med. Diss. Berlin (1857)
Danach war er zwei Jahre als Assistenzarzt am Städtischen Krankenhaus Danzig tätig. 1859 ließ er sich in seiner Heimatstadt Elberfeld als praktischer Arzt nieder. Schon im Medizinstudium an Zoologie interessiert, gab er den Arztberuf auf und habilitierte sich 1863 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn für Zoologie und vergleichende Anatomie bei dem Anatomen Max Schultze. Vom Sommersemester 1965 an lehrte er als Privatdozent am Anatomischen Institut der Medizinischen Fakultät.Joh. Aloys Odenkirchen: Amtliches Verzeichniß des Personals und der Studirenden auf der Königlichen Rheinischen Friedrich Wilhelms-Universität zu Bonn für das Sommerhalbjahr 1865. Bonn (1865) Digitalisat 1871 folgte er dem Ruf der Philipps-Universität Marburg auf ihren Lehrstuhl für Zoologie und Vergleichende Anatomie, zunächst als außerordentlicher und ab 1872 als ordentlicher Professor. Unter dem Einfluss seines Bonner Lehrers Max Schultze widmete er sich besonders den Einzellern und Wurzelfüßern. „Viele Arbeiten G.s klärten strittige Fragen und oder boten wertvolle Grundlagen für weiterführende Untersuchungen.“ Greeff unternahm zahlreiche ausgedehnte Forschungsreisen, die ihn nach Ungarn, Serbien, Italien, Portugal, Marocco, Madeira, die kanarischen, kapverdischen und Guinea-Inseln führten. Über diese verfasste er wissenschaftlicheRichard Greeff: Madeira und die Canarischen Inseln in naturwissenschaftlicher besonders zoologischer Beziehung C. F. Pfeill: Marburg (1872) Digitalisat und populärwissenschaftlicheRichard Greeff: Reise nach den Canarischen Inseln (London, Lissabon, Madeira, Tenerife, Gran Canaria, Lanzerote, Marokko, Spanien). Mit populär-naturwissenschaftlichen Schilderungen. Max Cohen & Sohn: Bonn (1868) Digitalisat Beiträge. 1874 war er an der Zoologischen Station Neapel tätig. 1875 war er Dekan der Philosophischen Fakultät und für das akademische Jahr 1888/89 wurde er zum Rektor der Philipps-Universität gewählt.Rektoratsreden (HKM)
Am 20. August 1861 heiratete er in Langenberg Maria Amalie Esch (1836–1901). Sein Sohn Carl Richard (1862–1938) war Ordinarius für Augenheilkunde an der Charité. Seine Tochter Maria (✳ 1864) war mit dem Maler und Professor an der Berliner Akademie Hugo Vogel verheiratet.
Ehrungen 1872 Ehrendoktor der Philosophischen Fakultät Marburg 1877 Wahl in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina 1891 Charakterisierung als Geheimer Regierungsrat
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Zoologe Kategorie:Hochschullehrer (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) Kategorie:Rektor der Philipps-Universität Marburg Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Geheimer Regierungsrat Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Mitglied der Leopoldina (19. Jahrhundert) Kategorie:Geboren 1829 Kategorie:Gestorben 1892 Kategorie:Mann Kategorie:Ehrendoktor der Philipps-Universität Marburg