mini|hochkant|Büste Albert Knoevenagels aus der Werkstatt der Aktien-Gesellschaft Gladenbeck Albert Knoevenagel (* 23. Juli 1825 in Landsberg an der Warthe; † 27. Mai 1907 in Hannover) war ein deutscher Schlosser, Schmied, Ingenieur, Maschinenfabrikant, Erfinder und Politiker.Waldemar R. Röhrbein: Knovenagel, Albert, sowie Knoevenagel GmbH & Co. KG. In: Stadtlexikon Hannover, S. 357 Er gilt als „einer der Pioniere des deutschen Ingenieurwesens“ und war – gemeinsam mit Conrad BubeWaldemar R. Röhrbein: Bube, Conrad. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 75 – Mitbegründer des Vorläufers des TÜVs.Waldemar R. Röhrbein: Knoevenagel, Albert. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 202:

Familie mini|hochkant|Grabinschrift Senator Albert Knoevenagel,...Minna Niemeyer, Max ...und Adele Uhlenhuth. Albert Knoevenagel war der Sohn eines Justizbeamten. Aus den Grabinschriften des Familiengrabes auf dem Stadtfriedhof Engesohde lässt sich auf die Ehe mit Minna Niemeyer (* 31. Dezember 1827; † 22. April 1907) schließen.siehe dieses Foto Ferner finden sich dort die Namen Max Knoevenagel (Sohn), verheiratet mit Adele Uhlenhuth. Daneben sind weitere Lebensdaten mit den Namen Mehrhardt, van Hoorn und Cramer eingraviert. Der Chemiker, Stenograf, Unternehmer und Händler für Fotobedarf Julius Knoevenagel (1832–1914) war Albert Knoevenagels Bruder.

Werdegang mini|links|Die ursprüngliche Villa Knoevenagel; unbeschädigt auf einem Foto um 1900; Fotografie in Privatbesitz mini|1890: Unterschrift von Albert Knoevenagel mini|hochkant|Februar 1890: Brief der „A. Knoevenagel Maschinenfabrik...“ mini|Familiengrab Knoevenagel auf dem Stadtfriedhof Engesohde Albert Knoevenagel absolvierte eine Ausbildung als Schlosser und Schmied und besuchte anschließend die Gewerbeakademie in Berlin.

In Berlin war er danach unter August Borsig und Franz Anton Egells tätig, um dann zwei Jahre in der Maschinenfabrik von Georg Egestorff in Linden zu arbeiten.Ludwig Hoerner: Schmied Putensen mit seinem Zuschläger, Firma A. Knoevenagel, Hannover, um 1880. In: Hannover in frühen Photographien 1848–1910, Schirmer-Mosel, München 1979, ISBN 3-921375-44-4, S. 226 f., mit zwei Fotos aus dem 19. Jhrhdt. aus dem Besitz der Firma KnoevenagelAnmerkung: Laut dem Hannoversches Biographisches Lexikon begann Knoevenagel seine Wanderschaft bereits nach dem Besuch der Gewerbeakademie in Berlin. Nach Ludwig Hoerner ging Knoevenagel nach der Tätigkeit bei Egestorff (weiterhin?) auf Wanderschaft. Mit dem Arbeitszeugnis als „besonders guter und brauchbarer Arbeiter“ wanderte Knoevenagel dann zu Fuß von Hannover nach Chemnitz, in die Schweiz und nach Südfrankreich. Darüber hinaus war Knoevenagel kurzzeitig in der hannoverschen Eisenbahnwerkstatt hinter dem Hauptbahnhof tätig und sammelte als Betriebsleiter der Wagenfabrik Lücke Erfahrungen im Bau von Güterwagen.Waldemar R. Röhrbein: Knoevenagel, Albert. In: Stadtlexikon Hannover.

Am 6. April 1856Anm.: Die Hannover Chronik (s. Literatur) verzeichnet auf S. 125 abweichend das Jahr 1853 als Gründungsdatum gründete Knoevenagel in der Falkenstraße die Maschinenfabrik A. Knoevenagel in Linden vor Hannover. Von dort verschaffte er sich mit seinen „eigenen Konstruktionen schnell einen weit über Hannover hinausgehenden Ruf“.Waldemar R. Röhrbein: Knoevenagel, Albert. In: Stadtlexikon Hannover, S. 357

1870 wurde Knoevenagel zum Mitgründer des Bezirksvereins Hannover des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), von dem er 1880 zum Vorsitzenden gewählt und 1905 zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Parallel dazu war er 1873 Mitbegründer des „Vereins für die Überwachung von Dampfkesseln“ (dem Vorläufer des heutigen TÜVs), wurde im selben Jahr auch zu dessen Vorsitzendem gewählt und behielt diese Funktion 34 Jahre lang bis zu seinem Tode inne. Daneben war Knoevenagel viele Jahre bürgerlicher Senator.

1907 starb Albert Knoevenagel und wurde auf dem Stadtfriedhof Engesohde beigesetzt. Am Familiengrab findet sich seine Büste aus der Berliner Werkstatt der Aktien-Gesellschaft Gladenbeck.Vergleiche die Dokumentation bei Commons (siehe unter dem Abschnitt Weblinks)

Nach Knoevenagels Tod blieb das von ihm gegründete Unternehmen noch drei Generationen in der Hand der Familie.

Auszeichnungen und Ehrungen Albert Knoevenagel wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. 1860 erhielt er eine Medaille während einer Ausstellung in Besançon für ein Sägegatter und 1862 ebenfalls eine auf der Weltausstellung in London.

Später erhielt er 1885 die Goldmedaille auf der Weltausstellung in Antwerpen und 1890 die Silbermedaille auf der Gewerbeausstellung in Bremen.

Der 1956 angelegte Knoevenagelweg im Stadtteil Hainholz wurde nach dem Adressbuch der Stadt Hannover von 1957 „nach dem ehemaligen Inhaber der (seinerzeit) seit über 100 Jahren bestehenden hannoverschen Firma A. Knoevenagel“ benannt.Helmut Zimmermann: Knoevenagelweg. In: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover, Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 145

Literatur Die Maschinen-Industrie im Deutschen Reich (Maschinenbau-Handbuch), diverse Jahrgänge Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): Knoevenagel. In: Geschichte der Stadt Hannover. Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart: Waldemar R. Röhrbein: Knoevenagel, Albert. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 202 . Klaus Mlynek: Knoevenagel. In: Hannover Chronik. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Zahlen, Daten, Fakten: Albert Lefèvre: Der Beitrag der hannoverschen Industrie zum technischen Fortschritt. In: Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge 24 (1970), s. 204 ff. O. Sander: 100 Jahre Technischer Überwachungsverein Hannover e. V., Hannover 1973, S. 45 u. ö. Franz B. Döppner: Hannover und seine alten Firmen, Hamburg 1984, S. 116 f. Ludwig Hoerner: Agenten, Bader und Copisten. Hannoversches Gewerbe-ABC, hrsg. von der Volksbank Hannover, Hannover 1995, S. 116 u. ö. Waldemar R. Röhrbein: Knoevenagel, Albert. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 357. Deutsches Reichs-Adressbuch für Industrie, Gewerbe und Handel, div. Jhrge. Adressbuch der Stadt Hannover, div. Jhrge. Friedrich Lüddecke: Im Volgersweg (mit einem Foto vor 1900), in: Hannover wie es damals war / Bilder und Begegnungen um das Jahr 1900, Verlag A. Madsack, Hannover 1964, S. 82 ff.

Weblinks

Private Website von Albert Gieseler: A. Knoevenagel Maschinenfabrik, Eisengießerei u. Kesselschmiede – Unternehmensgeschichte

Anmerkungen

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