Karłowice (deutsch Karlsmarkt, bis 1712 Kertzendorf) ist ein Ort in der Gemeinde Popielów (Alt Poppelau) im Powiat Opolski der Woiwodschaft Oppeln.
Geographie Karłowice liegt in Niederschlesien, sieben Kilometer nördlich der Gemeinde Poppelau und 29 Kilometer nordwestlich von Oppeln am Stober (Stobrawa). Östlich grenzt Karłowice an das Landschaftsschutzschutzgebiet Stobrawa.Park Stobrawski - Karte
Nachbarorte von Karłowice sind Kurznie (Kauern) im Süden und Kuźnica Katowska (Alt Hammer) im Nordwesten.
Geschichte mini|100px|links|Wappen von Karlsmarkt um 1870 mini|Burg Karlsmarkt mini|Erzengel-Michael-Kirche
mini|Wohnhaus des Bienenforschers Johann Dzierzon
Urkundlich erstmals erwähnt wurde „Kertzendorf“ im Jahre 1344. Für das Jahr 1401 ist es in der Schreibweise Keczerdorff belegt.Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 273. 1712 wurde der Ortsname in Karlsmarkt geändert. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Karlsmarkt mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Karlsmarkt ab 1816 zum Landkreis Brieg. 1845 bestanden im Dorf ein Schloss, eine evangelische Kirche, eine evangelische Schule, eine katholische Schule, eine Brauerei, 78 Wohnhäuser und 80 Ställe. Die Einwohnerzahl lag damals bei 547, davon 62 katholisch und acht jüdisch. 1874 wurde der Amtsbezirk Karlsmarkt gebildet, dem die Landgemeinden Alt Hammer, Carlsburg, Carlsmarkt, Kauern und Raschwitz sowie die Gutsbezirke Alt Hammer, Carlsmarkt, Kauern und Stoberau eingegliedert wurden.
1933 lebten im Ort 1208 Einwohner, 1939 waren es 1161 Einwohner. Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Brieg im Regierungsbezirk Breslau. Karlsmarkt wurde am 22. Januar 1945 von der Roten Armee besetzt.
Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Karlowitz 1945 unter polnische Verwaltung und wurde in Karłowice umbenannt. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht vorher geflohen war, weitgehend vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.
Von 1945 bis 1954 und von 1973 bis 1975 war Karłowice Sitz der Gemeinde Karłowice. 1946 wurde es der Woiwodschaft Breslau eingegliedert und 1950 zur Woiwodschaft Opole eingegliedert. Seit 1999 gehört es zum Powiat Opolski.
Sehenswürdigkeiten Burg Karlsmarkt mit Burgkapelle und Park. Es ist eine gotische Burganlage, die vor Mitte des 14. Jahrhunderts zur Grenzsicherung angelegt wurde. Die Burg besitzt einen trapezförmigen Innenhof, einen zylinderförmigen Bergfried an der Westseite und einen Torbau an der südwestlichen Seite. Im 14. Jahrhundert gehörte die Burg den Herren von Tschammer und ab dem Jahr 1440 der Familie von Beeß. 1565 gelangte sie an das Herzogtum Brieg. Während der Herrschaft des Herzogs Georg II. von Brieg wurde die Burg ab 1565 umgebaut und um ein Tor erweitert. Im 18. Jahrhundert wurde die Burg in Richtung Südwesten erweitert. 1715 wurde die an der Nordseite gelegene Kapelle im Stil des Barock umgebaut und im 19. Jahrhundert in Richtung Südosten erweitert.Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 424. Die Burganlage steht seit 1963 unter Denkmalschutz.Verzeichnis der Denkmäler der Woiwodschaft Oppeln S. 99 (polnisch) Erzengel-Michael-Kirche im Stil der Neugotik aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Wohnhaus des Bienenforschers Johann Dzierzon aus dem Jahr 1864. Stall mit Remise aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Persönlichkeiten Karl Georg Brandt (1898–1945), Polizeibeamter Johann Dzierzon (1811–1906), schlesischer Priester und Bienenforscher, von 1838 bis 1869 Pfarrer in Karlsmarkt
Weblinks
Internetseite über den Ort
Einzelnachweise
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