Band of Brothers – Wir waren wie Brüder ist eine zehnteilige Fernsehproduktion des US-amerikanischen Pay-TV-Senders HBO aus dem Jahr 2001. Die Miniserie ist an das gleichnamige Buch des Historikers Stephen Ambrose angelehnt und schildert die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs zwischen 1942 und 1945 aus Sicht der Soldaten der Easy Company, 2. Bataillon, 506. US-Fallschirmjägerregiment der 101. US-Luftlandedivision der United States Army.
Der Titel leitet sich aus einer Zeile der St.-Crispins-Tag-Rede Heinrichs V. im gleichnamigen Stück William Shakespeares vor der Schlacht von Azincourt ab: We few, we happy few, we band of brothers (deutsch: „Wir wenige, wir wenige Glückliche, wir Häuflein Brüder“). Die Bezeichnung Easy Company leitet sich wiederum aus dem Joint Army/Navy Phonetic Alphabet ab, wo easy für den Buchstaben E (fünfter Buchstabe im Alphabet) stand. Easy war die fünfte Kompanie des Regiments.
Als Pendant zu Band of Brothers startete 2010 die Miniserie The Pacific, bei der wiederum Tom Hanks und Steven Spielberg als Executive Producer tätig waren, sowie 2024 die Miniserie Masters of the Air.
Handlung In den zehn Episoden beschreibt die Serie den Kriegsverlauf der Easy Company während des Zweiten Weltkriegs. Die Serie beginnt mit der Grundausbildung der Easy Company im Camp Toccoa im US-Bundesstaat Georgia und schildert unter anderem die Luftlandeoperation in der Normandie (Operation Overlord), die Operation Market Garden in den Niederlanden, die Schlacht in den Ardennen mit der Belagerung Bastognes sowie die Entdeckung eines Konzentrationslagers, die Besetzung von Hitlers Berghof in Berchtesgaden, den Einmarsch im österreichischen Zell am See und das dortige Verweilen bis zum Kriegsende.
Die zentrale Figur ist Richard Winters (1918–2011), der sich für die Erfüllung der Missionen der Kompanie einsetzt und seine Männer zusammen sowie in Sicherheit hält. Während die Serie eine große Besetzung aufweist, konzentriert sich jede Episode im Allgemeinen auf eine einzelne Figur. Da die Serie auf historischen Ereignissen basiert, spiegeln die Schicksale der Figuren die der Personen wider, auf denen sie basieren. Viele von ihnen sterben oder erleiden schwere Verwundungen, die dazu führen, dass sie in den folgenden Episoden nicht mehr zu sehen sind. Andere Soldaten erholen sich von ihren Verwundungen und kehren aus den Lazaretten zurück an die Front. Ihre Erfahrungen und die moralischen, psychischen und physischen Hürden, die sie überwinden müssen, sind von zentraler Bedeutung für die Erzählung.
Die Serie zeigt die Kriegsszenen ähnlich drastisch wie zum Beispiel der Film Der Soldat James Ryan, versucht aber ein psychologisch komplexeres Bild der Soldaten und ihrer Situation zu zeichnen und ist um eine differenzierte Darstellung der Handlungen der Kriegsgegner bemüht. So werden unter anderem die Rache von Niederländern an Kollaborateuren, die Ermordung von deutschen Kriegsgefangenen durch französische und amerikanische Soldaten, deren Diebstahl von Wertgegenständen sowie die Erschießung eines mutmaßlichen KZ-Kommandanten gezeigt. Jede Folge, außer der letzten, wird mit in der Gegenwart aufgenommenen Kommentaren von Veteranen der Easy Company eingeleitet; die zehnte und letzte Folge schließt mit solchen Kommentaren die Serie ab.
Episoden
Produktion Die Serie wurde hauptsächlich von Tom Hanks und Erik Jendresen entwickelt. Sie arbeiteten monatelang den detaillierten Handlungsablauf der einzelnen Episoden aus. Steven Spielberg diente als „das letzte Auge“ und nutzte Der Soldat James Ryan, den Film, bei welchem er und Hanks bereits zusammengearbeitet hatten, um die Serie bekannt zu machen. Berichte von Veteranen der Easy Company wie z. B. Donald Malarkey wurden in die Produktion einbezogen, um historische Details hinzuzufügen.
Budget und Promotion Band of Brothers war bis dato die teuerste TV-Miniserie, die je von einem Sender produziert wurde, bis sie von der Schwesterserie The Pacific im Jahr 2010 abgelöst wurde. Das Budget betrug etwa 125 Mio. US-Dollar und somit durchschnittlich 12,5 Mio. US-Dollar pro Folge.
Weitere 15 Mio. US-Dollar wurden für eine Werbekampagne bereitgestellt, die auch Vorführungen für Veteranen des Zweiten Weltkriegs umfasste. Eine davon fand am Strand von Utah Beach in der Normandie statt, wo US-Truppen am 6. Juni 1944 (D-Day) gelandet waren. Am 7. Juni 2001 wurden 47 Veteranen der Easy Company nach Paris geflogen und reisten von dort mit einem gecharterten Zug zum Ort der Premiere.
Unterstützt wurde die Serie vom Automobilkonzern Chrysler, da dessen Jeeps in der Serie eingesetzt wurden. Chrysler gab fünf bis 15 Mio. US-Dollar für seine Werbekampagne aus, wobei Material von Band of Brothers verwendet wurde. Jeder der Werbespots wurde von den Co-Produzenten Hanks und Spielberg geprüft und genehmigt.
Die BBC bezahlte 7 Mio. Pfund (10,1 Mio. US-Dollar) als Co-Produktionspartner. Dies ist die höchste Summe, die je für ein eingekauftes Programm bezahlt wurde. BBC zeigte Band of Brothers auf BBC Two. Ursprünglich sollte die Serie auf BBC One ausgestrahlt werden, wurde aber verschoben, um eine „ununterbrochene, zehnwöchige Ausstrahlung“ zu ermöglichen. Allerdings bestritt die BBC dies und begründete die Entscheidung damit, dass die Serie kein Mainstream sei. Die Verhandlungen wurden vom damaligen britischen Premierminister Tony Blair überwacht, der persönlich mit Spielberg gesprochen hat.
Drehorte Der Großteil der Serie wurde innerhalb von acht Monaten auf dem Gelände eines alten Flugplatzes in Hatfield gedreht. Dort waren auch Szenen des Films Der Soldat James Ryan gedreht worden. Das in der ersten Episode gezeigte englische Dorf ist Hambleden in Buckinghamshire. Auf dem Gelände wurden insgesamt elf verschiedene Stadtkulissen errichtet, unter anderem Carentan, Eindhoven und Bastogne, die eine möglichst genaue Nachbildung des jeweiligen Originals zeigen sollten. Auf einem Flugplatz in Essex wurden die Startsequenzen der C-47 der ersten Folge gedreht. Zudem wurde für die Episoden „Die Neuen“ (Replacements) und „Kreuzungen“ (Crossroads) eine Kopie eines fünf Meter hohen Deiches gebaut.Bonusmaterial The Making of „Band of Brothers“ zur DVD und BluRay.
Der Verein Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert erlangte internationale Bekanntheit durch die Zusammenarbeit von Anton Posset mit dem Filmteam. Aufgrund des Film- und Bildmaterials, das aus Possets Archiv dem Filmteam zur Verfügung gestellt wurde, konnte ein originalgetreuer Nachbau des KZ-Außenlagers Kaufering IV – Hurlach im Film, Teil 9 „Warum wir kämpfen“, erstellt und die Befreiung originalgetreu nachgespielt werden. Die einzige Forderung damals war, dass im Film das Konzentrationslager Lager Kaufering, und nicht wie bis dato üblich Dachau oder Auschwitz, befreit wird.
Die Winterepisoden (Teil 5 und 6) in den Wäldern um Foy und Bastogne wurden in einem Hangar gedreht, in dem neben echten Bäumen pyrotechnisch präparierte „Baumstämme“ eingepflanzt wurden, die – ohne die Schauspieler zu gefährden – in einigen Metern Höhe explodieren und so die Einschläge des deutschen Granatfeuers simulieren konnten.
Die Szenen im österreichischen Zell am See aus der zehnten Episode wurden im Berner Oberland in der Schweiz gedreht. Als Drehorte dienten unter anderem Unterseen bei Interlaken, Hofstetten bei Brienz und das Grandhotel Giessbach. Die Szenen für die kampflose Übergabe des Kehlsteinhauses wurden auf dem Grimselpass gedreht.
Historische Genauigkeit Den Machern war die Korrektheit der historischen Abläufe sehr wichtig, weshalb im Vorfeld eine ausführliche Recherche stattfand. U. a. wurden die Aufzeichnungen von Private First Class David Kenyon Webster, welche auch in Stephen Ambroses Werk Band of Brothers zitiert werden, als Quelle verwendet.
Als Produktionsberater waren überlebende Veteranen wie Richard Winters, William Guarnere, Frank Perconte, Edward Heffron und Amos Taylor beteiligt. Zudem wurde Dale Dye, welcher vor seinem Ruhestand beim United States Marine Corps im Rang eines Captain gedient hatte, als Produktionsberater hinzugezogen. Diese Funktion hatte er bereits bei Der Soldat James Ryan ausgeübt. Dye, welcher Colonel Robert Sink spielt, bereitete die Schauspieler in einem zehntägigen Bootcamp auf ihre Rollen vor.
Zusätzlicher Wert wurde auf die Genauigkeit bei den verwendeten Waffen und Uniformen gelegt. Dies geschah ebenfalls in enger Abstimmung mit den Veteranen. Außerdem standen viele Schauspieler vor den Dreharbeiten mit den Personen, die sie verkörpern sollten, in Kontakt. Einige der Veteranen besuchten die Produktionen am jeweiligen Drehort.
Hanks räumte jedoch ein, dass für die Serie Änderungen erforderlich waren: „Wir mussten eine riesige Anzahl von Charakteren zusammenfassen, die Erfahrungen anderer Menschen auf zehn oder 15 Personen zusammenfassen, Menschen dazu bringen, Dinge zu sagen und zu tun, die andere gesagt oder getan haben. Wir ließen die Leute ihre Helme abnehmen, damit man sie identifizieren kann, obwohl sie dies im Kampf niemals getan hätten. Aber ich glaube immer noch, dass die Serie drei- oder viermal genauer ist, als die meisten derartigen Filme.“ Als letzte Genauigkeitsprüfung sahen die Veteranen eine Vorschau der Serie und genehmigten die Episoden, bevor sie ausgestrahlt wurden.
Auf Hanks’ Frage, was Richard Winters von Band of Brothers halte, antwortete er, er wünschte, es wäre authentischer gewesen, er habe auf eine 80-prozentige Lösung gehofft. Darauf erwiderte Hanks: „Sehen Sie, Major, das ist Hollywood. Letztendlich werden wir als Genies gefeiert werden, wenn wir diese zwölf Prozent richtig machen. Wir werden für 17 Prozent drehen.“
Abweichungen Strayer wurde im Januar oder Februar 1943 vom Major zum Lieutenant Colonel (Oberstleutnant) befördert und von Winters in Folge 1 („Currahee“) beim „Latrinen-Vorfall“ mit Sobel mit korrektem Dienstgrad erwähnt. In Folge 2 („Der erste Tag“), kurz vor dem Angriff auf die deutsche Artillerie, wird Strayer von Winters und einem weiteren Offizier wieder „Major Strayer“ genannt. Ein Versprecher kommt hier nicht in Frage, da Strayer zu diesem Zeitpunkt bereits 16 oder 17 Monate im neuen Dienstgrad diente.
Bei der Lagebesprechung vor dem D-Day ist in Meehans Karte bereits Carentan als eines der Ziele aufgeführt (Folge 1 „Currahee“). Allerdings war dieser Ort in den Planungen der 101. US-Luftlandedivision nicht priorisiert, sondern wurde erst nach dem D-Day in die Ziele aufgenommen. Daher konnte General Taylor vor dem D-Day den berühmten Satz Give me three days and nights of hard fighting and you’ll be relieved and sent back to England („Gebt mir drei Tage und Nächte harten Kampf und ihr werdet abgelöst und nach England zurückgebracht“), der von Luz in Folge 3 („Carentan – Brennpunkt Normandie“) persifliert wird, sagen.
Ebenfalls in Folge 3 wird dauerhaft die Losung „Blitz–Donner“ (im Original Flash–Thunder) verwendet. Allerdings änderte die gesamte 1. US-Armee bereits einen Tag nach dem D-Day (D+1) die Losungen in Thirsty–Victory (D+1 bis D+3) und danach im Drei-Tages-Rhythmus. Die Szenen mit Blithe und Speirs sowie beim Marsch, bei welchem der Anschluss an die Fox-Kompanie verloren ging, die deutlich nach dem D-Day stattgefunden haben, werden daher mit falschen Codes dargestellt.
Als die 101. US-Luftlandedivision nach Bastogne bzw. die Schlacht in den Ardennen geschickt wurde, wurde den Soldaten befohlen, die Screaming-Eagle-Abzeichen von ihrer Uniform zu entfernen, um den Deutschen zu verheimlichen, dass diese einer Elitedivision gegenüberstanden. Erst nach dieser Schlacht, als sie in Haguenau einmarschierten, durften die Aufnäher wieder getragen werden. In allen Episoden, die in diesem Zeitraum spielen (Ende Folge 5 „Kreuzungen“, Folge 6 „Bastogne“ und Folge 7 „Durchbruch“), sind die Aufnäher jedoch weiterhin zu sehen.