Josef Buschmann (* 20. Februar 1893 in Koblenz-Ehrenbreitstein; † 16. Dezember 1966)Koblenzer Bibliographie, Stadtarchiv Koblenz 2001. war ein deutscher Kirchenmusiker und Komponist.
Leben Buschmann erhielt als Kind Unterricht im Violin- und Klavierspiel. Nach dem Abitur studierte er katholische Theologie in Würzburg. 1913 wechselte er an die Universität Bonn und besuchte zugleich das Konservatorium in Köln. 1915 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. 1918 studierte er weiter Kirchenmusik in Köln und legte 1920 sein Examen ab. Nach einer ersten Anstellung in Oberhausen wirkte er von 1925 bis 1942 an der Jesuitenkirche in Koblenz, wo er 1928 den Buschmann-Chor gründete. Von 1925 bis 1937 war er zusätzlich Organist der Kapuzinerkirche in Koblenz-Ehrenbreitstein. Von 1938 bis 1944 war zusätzlich an der katholischen Garnisonskirche und von 1941 bis 1944 an der Herz-Jesu-Kirche in Koblenz tätig. 1944 wurde er nach Erfurt evakuiert. Nach dem Krieg wirkte er an der Herz-Jesu-Kirche und bis 1963 an der Kapuzinerkirche.Rheinland-Pfälzische Bibliographie; abgerufen am 31. Januar 2021. 1925 wurde in der Kapuzinerkirche eine auf seine Initiative von Johannes Klais gebaute Orgel eingeweiht. Von 1952 bis 1954 leitete er den Männergesangverein Eintracht 1881 in Koblenz-Arzheim. Josef Buschmann ist der Vater der Organistin Elisabeth Wangelin-Buschmann.
Kompositionen (Auswahl - Alle handschriftlich) Orgelwerke Freie Orgelwerke: Fantasia, 1936 Präludium, 1936 Fuge, 1938 Fantasia ostinata, 1961 Toccata, 1961 Adagio (Canticum Seraphicum), 1962 Dialog und Improvisationen (Les cloches), 1962 Sage mir, der Du meine Seele liebst
Gebundene Orgelwerke: Das Lied im Gottesdienst (1950–1963), Choralvorspiele für die Orgel, in Anlehnung an das Gesangbuch der Diözese Trier (10 Bände) Vision (Dies irae) 1963 Das Orgelbuch vom Tod und der Auferstehung (große Choralvorspiele und Choralphantasien) 1966 Lamentation über „O Traurigkeit, o Herzeleid“ 1964 Wachet auf, ruft uns die Stimme 1964 Passacaglia über „Wenn ich einmal soll scheiden“ 1966 (Hans Klotz gewidmet) Pfingstliches Triptychon über „Veni Creator Spiritus“ 1928 (Marcel Dupré gewidmet) Das Orgelbüchlein von der heiligen Seelenspeise (20 Improvisation für die Orgel) 1963 Acht Improvisationen über „Wie schön leucht uns der Morgenstern“ 1960 Opus contrapunctum super über „O Heiland, reiß die Himmel auf“ (28 Improvisationen für Orgel) 1963 Kyrie aus der 17. Choralmesse, 1948 Kyrie, Sanctus und Agnus Dei aus der 9. Choralmesse, 1948 Ite missa est aus der 2. Choralmesse, 1948
Vokalwerke Messen: Messe zu Ehren des Hl. Joseph, Männerchor und Orgel 1921 Missa Triumphalis „Der Königin der Apostel“, Sopransolo, 4-stimmig gemischter Chor und Orgel 1925 Vincenz Palotti-Messe, Soli, 4-stimmig gemischter Chor und Orgel (1936) oder 2-stimmigen Frauenchor und Orgel (1963) Messe in D-Dur, Soli, 4-stimmig gemischter Chor und Orgel 1959
Motetten: Requiem aeternam, 4-stimmig gemischter Chor 1924 O Clemens, o Pia, 4-stimmig gemischter Chor 1927 O Maria mater Pia, 4-stimmig gemischter Chor 1927 Pie Jesu Domine, 4-stimmig gemischter Chor 1935 Tantum ergo, einstimmig mit Orgel 1936 Jerusalem, Jerusalem, 4-stimmig gemischter Chor 1929 Veni sponsa Christi, 2-stimmiger Frauenchor und Orgel 1949 Christus vincit, 4-stimmig gemischter Chor und Orgel Die dunkle Traube reift, 4-stimmig gemischter Chor Fronleichnamshymnen, 4-stimmig gemischter Chor und Bläser 1951 Weihnachtsmusik, Solo, 4-stimmig gemischter Chor, Streichquartett oder Bläserquartett 1949–1952 Bei stiller Nacht, Altsolo, 4-stimmig gemischter Chor und Orgel 1949 Ave Maria zart, Kinderchor, 4-stimmig gemischter Chor und Orgel 1954 Meerstern, ich dich grüße, Solostimme, Volksgesang, 4-stimmig gemischter Chor und Orgel 1955 Die dunkle Traube reift, 4-stimmig gemischter Chor 1924 O Heiland reiß die Himmel auf, 3-stimmiger Frauenchor oder 4-stimmig gemischter Chor 1935 Beim letzten Abendmahle, 4-stimmig gemischter Chor O du Lamm Gottes unschuldig, 4-stimmig gemischter Chor Die sieben letzten Worte Jesu, Baritonsolo, 4-stimmig gemischter Chor, Streicher oder Orgel 1946
Geistliche Gesänge für Solostimme und Klavier oder Orgel: Schlaf wohl, du Himmelsknabe du 1924 Es ist ein Schnitter, 1914 Lasst die Kindlein zu mir kommen (1952) Drei Passionsgesänge: Am Ölberg (1924), O ihr alle (1949), Wir beten dich an (1936) Fünf Mariengesänge: Ave Maria (1925, 1949), Der Engel des Herrn (1926), Ave Maria, Ros‘ ohn‘ Dorn (1924), Bist ein Rosengarten (1924)
Geistliche Chorwerke mit Orchester in Bearbeitung für Chor und Orgel: Johann Adolf Hasse: Magnificat, Te Deum D-Dur, Messe Es- und F-Dur Joseph Haydn: Kleine Orgelsolomesse, Nicolai-Messe W. A. Mozart: Spatzenmesse KV 220, Credomesse KV 257, Krönungsmesse KV 317 Ignaz Holzbauer: Messe B- und G-Dur, Beethoven: C-Dur-Messe (op. 86) Luigi Cherubini: Messe e-Moll Franz Schubert: Messe in G
Weltliche Gesänge für Solostimme und Klavier: Wenn zwei voneinander scheiden, 1914 Schlaf, Herzenssöhnchen du, 1914 Wenn fromme Kindlein, 1918 Die Blümelein, 1924 Rundandinella, 1924 Kuckuck, 1924 Mit Lieb bin ich umfangen, 1924 Fließet dahin, 1924 Es war einmal, 1924 Du bist mein, 1953 Singet leise, 1953 Ich schlaf, ich wach, 1953 Jetzt bist du da, 1953 Es schienen so golden die Sterne, 1953 Das Röslein, 1953 Wie hat das Gott so schön bedacht, 1953 Das sah ich heut, 1953
Männerchöre, 1955: Deutscher Sängergruß Rundandinella Der sinnierende Narr Das Hauskreuz Walzer
Instrumentalwerke Klavierwerke: Adagio und fugiertes Allegro, 1914 Intermezzo, 1924 Scherzo, 1925 Meditation, 1938 Episode, 1955 Caprice, 1955
Instrumentalbearbeitungen: Ave Maria, Ros‘ ohn‘ Dorn, Streichquartett Festliche Choräle, 4 Bläser und Orgel (Menschen, die ihr wart verloren, Preist dem Todesüberwinder), 1959
Der kompositorische Nachlass befindet sich im Stadtarchiv Koblenz; weiteres handschriftliches Notenmaterial und Teile der Notenbibliothek wurden vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz übernommen.
Tondokumente Elisabeth Wangelin-Buschmann: Orgelmusik aus der Abteikirche Marienstatt, Mitra 1994 Konzertmitschnitt, Abtei Marienstatt, In memoriam Josef Buschmann (1893–1966), 30. Oktober 2011 (Record & Mastering: <musicore> Werner Mohr, Köln) Aufnahme von sieben Klavierwerken und fünf Liedern mit Klavier, Südwestfunk, 13. November 1956
Literatur
P. Ambrosius Stock OSB: 40 Jahre im Dienste der Musica Sacra. Musikhistoriker Josef Buschmann, in: Musica Sacra 80, 1960, S. 331 f. Dorle Jungmann: Josef Buschmann, in: Rheinische Musiker (Hg. Karl-Gustav Fellerer), Köln 1966, S. 12 f. Wolfgang Hoffmann: Über die Klavierwerke des mittelrheinischen Komponisten Peter Josef Buschmann (1893–1966), in: Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für Mittelrheinische Musikgeschichte 66, 1996, S. 250–259 Wolfgang Hoffmann: Zum Messenschaffen des Koblenzer Kirchenmusiker und Kom-ponisten Josef Buschmann (1893–1966), in: Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für Mittelrheinische Musikgeschichte 71, 2000, S. 576–587 Wolfgang Hoffmann: Zum Liedschaffen des mittelrheinischen Komponisten Josef Buschmann (1893–1966), in: Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für Mittelrheinische Musikgeschichte 81, 2007, S. 43–52 Wolfgang Hoffmann: Der Kirchenmusiker und Komponist Josef Buschmann (1893–1966) und sein Wirken an der Kapuzinerkirche in Koblenz-Ehrenbreitstein, in: Das Kapuzinerkloster in Koblenz-Ehrenbreitstein (Quellen und Abhandlungen zur Mittelrheinischen Kirchengeschichte), Bd. 129, (Hg. Rainer Schwindt), Mainz 2012, S. 197–236
Buschmann, Josef. In:
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