Diese Diskografie ist eine Übersicht über die musikalischen Werke des US-amerikanischen Sängers und Entertainers Dean Martin. Den Schallplattenauszeichnungen zufolge hat er bisher mehr als 23,3 Millionen Tonträger verkauft, davon alleine in seiner Heimat über 18 Millionen. Seine erfolgreichste Veröffentlichung ist die Kompilation Dino – The Essential Dean Martin mit über 1,1 Millionen verkauften Einheiten.
Überblick Dean Martin (1917–1995) war ein Sänger, Schauspieler und Entertainer italienischer Abstammung. Er begann seine Karriere 1939 als Sänger in Nachtclubs. Weltbekannt wurde er nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs durch eine zehnjährige Zusammenarbeit mit dem neun Jahre jüngeren Komiker Jerry Lewis. Martin & Lewis war in erster Linie ein Live-Act, den die beiden Entertainer landesweit auf Bühnen in Nachtclubs aufführten. Nach der Auflösung von Martin & Lewis 1956 setzte Martin seine Karriere als Solokünstler fort. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit lag zunächst auf Bühnenauftritten vor allem in Las Vegas, daneben übernahm er regelmäßig Rollen in Spielfilmen und führte ab 1965 durch eine eigene Fernsehshow (The Dean Martin Show). Das Bindeglied zwischen diesen Standbeinen war über die Jahrzehnte hinweg die Musik. Seine Bühnenprogramme waren formal als Konzertveranstaltungen angelegt. Zudem enthielten nahezu alle Spielfilme eine oder mehrere Gesangsnummern Martins. Regelmäßige Schallplattenaufnahmen belegten den musikalischen Schwerpunkt seiner Arbeit.
Im Juli 1946 machte Martin seine ersten kommerziellen Plattenaufnahmen. Für die Diamond Record Company spielte er, begleitet von Nat Brandwynne und dem Salonorchester des Hotels Waldorf Astoria, vier Lieder ein, die im gleichen Jahr als Extended Play (EP) veröffentlicht wurden, sich allerdings nur schlecht verkauften.Nick Tosches: Dino. Rat-Pack, die Mafia und der große Traum vom Glück. Heyne Verlag, München 2006, ISBN 3-453-40367-3, S. 189 und 643. Das genaue Datum der Aufnahmen lässt sich nicht mehr ermitteln. Im November 1947 folgten sechs Aufnahmen für Apollo Records.Nick Tosches: Dino. Rat-Pack, die Mafia und der große Traum vom Glück. Heyne Verlag, München 2006, ISBN 3-453-40367-3, S. 215. Einige von ihnen wurden erst vier Jahre später, als Martin bereits ein Star war, als EP veröffentlicht.
1948 schlossen Martin und Lewis einen Schallplattenvertrag mit Capitol Records ab. Capitol wollte zunächst vorrangig das Comedy-Programm der Künstler als Schallplattenproduktionen herausbringen. Eine erste gemeinsame Einspielung (The Money Song / That Certain Party)Nick Tosches: Dino. Rat-Pack, die Mafia und der große Traum vom Glück. Heyne Verlag, München 2006, ISBN 3-453-40367-3, S. 644. war allerdings am Markt und in der Kritik erfolglos.James Ritz: Begleittext zum der 2005 von EMI veröffentlichten CD-Ausgabe des 1962 produzierten Capitol-Albums Dino – Italian Love Songs (Capitol T/ST-1659 vom Februar 1962) (EMI 09463-43481-2-6) Capitol entschied sich daher dafür, Martin als ernsthaften Solokünstler zu produzieren.Nick Tosches: Dino. Rat-Pack, die Mafia und der große Traum vom Glück. Heyne Verlag, München 2006, ISBN 3-453-40367-3, S. 247 f. Martin blieb bis 1962 bei Capitol. Er hatte in dieser Zeit einige Erfolge mit Liedern im italienischen Stil. Sein erster Nummer-eins-Hit Memories Are Made of This,Nähere Informationen zu diesem Titel in: Bronson, Fred: The Billboard Book of Number One Hits. 3. überarbeitete und erweiterte Aufl. New York City, New York: Billboard Publications, 1992, S. 6 der am 14. Januar 1956 den Spitzenplatz der Charts erreichte und sich dort fünf Wochen lang hielt, war allerdings im Folk-Stil arrangiert.Colin Bratkovich: Just Remember This, Xlibris Corporation, 2014, ISBN 978-1-4836-4519-3, S. 491. Martin spielte für Capitol zehn Langspielplatten ein, die weitgehend erfolglos blieben. Lediglich Dino: Italian Love Songs kam in die US-amerikanischen Charts; die höchste Position dieses Albums war Rang 73. Daneben veröffentlichte Capitol insgesamt 11 EPs, wobei einige von ihnen Lieder aus Filmen von Martin & Lewis bzw. Martin allein enthielten.
1962 wechselte Martin zu dem kurz zuvor von Frank Sinatra gegründeten Label Reprise Records. In schneller Folge entstanden mehrere Alben mit unterschiedlichen Themenbereichen und Stilen. Das erste, von Neal Hefti arrangierte und produzierte Album French Style beinhaltete Lieder, die einen Bezug zu Frankreich herstellen sollen, unter ihnen Martins Interpretation von La Vie en Rose. Wenig später folgten das ähnlich konzipierte Album Dino Latino mit Liedern in spanischem Stil, das eine neu produzierte Version von La Paloma enthielt,Martin hatte bereits 1958 Capitol ein Lied mit der Melodie von La Paloma aufgenommen. Das als Rumba arrangierte Lied hieß The Look und hatte keinen Bezug zum ursprünglichen Thema von La Paloma. sowie zwei Produktionen aus dem Bereich der Country-Musik. Bis 1967 nahm Martin regelmäßig vier Alben pro Jahr auf, die von Jimmy Bowen und später nominell auch von seinem Sohn Ricci produziert wurden. Danach ließ sein Erfolg nach. Nach 1967 brachte Martin jährlich nur noch ein neues Album heraus,Michael Althen: Dean Martin. Seine Filme – sein Leben. Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, München, 1997, ISBN 3-453-13676-4, S. 249. und ab 1973 erschienen einige Jahre lang gar keine Martin-Platten mehr. Die Veröffentlichung des bereits 1974 aufgenommenen Albums Once in a While musste Martin 1978 sogar gerichtlich einklagen.Informationen zu Once in a While auf der Internetseite www.allmusic.com (abgerufen am 27. Januar 2016).Im Januar 1971 hatte sich Martin verpflichtet, in drei Jahren zehn Alben für Reprise zu produzieren. Bis 1973 kamen aber nur vier Alben zustande. Martin verklagte Reprise auf Ersatz des entgangenen Gewinns. Der Rechtsstreit endete mit einem Vergleich, zu dem die Veröffentlichung von Once in a While gehörte. Vgl. Nick Tosches: Dino. Rat-Pack, die Mafia und der große Traum vom Glück. Heyne Verlag, München 2006, ISBN 3-453-40367-3, S. 575. Martins letztes Album war die Country-Pop-Produktion Nashville Sessions, die bei Warner Bros. erschien und Platz 49 in den US-Country-Charts erreichte.Nick Tosches: Dino. Rat-Pack, die Mafia und der große Traum vom Glück. Heyne Verlag, München 2006, ISBN 3-453-40367-3, S. 591. Sie begleitete Martins Comeback als Schauspieler. Für das Lied Since I Met You Baby drehte Martin zudem sein einziges Musikvideo,Michael Althen: Dean Martin. Seine Filme – sein Leben. Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, München, 1997, ISBN 3-453-13676-4, S. 96. das bei MTV in hoher Frequenz („heavy Rotation“) gezeigt wurde.Benjamin K. Uhrish: Dean Martin. In: Ray Broadus Browne, Pat Browne: The Guide to United States Popular Culture, Popular Press, 2001, ISBN 978-0-87972-821-2, S. 516. 1985 nahm Martin mit der Single L.A. is my home letztmals eine Schallplatte auf. Sie ist heute eine Rarität.
Alben
Studioalben
Livealben
Kompilationen
Soundtracks
EPs Diamond, Apollo, Capitol und Audition brachten von 1946 bis 1959 insgesamt 14 Extended-Play-Schallplatten (EP) heraus, auf denen jeweils vier bis sechs Lieder enthalten waren. Als Apollo 1951 die EP Dean Martin herausbrachte, stand Martin bereits seit drei Jahren bei Capitol unter Vertrag. Apollo veröffentlichte auf dieser EP Aufnahmen, die Martin im Herbst 1947 eingespielt hatte. Das kleine New Yorker Label setzte auf Martins inzwischen etabliertes Image als Bühnen- und Filmstar und versuchte, seine alten Aufnahmen im Fahrwasser der neueren Capitol-Produktionen abzusetzen.
Jahr TitelMusiklabel Anmerkungen 1946 Manhattan at MidnightDiamond 1951 Dean MartinApollo Aufnahmen vom November 1947 1953 Dean Martin SingsCapitol Sunny ItalyCapitol 1954 Living It UpCapitol Lieder aus dem Film Living It Up (Der sympathische Hochstapler) Dean MartinCapitol 1955 Memories Are Made Of ThisCapitol Artists and ModelsCapitol Lieder aus dem Film Artists and Models (Maler und Mädchen) 1956 PardnersCapitol Lieder aus dem Film Pardners (Wo Männer noch Männer sind) Hollywood or BustCapitol Lieder aus dem Film Hollywood or Bust (Alles um Anita) 1957 Ten Thousand BedroomsCapitol Lieder aus dem Film Ten Thousand Bedrooms (Zehntausend Schlafzimmer) 1958 Return To MeCapitol 1959 VolareCapitol Dean Martin Sings – Nicolini Lucchesi PlaysAudition Records Split-EP: A-Seite mit Aufnahmen von Martin, B-Seite mit Instrumentalaufnahmen von Lucchesi
Weihnachtsalben
Singles Veröffentlichungen Die Zuordnung der Titel zur A- oder B-Seite ist nicht immer eindeutig feststellbar. Die Reihenfolge der Singles richtet sich nach der Katalognummer, da die Aufnahmedaten nicht immer mit dem Zeitraum der Veröffentlichung übereinstimmen. Dagegen wurden die Katalognummern in zeitlicher Reihenfolge vergeben.