Ursula Sigismund (* 9. Juli 1912 in Danzig als Ursula Oehler; † 27. März 2004 in Weimar) war eine deutsche Schriftstellerin.

Leben Ursula Sigismund war die Tochter des Archivars Max Oehler und eine Nichte von Elisabeth Förster-Nietzsche. Ursula Sigismund heiratete einen Gymnasiallehrer; aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor, deren Erziehung sich Sigismund widmete. 1955 floh die Familie aus der DDR in die Bundesrepublik, wo Ursula Sigismund mit dem Verfassen literarischer Texte begann. 1963 erhielt sie für das Manuskript ihres Romans „Bedrängte Zeit“ den von der Illustrierten „Stern“ gestifteten „Deutschen Erzählerpreis“; das Buch fand allerdings erst 25 Jahre später einen Verleger. Später lebte die Familie Sigismund in Darmstadt. Ursula Sigismund wirkte als freie Mitarbeiterin bei deutschen Rundfunkanstalten und arbeitete in Schreibwerkstätten mit Strafgefangenen zusammen. Größere Bekanntheit erlangte sich durch ihren Roman „Zarathustras Sippschaft“ über die Familie Nietzsche.

Ursula Sigismunds Werk umfasst Romane, Erzählungen und Essays. Sie war Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller.

Werke Grenzgänger. Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien 1970, . Immer gradeaus, Madame. Eine heitere Ferienfahrt mit 0,56 PS. Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien 1971, . Gepäckaufbewahrung. Erzählungen und Kurzgeschichten. Ges. Hess. Literaturfreunde, Darmstadt 1974, . Neuauflage im Kranichsteiner Literaturverlag, Pfungstadt 2002, ISBN 3-929265-14-1. Zarathustras Sippschaft. Ehrenwirth, München 1977, ISBN 3-431-01884-X. Zarathustras Sippschaft. Menschliches, Allzumenschliches von Nietzsches Verwandten. Kranichsteiner Literaturverlag, Darmstadt 1992, ISBN 3-929265-00-1 (Neuauflage anlässlich des 80. Geburtstags). Montmartre. Das Leben der Mutter Utrillos. Paul Zsolnay, Wien/Hamburg 1981, ISBN 3-552-03312-2. Neuauflage unter dem Titel Suzanne Valadon. Modell und Malerin. Kranichsteiner Literaturverlag, Darmstadt 1997, ISBN 3-929265-06-0. Bedrängte Zeit. Brandes und Apsel, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-925798-61-7. Das alte Haus am Hang. Brandes und Apsel, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-86099-426-3.

Herausgeberschaft Schonzeit für Diebe. Erlebtes, Erdachtes, Erträumtes, Ergrimmtes. Brandes und Apsel, Frankfurt am Main 1986, (herausgegeben zusammen mit Peter Zingler). Denken im Zwiespalt. Das Nietzsche-Archiv in Selbstzeugnissen 1897 – 1945. Lit, Münster/Hamburg/London 2001, ISBN 3-8258-4865-5 (mit einer Einführung von Dietrich Wachler und unveröff. Aufsätzen von Max Oehler).

Weblinks

http://www.geheli.de/autoren/sigismund_ursula.html http://www.mathilde-frauenzeitung.de/mh02Interview.html

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