{ "type": "ExternalData", "service": "geoline", "ids": "Q1571016", "properties": { "stroke": "#008000", "stroke-width": 2 } } miniatur|Schild und Beobachtungsturm am Eingang des Parks Der Hecla-Grindstone Provincial Park ist ein 1969 eingerichteter Provinzpark im Winnipegsee in der kanadischen Provinz Manitoba, welcher innerhalb des Systems der Provincial Parks in Manitoba der Kategorie „Natural Park“ zugeordnet wird. Er liegt 190 km nördlich von Winnipeg, der Hauptstadt der Provinz, und dient dem Erhalt und der Erforschung der dort bestehenden Fauna und Flora ebenso, wie den kulturellen Relikten der dortigen First Nations und der bis vor wenigen Jahrzehnten dort lebenden isländischen Gemeinde. Auch sollen die Kalksteinklippen im Parkgebiet geschützt werden. Aus diesen Gründen wurde der Park 1988 von einem Naturpark in einen sogenannten Heritage Park umgewidmet, da hier nicht nur das Natur-, sondern auch das Kulturerbe geschützt werden soll.Investigation of Hecla Island and Property Transactions, hgg. v. Auditor General, Winnipeg, August 2003, S. 36 und S. 67.
Zum etwa 1084 km² großen Park gehören die 163,8 km² große Hecla-Insel, dann die nördlich von Hecla gelegene Deer Island, hinzu kommen Punk und Little Punk Island sowie Goose Island, schließlich Black Island, die zweite große Insel im Parkgebiet. Außerdem gehört Grindstone zum Park, eine lange Halbinsel von ähnlicher Größe wie Hecla, die sich am Westufer des Winnipegsees erstreckt. Sie kam 1997 zum 1969 gegründeten Park hinzu. Zum Park gehört außerdem die Wasserfläche zwischen dem West- und dem Ostufer des Sees im Gebiet der Inseln. Nur um Gull Harbour im Nordosten der Insel ist eine wirtschaftlich-industrielle Nutzung (development) erlaubt.
Abgesehen von der Grindstone-Halbinsel und dem Ort Hecla ist der Park weitgehend unbewohnt. Auf der Insel wurden die ältesten Tonwaren der Provinz gefunden, die aus der Zeit um Christi Geburt stammen. Die bis 1875 dort lebende indianische Bevölkerung der Saulteaux, die als Island band bezeichnet wurde, musste Hecla auf Druck der kanadischen Regierung verlassen. Ihre Nachkommen leben überwiegend in einem Reservat namens Wanipigow am Ostufer des Sees. Die bis zu 500 Isländer, die ab 1876 auf Hecla lebten, in einem Bezirk, in dem bis 1897 ausschließlich Isländer leben durften, verließen die Insel ab den 1960er Jahren. Der Provinzpark birgt neben dem historischen Erbe große Vogelkolonien, unter denen die der Nashornpelikane besondere Bedeutung hat.
Geologie und Klima miniatur|Der nacheiszeitliche Agassizsee bedeckte eine Fläche von rund 450.000 km² mini|links|Fossil aus dem Provinzpark Die Insel Hecla liegt im rund 24.500 km² großen Winnipegsee, der sich über eine Länge von 416 km nordsüdwärts erstreckt.Die Längenangabe entstammt dem Artikel Die „Narrows“, Engstellen nördlich von Hecla, teilen den See in zwei Hälften, wobei die nördliche eine West-Ost-Ausdehnung von 100 km aufweist, die südliche von nur 40 km. Die schmalste Stelle liegt jedoch nahe Hecla, östlich von Black Island, wo der See nur noch 500 m breit ist, aber dort auch die größte Tiefe mit rund 60 m aufweist. Insgesamt ist der Winnipegsee verhältnismäßig flach.
Hecla entstand vor rund 450 Millionen Jahren. Tropische Seen lagerten dort Lehm und Sand ab.Dies und das Folgende nach Arnie Waddell: A spatial analysis of tourism development on Hecla Island in relation to key environmental components, University of Manitoba 2000, S. 13–15. Diese wurden zu Sandstein und Schiefer verdichtet. Der See wurde tiefer und dicke Kalkschichten lagerten sich ab. In einigen Gebieten stehen auch Granite an und an einigen Stellen treten vulkanische Überreste zutage. Vorherrschend sind an der Oberfläche jedoch Kalkstein und eiszeitliche Ablagerungen. Die höher gelegenen Gebiete bestehen dementsprechend aus kalkreichen Moränen und Tilliten, die in den letzten Eiszeiten abgelagert wurden. Ihre Dicke schwankt zwischen 53 und 150 m. Der Grundfels besteht aus Kalkstein und Dolomit. Im Park gibt es eine Reihe von Kalksteinklippen.
Als gegen Ende der letzten Eiszeit die Gletscher zu schmelzen begannen, entstand vor ca. 11.700 Jahren der Agassizsee, der einen Großteil Manitobas bedeckte. Er hinterließ eine dünne Schicht organischen Materials, wenn auch Tillit weiterhin dominierte. Auf lehmigem Untergrund abgelagert, entwässern diese Gebiete ausgesprochen schwach. Die Strände rund um Hecla entstanden durch erodierten Sandstein, den die Wellen des Sees an Land warfen. Dabei sind die meist im Herbst von anhaltenden Nordwinden verursachten Wellen von außergewöhnlicher Höhe, wenn sie Hecla erreichen. Sie führen entlang der Küsten zu starker Erosion und häufigen Überschwemmungen, was auch damit zusammenhängt, dass bei nachlassenden Winden in einem vor- und zurücklaufenden Prozess die zurücklaufenden Wassermassen die Erosionseffekte verstärken (hier seiching genannt).
Die Region wurde als humid-kontinental klassifiziert. Auf den Inseln ist die Frostperiode kürzer als auf dem umliegenden Festland. So weist Black Island 110 frostfreie Tage auf. Zwischen 1961 und 1990 lag die Jahresdurchschnittstemperatur an der nächstgelegenen Messstation Arborg westlich des Parks bei 0,9 °C, die mittlere Januartemperatur bei −20,2 °C, die entsprechende Temperatur im Juli bei 18,4 °C. Dabei fielen 491 mm Niederschlag, davon 22,4 % als Schnee.Alanna Sutton, Richard J. Staniforth, Jacques Tardif: Reproductive ecology and allometry of red pine (Pinus resinosa) at the northwestern limit of its distribution range in Manitoba, Canada, in: Canadian Journal of Bot. 80 (2002) 482–493, hier: S. 485.
Geschichte Frühgeschichte bis zur Abtretung an isländische Siedler miniatur|Karte des Winnipegsees, 1878 Auf Hecla lebte die stark verstreute Island band, wie sie die britischen und kanadischen Behörden später bezeichneten. Sie geht möglicherweise, wie die meisten Gruppen in der Region, auf Zuwanderung aus dem Osten zurück, die in der Laurel-Phase stattfand, also vor rund 2000 Jahren. Diese Zuwanderer gehörten zu den Ojibwa. Sie brachten Keramik und neue Techniken mit, von denen Ausgrabungen am Wanipigow Lake (auf dem Festland östlich des Parks) die ältesten in der Provinz zutage förderten.Manitoba Provincial Heritage Site No. 6, Wanipigow Lake Archaeological Site, (EgKx-1), Township 24, Range 12 E, Lake WanipigowManitoba Provincial Heritage Site No. 6, Wanipigow Lake Archaeological Site, (EgKx-1), Township 24, Range 12 E, Lake Wanipigow Aus der Zeit zwischen etwa 700 und 1640 stammen zahlreiche Tonscherben. Sie ließen sich verschiedenen Phasen zuordnen, vor allem Blackduck, Selkirk und Sandy Lake.Manitoba Provincial Heritage Site No. 6, Wanipigow Lake Archaeological Site, (EgKx-1), Township 24, Range 12 E, Lake Wanipigow. Außerdem finden sich im Osten von Black Island Zeremonienorte, wie etwa der Medizingesellschaft, und Begräbnisstätten.
1734 erschien erstmals ein Europäer in der Region. Vérendrye meldete, er habe Eisenerz gefunden, was möglicherweise auf die Hämatitbestände des heutigen Parkgebiets hinweist. Auf einer Karte von 1740 erscheint die Insel dementsprechend als Ile de Fer, als Eiseninsel.George F. Reynolds: La Verendrye and Manitoba’s First Mine, in: Manitoba Pageant, Frühjahr 1971, S. 2–7, hier: S. 3. In dieser Zeit, also etwa um 1733 bis 1760 lebten hier vermutlich Cree. Das Hämatit wurde als Farbe für die Körperbemalung, aber auch für Felsmalereien genutzt, nicht jedoch zur Eisengewinnung. Diese Cree verließen vor 1800 das Gebiet und zogen nord- und westwärts, wobei sie am Nordrand des Sees weiterhin einige Lager unterhielten. In den 1790er Jahren gründete die Hudson’s Bay Company einen Handelsposten am Ostende von Black Island.Virginia Petch, Linda Larcombe, David Ebert, K. David McLeod, Gene Senior, Matthew Singer: End of Field Season Report. Testing the F1 Archaeological Predictive Model, Bericht erstellt für The Manitoba Model Forest Inc., Januar 2001, S. 54.
Von Süden kamen Ojibway-Gruppen nach Norden, die die Briten als „Red Lakers“ und „Leech Lakers“ bezeichneten. Dieser Prozess zog sich über mehr als zwei Jahrzehnte hin, doch um 1821 war die später als Island band bezeichnete Gruppe auf Black Island und den Nachbarinseln angesiedelt. Weißfisch, eine größere Elchherde und weite Blaubeerflächen boten eine hinreichende Nahrungsgrundlage. Um Grindstone jagte hingegen die Peguis Band. Sie saßen zuvor am Netley Creek, wichen jedoch vor den anglikanischen Missionsversuchen aus. Sie rechneten sich ebenfalls zu den Island bands und wohnten ganzjährig um Grindstone. Ihre Hauptlager befanden sich am White Mud River und um Sandy Bar.
Wie die meisten Stämme Kanadas sollten sie nach 1871 in ein Reservat ziehen, um weißen Siedlern Platz zu machen. Dazu wurden die sogenannten Numbered Treaties abgeschlossen. Für die Gruppen am Winnipegsee war dies vor allem Vertrag Nr. 5 von September 1875.Treaty 5 between Her Majesty the Queen and the Saulteaux and Swampy Cree Tribes of Indians at Beren’s River and Norway House with Adhesions. Dahinter steckten jedoch nicht nur Besiedlungsinteressen, wie sie die kanadische Regierung verfolgte, sondern auch eine Gruppe von Kapitalanlegern aus den Reihen der Methodistengemeinde, wie John Schultz oder Donald Smith. Sie wurden vor allem von Clifford Sifton und seinem Schwager Theo Burrows unterstützt, ersterer ab 1888 als Mitglied der Legislative Assembly of Manitoba, des Provinzparlaments. Die Unternehmerfamilie von E.J. Sanford aus Hamilton in Ontario sorgte für die Entsendung von Missionaren ab 1868, um die Indianer auf den Inseln, auf denen sich ausgedehnte Wälder befanden, gefügig zu machen. Dies konnte umso leichter gelingen, als Kanada die Herrschaft privater Gesellschaften, allen voran der Hudson’s Bay Company, ablöste, und damit die Holzgewinnung von der amerikanischen Zufuhr unabhängig machen konnte.
Henry McKenny war 1868 der erste, der auf den Inseln Bäume fällte. Der rechtliche Vorwand gegenüber den bisherigen Bewohnern bestand darin, dass die Indianer das Holz angeblich nicht nutzten. Doch McKenny verlor seine Erlaubnis wegen seiner pro-amerikanischen Einstellung an Donald Smith. Da Kanada von Großbritannien zu dem vorrangigen Zweck gegründet worden war, die Expansion der USA nach Norden zu verhindern, konnte die Regierung solche Männer nicht dulden, vor allem nicht, wenn sie den Anschluss Kanadas an die USA forderten.