mini|360px|Karte des geplanten Stadtausbaus (aus dem Jahre 1935) Amsterdam-West ist ein Stadtbezirk der Gemeinde Amsterdam in der Provinz Nordholland und besteht aus den Stadtteilen () Sloterdijk, Spaarndammer- en Zeeheldenbuurt, Houthavens, Centrale Markt, Staatsliedenbuurt, Frederik Hendrikbuurt, Kinkerbuurt, Da Costabuurt, Van Lennepbuurt, Helmersbuurt, Vondelbuurt, Overtoomse Sluis, Westindische Buurt, Chassébuurt, Hoofdweg e.o., Geuzenbuurt, Van Galenbuurt, Erasmuspark, De Kolenkit und Landlust. Auf einer Grundfläche von 10,6 km² lebten hier im Januar 2024 150.374 Menschen.
Geschichte Mit der Stadterweiterung im Westen von Amsterdam wurde zwischen 1875 und 1900 begonnen. Dazu gehörten die früheren Stadtviertel Spaarndammerbuurt, Staatsliedenbuurt, Kinkerbuurt, Frederik Hendrikbuurt und ein Teil der Zeeheldenbuurt. In den Jahren von 1920 bis 1940 breitete sich die Stadt auf dem Gebiet der ehemals selbständigen Gemeinde Sloten mit den Vierteln Admiralenbuurt, Hoofddorppleinbuurt sowie dem Mercatorplein und dem Surinameplein aus. Seit 1990 gehören diese Stadtviertel zu De Baarsjes. Anfang der 1950er Jahre wurde Amsterdam Nieuw-West gebaut, bekannt als „Westliche Gartenstädte“ („Westelijke tuinsteden“) mit den Bezirken Slotermeer, Geuzenveld, Slotervaart, Overtoomse Veld und Osdorp.
Der neue Bezirk Amsterdam-West entstand vor dem Ersten Weltkrieg und der Bezirk Amsterdam Nieuw-West nach dem Zweiten Weltkrieg. Amsterdam-West besteht aus zahlreichen Stadtvierteln. Amsterdam-West und Amsterdam Nieuw-West bilden seit 2010 jeweils einen neuen eigenen Stadtbezirk.
Stadtbezirk West Die seit dem für die „Gemeinde Amsterdam“ Gemeente Amsterdam gültigen und damit aktuellen Untergliederungen der drei Stadtteile im Stadtbezirk West d. h. „Amsterdam West“ sind wie folgt:
Bos en Lommer De Kolenkit Erasmuspark Landlust Oud-West, De Baarsjes Bellamybuurt Chassébuurt Da Costabuurt Geuzenbuurt Helmersbuurt Hoofdweg e.o. Overtoomse Sluis Van Galenbuurt Van Lennepbuurt Vondelparkbuurt Westindische Buurt Westerpark Centrale Markt Frederik Hendrikbuurt Houthavens Sloterdijk-West Spaarndammerbuurt/Zeeheldenbuurt Staatsliedenbuurt
Ehemalige Viertel in Amsterdam–West
Borgerbuurt Das für Amsterdam typisches Wohnviertel hat viele soziale Einrichtungen für die Einwohner und gilt als Viertel mit einem durchschnittlich geringem Einkommen. Im Jahr 2017 lebten hier 2.855 Personen.
Chasseebuurt Das Viertel liegt zwischen dem Baarsjesweg, dem Postjesweg, der Admiralengracht, Jan Evertsenstraat und dem Admiraal de Ruijterweg. Die Chasseebuurt zählt 6.205 Einwohner, davon etwa 50 % ausländische Mitbürger mit vielen Unternehmen, die in einer Einkaufsstraße konzentriert sind. Restaurants sind kaum anzutreffen, ausgenommen einige Imbißstuben und Cafés. In Zukunft will die Gemeinde die ökonomischen und sozialen Verhältnisse im Viertel verbessern. Die vorläufig geschätzten Kosten dafür werden mit 122 Millionen Euro angegeben. Die Arbeitslosigkeit ist gegenüber anderen Wohnviertel hoch. Der größte Teil der Chassebuurt wurde zwischen 1900 und 1940 gebaut und ist das älteste Stadtviertel in De Baarsjes.
Cremerbuurt Die Cremerbuurt hat viele Yuppie-Bewohner und liegt in der Nähe des Vondelparkes. Das jährlich stattfindende „Sinterklaasfeest“ auf dem Cremerplein und das „Wilhelmina Huiskamerfestival“ wurden ein großer Erfolg. In der Cremerbuurt Oost werden 2.270 und in Cremerbuurt West 5.675 Einwohner gezählt.
Da Costabuurt mini|Blick über die Bilderdijkgracht mit der Smederij Meisterbrug auf die Da Costabuurt mini|Blick über die Da Costagracht nach Süden auf die Jacobus Craandijkbrug Der Stadtteil (ndl. wijk) Da Costabuurt (benannt nach Isaäc da Costa (1798–1860)) ist ein typisches Amsterdamer Wohngebiet und räumlich deckungsgleich mit dem Wohnviertel (ndl. buurt) Da Costabuurt Noord. Er wird begrenzt durch die Hugo de Grootgracht, die Singelgracht, die Kinkerstraat und die Bilderdijkgracht. Die Da Costagracht – deren Kais (ndl. Kades) beidseitig durchgängig mit Hausbooten gesäumt sind – durchzieht den Stadtteil zentral von Nord nach Süd. Der Da Costaplein ist der zentrale Platz. Das Viertel zählt 4.645 Einwohner (Stand 2021), etwa ein Drittel davon mit Migrationshintergrund.Alle cijfers: Da Costabuurt. In: Gemeente Amsterdam, abgerufen am 8. März 2022 (niederländisch).
Geuzenbuurt Dieses Viertel wird kurz „Does-, Tromp- und Geuzenbuurt“ genannt, drei Verkehrsstraßen durchziehen die drei kleineren Nachbarschaftsviertel mit rund 6.935 Einwohnern, davon in der Pieter van Doesbuurt 1.965 und in der Trompbuurt 3.285. Dort liegen drei Grundschulen, ein Spielplatz, Altersheim und die Jerusalemkerk. 61 % sind ausländische Mitbürger. Die Geuzenbuurt ist hauptsächlich eine Wohngegend mit wenigen Unternehmen. Die Trompbuurt wurde nach dem Seefahrer Maarten Harpertszoon Tromp genannt. Das Viertel lag früher in der Gemeinde Sloten und gehörte ab 1921 zur Gemeinde Amsterdam und seit Anfang 2010 zu Amsterdam West.
Erasmusparkbuurt Die Erasmusparkbuurt zeichnet sich als ruhiges, kinderfreundliches und „grünes“ Viertel aus und wird als das „Wohlstandsviertel“ in Bos en Lommer angesehen mit vielen Hausbesitzern. In Ersamusparkbuurt Oost leben 1.995 und in West 3.995 Menschen.
Frederik Hendrikbuurt mini|Die Frederik Hendrikstraat Ecke Derde Hugo de Grootstraat Der Stadtteil (ndl. wijk) Frederik Hendrikbuurt ist benannt nach Prinz Frederik Hendrik van Oranje, gliedert sich administrativ in die Wohnviertel (ndl. buurten) Frederik Hendrikbuurt Noord, Frederik Hendrikbuurt Zuidoost und Frederik Hendrikbuurt Zuidwest und wird begrenzt durch die Kanäle Kattensloot, Singelgracht, Hugo de Grootgracht und Kostverlorenvaart. Ursprünglich befand sich hier vom 17. Jahrhundert bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ein Industriegebiet mit zahlreichen windbetriebenen Sägemühlen (z. B. De Otter), die den Schiffs- und Wohnungsbau mit Konstruktionsholz versorgten. Ab dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs 1940 wurde der Stadtteil flächendeckend mit Wohnblocks bebaut. Die Hauptverkehrsachse Frederick Hendrikstraat durchläuft den Stadtteil von Süd nach Nord, von der Hugo de Grootgracht – über den zentralen Platz Hugo de Grootplein – bis zum Park Frederik Hendrikplantsoen. Im Jahre 2021 hatte das Stadtviertel 8.270 Einwohner.Alle cijfers: Frederik Hendrikbuurt. In: Gemeente Amsterdam, abgerufen am 11. März 2022 (niederländisch).
Gibraltarbuurt Die südliche Grenze der Gibraltarbuurt bilden der Bos en Lommerweg und der Admiraal Ruijterweg, der östliche Teil grenzt an den Westerpark. Die „Volkstuinen V.V.S Sloterdijkmeer“ und Nut en Genoegen sowie die Nieuwpoortkade, Den Brielstraat und Adolf van Nassaustraat die etwas abseits liegen, gehören zum Viertel. Das Nachbarschaftsviertel wird als „echte Wohngegend“ bezeichnet, obwohl sich dort ein kleines Industriegebiet befindet. Das frühere Dorf Oud Sloterdijk und die Petruskirche zeugen von dem historischen Charakter des Viertels.
Gulden Winckelbuurt Hier befinden sich ein Wochenmarkt, die Moschee Bader, zwei Grundschulen, ein Kindergarten und ein Kinderspielplatz und viele alte, nicht renovierte Häuser.
Helmersbuurt In der Nähe vom Leidseplein liegend, mit dem Vondelpark, der als „Hintergarten“ (Achtertuin) dient wurde das Viertel nach dem Niederländischen Dichter Jan Frederik Helmers benannt. Durch den Zustrom von neuen Bewohnern in den letzten Jahren werden in diesem Viertel regelmäßig im Sommer Straßenfeste organisiert. In dem Viertel leben 7.465 Einwohner.
Houthaven mini|Oude Houthaven Der Houthaven ist ein Hafen am IJ und wird auch als Wohnviertel bezeichnet und besteht aus dem Oude Houthaven, dem Nieuwe Houthaven („Alter und Neuer Houthaven“) und dem Houthaven. Er liegt im westlichen Hafengebiet Westpoort und wird hauptsächlich für die Binnenschifffahrt benutzt.
1876 wurde der Hafen zusammen mit dem Noordzeekanaal angelegt. An der östlichen Grenze des Houthavens stehen zwei große Luxusappartementhäuser, geplant sind sieben künstlich angelegte Inseln, auf denen ein Wohn- und Industriegebiet mit 1700 Wohnungen und 52.000 m² Betriebsgelände entstehen soll.
Jan Maijenbuurt mini|Jeruzalemkerk in der Jan Maijenbuurt Das Wohnviertel (ndl. buurt) Jan Maijenbuurt liegt im Stadtteil (ndl. wijk) Van Galenbuurt des Stadtgebiets (ndl. gebied) Oud West, De Baarsjes und wird begrenzt durch die Jan van Galenstraat, die Vespuccistraat, die Jan Evertsenstraat und den Hoofdweg.Gebiedsindeling. In: Gemeente Amsterdam, abgerufen am 2. März 2022 (niederländisch). Zentral im Viertel erhebt sich die im Stil der Amsterdamer Schule errichtete Jeruzalemkerk (dt. Jerusalemkirche).
Kinkerbuurt Der aus den Wohnvierteln (ndl. buurten) Bellamybuurt Noord und Bellamybuurt Zuid bestehende Stadtteil (ndl. wijk) Kinkerbuurt, abgerufen am 11. August 2012 (niederländisch) wird begrenzt von der Bilderdijkkade, der Kinkerstraat sowie dem Kanal Kostverlorenvaart, und gehörte zur ersten Stadtausbreitung außerhalb des Amsterdamer Grachtengürtels (Grachtengordel) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In der Ten Katestraat wird werktäglich der große Frischmarkt Ten Katemarkt abgehalten, die Einkaufsstraße Kinkerstraat liegt am südlichen Rand des Stadtteils. Auf dem Spielplatz Zimmerterrein an der Schimmelstraat befindet sich der Streichelzoo Zimmerhoeve kinderboerderij. Die Bellamybuurt Noord hat 2.720 Einwohner und die Bellamybuurt Zuid 4.015 Einwohner (Stand 2021).Alle cijfers: Bellamybuurt Noord en Zuid. In: Gemeente Amsterdam, abgerufen am 11. März 2022 (niederländisch).Kerncijfers wijken en buurten 2017 Centraal Bureau voor de Statistiek, abgerufen am 21. April 2018 (niederländisch)
Kolenkitbuurt Die Kolenkitbuurt wurde kurz nach Kriegsende (1945) gebaut und hat ihren Namen nach der Opstandingskerk, heute ein Rijksmonument. Von 6.020 Einwohnern sind 80 % ausländische Bürger. Das Viertel hat 11,5 % Arbeitslosigkeit und steht in der Rangliste von „20 Problemvierteln“ in den Niederlanden.
Landlustbuurt Zwischen Bos en Lommerweg, Haarlemmerweg, Westelijk Marktkanaal, Jan van Galenstraat und Admiraal de Ruijterweg liegt die Landlustbuurt, die wiederum zum Viertel Bos en Lommer gehört, mit zwei Gemeinschaftshäusern (Buurthuis) am Karel Doorman-Plein, einem Kinderspielplatz, einer Grundschule und einem Jugendzentrum. Gebaut in den 1930er Jahren ist das Viertel eines der ältesten in Amsterdam West und nach dem städtischen „Ausbreitungsplan“ (Algemeen Uitbreidungsplan, A.U.P) von 1935 angelegt.Vgl. hierzu: Vincent van Rossem, Het Algemeen Uitbreidingsplan van Amsterdam Der Name stammt von einem früheren Bauernhof am Haarlemmerweg. 55 % des Viertels besteht aus ausländischen Bewohnern, die Bewohneranzahl war 18.640 (Stand: 1. Januar 2017) mit relativ viel Arbeitslosigkeit.
Mercatorbuurt Der Mercatorplein wurde von dem Architekten Hendrik Petrus Berlage entworfen. Der Platz bekam seinen Namen nach dem Kartographen Gerardus Mercator und wurde 2009 modernisiert, unter anderem mit mehr Grünflächen.
Postjesbuurt Diese Viertel grenzt zum Teil an den Rembrandtpark. Hier liegt der Suriname–Plein, wo jährlich am 30. Juni und 1. Juli eine Gedenkfeier anlässlich der Abschaffung der Sklaverei stattfindet. Die Postjesbuurt ist ein typisches ruhiges Wohnviertel und wird umschlossen von der Postjeskade, dem Hoofdweg sowie dem Surinameplein.
Robert Scottbuurt mini|Sint-Josephkerk, 2011