mini|Haus der Sowjets (2016)

mini|Archäologische Ausgrabungen im Januar 2018 auf dem ehemaligen Schlossplatz vor dem Haus der Sowjets (im Hintergrund der Königsberger Dom) Das Haus der Sowjets () war ein Gebäude in Kaliningrad (früher Königsberg) in Russland. Das in den 1970er Jahren erbaute, aber nicht fertiggestellte Hochhaus besetzte symbolisch den Platz des zerstörten Königsberger Schlosses. Es sollte der Sitz der Stadt- und Oblastverwaltung, d. h. der Räte (Sowjets), werden. Das Gebäude wurde von Mai 2023 bis August 2024 vollständig abgerissen.

Geschichte 1967 wurde die Ruine des Königsberger Schlosses, in deren Keller sich womöglich das Bernsteinzimmer befand, auf Befehl Breschnews gesprengt. Dies führte eventuell zur Auflockerung des Untergrundes, der an dieser Stelle nicht fest genug war für das im Bau befindliche 16-stöckige Hochhaus. Die sich daraus ergebenden statischen Probleme führten in den 1970er Jahren zur Einstellung der Bauarbeiten; das Rätehaus blieb eine Bauruine.

In den 1990er Jahren wurden mehrmals Investoren für das Gebäude gesucht, die darin ein Geschäftszentrum eröffnen sollten. Da sich in der Zwischenzeit ein Rechtsstreit zwischen der Stadt und einem abgesprungenen Investor entwickelte, wurden die Bauarbeiten nie wieder aufgenommen. Pläne, das Haus bis zum Stadtjubiläum im Juli 2005 zumindest äußerlich herzurichten und mit Fenstern zu versehen, wurden nur teilweise umgesetzt. Offiziell war weiterhin beabsichtigt, die Bauruine zu einem Verwaltungs- und Geschäftszentrum auszubauen, ohne dass konkret feststand, wann und in welcher Form dies erfolgen sollte. Daneben existierten schon zu dieser Zeit Abrisspläne. mini|Der Abriss der oberen Stockwerke des Gebäudes (Oktober 2023) Es galt in seinem unfertigen Zustand als ein markantes Wahrzeichen der nach den schweren Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges neu aufgebauten Stadt, oder – je nach Ansicht – für das Scheitern der Sowjetunion. Im Volksmund wurde das Absacken des Gebäudes mitunter auch als „Rache der Preußen“ bezeichnet.

Direkt westlich des ehemaligen Standortes des Rätehauses erstreckt sich der auf dem Areal der 1967 gesprengten Schlossruine angelegte Zentralplatz, der entgegen seiner Bezeichnung nicht im heutigen Stadtzentrum liegt, sondern etwa 1,5 Kilometer südöstlich davon. Im Januar 2018 fanden dort Ausgrabungen statt.

Im November 2020 kündigte Gouverneur Anton Alichanow den Abriss des Gebäudes an. Es sei laut einem Gutachten aufgrund der langen Nichtnutzung zu Schäden gekommen, die nur sehr teuer zu beheben seien; Abriss und Neubau seien demnach günstiger. An der Stelle solle ein neues Stadtzentrum entstehen, jedoch wurden keine genauen Pläne veröffentlicht.

Am 18. Mai 2023 wurde mit dem Abriss begonnen, der ursprünglich schon für 2021 geplant war. Im August 2024 war das Gebäude komplett abgetragen.

Siehe auch Herz der Stadt Liste unvollendeter Bauwerke

Weblinks

Mikhail Volkov: House of Soviets - 3D Scan: In: sketchfab.com. Frühjahr 2021, abgerufen am 26. März 2022.

Einzelnachweise

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