mini|272px|Innenansicht der Schlosskapelle (2010)
Fronhof () ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Altendorf im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Nabburg.
Geographie Fronhof liegt in der Region Oberpfalz-Mitte südöstlich der Stadt Nabburg. Vom historischen Schloss Fronhof sind nur mehr von Gras überwachsene und von landwirtschaftlichen Gebäuden überbaute Mauerreste geblieben. In der Ortsmitte steht die kleine Schlosskapelle. Der Ort liegt an der Murach, einem Nebenfluss der Schwarzach. Die Staatsstraße 2159 von Oberviechtach nach Zangenstein führt an dem Ort vorbei.
Geschichte Entlang des Flusses Schwarzach belegen zahlreiche Funde prähistorische Siedlungen (z. B. Uckersdorf). Diese Siedlungen sind seit der Bronzezeit durch Funde wissenschaftlich nachgewiesen. Der Ort Fronhof ist eine Rodungssiedlung. An die im 11./12. Jahrhundert einsetzende Rodungswelle mit den "richt"- und -"ried"-Orten schlossen sich die im 13./14. Jahrhundert entstandenen Ausbausiedlungen der -"hofen" und "-hof"-Orte, von denen es in der Gemeinde Altendorf eine Reihe gibt, anSchwarz, Ernst, Sprache und Siedlung in Nordostbayern, Nürnberg 1960, S. 80 ff..
Fronhof war im Besitz der Zenger. Friedrich der ZengerHauptstaatsarchiv München, Gerichtsurkunden Nabburg, Nr. 351 wird 1356, Jordan der ZengerMonumenta Boica 27, Nr. 231, S. 167 1359, Andre der ZengerMonumenta Boica 27, Nr. 291, S. 235 1377 sowie AlltMonumenta Boica 27, Nr. 329, S. 277 der Zenger 1383 genannt. Das Leuchtenberger Lehenbuch berichtet von einer Burg „Frunhof und auch was daczu gehört“Völkl, Georg, Das älteste Leuchtenberger Lehenbuch, VHVO Bd. 96, 1955, S. 277 ff..
Im Jahre 1419 ist Stephan von PertolzhofenHauptstaatsarchiv München, Bestand: Oberpfalz, Urkunde Nr. 136 als Eigentümer von Fronhof genannt. Aus dem Jahre 1524 stammt eine erste Lehensurkunde. In der Urkunde wird aufgeführt, was zum Lehen gehört. „... die veste zum Fronhove vnd der Schetzenpuchel, auch ein hove zum Fronhove vnd zwey teyle der Tafern vund ein Lehen daselbst, ...“Staatsarchiv Amberg, Lehensurkunden Leuchtenberg, Nr. 22189. Die Pertolzhofer haben das Gut Fronhof bis 1669 besessen.
Hans Jocob Miller von AltammerthalStaatsarchiv Amberg, Standbuch Nr. 225 erhielt das Lehen in der Folgezeit. Anna Maria Renata von FreudenbergStaatsarchiv Amberg, Standbuch Nr. 237 folgte, später übernahm ihr Sohn Wolf Albrecht von Freudenberg den Besitz. 1765 wurde das Gut Fronhof an Wolf Christoph Freiherrn von Bernclau für 32300 Gulden verkauft.
1794 kam es zu einem Tauschgeschäft. Joseph Freiherr von Karg sollte Fronhof übernehmen. Dafür erhielt Caspar von Bernclau die Lehen Reichenstein und Frauenstein bei Stadlern. Freiherr von Karg verstarb, so ging der Besitz an Maria Anna von KargStaatsarchiv Amberg, Regierungsakten, Abgaben 1949, Nr. 8176 über. Nachfolger war Theobald Freiherr von Anethan.
mini|Lageplan von Schloss Fronhof auf dem Urkataster von Bayern mini|Burgbefestigung (Fronhof) 1947 wurden die Schlossgebäude abgerissen, heute existiert davon nur noch die Schlosskapelle, welche im Jahre 1729 erbaut und in den Jahren 1999/2000 vom Schlosskapellenverein renoviert wurde.Burg Fronhof auf Burgen und Schloesser.net Die Anlage wird als Bodendenkmal unter der Aktennummer D-3-6539-0158 im Bayernatlas als „archäologische Befunde im Bereich des abgegangenen frühneuzeitlichen Schlosses von Fronhof, zuvor mittelalterliche Burg“ geführt. Ebenso ist sie unter der Aktennummer D-3-76-112-15 als denkmalgeschütztes Baudenkmal von Fronhof verzeichnet.
Am 1. Juli 1972 wurde der bis dahin selbständige Ort in die Gemeinde Altendorf eingegliedert.
Literatur Karl-Otto Ambronn: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe II, Heft 3, Landsassen und Landsassengüter des Fürstentums der Oberen Pfalz im 16. Jahrhundert, München 1982, ISBN 3-7696-9932-7 Georg Hager: Die Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, Oberpfalz und Regensburg, VII Bezirksamt Oberviechtach, München 1906 Emma Mages: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 61, Oberviechtach, München 1996, ISBN 3-7696-9693-X Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Schwandorf Kategorie:Geographie (Altendorf, Landkreis Schwandorf) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Schwandorf) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972