mini|St. Maximin, Außenansicht St. Maximin und die Vierzehn Nothelfer ist die katholische Pfarrkirche von Pachten, einem Stadtteil von Dillingen. Der Ort Pachten geht auf die römische Siedlung Contiomagus zurück. Früheste christliche Zeugnisse stammen aus der Römerzeit.

Die Pfarrei gehört zur Pfarreiengemeinschaft Dillingen, die sich in die fünf Gemeinden Hl. Sakrament, St. Johann, St. Josef, Maria Trost und St. Maximin untergliedert.Pfarreiengemeinschaft Dillingen-Saar Auf: www.pfarreiengemeinschaft-dillingen-saar.de, abgerufen am 23. Mai 2014

In der Denkmalliste des Saarlandes ist die Kirche als Einzeldenkmal aufgeführt. (PDF), abgerufen am 23. Mai 2014 Die Kirche ist dem Bistum Trier zugeordnet. Patroziniumstag der Kirche ist der Gedenktag des heiligen Bischofs Maximinus von Trier (29. Mai).

Geschichte mini|hochkant|St. Maximin, Der im Jahr 1890 abgetragene romanische Vorgängerbau mini|St. Maximin, Ansicht der alten Kirche vor dem Abbruch Die ältere Kirche fluchtete mit dem Gebäude einer römischen Siedlung. Beim Abbruch der alten Kirche fand man auch einen Gürtelschmuck mit einer Münze von Kaiser Konstantin dem Großen.

Auf einer von Bischof Albero von Trier geführten Liste der zur jährlichen Mettlacher Wallfahrt verpflichteten Pfarreien wird Pachten erwähnt.

Eine Schenkung übertrug in den Jahren 1292 und 1301 die Grundherrschaft der Herren von Siersburg dem Deutschritterorden der Komturei Beckingen. Bis zum Jahr 1590 war Dillingen bevölkerungsmäßig kleiner als Pachten. Nach dem Dreißigjährigen Krieg lebten nur sechzehn Familien in Pachten.

Bis zur Französischen Revolution musste Pachten den Zehnten an die Äbtissin der Abtei Fraulautern entrichten. Bevor die Pfarrei von 1802 bis 1817 dem Bistum Metz als Filialkirche von Dillingen zugeordnet wurde, gehörte sie zum Bistum Trier. Den Status einer eigenständigen Pfarrei erhielt Pachten erst im Jahr 1827. Bis zum Jahr 1815 war es dem Amt Wallerfangen zugeordnet, das unter der Herrschaft des Herzogs von Lothringen stand.

Im Jahr 1890 wurde die aus dem 12. Jahrhundert stammende Kirche abgerissen und durch die heutige Kirche ersetzt. Dabei fällte man auch die alte Gerichtslinde vor der Kirche. Pfarrer Philipp Schmitt hatte im Jahr 1838 über sie geschrieben: Walter Kiefer: Pachten, Dillingen, Diefflen, Bilder von Gestern und Heute, (1885-1985), Saarbrücken 1985, S. 26.

Die Kirche St. Maximin(us) wurde in den Jahren 1891 bis 1894 nach den Plänen des Rodener Architekten Wilhelm Hector gebaut. Er war einer der meistbeschäftigten Kirchenbauarchitekten des Historismus im heutigen Saarland. Zeitgleich zum Bau von St. Maximin wurden im Architekturbüro Hectors zahlreiche andere Kirchen in der Umgebung Pachtens (Brebach 1890–1891, Hilbringen 1890–1891, Theley 1890–1892, Nalbach 1891–1892, Differten 1891–1893) geplant. Insgesamt baute Wilhelm Hector im heutigen Saarland über 30 Kirchen. Am Wettbewerb für den Saardom hatte er sich allerdings erfolglos beworben.

Nach der Fertigstellung des Gotteshauses im Jahr 1894 erfolgte am 1. Mai 1896 die Einweihung durch den Trierer Weihbischof Karl Ernst Schrod.lt. Informationstafel im Inneren der Kirche

Am 28. Juli 1895 wurde das Kirchturmdach am Kirmestag Opfer eines Sturmes, der auch das Hillenkreuz auf dem Friedhof St. Johann umwarf.Walter Kiefer: Pachten, Dillingen, Diefflen, Bilder von Gestern und Heute, (1885–1985), Saarbrücken 1985, S. 19.

Während des Zweiten Weltkrieges erlitt die Kirche schwere Schäden. Die Druckwelle einer Explosion eines Munitionszuges im Dillinger Bahnhof am 27. August 1944 zerstörte die Fenster und führte dazu, dass die Kirche vom Einsturz bedroht war. Bis zum heutigen Tag sind am Kirchturm einige Einschläge von Granatsplittern zu sehen. Die meisten Schäden wurden nach dem Krieg und bei Renovierungsmaßnahmen seit den 1960er Jahren beseitigt. Auf: www.pfarreiengemeinschaft-dillingen-saar.de, abgerufen am 23. Mai 2014

Zum 125. Kirchenjubiläum wurde der neogotischen Sakralbau von Oktober 2017 bis April 2019 einer Renovierungsmaßnahme unterzogen. Diese Maßnahme kostete etwa 240.000 € und war weitgehend spendenfinanziert. Dabei wurden sämtliche vorher sandsteinfarbig gefassten Architekturelemente des Innenraumes in Grautönen überstrichen. Über dem Marienaltar legte man eine Mariendarstellung der ursprünglichen neogotischen Ausmalung frei.Dieter Lorig: Neuer Glanz zum 125. Kirchenjubiläum, Saarbrücker Zeitung, SZ-Extra Momente, E 1, 1./2. September 2018.

Kirchengebäude mini|St. Maximin, Ansicht von Süden mini|St. Maximin, Innenansicht vor der Renovierung von 2017 bis 2019 mini|hochkant|St. Maximin, Apsis der Kirche vor der Renovierung von 2017 bis 2019 mini|St. Maximin, Altarretabel mit Statuen der Vierzehn Nothelfer mini|St. Maximin, Aus der früheren romanischen Kirche stammender Türsturz Architektur Äußeres Architekt Wilhelm Hector entwarf St. Maximin und die Vierzehn Nothelfer mit fünf Jochen, einem dreiseitig abschließenden Chorraum sowie einem mittig vorgestellten Westturm. Die Pfarrkirche ist eine neofrühgotische dreischiffige Stufenhalle mit kleinen Anklängen an Motive der Romanik. Der gesamte Außenbau ist geprägt vom Gegensatz der verputzten, aktuell rosafarben gestrichenen Wandflächen zu den Gewänden und architektonischen Gliederungselementen aus beigefarbenem Sandstein. Die Joche des Langhauses und die Ecken des Chores sowie des Kirchturmes sind durch Stützpfeiler betont. Der Gliederung der Außenwand durch Strebepfeiler entspricht im Inneren die Jocheinteilung. Die Wände der Seitenschiffe öffneten sich in schlichten zweibahnigen Maßwerkfenstern. Die Strebepfeiler springen in der Höhe des umlaufenden Sohlbankgesimses zurück, im obersten Bereich liegen sie der Wand nur noch in der Tiefe von Lisenen auf.

Unterhalb der neogotischen Spitzbogenfenster mit zweibahnigem Maßwerk, deren Gewände mit den verputzten Wandfläche sichtbar verzahnt sind, umläuft ein Sohlbankgesims das Kirchengebäude. Bei den Chorfenstern ist das Maßwerk zusätzlich mit Sechspässen bereichert. Der Charakter einer Stufenhalle wird am Außenbau durch die Absetzung der Pultdächer der Seitenschiffe vom Satteldach des Mittelschiffes deutlich. Der Architekt Wilhelm Hector wandte dieses architektonische Gestaltungsmittel, durch das seine Bauwerke den Charakter einer Pseudobasilika bekamen und das die gotische Höhenwirkung nochmals steigerte, an vielen seiner Kirchen an.

Die Konsolgesimse zwischen dem Dach und den Außenwänden des Langhauses sowie des Chores weisen stilistisch in die Neoromanik. Dies gilt auch für die steigenden Konsolfriese der Giebel der Seitenschiffe links und rechts des Turmes sowie die Konsolfriese am Freigeschoss des Turmes. Die Querschnittfassade des Langhauses schließt direkt an den Chor an. Die Querschnittfassade des Langhauses, an dessen Ecken diagonal Strebepfeiler angesetzt sind, ist direkt mit dem Turm verbunden. Die Seitenschiffe sind von der Turmfassade aus durch Portale von außen zugänglich. Darüber öffnet sich die Fassade der Seitenschiffe je in einem einbahnigen Lanzettfenster. Oberhalb befinden sich kreuzförmige Nischen.

Der Kirchturm auf quadratischem Grundriss ist in fünf Geschosse gegliedert. Die Turmecken sind durch je zwei Strebepfeiler, die in rechtem Winkel zueinander stehen, akzentuiert. Im Glockengeschoss setzt sich diese Eckgestaltung in Lisenen, denen je eine halbierte Fiale vorgeblendet ist, fort. Den beiden unteren Turmgeschossen ist an der rechten Seite ein Treppentürmchen angebaut. Die Eingangspforte im Turm ist als wimpergbekröntes Stufenportal mit verglastem dreibahnigem Tympanon gestaltet. Direkt darüber öffnet sich der Turm in einem großen dreibahnigen Maßwerkfenster mit Achtpass. Weiter oben folgen ein kleines Schartenfenster und dann ein Lanzettfenster. Zwischen dem vierten und dem fünften Geschoss verläuft ein Gesims, das sich jeweils mittig in einem Spitzbogen wölbt, um die Zifferblätter der Turmuhren aufzunehmen. Das zurückspringende fünfte Turmgeschoss öffnet sich auf der Vorderseite in drei, auf den anderen drei Seiten in je zwei gekoppelten lanzettförmigen Schallöffnungen der Glockenstube. Das abschließende Traufgesims des Turmes liegt sowohl auf den Ecklisenen als auch auf konsolgetragenen Mauerbalken. Als hoher oktogonaler Knickhelm ist das verschieferte Kirchturmdach gestaltet.

Der Chor schließt in einem 5/8-Polygon und entspricht der Breite des Mittelschiffes. Er hat allerdings eine niedrigere Trauf- und Firsthöhe. Alle Ecken der Apsis sind wiederum von Strebepfeilern nach der sonst am Gebäude vorherrschenden Manier besetzt. Die Apsis wird durch drei Maßwerkfenster (Achse und Seitenflächen) belichtet. In den Winkeln zwischen Langhaus und Chor befinden sich die beiden Sakristeien. Die linke Sakristei wurde erst im Jahr 1899 errichtet.Hans-Berthold Busse: Der Architekt Wilhelm Hector, Kirchenbau um 1900, Regensburg 2018, S. 194–197.Kristine Marschall: Sakralbauwerke des Klassizismus und des Historismus im Saarland (Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland, Bd. 40), Saarbrücken 2002, S. 302, 539, 625.

Inneres Die Kreuzrippengewölbe des Langhauses ruhen auf schlanken Rundpfeilern, die in relativ großen Abständen zueinander stehen. Das Motiv der Rundpfeilerarkaden mit weitgespannten Interkolumnien gehört zum oft angewandten Repertoire der neogotischen Architektur Hectors. Die bescheidener in der Ausführung und der Größe zwischen 1899 und 1900 ebenfalls von Hector im benachbarten Diefflen errichtete dreischiffige und vierjochige Pfarrkirche St. Josef und St. Wendelin mit kleinem Treppenturm und dreiseitigem Chorschluss (nach der Kriegszerstörung verändert und vergrößert wiederaufgebaut), wies Ähnlichkeiten mit St. Maximin auf.

Das Langhaus ist durch fünf querrechteckige Joche strukturiert. Sämtliche Joche verfügten über Rippengewölbe. Bis auf den vierstrahlig gewölbten Chor ist der übrige Raum kreuzrippengewölbt. Das Chorjoch ist querrechteckig. Das Gewölbe des Mittelschiffes und der Seitenschiffe ruhte auf Rundpfeilern mit schlichten Blatt-Kapitellen, deren Arkaden Mittelschiff und Seitenschiffe voneinander scheiden, sowie auf kleinen konsolgestützten Pfeilern an den Innenseiten der Außenwände. Die Schlusssteine der Seitenschiffe liegen dabei tiefer als die Scheitelsteine der Scheidbögen. Die chorseitigen Spitzbögen der beiden Scheidarkadenreihen ruhten in Richtung der Polygonapsis auf Halbpfeilern. Der gegenüber dem Schiff niedrigere einjochige Chorbereich öffnet sich unter einem Gurtbogen mit leichter Tendenz zur Triumphbogenordnung. Die Rippen der Apsis steigen von runden Eckdiensten auf, die in halber Höhe durch einen Schaftring untergliedert sind.

Die Seitenschiffe von St. Maximin sind mit längsrechteckigen Jochen überwölbt. Dabei enden die Rippen an den Innenwänden in kleinen Konsolsäulen. Die Kapitelle sind mit steinernen Blättern verziert.

Ausstattung

Seitenaltäre Von der Ausstattung der alten Kirche haben sich noch zwei Seitenaltäre erhalten. Beide Altäres sind blau-gold gefasst.

Marienaltar Der Marienaltar stammt aus dem 17. Jahrhundert. In der oberen Nische des gesprengten Schweifgiebels befindet sich eine Statue des hl. Sebastians, des Patrons der Pestkranken. Darunter steht in der Hauptnische eine Marienstatue jüngeren Datums. In den Rokokoornamenten des Altarsockels aus dem 18. Jahrhundert ist die Verkündigungsszene als Relief dargestellt. Die Arbeit wird der regionalen Guldner-Werkstatt zugeordnet.

Josefsaltar Der Josefsaltar ist eine Stiftung der Fraulauterner Äbtissin Johanetta von Wiltz (1617–1622). Er ist mit den Wappen ihrer Ahnen Wiltz und Bayr von Boppard geschmückt, die die Predellazone flankieren. In der oberen Nische des gesprengten Dreiecksgiebels befindet sich eine Darstellung des hl. Nikolaus, des Schutzpatron Lothringens. In der Hauptnische darunter befindet sich eine Josefsstatue jüngeren Datums. Die Mensazone zeigt ein Rokoko-Reliefbild des hl. Erasmus von Antiochia und stammt wahrscheinlich aus der Guldner-Werkstatt.

Hochaltar (Nothelferaltar)