Die Katholische Erwachsenenbildung Hessen – Landesarbeitsgemeinschaft e. V. (KEB Hessen) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Frankfurt am Main und ein Zusammenschluss katholischer Träger von Erwachsenenbildung in den hessischen Diözesen Fulda, Limburg, Mainz und Paderborn mit Sitz im Haus am Dom in Frankfurt am Main. Die KEB Hessen ist Mitglied der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung und der Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke (AKSB).
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KEB Hessen Bedeutung Das Land Hessen fördert nach dem Hessischen Weiterbildungsgesetz neben den Volkshochschulen insgesamt neun Freie Träger, von denen die KEB Hessen der zweitgrößte ist.
Zur KEB Hessen gehören die Bildungswerke der Diözesen Fulda, Limburg, Mainz und Paderborn mit ihren Untergliederungen, die Bildungswerke der katholischen Verbände, die LAG Katholische Familienbildungsstätten, die Katholische Büchereiarbeit sowie die Katholische Akademie des Bistums Fulda. Sie ist Mitglied der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (KBE) und hat Sitz und Stimme im Landeskuratorium für Weiterbildung, einem Beratungsorgan des hessischen Kultusministeriums. Die KEB Hessen ermöglicht im Föderalismus der BRD mit der Kulturhoheit der Länder und dem geltenden Subsidiaritätsprinzip katholische Erwachsenenbildung in Hessen.
Der aktuelle Vorsitzende der KEB Hessen ist Johannes Oberbandscheid (Bistum Limburg). Elisabeth Eicher (Bistum Mainz) und Gunter Geiger (Bistum Fulda) sind seine derzeitigen Stellvertreter (Stand: 2017).
Aufgabe Die KEB Hessen vertritt die gemeinsamen Interessen der Katholischen Erwachsenenbildung auf Landesebene, verteilt die Fördermittel des Landes unter den hessischen Bistümern und führt das Anerkennungsverfahren für Bildungsurlaubsveranstaltungen durch. mini|Haus am Dom, Frankfurt am Main, Sitz der KEB Hessen
Das Bildungsangebot der KEB Hessen umfasst Inhalte, die nach Ansicht der KEB die Entfaltung der Persönlichkeit fördern, die Fähigkeit zur Mitgestaltung des demokratischen Gemeinwesens stärken und die Anforderungen der Arbeitswelt bewältigen helfen sollen. Es umfasst die Bereiche der allgemeinen, politischen, beruflichen und kulturellen Weiterbildung sowie der Weiterbildung im Zusammenhang mit der Ausübung eines Ehrenamtes und schließt die Vorbereitung auf den Erwerb von Schulabschlüssen sowie Gesundheitsbildung, Eltern, Familien- und Frauen- und Männerbildung ein. In Hessen gibt es das Recht der Arbeitnehmer auf Freistellung von der Arbeit unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts, um an einem anerkannten Bildungsurlaubsseminar zur politischen oder beruflichen Weiterbildung teilzunehmen. Die KEB Hessen ist gesetzlich anerkannter Träger von Bildungsurlaubsveranstaltungen.
Bereits der Anfang der 1990er Jahre begonnene „Konsultationsprozess“ und das folgende Gemeinsame Wort der Kirchen zur wirtschaftlichen und sozialen Lage zeigten die große Bedeutung der KEB Hessen für Kirche und Gesellschaft auf. Nach Erscheinen des „Sozialwortes“ gab es zahlreiche Einführungsveranstaltungen.Hartmut Heidenreich: Wahrheit auf zwei Beinen. Erwachsenenbildung als personales Angebot und kulturelle Diakonie, in: In der Kraft, die weiterträgt (FS Weihbischof Wolfgang Rolly), Red.: Barbara Nichtweiß, Mainz 1997, 82. Bischof Franz Kamphaus erteilte z. B. dem Neoliberalismus eine Absage und forderte soziale Gerechtigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft. Veranstaltungen zur Soziallehre stellten und stellen einen Schwerpunkt der KEB Hessen dar – derzeit auch als blended-learning Kurse.
Nach der soziologischen Untersuchung KEB Hessenhttp://www.keb-hessen.de/app/download/276968/KEB_Dokumentation_Untersuchung.pdf der Agentur Meinhardt (Idstein, 2009) erhalten die Leistungen der Mitglieder der KEB Hessen, ihrer Untergliederungen und Mitgliedsverbände eine sehr gute Beurteilung. Als zentrale Ergebnisse der Untersuchung werden die sehr gute Qualität der Veranstaltungen, angemessene Teilnahmepreise sowie die hohe Zahl von Männern und älteren Frauen, die durch die Weiterbildung am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, genannt. Unter den Teilnehmenden sind rund 37 Prozent Nichtkatholiken. Nach eigenen Angaben führte die KEB Hessen im Jahr 2016 4.062 Veranstaltungen mit 40.950 Unterrichtsstunden und 80.358 Teilnehmenden durch. Die flächendeckende PräsenzKarte, abgerufen am 13. November 2022 gewährleistet auch in dünner besiedelten Gebieten ein gutes Angebot von Veranstaltungen der Erwachsenenbildung. Der KEB Hessen kommt damit nach o. g. Untersuchung eine wichtige Funktion bei der Arbeit gegen die Milieuverengung der Katholischen Kirche zu. Die Befragten assoziierten Begriffe wie „Neue Erfahrungen“, „Weiterbildung“, „Kultur“, „Information“ u. a. überdurchschnittlich mit der KEB Hessen. Die Untersuchung bewertet dieses Ergebnis als positives Image und schließt mit Empfehlungen und Anregungen für die Entwicklung eines strategischen Gesamtkonzeptes zur Ansprache neuer Teilnehmergruppen mit weiteren Themenfeldern.
Die Ansprache neuer Teilnehmergruppen gewinnt an Bedeutung und wird durch verschiedene Angebote unterstützt. Eine jüngere Programmanalyse von 2013, welche die Profile konfessioneller Erwachsenenbildung in Hessen untersucht, kommt dabei zu dem Schluss, dass die Angebote der katholischen Erwachsenenbildung ein breites Spektrum an Themenfeldern, Referenten und Zielgruppen abdecken. Die Orte und Zeiten, an denen Bildungsarbeit geschieht, sind aufgrund der kirchlichen Infrastruktur in Hessen ebenfalls stark ausdifferenziert.
In den vergangenen Jahren hat die KEB Hessen darüber hinaus Gemeinschaftsprojekte mit HESSENCAMPUS auf den Weg gebracht. So erhielten 2015 Kursteilnehmer des Projekts „Religion als Ressource in der sozialen Arbeit“ Einblicke in unterschiedliche orientalisch-christliche und muslimische Lebenspraktiken, um der Frage nachzugehen, wie Potentiale religiöser Menschen als Ressource etwa zur Stärkung von Resilienz oder in der Konfliktprävention genutzt werden können. Bewusst die Religion ins Zentrum der Überlegungen von Integration zu nehmen, stellt einen innovativen Ansatz dar, den die KEB Hessen als Pionier verfolgteKatholische Erwachsenenbildung Hessen Landesarbeitsgemeinschaft e. V.: Dokumentation. Religion als Ressource in der sozialen Arbeit, Frankfurt 2016. und durch das Projekt „Geflüchtete in Schule und Sozialer Arbeit“ für haupt- und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer 2016 fortschrieb. Durch diese Positionierung für ein Miteinander der Religionen und zur Stärkung interreligiöser und interkultureller Kompetenz will sich die KEB Hessen auch bewusst in die aktuelle gesellschaftliche Debatte einbringen.Katholische Erwachsenenbildung Hessen Landesarbeitsgemeinschaft e. V.: Dokumentation. Geflüchtete in Schule und Sozialer Arbeit. Professionelle und interkulturelle Ressourcen für die Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen, Frankfurt 2017. Die vom Hessischen Kultusministerium geförderte Zusammenarbeit mit HESSENCAMPUS wird 2017 im Projekt „Kultursensibilität Lernen. Interkulturelle Kompetenzen für die berufliche Praxis“ weitergeführt.
Geschichte Barbara Wieland (Frankfurt, 2009) untersuchte u. a. die Wiederaufnahme von Aktivitäten der Erwachsenenbildung und notwendige Neugründungen nach dem Zweiten Weltkrieg. In Wiesbaden wurde schon 1945 der „Zentralausschuss der Katholiken Wiesbadens“ primär zur Erwachsenenbildung gegründet. Die katholischen Verbände nahmen nach dem Verbot der Betätigung durch die Nationalsozialisten ihre Arbeit 1945/46 unter den besonderen Schwierigkeiten in einem zerstörten Land wieder auf. Die Frankfurter Volksarbeit erhielt am 23. November 1946 durch das Bistum Limburg den offiziellen kirchlichen Status als „Katholische Aktion“ (KA). Die hessischen Bistümer gründeten am 23. Oktober 1950 die Frankfurter Sozialschule und am 16. Januar 1957 die Akademie Rabanus Maurus. „Es sollte ein Beitrag zum inneren Aufbau einer christlich fundierten demokratischen Gesellschaft geleistet werden. […] Es geht um eine Gespräch in den Binnenraum der Kirche hinein und um ein Gespräch mit Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft.“Ernst Leuninger: Verbindung von Leben und Forschung. Engagement für die Katholische Akademie Rabanus Maurus, in: In der Kraft, die weiterträgt (FS Weihbischof Wolfgang Rolly), Mainz 1997, 72.
Die Gründung der KEB Hessen am 13. Februar 1959 im Haus der Volksarbeit in Frankfurt als Landesarbeitsgemeinschaft für Katholische Erwachsenenbildung in Hessen steht in diesem historischen Kontext. Gründungsmitglieder waren Alexander SteinBarbara Wieland: 50 Jahre Diözesanbildungswerk, in: Diözesanbildungswerk Limburg (Hrsg.): 50 Jahre Diözesanbildungswerk Limburg, Frankfurt 2009, 27., die Frankfurter Sozialschule, Georg GebhardtBarbara Wieland: 50 Jahre Diözesanbildungswerk, in: Diözesanbildungswerk Limburg (Hrsg.): 50 Jahre Diözesanbildungswerk Limburg, Frankfurt 2009, 28., die Rabanus-Maurus-Akademie, Vertreter der Diözesanbildungswerke Mainz, Limburg und Fulda sowie Vertreter der katholischen Verbände. Die bischöflichen Referenten für Erwachsenenbildung Walther Kampe, Weihbischof von Limburg, Eduard Schick, Bischof von Fulda (1975–1982) und Ernst Strasser, Domkapitular Mainz, waren gleichfalls Gründungs- und kraft Amtes Vorstandsmitglieder.
Katholische Erwachsenenbildung im Bistum Fulda Bedeutung Die Katholische Erwachsenenbildung im Bistum Fulda deckt ein breites Spektrum an Bildungsveranstaltungen ab. Angebote umfassen unter anderem die Bereiche Religion und Theologie, Gesellschaft und Politik, Ethik und Medizinethik, interkultureller und interreligiöser Dialog sowie Kunst, Kultur und Kreativität. mini|Rückansicht des Bonifatiushauses
Aufgabe Die Katholische Erwachsenenbildung im Bistum Fulda hat ihren Sitz an der Katholischen Akademie des Bistums Fulda im Bonifatiushaus. Das Bildungsangebot im Bereich Erwachsenenbildung umfasst Akademieabende, Studientage, Workshops und offene Tagungen für alle Interessierten. Einwöchige Seminare zur Behandlung gesellschaftspolitischer Fragen werden Arbeitnehmern als Bildungsurlaubsveranstaltungen angeboten. Tagungen mit politischen, theologischen und philosophischen Themen sind insbesondere für Studenten und junge Berufstätige konzipiert. Für Beschäftigte in karitativen Berufen werden zum Teil mehrwöchige Veranstaltungen zur beruflichen Weiterbildung durchgeführt.
Die Bildungsarbeit ist dabei geprägt von einem ganzheitlichen christlichen Menschenbild, das die unantastbare Würde jeder Person als göttliches Ebenbild ins Zentrum stellt. Ihr Anspruch ist es, Gesellschaft im Sinne der befreienden Botschaft des Evangeliums aktiv mitzugestalten. Folgender Leitsatz prägt die Akademiearbeit:„Gesellschaft aktiv und demokratisch durch Bildung und Dialog auf dem Fundament des christlichen Glaubens mitgestalten – zum Wohle aller.“links|mini|290x290px|Eingang des Bildungs- und Exerzitienhauses Salmünster mit Wappen des Fürstabtes von Fulda Placidus von Droste (1678–1700) und den Jahreszahlen des 1. Bauabschnitts des Franziskanerklosters Salmünster. Im Bildungs- und Exerzitienhaus Salmünster findet religiös-theologische Bildungsarbeit statt.
Das Bildungsforum St. Michael in Kassel ist die Einrichtung für katholische Erwachsenenbildung des Bistums Fulda in Kassel. Es versteht sich als Ort der Bildung, der Begegnung und der Besinnung. Als Institution der Abteilung Bildung und Kultur widmet sich das Bildungsforum auf der Grundlage des christlichen Gottes- und Menschenbildes gesellschaftsrelevanten Themen aus der Politik, Medizinethik und Literatur sowie Fragen nach Theologie, Glauben und Kirche, Kunst und Musik.
In den Regionen Marburg und Kassel finden zur Zeit Umstrukturierungen statt.
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