Parkour ist ein deutscher Spielfilm von Marc Rensing. Das Psychodrama eröffnete am 27. Oktober 2009 die Hofer Filmtage. laut Internet Movie Database Dort hatte der Film, der am 11. März 2010 in die deutschen Kinos kam, auch seine Uraufführung. Parkour ist Marc Rensings Kinodebüt.

Handlung Richie ist ein sportlicher Typ, Mitte zwanzig. Seine Arbeit als Gerüstbauer bereitet ihm viel Spaß und seine attraktive Freundin Hannah liebt er über alles. Zudem teilt Richie mit seinen beiden besten Freunden Nonne und Paule die gemeinsame Passion des Parkour.

Das Parkour-Laufen ist für Richie sowohl Entspannung von seinem anstrengenden Job als auch eine Gelegenheit, sich beim Überwinden verschiedener urbaner Hindernisse auf dem direktesten Weg Herausforderungen zu stellen und diese möglichst schnell zu meistern. Seine Freundin Hannah dagegen macht gerade ihr Abitur nach und steckt mitten im Lernstress für ihre letzte Prüfung in Mathematik. Sie ist verzweifelt, hat sie doch das Gefühl, überhaupt nichts zu verstehen. Da Richie verhindern möchte, dass seine Freundin mit Stefan lernt, einem Mitschüler aus ihrer Abendschule, der ein Auge auf sie geworfen hat, bietet er Hannah an, seinen Kumpel Nonne zu fragen. Denn der war früher in der Schule auch ein Mathe-Ass.

Jedoch hat auch Richie so seine Sorgen. Sein letzter Auftraggeber schuldet ihm noch Lohn, den er seinen beiden Arbeitskollegen Frankie und Janko bereits ausgezahlt hat. Frankie ist die Loyalität in Person und so schnell durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Janko ist Österreicher und hat ein Problem mit Frauen, vor allem mit denen, die ihn betrogen haben. So mahnt er auch Richie, ein Auge auf Hannah zu haben, wenn sie von Nonne Nachhilfe bekommt, denn letztlich seien alle Frauen gleich.

Obwohl Richie eigentlich nicht viel auf Jankos Gerede gibt, lässt es ihm dennoch keine Ruhe. Als er seine Freundin bei ihrer Schule absetzt, fragt Richie sie, was eigentlich wird, wenn sie ihr Abitur in der Tasche hat. Er kann nicht weg aus der Stadt, dazu ist die Auftragslage zu gut, und er bildet mit Frankie und Janko ein eingespieltes Gespann, das erfolgreich zusammenarbeitet. Hannah vertröstet Richie, erst einmal die letzte Prüfung abzuwarten, dann könnten sie ja immer noch weitersehen.

Richie ist dennoch verunsichert und verliert zunehmend die Balance. Als er in einer Disco beobachtet, wie Hannah auf der Tanzfläche belästigt wird, sieht er rot. Nachdem Richie den aufdringlichen Discogast heimlich auf der Toilette verprügelt hat, flüchtet er mit Nonne und Paule über die Dächer.

Immerhin scheinen Hannahs Nachhilfestunden mit Nonne erfolgreich zu verlaufen. Jedoch vermischt sich bei Richie der Stolz, Hannah geholfen zu haben, zunehmend mit der Angst, dass sie ihn nach dem Abitur verlassen könnte, um zum Studieren in eine andere Stadt zu ziehen. Dazu keimt in ihm die Eifersucht auf Nonne, der jetzt regelmäßig viel Zeit mit Hannah beim Lernen verbringt. Dabei hat Richie inzwischen noch ganz andere Probleme. Das versprochene Geld für seinen letzten Auftrag kann aufgrund einer Insolvenz nicht gezahlt werden. Richie bedroht und beschimpft den Schuldner – ein weiterer Fehler.

Zurück auf der Baustelle zerrt Janko erneut mit Geschichten über seine untreuen Ex-Freundinnen an Richies Nerven. Als er Janko am Gerüst festhalten soll, verliert Richie die Kontrolle und lässt Janko fallen. Richie selbst ist schockiert und Frankie außer sich. Der Polizei, die nach Jankos schwerem Absturz auf der Baustelle auftaucht, erzählt Richie, dass es sich um einen Arbeitsunfall gehandelt hätte. Doch sowohl Frankie als auch Jankos Freundin Sylvie kommen schnell Zweifel an Richies Version des Unglücks. Schließlich nimmt auch die Polizei Ermittlungen auf und so zieht sich die Schlinge um Richies Hals immer enger zusammen. Auch Hannah merkt langsam, dass mit Richie etwas nicht stimmt, und reagiert verstört und fassungslos auf seine unberechenbaren Aktionen und unkontrollierten Eifersuchtsanfälle. Richies Welt gerät mehr und mehr aus den Fugen und scheint über ihm zusammenzubrechen. Wie in einem nicht enden wollenden Albtraum hetzt er von einer unkontrollierbaren Situation zur nächsten, und es scheint so, als hätten sich alle und alles gegen ihn verschworen. Plötzlich taucht auch der von seinem Unfall noch schwer gezeichnete Janko wieder auf. Er stellt Richie nach und will immer wieder von ihm wissen, wie es denn nun genau zu seinem Sturz vom Gerüst gekommen sei.

Schließlich überschlagen sich die Ereignisse, als Richie erneut in der Disco auftaucht und als Schläger wiedererkannt wird. Nach einer Verfolgungsjagd mit den Türstehern und der Polizei, bei der Richie von einem Streifenwagen angefahren wird, wird er aufs Polizeirevier gebracht, wo es zu einem folgenschweren Missverständnis kommt, im Laufe dessen er zugibt, seinen Arbeitskollegen Janko vom Gerüst fallen gelassen zu haben. Richie wird für 24 Stunden in Polizeigewahrsam genommen und reagiert konfus und selbstzerstörerisch auf die Situation.

Nach seiner Entlassung verabredet sich Richie nochmals mit Janko. Dieser will ihm einen Gefallen tun und für ihn ausfindig machen, was zwischen Hannah, Nonne und Paule hinter Richies Rücken läuft. Nachdem dieser dann Jankos erschütterten Bericht gehört hat, verliert er endgültig die Nerven. Im weiteren Verlauf kommt er in psychiatrische Behandlung in einem Landeskrankenhaus, mit der möglichen Diagnose auf einen schizophrenen Schub. Im selben Krankenhaus liegt auch Janko. Zudem gibt eine Krankenschwester zu verstehen, dass Janko seit seinem Arbeitsunfall nicht mehr aufgewacht ist, Richie sich also die Gespräche mit ihm nur eingebildet hat.

Daraufhin begibt sich Richie in ambulante Behandlung mit begleitender Gabe von Medikamenten. Diese setzt er jedoch absichtlich ab und versucht, körperlich geschwächt, einen lebensgefährlichen Parkour-Sprung. Der Film lässt offen, ob ihm dieser gelingt oder er bei dem Sprung über die Häuserschlucht tödlich verunglückt.

Hintergrund Produktion Parkour wurde in Zusammenarbeit mit der SWR-Fernsehreihe Debüt im Dritten produziert und von der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg gefördert. Die Dreharbeiten begannen am 2. September 2008 und endeten am 13. Oktober 2008. Sie fanden in Mannheim und Umgebung statt.

Veröffentlichung Am 27. Oktober 2009 wurde der Film bei den Hofer Filmtagen uraufgeführt. Weiterhin wurde er unter anderem bei den Solothurner Filmtagen 2010, in der Sektion German Cinema der Berlinale 2010, abgerufen am 21. Mai 2011. und im März 2010 beim 12. Method Fest Independent Film Festival in Calabasas (Kalifornien) vorgeführt.The 2010 Method Fest … lists of nominees, abgerufen am 21. Mai 2011. Ab März 2010 kam er mit einigen Kopien in die deutschen Kinos und erreichte dort etwa 12.000 Zuschauer.Parkour bei Blickpunkt:Film, abgerufen am 21. Mai 2011.

Die Fernseh-Erstausstrahlung im Rahmen der Reihe Debüt im Dritten war am 17. November 2010 im SWR-Fernsehen.Wilfried Geldner: , abgerufen am 21. Mai 2011.

Kritiken

Auszeichnungen mini|Knut Elstermann (Moderation), Marc Rensing und Michael Verhoeven (alleiniger Juror des MFG-Star Baden-Baden 2009) diskutieren beim Fernsehfilm-Festival Baden-Baden 2009 über Parkour.

Marc Rensing erhielt 2009 für seinen Film und seine Regie den Eastman Förderpreis für Nachwuchstalente auf den Hofer Filmtagen.Nominierungen und Auszeichnungen laut Internet Movie Database Weiterhin wurde Marc Rensing 2009 mit dem MFG-Star Baden-Baden ausgezeichnet. Ebenfalls 2009 erhielt der Film von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) das Prädikat „besonders wertvoll“.Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW): Parkour, abgerufen am 19. März 2010.

Weblinks Offizielle Website

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2009 Kategorie:Psychodrama Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Parkourfilm