Die Saunders-Roe Cloud (kurz: Saro Cloud) war ein britisches Amphibien-Flugboot der 1930er Jahre.

Entwicklung und Einsatz Die Saro Cloud erschien 1930 als vergrößerte Weiterentwicklung des Passagier-Flugboots Saro Cutty Sark von 1929. Von der zivilen Version A.19 wurden vier Exemplare gebaut und mit unterschiedlichen Motoren ausgestattet. Eine Cloud wurde in die ČSR verkauft. Der erste Prototyp (G-ABCJ), der anfangs an Kanada ging, wurde drei Jahre später von Saro wieder zurückgekauft und 1938 für Tests mit anderen Tragflächen ausgerüstet. 1931 erschien als Nachfolger die Saro Windhover, allerdings nur als Prototyp.

Für die Royal Air Force wurde ein Prototyp getestet, die daraufhin sechzehn als A.29 bezeichnete Maschinen für die Ausbildung von Piloten und Navigatoren bestellte, die von August 1933 bis Juni 1935 ausgeliefert wurden. Geflogen wurden sie bis 1936 bei der Seaplane Training Squadron in Calshot und bis zum Ende der 1930er Jahre bei der School of Air Pilotage in Andover sowie der No. 48 Squadron.

Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt völlig veraltet waren, dienten einige Cloud bis Juni 1940 neben Ausbildungszwecken noch zur Küstenüberwachung und als U-Boot-Abwehrflugzeug. Dazu konnte die Cloud vier 22,5-kg-Bomben oder zwei bis vier 45-kg-Wasserbomben unter den Tragflügeln mitführen. Als Verbindungsflugzeug eingesetzt, konnte die Cloud sechs bis acht Passagiere transportieren.

Museum mini|Saro A.19 Cloud OK-BAK im Luftfahrtmuseum Kbely Im Luftfahrtmuseum Prag-Kbely ist der Rumpf der in die ČSR verkauften Cloud ausgestellt. Das Flugzeug war nach der Zerschlagung der Tschechoslowakei stillgelegt und nach dem Zweiten Weltkrieg verkauft worden. Nachdem die Tragflächen, Triebwerke, Schwimmer, das Fahrwerk und das Heck demontiert wurden, wurde der Rumpf als Hausboot genutzt, zunächst auf der Moldau, später auf dem Stausee Orlík. Dort wurde der Rumpf 1975 von Mitarbeitern des Armeemuseums entdeckt und vom Museum erworben. Der Rumpf wurde weitgehend originalgetreu restauriert und ist seit 1995 in Kbely ausgestellt.Informationstafel im Luftfahrtmuseum Prag-Kbely

Taktisch-technische Daten mini|Eine Saunders-Roe Cloud Kenngröße DatenUlrich Israel: Flugboote des zweiten Weltkrieges. In: Wolfgang Sellenthin (Hrsg.) Deutscher Fliegerkalender 1969, Deutscher Militärverlag, Berlin 1968, S. 188 Besatzung 4–5 oder 2 + 8 Schüler Spannweite 19,50 m Länge 15,20 m Höhe 5,00 m Flügelfläche 60,40 m Flügelstreckung 6,3 Leermasse 2750 kg Startmasse normal 4350 kgmaximal 4500 kg Triebwerk zwei 10-Zylinder-Doppelsternmotoren Armstrong Siddeley Serval Leistung je 250,07 kW (340 PS) Höchstgeschwindigkeit 190 km/h in 1900 m Höhe Reisegeschwindigkeit 150 km/h in 1900 m Höhe Steiggeschwindigkeit 220 m/min Gipfelhöhe praktisch 4270 m Reichweite 900 km Aktionsradius 350 km Flugdauer 6 h bei 150 km/h Bewaffnung je ein bewegliches MG im Rumpfbug und auf dem Rumpfrücken Abwurfmunition(U-Jagd-Version) vier 22,5-kg-Bomben oderzwei bis vier 45-kg-Wasserbomben unter den Tragflächen

Siehe auch Liste von Flugzeugtypen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Militärisches Schulflugzeug Kategorie:Flugzeugtyp des Zweiten Weltkrieges (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Amphibienflugzeug Kategorie:Flugboot Kategorie:Zweimotoriges Flugzeug mit Kolbenmotoren Kategorie:Erstflug 1930