mini|270px|Der Ort auf einer Waldkarte von 1725 des Kondominats Umstadt, dessen Zentralort es seit dem Mittelalter war

Wald-Amorbach ist der kleinste und älteste Stadtteil von Breuberg im Odenwaldkreis in Hessen.

Lage Wald-Amorbach liegt, von Wald umgeben, im Buntsandstein-Odenwald sowie im nördlichen Teil des Breuberger Stadtgebietes. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3413. Der Ort gruppiert sich um die Wegegabelung Spessartstraße / Kirchstraße, an der schon früh bedeutende Verkehrswege zusammen trafen.Wüstamorbach – ein Kurpfälzer Ort im Breuberger Land, Stadtarchiv Breuberg: Breuberger Geschichte und Geschichten; abgerufen am 29. November 2017 Geschichte Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf im Jahre 1286. Am 1. Dezember 1303 sind Schenkungen des „Synandus miles de Bruberg“ an das Kloster Höchst, darunter auch Wald-Amorbach zu verzeichnen. 1381 gehören zwei Höfe den Brüdern Dieter und Peter von Amorbach. 1391 hält das Kloster Höchst den Zehnten. Pfalzgraf Ruprecht II. belehnt 1396 Dieter Gans von Otzberg und Pfalzgraf Ruprecht III. 1408 Ulrich Bunner von Altheim mit einem Hof, 20 Morgen Acker und zwei Morgen Wiesen zu Wald-Amorbach, die ihm sein Schwiegervater Peter Schelle von Amorbach zu seiner Tochter Anna gegeben hat, als Fuldisches Lehen. Dieses Lehen des „Pfalzgräflichen Höfchens“ verfällt 1495. 1567 verkauft die Äbtissin des Klosters Höchst Einkünfte in Wald-Amorbach an Balthasar Breunle zu Umstadt und den königsteinischen Amtmann Philipp Freundt zu Breuberg.

1524 gehört der Ort als Teil des Kondominat Umstadts zu gleichen Teilen Hessen und der Pfalz. 1803 kommt auch der pfälzische Anteil mit dem Amt Otzberg an Hessen-Darmstadt. 1805 kommt der Ort durch Gebietstausch von Hessen-Darmstadt in den Besitz derer Löwenstein-Wertheim, 1806 jedoch schon wieder an das nun im napoleonischen Rheinbund aufgewertete Großherzogtum Hessen und dort zum Amt Habitzheim. Nach Auflösung der Ämter kam Wald-Amorbach 1822 zum Landratsbezirk Erbach, welcher 1848 im Regierungsbezirk Erbach aufging. Dieser wurde 1852 wieder aufgelöst und Wald-Amorbach dem Kreis Neustadt zugeschlagen, 1874 wurde Wald-Amorbach in den Kreis Erbach eingegliedert. Dieser wurde 1938 in Landkreis Erbach und 1972 in Odenwaldkreis umbenannt.

Am 1. Oktober 1971 wurde Wald-Amorbach im Rahmen der hessischen Gebietsreform in die neugebildete Stadt Breuberg eingegliedert.

Ortsadel mini|Blick vom Bakkes zur Dorfkirche, typisches Dorfbild mini|hochkant|Das „Bakkes“ das gemeinschaftliche Backhaus des Ortes

Der Ort ist Namensgeber der niederadligen Herren von Amorbach, auch Schelle von Amorbach genannt, die in der Gegend (Odenwald, entlang des Mains bis in den Spessart) Lehens- und Grundbesitz besaßen und von ihrer ersten urkundlichen Erwähnung 1286 bis zu ihrem Aussterben im 16. Jahrhundert den Ort als Stammsitz angesehen haben. Sie waren wohl Vasallen des Klosters Fulda, stellten Burgmannen auf der nahen Burg Breuberg und später auch für das Haus Hanau-Lichtenberg auf der Clingenburg (1481). Von ihnen stammen wohl auch die verwandten Schelle von Umstadt ab. Neben dem Ort sollen ihre Stammburg (Burg Waldamorbach) und wohl auch die ihnen zugehörige benachbarte Burg Dorndiel gelegen haben.Archiv für hessische Geschichte und Altertumskunde.Band 6, S. 67 ff.

Historische Namensformen In historischen Dokumenten ist der Ort unter folgenden Ortsnamen belegt (in Klammern das Jahr der Erwähnung): Amerbach (1286); Ammerbach (1303); Wüsten-Ammerbach (1391); Wüstammerbach (1398)Lehensbriefe der Gans von Otzberg über zwei Höfe mit allem Zubehör im Ort; Wusten Amerbach (1428); Amerbach (1457); Wosten Amorbach (1495); Wusten Amorbach (1567); Wüßten Amorbach (1607); Amerbach (1608); Wüstamorbach (1829); Wald-Amorbach (1833).

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Wald-Amorbach angehört(e):

vor 1390: Heiliges Römisches Reich, Kloster Fulda Zent Umstadt (Kondominat) ab 1390: Heiliges Römisches Reich, Kurpfalz (durch Kauf; bis 1427 an Herrschaft Hanau verpfändet), Zent Umstadt ab 1524: Heiliges Römisches Reich, Kurpfalz, Oberamt Otzberg ab 1777: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Pfalzbayern (durch Erbfall), Pfalzgrafschaft bei Rhein, Oberamt Otzberg ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt,Infolge der Rheinbundakte. Oberamt Otzberg ab 1805: Heiliges Römisches Reich, Herren von Löwenstein-Wertheim (durch Tausch), Amt Habitzheim ab 1806: Großherzogtum Hessen,Mediatisierung infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Starkenburg, Fürstentum Starkenburg, Amt Habitzheim (Niedere Gerichtsbarkeit weiter bei Löwenstein-Wertheim) ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Habitzheim (zur Standesherrschaft Löwenstein-Wertheim gehörig) ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk BreubergTrennung zwischen Justiz (Landgericht Höchst) und Verwaltung. ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Neustadt ab 1866: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Neustadt ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Neustadt ab 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis ErbachIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurden die drei hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach, Stadt BreubergAm 1. Oktober 1971 zur neuen Stadt Breuberg. ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Stadt Breuberg

Kultur und Sehenswürdigkeiten Kirche alternativtext=Breuberg - Wald-Amorbach / Kirchstraße 1|mini|Wald-Amorbach / evangelische Kirche alternativtext=Breuberg - Wald-Amorbach / Kirchstraße 1|mini|Wald-Amorbach / evangelische Kirche Als im Jahre 1565 Wald-Amorbach kurpfälzisch wurde, mussten die Einwohner vom lutherischen Bekenntnis zum reformierten wechseln. 1577 wurden sie mit der hessischen Zugehörigkeit wieder lutherisch, und 1586 mussten sie vom lutherischen Katechismus zum reformierten Heidelberger Katechismus wechseln.

Zwischen 1739 und 1741 wurde die heutige Pfarrkirche als Neugründung errichtet, eine Vorgängerkirche wurde bereits 1524 erwähnt, welche wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Die barocke Saalkirche ist nach Süden ausgerichtet. Sie schließt mit einem polygonalen geschlossenen Chor ab. Bekrönt wird die Kirche mit einem quadratischen Dachreiter mit verschieferter oktogonaler welscher Haube. Der einfache verputzte Bruchsteinbau hat innen noch seine Originalausstattung. Eine Südempore wurde 1850 zusätzlich errichtet. Wald-Amorbach war erst Filialort von Groß-Umstadt, gehört jetzt aber zur Pfarrei Breuberg. Die Kirche ist St. Bartholomäus geweiht.

Natur und Schutzgebiete In der Gemarkung von Wald-Amorbach liegt ein Teil des Naturschutzgebiets „Bruchwiesen von Dorndiel“.

Auch das Natura2000-Gebiet „Wald bei Wald-Amorbach“ (FFH-Gebiet 6120-301) befindet sich teilweise in der Gemarkung.

Hoher Stein mini|Blick nach Süden auf die Grenzsteine am „Hohen Stein“ auf dem Plateau des Grenzberges mit Mini-Moor um die Grenzsteine Der Hohe Stein an der heutigen Landesgrenze zwischen Bayern und Hessen auf dem Grenzberg an der Gemarkungsgrenze zu Hainstadt und Mömlingen sind zwei markante Grenzsteine am ursprünglichen mittelalterlichen Grenzdreieck von Kurmainz, der Herrschaft Breuberg und des Kondominats Umstadt.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Weblinks

Wald-Amorbach In: Webauftritt der Gemeinde Breuberg.

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