Günter Wolfgang Hein (* 5. April 1949) ist ein deutscher Ingenieur mit den Forschungsschwerpunkten Geodäsie und Satellitennavigation. Er ist emeritierter Professor für Geodäsie der Universität der Bundeswehr München und war von 2008 bis 2014 Head of EGNOS and GNSS Evolution Programme Department bei der European Space Agency (ESA).
Leben Hein absolvierte ein Ingenieursstudium in Geodäsie und Erdbeobachtung an der Technischen Hochschule Darmstadt, das er 1973 mit dem Dipl.-Ing. abschloss. 1976 wurde er am dortigen Fachbereich Vermessungswesen mit der Dissertation „Die Berechnung von anomalen vertikalen Schweregradienten hoher Präzision“ zum Dr.-Ing. promoviert. Von 1979 bis 1983 forschte er am Institut für Physikalische Geodäsie der TH Darmstadt und habilitierte sich dort 1981 im Bereich Satelliten-Gradiometrie.Günter Wolfgang Hein. In: acad-ciencias.pt. Abgerufen am 30. August 2026.
1983 wurde Hein an die Universität der Bundeswehr München berufen, wo er bis 2008 Professor für Astronomische und Physikalische Geodäsie sowie Leiter des Instituts für Erdmessung und Navigation war. Rufe an die Universität Stuttgart und an die Universität Karlsruhe lehnte er in dieser Zeit ab. 2015 zeichnete ihn die Universität der Bundeswehr München mit dem Ehrentitel „Emeritus of Excellence“ aus.Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h.c. Günter W. Hein. In: unibw.de. Abgerufen am 30. August 2026.
Hein spielte eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der Signalgebung des Galileo-Satellitennavigationssystems der Europäischen Union. Als deutscher Vertreter in der „Galileo Signal Task Force“ der Europäischen Kommission wirkte er an der Festlegung der Signalstruktur des Systems mit und sorgte für die Herstellung der Interoperabilität zwischen Galileo und dem US-amerikanischen Global Positioning System (GPS), was eine Grundlage für die 2004 getroffene EU-US-Vereinbarung über die Zusammenarbeit von GPS und Galileo bildete. Im Dezember 2008 wechselte Hein als „Head of EGNOS and GNSS Evolution Programme Department“ zur europäischen Weltraumagentur ESA. Als solcher war er bis 2014 für die technische Weiterentwicklung des Galileo-Satellitennavigationssystems und des Erweiterungssystems EGNOS zuständig. Auch später arbeitete Hein noch als Berater für die ESA. Ab 2017 war er zudem Geschäftsführender Vorstand des Vereins Munich Aerospace.
Für Heins signifikante Beiträge zur Entwicklung der Satellitennavigation zeichnete ihn das US Institute of Navigation (ION) 2002 mit dem Kepler Award aus. Zudem vergab ION in den Jahren 1988, 1991 and 2000 „Best Paper Awards“ an Hein und sein Team und nahm ihn 2011 als Fellow auf. Die Technische Universität Prag verlieh Hein 2013 die Ehrendoktorwürde. 2015 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Akademie der Wissenschaften von Lissabon gewählt. 2017 erhielten er und sein Team für das Signaldesign von Galileo den Europäischen Erfinderpreis des Europäischen Patentamtes.
Hein lebt in Holzkirchen (Oberbayern).
Weblinks
Einzelnachweise zfv – Zeitschrift für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement, 139. Jg., Nr. 2/2014, , S. n–32
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