Jean Paul Friedrich Scholz (* 1831 in Schlesien; † 25. April 1907 in Bremen) war ein deutscher Arzt und Klinikdirektor.

Biografie Scholz wuchs in Schlesien auf. Er war zunächst Seemann und Seeoffizier und fuhr bei der Bremer Reederei Friedrich M. Vietor Söhne. Nach einer Krankheit studierte er in den 1860er Jahren Medizin an der Universität Breslau und promovierte zum Dr. med.

Scholz war Arzt in Guhrau. 1868 wurde er Leiter der Krankenanstalt Bremen. Er entwickelte das seit 1851 bestehende Krankenhaus ständig weiter und setzte sich für eine Nervenklinik ein. So entstand als psychiatrische Abteilung das St. Jürgen-Asyl an der Sankt-Jürgen-Straße in Bremen-Mitte, aus dem sich ab 1904 das spätere Klinikum Bremen-Ost entwickelte. Ein Streit führte dazu, dass die betreuende Betheler Diakonisse abwanderte. Scholz berief nun Marie Bruns, eine Verbandsschwester des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf.Traudel Weber-Reich: «Wir sind die Pionierinnen der Pflege ...» Krankenschwestern und ihre Pflegestätten im 19. Jahrhundert am Beispiel Göttingen. Hans Huber, Bern/Göttingen/Toronto/Seattle 2003, S. 274. Mit ihr gewann er eine Krankenschwester, die nicht an den abergläubischen Vorstellungen vom „dämonischen Besessensein“ der Geisteskranken festhielt. Scholz soll ein sehr pragmatischer und liberaler Klinikdirektor gewesen sein. 1896 trat er in den Ruhestand. Er praktizierte jedoch bis zu seinem Tod als Privatarzt in Bremen weiter.

Literatur Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon. 2., aktualisierte, überarbeitete und erweiterte Auflage. Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-693-X.

Einzelnachweise

Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Person (Bremen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1831 Kategorie:Gestorben 1907 Kategorie:Mann