mini|hochkant=0.8|Hans Wassmann. Fotografie von Wilhelm Höffert (um 1900) miniatur|hochkant=0.8|Hans Wassmann auf einer Fotografie von Alexander Binder Hans Wassmann, auch Waßmann, (* 1. Januar 1873 in Berlin als Johann Albert Hermann Waßmann; † 5. April 1932 ebenda) war ein deutscher Schauspieler.
Leben Wassmann, Sohn eines Rentiers, hatte sich nach dem Schulabschluss (Gymnasium) einer kaufmännischen Ausbildung unterzogen und ein Jahr im Getreide- und Kommissionsgeschäft gearbeitet. Mit 19 Jahren nahm er einen Berufswechsel vor, ließ sich von Arthur Vollmer ausbilden und ging an die Bühne.
In Gera debütierte Wassmann 1892 mit der winzigen Rolle eines Rekruten in dem Stück Wallensteins Lager. Nach Stationen in Hanau (1893/94), Elberfeld (1894/95) und Freiburg im Breisgau (1895/96) kam er 1896 nach Berlin, um ein zwei Jahre dauerndes Engagement am Deutschen Theater anzutreten. 1898 wechselte er ans Neue Theater. Im Herbst 1901 kehrte er an das später von Max Reinhardt geführte Deutsche Theater zurück. 1903 war er mit dem Kleinen Theater auf Tournee.H. B. (=Hermann Bahr): Theater, Kunst und Literatur. Deutsches Volkstheater. Neues Wiener Tagblatt, 37 (1903) #120, 13. (2. Mai 1903) Buchausgabe: Hermann Bahr: Glossen, 245–248
Wassmanns frühes Rollenfach war das des Bonvivants, Naturburschen und jugendlichen Charakterdarstellers. Später wuchs der kompakte Berliner mit dem wuchtigen Schädel und der markanten Warze zwischen den Augen in das Fach gravitätischer Herren von Welt und angesehener Machtmenschen hinein, bewies aber auch immer wieder sein beträchtliches Talent für Komik und erhielt viel Lob für die Darstellung tumber, beschränkter Charaktere.
Zu seinen bekanntesten Spätrollen auf der Bühne zählen sein Baron in Nachtasyl, sein Junker Bleichenwang in Was ihr wollt und der Mopsus in Das Wintermärchen. Im Film zur Zeit der Weimarer Republik spielte der überaus populäre Mime eine Fülle von tragenden Nebenrollen in Schwänken wie die Bürgermeister in „Schützenfest in Schilda“ und „Die Schlacht von Bademünde“ oder den Admiral in „Der Herr Bürovorsteher“. In anderen Lustspielen überließ man dem versierten Komödianten sogar die Hauptrolle: so war er beispielsweise der Bürgermeister Eusebius Müller in „Vater geht auf Reisen“ und der finanziell klamme Besitzer eines Babyausstattungsfachgeschäfts in der Klamotte „Der Storch streikt“.
Hans Wassmann war seit 1904Heiratsregister Standesamt Charlottenburg 1, Nr. 470/1904 mit der Schauspielerin Clara Kollendt verheiratet. Er starb infolge eines Schlaganfalls, der ihn während einer Filmprobe in Neubabelsberg ereilte. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf.
Filmografie (Auswahl) 1914: Bedingung – Kein Anhang! 1914: Lache, Bajazzo! 1914: Hans und Hanni 1917: Ballzauber 1918: Lola Montez 1920: Eine Frau mit Vergangenheit 1920/22: Louise de Lavallière – Am Liebeshof des Sonnenkönigs 1921: Die Bestie im Menschen 1921: Miß Venus 1922: Der Absturz 1922: Sie und die Drei 1922: Ein Glas Wasser 1923: Fridericus Rex, 3. Teil: Sanssouci 1923: Tragödie der Liebe (4 Teile) 1923: Die Sonne von St. Moritz 1923: Die große Unbekannte 1923: Nanon 1924: Die Radio-Heirat 1924: Garragan 1924: Die Puppenkönigin 1925: Husarenfieber 1925: Der Liebeskäfig 1926: Eine Dubarry von heute 1926: Die keusche Susanne 1927: Die leichte Isabell 1927: Der Meister von Nürnberg 1927: Kleinstadtsünder 1927: Das tanzende Wien 1927: Luther – Ein Film der deutschen Reformation 1927/28: Königin Luise (2 Teile) 1930: 1000 Worte Deutsch 1930: Ihre Majestät die Liebe 1931: Meine Frau, die Hochstaplerin 1931: Der Storch streikt. Siegfried der Matrose 1931: Die Schlacht von Bademünde 1931: Schützenfest in Schilda 1931: Der Herr Bürovorsteher 1931: Der Hauptmann von Köpenick 1931: Ronny 1931: Vater geht auf Reisen 1932: Es wird schon wieder besser 1932: Skandal in der Parkstraße 1932: Der tolle Bomberg
Literatur Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 1095, (). Deutsches Bühnen-Jahrbuch 44. Jahrgang 1933, Berlin 1932. S. 106 f. Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 3: Peit–Zz. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 1833.
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