Varg ist eine deutsche Metal-Band aus Coburg. Seit der Gründung im Jahr 2005 ist ein steter Wandel des Musikstils festzustellen. Spielte die Band anfangs noch reinen Pagan Metal, findet sich heute ein großer Einfluss der Neuen Deutschen Härte und des Melodic Death Metal bzw. Modern Metal in der Musik. Die Band selbst bezeichnet ihre Musik als „Wolf Metal“.

Varg polarisiert stark, was sowohl auf die überwiegend martialischen Texte als auch auf Rechtsextremismus-Vorwürfe im Jahr 2010 zurückzuführen ist. Heutzutage ist die Band international erfolgreich und spielte bereits unter anderem ausgedehnte Tourneen in Nordamerika.

Geschichte mini|200px|Philipp Seiler auf dem Rockharz 2015. Die Band Varg wurde 2005 im oberfränkischen Coburg von Gitarrist und Frontmann Philipp „Freki“ Seiler und Schlagzeuger Silvester „Fenrier“ Grundmann gegründet., varg.de, abgerufen am 2. Mai 2013 Kurz darauf stießen nacheinander „Nivel“ als Bassist, der Sänger Christian „Frost“ Hummel und der Gitarrist „Da’ath“ zur Band. Der Bandname ist inspiriert von der nordischen MythologieBjörn Thorsten Jaschinski: Varg Interview Wölfisch und Asentreu. In: Pagan Fire – The Legacy Chronicles I (Sonderheft), Devil.Inc, Saarbrücken 2007, S. 21. und vom altnordischen Wort vargr ‚Wolf‘ abgeleitet.Vergleiche Wiktionary-Einträge: varg, vargr (englisch). Zur sprachlichen Verwandtschaft mit dem norwegischen Musiker und Rechtsextremisten Varg Vikernes betonte Frontmann Seiler in einem Interview mit dem Legacy-Magazin im Jahr 2007: „Der Name Varg steht in keinem Zusammenhang mit Burzum oder Kristian Vikernes.“

Den ersten Auftritt absolvierte Varg 2005 als Vorband von Sintech, deren Mitglieder Timo Schwämmlein und Patrick Zarske später auch bei Varg einstiegen. Nach dem Ausstieg von Bassist „Nivel“ war Schwämmlein erstmals für zwei Konzerte als Live-Bassist bei Varg aktiv. Fester Nachfolger von „Nivel“ wurde Sebastian „Geri“ Feick. Die erste Demoaufnahme, Donareiche, wurde 2006 eingespielt, bereits ohne „Da'ath“, der die Band wieder verlassen hatte, und kurz darauf veröffentlicht. Das einzige auf Donareiche enthaltene, gleichnamige Lied findet sich auch auf dem Debütalbum der Band, Wolfszeit, wieder, welches im März 2007 über das Label Heiden Klangwerke veröffentlicht wurde. Vor den Aufnahmen dazu war Thomas „Skoll“ Winkelmann als Bassist zur Band gestoßen, während Feick an die Gitarre gewechselt war und auch den Gesang übernahm, da Christian „Frost“ Hummel die Band verlassen hatte. Die Kritiken zu Wolfszeit fielen gemischt aus. Das Trollhorn-Magazin schrieb: „Zehn Tracks, zehn Brecher, zehn von zehn möglichen Punkten!“, neuigkeitendienst.com, abgerufen am 11. März 2012 Von anderer Seite her wurde dem Album unter anderem wenig Abwechslungsreichtum und Langeweile zugeschrieben., metal1.info, abgerufen am 11. März 2012 Beworben wurde das Album mit einer Tour durch Deutschland und die Niederlande, zusammen mit Nomans Land und Thrudvangar. Im September 2007 fand erstmals das von Seiler organisierte Wolfszeit Festival statt.

Anfang 2008 verließen Winkelmann und Feick die Band. Ersetzt wurden sie durch Timo „Managarm“ Schwämmlein und Patrick „Hati“ Zarske. Als neuer Sänger stieß Bastian „Draugr“ zur Band. Nach mehreren Konzerten im Sommer 2008 wurde im September desselben Jahres die die Split-EP Schildfront zusammen mit der deutschen Pagan-Metal-Band Minas Morgul veröffentlicht. Im selben Monat wurde über Twilight Vertrieb auch die DVD Live am Wolfszeit Festival veröffentlicht. Die DVD beinhaltet den Varg-Auftritt bei dem genannten Festival im Jahr 2007.

Im Frühjahr 2009 verließ „Draugr“ die Band wieder. Neuer Sänger wurde bis Ende des Jahres Rico von Minas Morgul. Das 2009er-Album Blutaar (benannt nach einer mutmaßlichen Hinrichtungsmethode der Wikinger) sollte zunächst auf Nuclear Blast erscheinen, doch Gerüchte um eine rechtsextreme Einstellung der Musiker verhinderten nach Vermutung der Medien den Plattenvertrag. Der österreichische Konzertveranstalter Rock the Nation entschied sich anlässlich dieses Vorfalls, unter dem Namen NoiseArt Records ein eigenes Label zu gründen und Blutaar zu veröffentlichen.Ingo Spörl: Varg – Je höher, desto besser. In: Legacy, Nr. 80, 05-2012. Devil Inc. Presseverlag, Saarbrücken 2012, S. 28–30 Andy Classen (ex-Holy Moses) übernahm die Produktion des Albums. Das Album erschien schließlich am 29. Januar 2010. Zum Jahreswechsel 2009/2010 stieg „Skalli“ als neuer Gitarrist bei Varg ein und Seiler übernahm, wie auch schon zu den Aufnahmen von Blutaar, den Gesang.

Das Album erhielt gemischte Kritiken. Nils Herzog von Musikreviews.de schrieb, dass das Album trotz wuchtigen Klangs keine wiedererkennbaren Akzente setze.Varg: Blutaar (Review), musikreviews.de, abgerufen am 11. März 2012 Auch Powermetal.de bescheinigte dem Album wenig Alleinstellungsmerkmale, aber eine gute Produktion.Varg – Blutaar, Powermetal.de, abgerufen am 11. März 2012 Im Februar und März 2010 fand mit der Paganfest-Tour die erste Europatour der Band statt. Im Sommer folgten Auftritte auf einigen der wichtigsten europäischen Metal-Festivals, darunter das Wacken Open Air, Party.San, Metalcamp und das Metalfest.

Im Herbst 2010 wurde das bis dato dritte Studioalbum der Band, Wolfskult, erneut zusammen mit Andy Classen im Stage One Studio aufgenommen. Es erschien am 4. März 2011 und stieg auf Platz 33 der deutschen Album-Charts ein.Varg: in den deutschen Albumcharts, the-pit.de, abgerufen am 11. März 2012 Die Promotion-Tour fand erneut im Rahmen des Paganfestes statt.

Im Frühjahr 2012 arbeitete die Band knapp acht Wochen am Studioalbum Guten Tag, das im Oktober 2012 via NoiseArt Records veröffentlicht wurde. Als Produzent wurde der langjährige Freund der Band André Hofmann verpflichtet; das Mastering übernahm Jacob Hansen. Als Teaser für das Album wurden mit der renommierten polnischen Filmcrew Grupa13 zwei Musikvideos produziert und über Youtube veröffentlicht. Als Besonderheit lag der Legacy-Ausgabe #5-2012 eine zusätzliche, exklusive EP der Band bei, die neben einigen Live-Aufnahmen auch zwei neue, unveröffentlichte Lieder enthielt. Ebenfalls durch das Legacy-Magazin erhielt das Album Guten Tag das Prädikat „[…] Pagan Metal Album des Jahres“ mit 15/15 Punkten. In den deutschen Charts konnte das Album auf Platz 25, und in den österreichischen auf Platz 45 einsteigen. Die Promotiontour führte die Band zusammen mit Wintersun und Eluveitie erstmals in die USA und nach Kanada.

Im Herbst 2013 trennte sich die Band von Gitarrist Skalli, der durch den bisherigen Bassisten, Managarm, ersetzt wurde. Als Livebassist stieg Thomas „Skoll“ Winkelmann ein, der bereits von 2006 bis 2008 bei Varg E-Bass gespielt hatte., varg.de, abgerufen am 9. August 2015

Im Juli 2015 wechselte Varg zum österreichischen Musiklabel Napalm RecordsVARG – Sign With Napalm Records, label.napalmrecords.com, abgerufen am 3. Juli 2015 und brachte als erste Veröffentlichung bei dem neuen Label am 9. Oktober 2015 die EP Rotkäppchen heraus. Im Januar 2016 erschien das fünfte Studioalbum Das Ende aller Lügen. In der Extended Edition enthält dieses die zehn Songs in englischer Sprache. Bassist und Gitarrist Manegarm verließ 2018 die Band, worauf die beiden verbliebenen Gründungsmitglieder Fenrir und Freki ankündigten, wieder zu dem klassischen Stil der Band mit heidnischen Themen zurückkehren zu wollen. Hinzu kamen mit Matthias Mente und Florian Zack zwei neue Gitarristen. 2020 stieg mit Fylgja (Jaqueline Seiler) eine Sängerin der Band bei. Mit dem Album „Zeichen“ gingen Varg zurück zu ihren heidnischen Wurzeln. Im Jahr 2022 ist Matthias Mente aus beruflichen Gründen ausgestiegen. An seine Stelle trat Ulvar (Sebastian Rasch). 2023 ist Gründungsmitglied Fenrir (Silvester Grundmann) als aktives Mitglied der Band ausgestiegen. Seinen Platz übernimmt Rohgarr (Ronny Garz). 2023 erschien das neueste Album „Ewige Wacht“ welches im Vergleich zur bisherigen Musik von deutlich melodiöseren Klängen und zusätzlichem weiblichem cleanen Gesang geprägt ist. Mit „Ewige Wacht“ landete Varg auf Platz 15 der deutschen Charts.

Stil Seit der ersten Veröffentlichung der Band ist eine stete musikalische Entwicklung bei der Band festzustellen. Das Debütalbum Wolfszeit wurde in den meisten Rezensionen als Pagan-Metal-,Skaal: Varg – Wolfszeit (Review und Kritik), dark-news.de, abgerufen am 11. Mai 2013Falk Kollmannsperger: Varg – Wolfszeit (8,5/10) – Deutschland – 2007, metal-observer.com, abgerufen am 11. Mai 2013 gelegentlich auch als Viking-Metal-Album wahrgenommen.Nicolai Teufel: , metal1.info, abgerufen am 11. Mai 2013 Wie der Vorgänger wurde auch Blutaar dem Pagan Metal zugeordnet,Tobias Naumann: CD-REVIEWS: Varg – Blutaar, metalnews.de, abgerufen am 14. Mai 2013 weist aber auch Elemente des Power Metals deutscher und britischer Art auf.

Wolfskult lässt sich zwar musikalisch ähnlich einordnen wie Wolfszeit und Blutaar, enthält jedoch bereits verstärkt Einflüsse der Neuen Deutschen Härte. Gleichzeitig finden sich insbesondere in Bezug auf die Lieder Naglfar und Blutdienst III verstärkte Black-Metal-Einflüsse.Robert Fröwein: VARG – Wolfskult (CD), stormbringer.at, abgerufen am 14. Mai 2013Markus Jakob: CD-REVIEWS: Varg – Wolfskult, metalnews.de, abgerufen am 14. Mai 2013 Das Album Guten Tag präsentierte den bisher stärksten Stilwechsel. Der Einfluss der Neuen Deutschen Härte wuchs, auch textlich werden verstärkt Assoziationen zu den Böhsen Onkelz geweckt.Frank Wilkens: , metalnews.de, abgerufen am 14. Mai 2013 In Bezug auf das Titelstück Guten Tag werden durch den Metal Hammer Parallelen zu Callejon gezogenEnrico Ahlig: Varg – Guten Tag, metal-hammer.de, abgerufen am 14. Mai 2013 und metalnews.de bescheinigt einen starken Punk-Einfluss. Das aktuelle Album Das Ende aller Lügen setzte die musikalische Entwicklung von Guten Tag fort und ist geprägt von Melodic Death Metal mit Metalcore-EinflüssenSebastian Schilling: Varg – Das Ende aller Lügen (Review), rockhard.de, abgerufen am 30. Juli 2016 und Neuer Deutscher Härte.D. T. Metal: Varg – Das Ende Aller Lügen review (30. Dezember 2015), metalstorm.net, abgerufen am 30. Juli 2016 (englisch) Textlich finden sich immer noch große Parallelen zu den frühen Alben der Band, wenngleich auch zunehmend weitere Themen, etwa wie die philosophische Betrachtung der Menschheit, behandelt werden.Sabine Vollert: VARG – Das Ende aller Lügen (Review vom 5. Februar 2016), stormbringer.at, abgerufen am 30. Juli 2016

Wie für die extremen Metal-Genres üblich, wird der Gesang überwiegend guttural, stellenweise aber auch klar vorgetragen. Auf folkloristische Instrumente und gleichartige Synthesizer-Spuren wird bis auf wenige Lieder verzichtet. Hingegen finden sich auf allen Alben immer wieder akustisch vorgetragene Passagen. Die Texte sind (bis auf A Thousand Eyes) ausschließlich auf Deutsch verfasst. Anfangs thematisierten sie vor allem die nordische Mythologie und Schlachtenmythen, inzwischen aber vor allem alltägliche Thematiken, die in der Gegenwart verwurzelt sind, beispielsweise die Vorwürfe gegen die Band. Vom Aufbau und der Wortwahl her sind die Texte martialisch und relativ grob gehalten.

Rezeption