Johannes Asdonk (* 25. September 1910 in Kamperbruch; † 29. Juli 2003 in Weggis, Schweiz) war ein deutscher Arzt.
Leben Asdonk wurde 1910 in Kamperbruch am Niederrhein als Bauernsohn geboren und machte 1929 am Collegium Augustinianum Gaesdonck bei Goch am Niederrhein sein Abitur. Es folgten vier Semester Studium der Theologie in Münster und Tübingen. 1931 begann er ein Medizinstudium in Münster, das er 1936 mit dem Staatsexamen abschloss. Anschließend war er als medizinischer Repetitor bis 1940 in Münster tätig. Dann kam es zur Einberufung zum Militärdienst, verbunden mit einer Tätigkeit als Lazarettarzt, später auch mit Einsatz an der Front in Russland. Nach einer Verwundung 1943 nahm er seine Tätigkeit als Lazarettarzt und in der Sanitäterausbildung wieder auf. 1945 erfolgte die Niederlassung als praktischer Arzt in Rheurdt am Niederrhein. 1956 gab es einen Praxiswechsel nach Essen. Sein Interessensschwerpunkt lag auf dem Gebiet der rheumatischen Erkrankungen und der Chirotherapie.
Die manuelle Lymphdrainage 1963 lernte er durch seine spätere Ehefrau, die Arzthelferin Christa Bartetzko, die „Manuelle Lymphdrainage“ nach Emil Vodder kennen. Fasziniert von dieser Therapie setzte Johannes Asdonk diese manuellen Lymphdrainagegriffe als Ergänzung zu seinen chirotherapeutischen Behandlungen ein. Nach dieser Erfahrung war er ein überzeugter Anhänger der manuellen Lymphdrainagetherapie, was sich in diversen Publikationen und von ihm organisierten Lehrgängen ausdrückte.
Asdonk-Schulen 1969 gründete er eine Schule zur Ausbildung von Physiotherapeuten in manueller Lymphdrainage, in der auch das Ehepaar Vodder als Lehrer eingesetzt wurde. 1967 wurde die "Gesellschaft für manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder" in Essen gegründet, zunächst mit jährlichen Arbeitstagungen eben dort, seit 1971 dann an wechselnden Orten in Deutschland. Aus dieser Gesellschaft entstand 1976 die Deutsche Gesellschaft für Lymphologiehttps://www.dglymph.de/ unter der Mitwirkung von Eberhard Kuhnke,E. Kuhnke: Vegetative Umstimmung durch Lymphdrainage, Schattauer: Lymphologie 1987; E. Kuhnke: Die Physiologischen Grundlagen der M.L., Physiotherapie 1975; 66, 12. Gregl, Michael Földi sowie Hohlbaum.
Asdonk-Kliniken 1972 gab Asdonk seine Praxis auf und gründete in Saig eine lymphologische Fachklinik, die im September 1973 staatlich anerkannt wurde. Asdonk kombinierte die manuelle Lymphdrainagetherapie nach Vodder mit sogenannten „Ödemgriffen“ und der „Kompressionsbehandlung“ und etablierte das Behandlungskonzept unter der Bezeichnung „Komplexe Physikalische Entstauungstherapie“ oder „Physikalische Ödemtherapie“. Ab 1975, nach dem Umzug in die Gemeinde Feldberg, nannte Asdonk seine Klinik "Feldbergklinik". Bis 1978 arbeitete er in der Klinik als Arzt allein, beraten von Kuhnke. Von 1978 bis 1981 konnte er das Ehepaar Földi zur Zusammenarbeit in der Klinik gewinnen. Da die bestehenden Häuser zu klein wurden und auch nicht mehr den modernen diagnostischen und klinischen Ansprüchen genügten, zog die Feldbergklinik dann 1983 nach St. Blasien um. 1984 zog sich Asdonk aus der Klinik zurück.
Auszeichnungen 1986: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse 1987: Ehrenpräsident der Deutschen Gesellschaft für Lymphologie
Privates Asdonk lebte ab 1994 mit seiner Frau in Weggis am Vierwaldstättersee in der Schweiz, wo er am 29. Juli 2003 verstarb.
Belege
Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Sanitätsoffizier (Deutsches Reich) Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1910 Kategorie:Gestorben 2003 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Kamp-Lintfort)