Friederike Range (* 12. Oktober 1971 in Bad Pyrmont) ist eine deutsche Verhaltensforscherin.Homepage Friederike Range der Uni Wien

Leben Range machte ihr Abitur am Engelbert-Kaempfer-Gymnasium in Lemgo und studierte bis zum Diplom an der Universität Bayreuth Biologie. An der University of Pennsylvania promovierte sie über das Sozialverhalten von Rußmangaben im Nationalpark Taï.Range, F. (2006) Social behaviour of free-ranging juvenile sooty mangabeys (Cercocebus torquatus atys). In: Behavioural Ecology and Sociobiology, 59 (4): 511–520 Nach einem Aufenthalt an der Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau im Almtal forschte Range an Hunden an der Universität Wien. (abgefragt am 15. November 2009) Dort entstand unter anderem eine Studie zum Nachahmungsverhalten von Hunden, analog zur Studie über das Nachahmungsverhalten von Kleinkindern des ungarischen Psychologen György Gergely aus dem Jahr 2002. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Hunde das Verhalten anderer Hunde nur dann nachahmen, wenn es ihnen effizient erscheint.Range, F., Virányi, Zs. & Huber, L. (2007) Selective imitation in dogs. in Current Biology 17, 868–872Spiegel Online, Hunde äffen nicht bloß nach (abgefragt am 15. November 2009) Diese Arbeiten wurden 2008 mit dem Focus of Excellence, einem Nachwuchs-Forschungspreis der Fakultät der Lebenswissenschaften der Universität Wien, gewürdigt.

Das Ergebnis einer Studie, die der Frage nachging, wie Hunde auf ungleiche Behandlung reagieren (mit jeweils zwei Hunden, die für das Pfotegeben belohnt und andererseits nicht belohnt wurden), erschien im Jahr 2009 in den Proceedings of the National Academy of SciencesFriederike Range et al.: The absence of reward induces inequity aversion in dogs, in PNAS, Vol. 106, Nr. 1, S. 340–345, 6. Januar 2009Universität Wien: Hunde reagieren auf „ungleiche“ Behandlung und erregte internationales Aufsehen.

Range ist Mitbegründerin des Wolf Science Centers, das in Kooperation mit dem Konrad Lorenz Forschungszentrum in Grünau entstand und im Jahr 2009 nach Ernstbrunn übersiedelte. Dort ist in Zusammenarbeit mit Forschern von der Loránd-Eötvös-Universität Budapest eine Publikation zum Thema Unterschied Wolf – Hund entstanden,PLOSONE: Explaining Dog Wolf Differences in Utilizing Human Pointing Gestures: Selection for Synergistic Shifts in the Development of Some Social Skills) (abgefragt am 15. November 2009 die auch in Science vorgestellt wurde.Science, 4. September 2009, Vol. 325. no. 5945, S. 1269–1272 doi:10.1126/science.1176960. 2010 erschien eine Studie, die besagt, dass Hunde ihre Halter imitieren.Proceedings of the Royal Society B: Automatic imitation in dogs (abgefragt am 28. Juli 2010)Auch Hunde können automatisch imitieren Die Presse (abgefragt am 28. Juli 2010) Weiterhin beschäftigte sie sich mit dem Sozialverhalten von Weißbüscheläffchen.Pesendorfer, M., Gunhold, T., Schiel, N., Souto, A., Huber, L., Range, F. (2009): The maintenance of traditions in marmosets: Individual habit, not social conformity? (PDF; 224 kB) in PLoS ONE 4(2): e4472. doi:10.1371/journal.pone.0004472.

Mit Ludwig Huber wechselte Range als Universitätsassistentin im September 2011 an das Messerli-Institut für Mensch-Tier-Beziehung der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

Sie lebt in Wien und hat zwei Kinder.

Auszeichnungen Range wurde 2009 als Rising Star der American Psychological Association nominiert. (abgefragt am 15. November 2009) 2010 erhielt sie den Förderungspreis der Stadt Wien und war wissenschaftliche Mitorganisatorin des Canine Science Forums. (abgefragt am 2. Januar 2010) 2012 erhielt sie den Distinguished Scientific Award for Early Career Contribution to Psychology der American Psychological Association, der jährlich an exzellente junge Wissenschaftler verliehen wird, die in ihrer Laufbahn bereits bedeutende Beiträge zur psychologischen Forschung geliefert haben.APA: 2012 Awards for Distinguished Early Career Scientific Contribution to Psychology. Animal Learning and Behavior, Comparative. Friederike Range, University of Vienna. Juni 2012. Abgerufen am 12. September 2012 2012 erhielt sie einen ERC Starting Grant des Europäischen Forschungsrats, verbunden mit knapp 1,3 Mio. EUR Forschungsmitteln.Kognitionsbiologin Friederike Range erhält ERC-Starting-Grant. In: derstandard.at vom 3. September 2012. 2013 wurde Friederike Range als Mitglied in die Junge Kurie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) aufgenommen.Österreichische Akademie der Wissenschaften, Neue Mitglieder der ÖAW 2013 (PDF; 18 kB), abgerufen am 3. Mai 2013. 2024 wurde sie korrespondierendes Mitglied der ÖAW. Ihr „Forschungsteam Domestikation“ erhielt 2024 einen Wissenschaftspreis des Landes Niederösterreich.

Veröffentlichungen Wie denken Tiere? Faszinierende Beispiele aus dem Tierreich. Carl Ueberreuter Verlag, Wien 2009, ISBN 978-3-8000-7425-9.Rezension Tiere nutzen unser Wissen von Veronika Schmidt (Die Presse) 6. März 2010

Weblinks

Homepage von Friederike Range (Universität Wien)

Einzelnachweise

Kategorie:Verhaltensforscher Kategorie:Mitglied der Jungen Akademie Kategorie:Korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Hochschullehrer (Universität Wien) Kategorie:Hochschullehrer (Veterinärmedizinische Universität Wien) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1971 Kategorie:Frau