Rudolf Essek (* 4. März 1882 als Wilhelm Heinrich Rudolph Essig in Wiesbaden; † 11. Januar 1941 in Berlin) war ein deutscher Film- und Theater-Schauspieler.

Leben Der Sohn des Eisenbahn-Diätars und späteren Musiklehrers Christian Essig und seiner Frau Marianne, geb. Goldschmidt,Hessisches Hauptstaatsarchiv, Geburtsregister Standesamt Wiesbaden, Nr. 283/1882 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig) ging direkt von der Schulbank zur Bühne. Seine erste Verpflichtung führte ihn 1901 ans Zürcher Central-Theater, wo er begann, unter dem Nachnamen Essek aufzutreten. Nach einem Abstecher ans Apollo-Theater von Bern in der Spielzeit 1902/03 kehrte der gebürtige Wiesbadener 1903 nach Zürich zurück und nahm ein Engagement vom Stadttheater an. 1905 wechselte Essek nach Heidelberg, 1908 nach Würzburg, 1909 nach Breslau, 1912 nach Essen und im Jahr darauf nach Zittau.

Im selben Jahr (1913) gab Essek mit der Hauptrolle des Martin Luther in Erwin Bárons historischem Drama Die Wittenberger Nachtigall seinen Einstand vor der Kamera. Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs eingezogen (1914/15), kehrte Rudolf Essek 1915 an die Bühne (Landestheater Karlsruhe) zurück. In Karlsruhe blieb er bis 1921, in dieser Zeit kam Essek für Filmrollen mehrfach nach Berlin. Anschließend ging Rudolf Essek auf Tournee und folgte weiteren Verpflichtungen an Spielstätten in Zürich, Leipzig und Königsberg. Ab 1922 führte er den Nachnamen Essek auch amtlich.

In Berlin ließ er sich mit Beginn des Dritten Reichs nieder. Dort fand Essek erst ab 1934 wieder regelmäßige Arbeit am Theater (Theater am Schiffbauerdamm, Die Tribüne, zuletzt Künstlertheater), stand aber bereits seit dem vorhergehenden Jahr regelmäßig vor der Kamera.

Wie auf der Bühne spielte Essek im Tonfilm durchgehend Chargen von Klein- bis Kleinstformat. Man sah ihn als Rechtsanwalt (Glück im Schloß) und als Hoteldirektor (Der Tiger von Eschnapur), als Lord (Mädchenjahre einer Königin) und als Kapitän (Verwandte sind auch Menschen), als Korrepetitor (Der singende Tor) und als Kellner (Das Einmaleins der Liebe), als Sanitätsrat (Maria, die Magd) und als Rezeptionschef (Seitensprünge), als Clubdirektor (Der Mustergatte) und als Clubdiener (Liebesbriefe aus dem Engadin).

Essek war von 1907 bis 1911 mit Elisabeth, geb. Tübbecke,Stadtarchiv Weimar, Heiratsregister Standesamt Weimar, Nr. 129/1907 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig) und von 1915 bis zu seinem Tod mit Klara, geb. Frahm,Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin XII a, Nr. 201/1915 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig) verheiratet. Er starb 1941 in seiner Wohnung in Berlin-Schöneberg an einer Lungenentzündung.Landesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Schöneberg von Berlin, Nr. 137/1941 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig)

Filmografie 1913: Die Wittenberger Nachtigall 1915: Fluch der Schönheit 1915: O diese Männer 1915: Die Einödspfarre 1915: Evas Seelengrösse 1915: Und sie fanden sich wieder 1916: Ullas Weg 1916: Die Töchter des Eichmeisters 1916: Theophrastus Paracelsus 1917: E, der scharlachrote Buchstabe 1918: Im Zeichen der Schuld 1919: Brüder 1919: Die Rache der Banditen 1921: Der Weg zur Sonne 1925: Freies Volk 1933: Der geheimnisvolle Perser 1933: Glück im Schloss 1933: Die vom Niederrhein 1934: Ich sehne mich nach dir 1934: Die Insel 1934: Jede Frau hat ein Geheimnis 1934: Der junge Baron Neuhaus 1934: So endete eine Liebe 1934: Herz ist Trumpf 1935: Sie und die Drei 1935: Königstiger 1935: Ich war Jack Mortimer 1935: Ein idealer Gatte 1935: Das Einmaleins der Liebe 1935: Viktoria 1935: Der mutige Seefahrer 1936: Die Leute mit dem Sonnenstich 1936: Maria, die Magd 1936: Der schüchterne Casanova 1936: Hummel – Hummel 1936: Das Hofkonzert 1936: Auf eigene Faust (Kurzfilm) 1936: Mädchenjahre einer Königin 1937: Gleisdreieck 1937: Papas Fehltritt 1937: Tango Notturno 1937: Der Mustergatte 1937: Die Fledermaus 1937: Der Tiger von Eschnapur 1938: Du und ich 1938: Liebesbriefe aus dem Engadin 1939: Der singende Tor 1939: La casa lontana (italienische Fassung von Der singende Tor) 1939: In letzter Minute 1939: Tee zu zweien 1939: Seitensprünge 1940: Verwandte sind auch Menschen 1940: Das Mädchen von Saint Coeur (Kurzfilm) 1940: Die Rothschilds

Literatur Deutsches Bühnen-Jahrbuch 53. Jahrgang 1942, Berlin 1941. S. 117 Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 1: A–Heck. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1960, , S. 371.

Weblinks

Rudolf Essek bei cyranos.ch

Einzelnachweise

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