mini|Hubert Burda (2011) Hubert Dietrich Burda (* 9. Februar 1940 in Heidelberg) ist ein deutscher Verleger. Er ist Eigentümer der Hubert Burda Media, die unter anderem Bunte, Focus, Superillu und Guter Rat herausgibt. Er vereint eines der führenden europäischen Internet-Unternehmen mit Medienhausbindung.
Burda ist Vorsitzender der Konferenz Digital Life Design (DLD), die jährlich im Januar in München stattfindet. Mit einem geschätzten Vermögen von 3,6 Milliarden Dollar gehört er laut Forbes zu den reichsten Deutschen und ist vor Friede Springer und Stefan von Holtzbrinck der reichste Verleger der Bundesrepublik (Stand 2021).
Leben und Wirken Jugend Hubert wurde nach Franz und Frieder als der jüngste von drei Söhnen des Verleger-Ehepaares Franz und Aenne Burda geboren. Er nahm als Primaner bis zum Abitur – also knappe zwei Jahre – jeden Nachmittag Malunterricht und entwickelte dabei den Wunsch, Maler zu werden. Der Vater wünschte sich eine andere Karriere für den Sohn, als Kompromiss durfte er stattdessen Kunstgeschichte studieren, doch nur unter der Bedingung, mit 25 Jahren Studium und Promotion abgeschlossen zu haben. Burda studierte Kunstgeschichte bei Hans Sedlmayr sowie Klassische Archäologie und Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. 1967 promovierte er vor dem 26. Lebensjahr in Kunstgeschichte. Das Thema seiner Dissertation lautete Die Ruine in den Bildern Hubert Roberts.
Nach mehreren Volontariaten in US-amerikanischen Werbeagenturen und Verlagen arbeitete Burda bis 1974 als Verlagsleiter der Burda-eigenen Zeitschrift Bild und Funk. 1969 wagte er mit m – Die Zeitschrift für den Mann zusätzlich ein eigenständiges Magazin-Projekt. Im Stil der Zeit und in Anlehnung an twen waren darin auch halbnackte Frauen abgebildet, was der katholische Vater, der allerdings zur Zeit von Huberts Geburt mit seiner zehn Jahre jüngeren Sekretärin Elfriede Breuer ein Kind zeugte, nach einem Jahr abstellte.
Übernahme des Unternehmens und erste Jahre dort Burda übernahm Ende 1986/Anfang 1987 als alleiniger Gesellschafter und Vorstandsvorsitzender die Burda Holding, nachdem sein Vater gestorben war und die Söhne erst kurz davor zu seinen Stellvertretern gemacht hatte. Franz jun. und Frieder nahmen eine Realteilung vor. Zu einer schwerwiegenden Familienkrise kam es, als die Brüder im April 1988 entgegen einer Abmachung ihre Aktien des Axel-Springer-Verlags an dessen Erben verkauften. Sie misstrauten Burdas geschäftlichen Fähigkeiten und stellten ihre persönlichen Interessen in den Vordergrund. Burda prozessierte, gewann in erster Instanz und verlor aber in dritter Instanz.
Burda konnte 1988 dem Springer-Verlag den Redaktionsdirektor der Bild-Zeitung, Günter Prinz, abwerben. Nach der Wende forderte er die Bild-Zeitung im Mai 1991 in Zusammenarbeit mit dem Medieninvestor Rupert Murdoch durch die Boulevardzeitung Super! heraus. Prinz war für die Konzeption verantwortlich. Ein erster Rückschlag war die neuerliche Abwerbung von Prinz durch den Springer-Verlag im Frühjahr 1991. Murdoch zog sich im Juli 1992 wegen finanzieller Schwierigkeiten aus dem Vertrag zurück, und Burda musste mit 30 Millionen DM Verlust das Projekt aufgeben. Neben der Programmzeitschrift Super TV konnte er ab 1990 mit der Superillu die Zeitschrift mit der stärksten Auflage in Ostdeutschland etablieren.
Etablierung des Focus und Burdas Firmenstrategie Mit der Gründung des Nachrichtenmagazins Focus gelang es ihm 1993 in Zusammenarbeit mit Helmut Markwort, eine bis heute bestehende Konkurrenz gegenüber dem Rivalen Der Spiegel aufzubauen und zu behaupten. 1999 firmierte Burda die Holding in die Hubert Burda Media um, der er bis Januar 2010 als Vorstandsvorsitzender vorstand und heute als Verleger vorsteht. Neben dem Erfolg mit Focus errang er durch den konsequenten Ausbau der Titelpalette das größere geschäftliche Plus. Während sich in der Ära Burda sen. Verlags- und Druckumsatz noch etwa die Waage hielten, erwirtschaftet die Burda-Holding heute ein Mehrfaches mit ihren Verlagsprodukten und vor allem dem Bereich Digital. Burda weitete sein Engagement auch auf internationale Kooperationen (Hachette, Rizzoli), internationale Expansion (Singapur, Thailand, Indien, Russland) und besonders das Internet aus. Er ging unter anderem mit Microsoft eine Zusammenarbeit als Content-Lieferant ein und baute zahlreiche andere Onlinedienste auf.
Das Unternehmen Hubert Burda Media erzielte 2019 in den vier Unternehmensbereichen Digitalmarken, Medienmarken National, Medienmarken International sowie Druck mit zusammen 12.292 Mitarbeitern einen konsolidierten Außenumsatz in Höhe von 2,792 Mrd. Euro. Zum Portfolio des Konzerns gehörten 2019 rund 600 Medienprodukte in Deutschland und 16 weiteren Ländern. Im Unternehmensbereich Digitalmarken wurden 2019 rund 52 Prozent der Umsätze erwirtschaftet.Zahlen nach Hubert Burda Media Holding Kommanditgesellschaft: Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019, veröffentlicht am 20. Oktober 2020 im Bundesanzeiger.
Mäzenatentum mini|Christa Maar und Hubert Burda bei der Eröffnung des Darmmodells „Faszination Darm“ der Felix Burda Stiftung Burda stiftete 1975 den Petrarca-Preis, 1977 den Preis „in MEDIAS res“ für KommunikationsforschungUrkunde für den Preisträger Elihu Katz, abgerufen am 19. November 2020. 1987 zur Auszeichnung besonderer Leistungen bei der Vermittlung von Gegenwartskunst insbesondere in Ausstellungen den „Passepartout-Preis“Angaben zu diesem Preis auf kulturpreise.de, abgerufen am 19. November 2020. (vergeben bis 1990)„Dialog zwischen Kunst und Wissen“. Die Kulturbilanz der Hubert Burda Stiftung zeigt, was ein Unternehmen für die Gesellschaft bewirken kann. In: Focus, 27. Juni 2011. und 1988 den Nicolas-Born-Preis für Lyrik, der bis 1995 verliehen wurde. Er gründete 1994 die Akademie zum dritten Jahrtausend und initiierte 1997 den Corporate-Art-Preis für das kulturelle Engagement von Unternehmen und Initiativen. Er stiftete 1999 den Hermann-Lenz-Preis für deutschsprachige Literatur (vergeben bis 2009) und den Hubert-Burda-Preis für junge osteuropäische Lyrik. 1999 gründete er die Hubert Burda Stiftung, die sich der Literatur, der Völkerverständigung, der Kunst, der Kultur und der Wissenschaft widmet. 2001 folgte die Felix Burda Stiftung, die sich der Förderung der Darmkrebsvorsorge verschreibt. Gemeinsam mit der Stadt Offenburg stiftete Hubert Burda 2005 den Europäischen Übersetzerpreis Offenburg.
Zudem förderte der Unternehmer zusammen mit anderen in München den Bau der Pinakothek der Moderne durch das Aufbringen und Einwerben von Spenden.Claudia Niklas: Helft's halt dem Kaiser Franz, ihr Leit. Wie sich Muenchens Prominenz fuer eine neue, dritte Pinakothek verkaempft. In: Der Tagesspiegel, 30. Dezember 1995.
Burda setzt sich für die deutsch-jüdische Aussöhnung ein und beteiligte sich unter anderem finanziell an der Produktion einer englischsprachigen CD-ROM der Shoah Foundation (Survivors of the Shoah Visual History Foundation) von Steven Spielberg, so dass sie etwa Schulen als Unterrichtsmaterial zur Verfügung steht.
Burda spendete eine Million Euro für das im November 2006 eröffnete Jüdische Zentrum München, in dem ein Saal nach ihm benannt ist.Burda: Millionen-Spende für das Jüdische Zentrum. merkur-online.de, 28. Januar 2005
Im Rahmen der seit dem Jahr 2005 veranstalteten DLD-Conference (Digital, Life, Design) verleiht Burda seit 2006 einen Aenne Burda Award. Der Preis soll die Arbeit junger Frauen in den Medien bestärken, ihrem eingeschlagenen Weg treu zu bleiben, an ihre Ideen zu glauben und sie durchzusetzen.Zitiert nach: Daniela Terbu:
Kunstsammler Die Eltern Aenne und Franz Burda sammelten bereits Werke der bildenden Kunst. Der Schwerpunkt lag auf dem deutschen figürlich-gegenständlichen Expressionismus.Museum Frieder Burda: Die Bilder der Brüder. Eine Sammlungsgeschichte der Familie Burda. 28. März –30. August 2020 (Magazin zur Ausstellung), S. 7, S. 25 f., S. 30–35 und S. 50. Die Anwesenheit von moderner Kunst im Elternhaus hat die drei Söhne damit vertraut gemacht und zu eigenen, unterschiedlich ausgerichteten und ausgeprägten Sammeltätigkeiten angeregt. Hubert Burda hat seinen Erbteil an der elterlichen Sammlung nicht aufgestockt, sondern sich als Sammler der Concept Art zugewandt. Er arbeitete mit verschiedenen Galeristen, Kunstkennern und Kunsthändlern zusammen, zum Beispiel mit Konrad Fischer, Franz Dahlem, Heiner Friedrich oder Alfred Schmela. Zu den Künstlern, mit denen Hubert Burda gute Kontakte pflegt und pflegte, gehören in diesem Kontext John Baldessari, Douglas Huebler, Jan Dibbets und Lawrence Weiner.Museum Frieder Burda: Die Bilder der Brüder. Eine Sammlungsgeschichte der Familie Burda. 28. März –30. August 2020 (Magazin zur Ausstellung), S. 48 f. Im Bestand seiner Sammlung finden sich unter anderem Werke von Andy Warhol, Joseph Beuys und Julian Schnabel.Burda Medien. Ein „Burda-Haus“ als Denkmal. In: Der Kontakter, 5. Februar 2001. Ihr Umfang umfasst rund 2000 Werke zeitgenössischer Künstler,Mon Muellerschoen: Mitarbeiter für Kunst gewinnen. In: Hubert Burda Stiftung. Kulturbilanz. Was ein Unternehmen für die Gesellschaft bewirken kann. München 2011, S. 28 f. hinzu kommen Werke der Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts.Museum Frieder Burda: Die Bilder der Brüder. Eine Sammlungsgeschichte der Familie Burda. 28. März –30. August 2020 (Magazin zur Ausstellung), S. 50. Kunstwerke aus seinem Eigentum sowie solche seiner älteren Brüder Franz und Frieder wurden 2020 im Museum Frieder Burda (Baden-Baden) ausgestellt.
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