Iberia Líneas Aéreas de España S.A. Operadora, meist kurz Iberia, ist die größte spanische Fluggesellschaft mit Sitz in Madrid und Drehkreuz auf dem Flughafen Madrid-Barajas. Sie ist Teil des Luftfahrtkonzerns International Airlines Group (IAG) und Mitglied der Oneworld Alliance.
Geschichte Gründung Iberia wurde am 28. Juni 1927 mit einem von einem spanischen Investor und der damaligen Deutschen Luft Hansa (DLH) bereitgestellten Grundkapital von 1,1 Millionen Peseten gegründet. Die DLH hatte im Rahmen ihrer geplanten Flugverbindung nach Südamerika großes Interesse an der iberischen Halbinsel. Nach Abschluss des Pariser Luftfahrtabkommens im Mai 1926 war für die DLH die Flugstrecke nach Spanien über Frankreich offen. Bereits im Oktober 1926 wurden die Verhandlungen über die Gründung einer spanischen Gesellschaft mit einem spanischen Konsortium abgeschlossen.Arbeitsausschuss des Aufsichtsrates, 15. Dezember 1926, S. 2, BA Berlin, Bestand „Deutsche Bank“
Mitte 1927 konnte die jetzt Iberia genannte Gesellschaft die Geschäfte aufnehmen. Das Deutsche Reich schloss Ende des Jahres ein Luftverkehrsabkommen mit der spanischen Regierung, um sich die Streckenrechte für den geplanten Verkehr nach Südamerika sichern zu können. In diesem Abkommen ging es um Durchflug- und Landerechte, besonders auch auf den Azoren, den portugiesischen Kapverden und den Kanaren. Technische Schwierigkeiten mit den für den Verkehr vorgesehenen Dornier Do R- und Romar-Flugbooten verzögerten aber die Verkehrsaufnahme.Arbeitsausschuss des Aufsichtsrates, 6. Sitzung, 6. August 1927, BA Berlin, Bestand „Deutsche Bank“ Iberia konnte am 14. Dezember 1927 die Strecke zwischen Barcelona und Madrid mit von der DLH gecharterten Rohrbach Ro VIII aufnehmen.Verkehrsleitung, Betriebsmitteilungen für den Monat Dezember 1927, BA Berlin, Bestand “Deutsche Bank” Spanien konnte aber ab Januar 1928 an das Flugnetz der DLH angeschlossen werden, indem die Strecke Stuttgart-Marseille bis Barcelona verlängert wurde,Verkehrsleitung, Betriebsmitteilungen für den Monat Januar 1928, BA Berlin, Bestand “Deutsche Bank” wenn auch der Betrieb der Iberia zum Jahresende 1928 wieder eingestellt wurde. Der Verkehr der Iberia wurde vom 14. Dezember 1927 bis 31. Dezember 1928 auf der Strecke Barcelona-Madrid durchgeführt. Nach anfänglichem werktäglichen Dienst wurde die Flugdichte aber bereits im Februar 1928 heruntergesetzt.Mulder, Rob: Iberia and the Rohrbach Ro VIII Roland I, Internet: www.europeanairlines.com. Die gecharterten fünf oder sechs Rohrbach Ro VIII wurden bis auf die im April 1928 verunglückte M-CCCCInventurlisten DLH 1928 und 1929, DLH-Archiv Köln im April und Mai 1929 wieder an die DLH zurückgegeben.
In diesen Jahren war Iberia sowohl technisch als auch organisatorisch vollständig von der Deutschen Luft Hansa abhängig.Iberia: Hace 50 Años. 17-Noviembre, 1943 – Nacionalizacion Definitiva de la Empresa, (Madrid 1993)
1937 bis 1944 mini|Eine Douglas DC-4 der Iberia in den 1950er-Jahren mini|Eine Sud Aviation Caravelle der Iberia in den 1970er-Jahren mini|Eine Douglas DC-8-52 der Iberia, 1972 mini|Eine Boeing 747-200 der Iberia, 2001
Zu Beginn des Spanischen Bürgerkrieges befanden sich die meisten Flugzeuge der LAPE, der staatlichen spanischen Fluggesellschaft, auf republikanischem Gebiet. Die vier in nationalistischen Besitz geratenen Flugzeuge der LAPE wurden als Verbindungs- und Reiseflugzeuge für Franco und seine Generalität genutzt, so dass ein Luftverkehr in der nationalen Zone, auch aus Mangel an Piloten, nicht möglich war.Thiele, Harold/Cerda, Juan Arráez: Die Luftstreitkräfte im Spanischen Bürgerkrieg, in: Jet&Prop 6/98, S. 30–61, hier: S. 56 f.
Iberia bestand bei Ausbruch des Bürgerkrieges noch und besaß auch noch die notwendigen Konzessionen. Ihr damaliger Direktor, Daniel de Araoz, wandte sich an die Deutsche Lufthansa mit der Bitte, einen innerspanischen Luftverkehr in der nationalen Zone aufzubauen. Obwohl es nirgendwo vermerkt ist, ist anzunehmen, dass das Einverständnis sowohl Deutschlands als auch des nationalen Spaniens zu diesem Schritt vorlag. Die Nationalen waren an schnellen Verbindungen innerhalb des Landes wegen des Krieges interessiert, da der erdgebundene Verkehr durch Kriegszerstörungen und auf Grund des Frontverlaufs teilweise gestört war. Die deutsche Seite gewann durch die Dienstleistung der DLH eine Forderung an die Nationalen, die diese durch Rohstoffe und Lebensmittel bezahlen konnten. Daran war das Reich wegen des eigenen Mangels an diesen Gütern besonders interessiert.Volkmann, Hans-Erich: Die NS-Wirtschaft in Vorbereitung des Krieges, in: Deist, Wilhelm u. a. (Hrsg.), Das Deutsche Reich und der zweite Weltkrieg, Band 1: Ursachen und Voraussetzungen der deutschen Kriegspolitik, Stuttgart 1979, S. 177–370, S. 317 ff.
Bereits am 16. August 1937 eröffnete die DLH die Strecke Vitoria-Burgos-Salamanca-Caceres-Sevilla-Tétouan, die Nordspanien mit Spanisch-Marokko verband. In Burgos landeten die Streckenmaschinen aus Deutschland, so dass dort ein Anschluss an den Dienst der DLH bestand. Der Verkehr wurde durch Flugzeuge der DLH mit deutschem Personal betrieben, der einzige Spanier in Diensten der Iberia war Direktor Araoz.Iberia: Hace 50 Años, S. 1 Ab 19. April 1938 wurde auch Las Palmas in das Streckennetz der Iberia einbezogen.Quartalsbericht II/38, S. 4, BA Berlin, Bestand “Deutsche Bank” Am Ende des Bürgerkriegs umfasste das Streckennetz 4500 km, zwölf Flugplätze wurden angeflogen.Bilanzkommission 22. Mai 1939, S. 6, BA Berlin, Bestand “Deutsche Bank”
Am 1. Juli 1939 erwarb Iberia die sieben Junkers Ju 52/3m, die den innerspanischen Luftverkehr betrieben hatten, von der Lufthansa. Durch den Kriegsbeginn ergab sich für die DLH die missliche Lage, dass die Iberia den Kaufpreis, der in monatlichen Raten von 40.000.- RM bezahlt werden sollte, auf Grund des geringen Güteraustausches zwischen Spanien und dem Reich nicht mehr begleichen konnte.Geschäftsbericht DLH 1939, S. 12, DLH-Archiv Nachdem die Lufthansa der spanischen Regierung im August 1939 einen Bericht über den Aufbau des innerspanischen Luftverkehrs vorgelegt hatte, ergab sich im Anschluss daran die Frage einer Verstaatlichung der Iberia.Quartalsbericht IV/39, S. 7, BA Berlin, Bestand “Deutsche Bank” Diese trat am 7. Juni 1940 in Kraft. Die Interessen der DLH wurden bei dieser Lösung vollständig befriedigt. Sie erhielt für ihr Aktienpaket 800.000.- Ptas., die spanische Regierung trat in die Verbindlichkeiten der Iberia gegenüber der DLH in Höhe von 1,14 Mio. Ptas. ein.Quartalsbericht II/40, S. 10 f., BA Berlin, Bestand “Deutsche Bank”
Zwischen August 1937 und Juni 1940 flog Iberia 3,8 Mio. Kilometer und beförderte 64.000 Passagiere und 590 Tonnen Fracht und Post. Insgesamt wurden acht Ju 52/3m mit zivilen Kennzeichen, die mit M- begannen, eingesetzt. Eine Ju 52/3m wurde am 29. März 1939 schwer beschädigt und ausgemustert.1938+1939: Aufstellung Iberia, o. D., DLH-Archiv; Post und 1937+1940: Aufsichtsratberichte 1937-1940, Bundesarchiv Berlin, Bestand „Deutsche Bank“
Nachdem Iberia am 22. November 1940 mit der SAETA, einer Neugründung des Jahres 1939, verschmolzen worden war, zog die DLH ihr noch verbliebenes Personal zurück. Das Kapital der Iberia teilte sich in 51 %, die das Ministerio del Aire hielt, 24,5 % für die DLH und 24,5 % für Ala Littoria. Diese hatte aber kein Interesse daran und trat ihre Anrechte an spanische Bürger ab. Diese spanische Seite bestand aus zwei Privatleuten, die die Aktien als Strohmänner für die DLH übernahmen, so dass der echte Anteil der Lufthansa 49 % betrug. So gelang es der DLH, entscheidenden Einfluss auf die Geschäftsführung der Iberia zu gewinnen. Die Beteiligung erfolgte seitens der DLH nicht mit Devisen, sondern mit vier fabrikneuen und zwei gebrauchten Ju 52/3m, die 1941 und 1942 geliefert wurden. Im Laufe des Krieges nutzten die Alliierten die Sperrung der Lieferung von Flugbenzin, um den Einfluss der DLH auf Iberia zu beseitigen. Der Flugbetrieb der Iberia musste 1941 und 1942 drastisch reduziert werden.Laut Davies, R. E. G.: The World’s Airlines, London 1964, Anhang, Passagier-Kilometer: 1940: 19,1 Mio., 1941: 0,8 Mio., 1942: 0,6 Mio., 1943: 5,8 Mio. (Angaben für Spanien und Portugal zusammen) Im März 1943 sah sich die Iberia gezwungen, den Verkehr dann ganz einzustellen, bis sich die DLH bereit erklärte, ihre Anteile am 7. August 1943 an das spanische Industrieministerium INI zu verkaufen.Iberia, 50 Años Da die DLH unter erheblichen Flugzeugmangel litt, wurden 1942 erstmals zwei Ju 52/3m der Iberia gechartert, 1943 eine weitere Ju 52/3m. Eine der Ju 52/3m wurde bei einem alliierten Luftangriff auf Stuttgart am 9. August 1944 zerstört.Chartervertrag zwischen Iberia und DLH, Berlin 15. März 1943, BA Koblenz, Kriegssachschadenamt
Nachdem die DLH ihre Beteiligung an die spanische Regierung verkauft hatte, ließen die Alliierten im November 1943 den Export von Benzin wieder zu.Iberia, Hace 50 Aňos, S. 2 Allerdings war bereits im Februar 1944 ein neues Embargo in Kraft getreten, das Spanien veranlassen sollte, die Exporte von Wolfram nach Deutschland zu stoppen. Nach einem Kompromiss mit den Alliierten wurde im Juli 1944 dann endgültig die Versorgung normalisiert.Einhorn, Marion: Wer half Franco? Spanien in der Politik Großbritanniens und der USA 1939-1953, Berlin 1983, S. 262 Mit der gleichzeitig einsetzenden Entspannung der Beziehungen zwischen den Alliierten und Spanien wurde eine Luftverbindung nach Madrid interessant. Da Spanien offiziell neutral war, kam nur die British Overseas Airways Corporation (BOAC) für diese Aufgabe in Frage. Die Verhandlungen führten dazu, dass die Strecke vom Vereinigten Königreich über Lissabon nach Madrid ab 23. Oktober 1944 beflogen werden konnte.Stroud, John: Annals of British and Commonwealth Air Transport 1919-1960, London 1960, S. 196 Auf dem Teilstück Lissabon-Madrid flog die BOAC bis April 1945 in Konkurrenz zur Lufthansa.
1950er- bis 1990er-Jahre mini|Der Sitz von Iberia in Madrid
1960 stellte Iberia ihr erstes Düsenflugzeug, eine Douglas DC-8, in Dienst. Später wurde Iberia der größte Betreiber der Boeing 727 und erster Betreiber der Douglas DC-9-32 in Europa.
Im Jahr 1972 trat Iberia dem ATLAS-Konsortium bei und arbeitete im Anschluss bei der Wartung von Großraumflugzeugen und der Schulung von Besatzungen mit den Fluggesellschaften Air France, Alitalia, Lufthansa und Sabena zusammen. mini|Ein Wartungshangar der Iberia
Das bis Oktober 2013 genutzte Logo wurde bereits 1977 anlässlich des 50. Geburtstags von Iberia eingeführt und stellt das Kürzel IB mit spanischer Krone im oberen Teil des I dar. Die Firmenfarben geben kombiniert Teile der Farben der spanischen Flagge mit dem Spaniens als Land mit viel Sonne wieder.
Ab Anfang der 1990er-Jahre wurde ein Flottenerneuerungsprogramm mit 22 Airbus A320-200 und 24 McDonnell Douglas MD-87 eingeleitet. Bei letzterem Muster war Iberia der weltweit größte Betreiber. Ab 1993 folgten Boeing 757 und ab 1996 der Airbus A340-300, der seither die Boeing 747 abgelöst hat.
Im März 1999 wurde die Tochtergesellschaft Viva Air und im September 1999 die Fluggesellschaft Aviaco inklusive ihrer Flotte integriert, wodurch Iberia auch ein Betreiber der McDonnell Douglas MD-88 wurde.
Entwicklung seit 2000 mini|Airbus A340-600 der Iberia Im Juni 2003 übernahm Iberia als zweite europäische Fluggesellschaft den neuen Airbus A340-600. 2004 löste Iberia ihr Drehkreuz in Miami auf. Sie reagierte damit auf die Einführung der Visumpflicht für Transitpassagiere in den USA und fliegt Ziele in Lateinamerika von Madrid aus seither direkt an.
Am 6. Februar 2007 gaben die spanischen Banken Caja Madrid und BBVA bekannt, ihre Anteile an Iberia zu verkaufen. Ende des Jahres übernahm die Caja Madrid die Anteile von Logista und BBVA und wurde mit 22,99 % zum Mehrheitsaktionär von Iberia.