Der Katavi-Nationalpark ist ein Nationalpark im Westen Tansanias. Seine abwechslungsreiche Landschaft ist von weiten Sümpfen und Grasflächen, dichtem Wald, Strauchland, Seen und Flüssen geprägt. Hier leben viele verschiedene Tiere; bekannt sind vor allem die zahlreichen Säugetier- und Wasservogelarten. Der seit 1974 bestehende Nationalpark wurde 1996 auf seine jetzige Größe erweitert.

Lage und Erreichbarkeit Er befindet sich östlich des Tanganjikasees in der Region Mpanda, auf 6°63' bis 7°34' südlicher Breite und 30°74' bis 31°84' östlicher Länge. Der Katavi-Nationalpark liegt auf 820 bis 1560 m Höhe über dem Meeresspiegel; die durchschnittliche Meereshöhe beträgt ungefähr 900 m. Mit 4471 km² ist er der drittgrößte Nationalpark in Tansania. Größere Städte in der Nähe sind Tabora, Kigoma und Mbeya. Der Hauptsitz des Parkes ist in Sitalike, 40 km südlich von Mpanda.

Bei Sitalike, Ikuu und Mlele befinden sich Start- und Landebahnen. Reguläre Flüge von Daressalam nach Tabora und Kigoma werden von Precision Air angeboten. Charterflüge können in Arusha, Daressalam oder anderen Städten starten.

Von Daressalam nach Tabora fahren auch regelmäßig Züge der Tanzania Central Railways. Es gibt von Tabora aus eine Bahnverbindung nach Mpanda. Die Zugfahrt von Daressalam nach Mpanda benötigt zwei Reisetage. Über TAZARA kann man per Bus oder Bahn von Daressalam nach Mbeya gelangen.

Von Daressalam aus gibt es die Möglichkeit, die Straße nach Mbeya zu nutzen. Diese Strecke lässt sich an einem Tag zurücklegen. Von dort aus fährt man in Richtung Sumbawanga und Sitalike. Diese Safari kann man sich in zwei oder drei Tagen bewältigen. Eine abenteuerlichere Route führt von Arusha über Babati, Singida und Nzega nach Tabora. Dort angekommen kann man über Mpanda oder Inyonga und Mlele nach Sitalike fahren. Von Kigoma aus gelangt man über Uvinza und Mpanda zum Katavi-Nationalpark.

Fortbewegung innerhalb des Nationalparkes und Unterbringung Bei TANAPA, der tansanischen Nationalparkverwaltung, kann man sich ein Auto mit Allradantrieb und Fahrer für 100 US-Dollar pro Tag mieten. Wer selbst fährt, kann im Hauptquartier eine Landkarte bekommen. Von einem bewaffneten Aufseher geführte Safaris zu Fuß lassen sich vereinbaren.

Innerhalb des Katavi-Nationalparkes gibt es ein Gästehaus und Campingplätze. Übernachten kann oder konnte man auch in verschiedenen Camps im Nationalpark, beispielsweise in der Katuma Bush Lodge in der Mitte des Parkes, in dem ebenfalls zentral gelegenen Chada Katavi Camp, im Palahala Camp am Kapapa-Fluss, in einem Camp von Foxes African SafarisSeite des Camps von Foxes African Safaris (englisch) oder in einem Camp von Flycatcher Safaris.

Klima Der Jahresniederschlag beträgt etwa 900 mm (langfristiger Mittelwert). Die trockeneren Monate sind Mai bis Oktober und Mitte Dezember bis Februar. Am meisten Regen fällt zwischen März und Mai; die Regenzeit dauert von November bis April. In der Trockenzeit beträgt die Temperatur nachts 15 °C, am Tag sind es 35 °C.Temperaturangabe bei Flycatcher Safaris Es kann jedoch auch bis zu 40 °C heiß werden.

Topografie Der größte Teil des Katavi-Nationalparks liegt innerhalb des Rukwa-Beckens, das zum Zentralafrikanischen Graben gehört. Dieses 360 km lange und 40 bis 60 km breite tektonische Becken liegt parallel zum Tanganjika-Tal. An seinem südlichen Ende befindet sich der Rukwasee. Der Katavi-Nationalpark lässt sich landschaftlich einteilen in den von Wald, weiten Schwemmebenen, saisonalen Seen und Flüssen bedeckten flachen bis leicht welligen Talboden auf 820 bis 960 m Höhe über dem Meeresspiegel und die Erhebungen an beiden Seiten: Im Westen Llyamba lya Mfipa mit bis zu 1560 m hohen Bergen und steilen Abhängen, im Osten die Mlele-Schichtstufe, die einer steilen, durch ganzjährig Wasser führende oder saisonale Ströme mit vielen Wasserfällen, wie Chorangwa, Lukima und Ndido, eingekerbten Felswand gleicht. Im Kapapa-Gebiet im nordöstlichen Teil des Katavi-Nationalparkes ist die Schichtstufe durchbrochen. Hier befinden sich die von Wald bewachsenen Inselberge Igongwe, Kapimbye und Kapapa. Im Südosten ist die Mlele-Schichtstufe weniger steil und hoch, weil sie sich in den Gebieten Lukima und Rukwa aufteilt.

Gewässer mini|alt=Eine Wasserfläche umgeben von hohem Gras, im Hintergrund eine Reihe Bäume, alles von goldgelbem Abendlicht beschienen.|Sumpflandschaft im Katavi-Nationalpark Der Katavi-Nationalpark ist von riesigen Sümpfen, Seen und Flüssen geprägt. An Wasserfällen sind Ndido, Chorangwa, Lukima und Iloba erwähnenswert. Alle Flüsse – abgesehen vom saisonalen Nkamba im Nordwesten, der in den westlich gelegenen Tanganjikasee mündet – fließen in den Rukwasee. Im Norden des Parkes befindet sich der Katavi-See, in der Mitte der palmengesäumte Chada-See. Diese beiden Seen sind zur Regenzeit sumpfig, doch in der Trockenzeit trocknen sie aus. Sie gehören zu den Schwemmebenen des Katuma-Flusses. Dieser bildet während der Trockenzeit als seichtes, schmutziges Rinnsal die einzige Trinkwasserquelle in einem weiten Umkreis. Er speist den Katavi- und den Chada-See sowie die 425 km² große Katisunga-Schwemmebene. In den letzten Jahren neigte er ebenso wie die Flüsse Kapapa und Ngolima, die auch dem Chada-See Wasser zuführen, aufgrund illegaler Dammbauten stromaufwärts außerhalb des Katavi-Nationalparkes dazu, früher auszutrocknen. Da lediglich kleinere Schlammtümpel im Flussbett zurückbleiben, stellt dies eine Bedrohung für das ganze Ökosystem dar. Der Katuma-Fluss lässt sich als „Lebenslinie“ des Katavi-Nationalparkes bezeichnen.

Vegetation mini|alt=Hinter einer einheitlich wirkenden Fläche aus vertrocknetem, hohem Gras folgt ein Wald aus unterschiedlichen Baumarten in verschiedenen Grüntönen, der Himmel darüber ist blau mit einigen weißen Wolken.|Sicht von einem der Flüsse aus Weite, offene Grassavannen und dichter Miombo-Trockenwald, der von Johannisbrotgewächsen, Mimosengewächsen, Schmetterlingsblütlern und Flügelsamengewächsen geprägt ist, bilden neben Strauch- und Sumpfland sowie Galeriewald die abwechslungsreiche Vegetation des Katavi-Nationalparkes. Es herrscht eine große Vielfalt von Gräsern, Kräutern, Blumen, von denen viele während der Regenzeit blühen, Sträuchern und Bäumen; beispielsweise wurden 226 verschiedene Baumarten verzeichnet. Der Waldboden ist spärlich mit Gras bewachsen; verschiedene Arten von Langfäden, Brachystegia und Akazien sowie Diplorhynchus condylocarpon dominieren. Bei Nsakasa wächst Palmyrapalmenwald. In den flachen, saisonal überschwemmten Gebieten, beispielsweise der Katavi-See, die Katisunga-Ebene, der Chada-See und die Mpunga-Ebene, wird die Vegetation hauptsächlich durch Gräser und Kräuter gebildet; die wenigen Sträucher und Bäume sind meist auf Termitenhügeln zu finden. Daran angrenzend findet man eine Übergangszone, in der Arten wachsen, die saisonale Überschwemmung oder einen hohen Grundwasserspiegel tolerieren, beispielsweise die Anabäume entlang des Katavi-Sees. Wo der Boden sandig ist, sind große Bäume selten. Die höher gelegenen Gebiete auf den entlegenen Vorbergen sind hauptsächlich von Mischwald bedeckt, erst über einer Höhe von 900 m besteht der Wald aus den typischen Miombo-Arten.

Wälder und Strauchland Miombowald der Berggipfel Der Bewuchs auf den über 1500 m hohen Bergen wird durch Julbernardia globiflora dominiert, gefolgt von Sauergrasgewächsen, die den Wildtieren nicht schmecken, wie Fimbristylis dichotoma, Fuirena bachyrriza, Fuirena umbellata und Cyperus pulchellus.

Miombo-Mischwald Dieser Miombo-Typ kommt in höher gelegenen Gebieten mit durchlässigen, sauren roten Böden vor, beispielsweise Mlele, die Böschungen Kasege und Ufipa, die Mlele- und die Kasege-Hochebene, Kaselami, die Kapimbye- und die Igongwe-Hügel, das Malimba-Hochland sowie die Chansima- und die Isote-Hügel. Wichtige Arten sind Brachystegia spiciformis, Brachystegia boehmii, Brachystegia taxifolia, Brachystegia angustistipulata, Brachystegia longifolia, Brachystegia glaberrima, Julbernardia globiflora, Isoberlinia angolensis, Afrikanischer Grenadilla, Lonchocarpus capassa, Marula-Baum, Combretum collinum, Combretum psidioides, Combretum zeyheri, Terminalia kaiserana, Schirmakazie, Acacia sieberiana, Acacia polyacantha, Tamarindenbaum, Sterculia quinqueloba, Commiphora africana, Cassia abbreviata, Afzelia quanzensis, Pterocarpus angolensis, Vangueria madagascariensis, Strychnos madagascariensis, Bobgunnia madagascariensis, Leberwurstbaum, Anabaum, Äthiopische Palmyrapalme, Diplorhynchus condylocarpon, Hyphaene compressa und Thespesia garckeana; an Gräsern sind es Aristida kelleri, Brachiaria brizantha, Digitaria brazzae, Eragrostis patens, Melinis repens, Sporobolus sanguineus, Themeda triandra, Chloris virgata und Cyperus involucratus. Im Schatten des abwechslungsreichen Waldes wachsen Themeda triandra, Pennisetum polystachion, Chloris gayana, Dactyloctenium aegyptium, Digitaria brazzae und Panicum repens.

Galeriewald in der Übergangszone zum Miombowald (Vorberge) Dieser Mischwald ist mit grasbewachsenem Flachland und Hügeln durchsetzt. Manche Grasflächen haben keinen Abfluss, sodass sich dort zeitweise Wasser sammelt. Der Wald wird von Terminalia kaiserana, Schirmakazie, Sterculia quinqueloba, Diplorhynchus condylocarpon, Dichrostachys cinerea und Marula-Baum dominiert, gefolgt von Combretum psidioides, Combretum collinum, Isoberlinia angolensis, Pterocarpus angolensis, Afzelia quanzensis, Lonchocarpus capassa, Strychnos cocculoides, Diospyros fischeri, Leberwurstbaum, Pseudolachnostylis maprouneifolia, Combretum molle, Markhamia obtusifolia, Commiphora africana, Ziziphus mucronata, Afrikanischer Grenadilla, Baphia massaiensis, Grewia bicolor, Grewia platyclada, Maulbeer-Feige, Bobgunnia madagascariensis, Combretum zeyheri, Thespesia garckeana, Äthiopische Palmyrapalme, Acacia polyacantha, Khaya anthotheca und Hyphaene compressa. Die grasbewachsenen Flächen werden vorrangig von Hyparrhenia diplandra, Themeda triandra, Oryza longistaminata, Eragrostis setulifera und Echinochloa pyramidalis gebildet.

Mischwald mit verstreuten Grasflächen (Dambos) Dieser Vegetationstyp ist ein Mosaik aus Waldland und kleinen Grasflächen, auf denen sich zeitweise Wasser sammelt, wenn sie keinen Abfluss haben. In Sambia werden diese Grasgebiete innerhalb von Wald „Dambos“ genannt. Die Bäume, welche die Dambos umgeben, erreichen eine Höhe von 15 m und bilden manchmal einen Baldachin. Im Waldland herrschen Terminalia kaiserana, Schirmakazie, Sterculia quinqueloba, Diplorhynchus condylocarpon, Dichrostachys cinerea und Marula-Baum vor, gefolgt von Combretum psidioides, Combretum collinum, Isoberlinia angolensis, Pterocarpus angolensis, Afzelia quanzensis, Afrikanischer Affenbrotbaum, Lonchocarpus capassa, Strychnos cocculoides, Diospyros fischeri, Leberwurstbaum, Pseudolachnostylis maprouneifolia, Combretum molle, Markhamia obtusifolia, Commiphora africana, Ziziphus mucronata, Afrikanischer Grenadilla, Baphia massaiensis, Grewia bicolor, Grewia platyclada, Maulbeer-Feige, Bobgunnia madagascariensis, Combretum zeyheri, Thespesia garckeana, Äthiopische Palmyrapalme und Hyphaene compressa. An Gräsern dominieren Hyparrhenia diplandra, Themeda triandra, Oryza longistaminata, Eragrostis setulifera und Echinochloa pyramidalis.

Dickichte Die gelegentlich vorkommenden Dickichte sind durch saisonale Kletterpflanzen und wenige Baumarten charakterisiert, beispielsweise Afrikanischer Grenadilla, Dombeya cincinata, Ximenia caffra, Friesodielsia obovata, Monanthotaxis buchananii, Karandapflaume, Markhamia zanzibarica, Lannea schimperi, Strychnos cocculoides, Diospyros fischeri, Baphia massaiensis, Pseudolachnostylis maprouneifolia, Combretum molle, Grewia bicolor, Canthium lactescens und Commiphora africana. Sie wachsen in einigen Teilen des Ilyandi-Sandgrates und bei Kanyamkaa, Igongwe, Ikuu, Mlele, Ngolima, Kapapa und Kawale.

Strauchland mit vereinzelten Bäumen