Kłodzino () ist ein Dorf in der Woiwodschaft Westpommern in Polen. Es gehört zur Gmina Przelewice (Gemeinde Prillwitz) im Powiat Pyrzycki (Pyritzer Kreis).

Geographische Lage Das ehemalige Gutsdorf liegt in Hinterpommern, 13 Kilometer südöstlich der Stadt Pyritz (Pyrzyce). Der Plönesee (Jezioro Płoń) ist drei Kilometer entfernt.

Mit dem Straßennetz ist der Ort über eine Nebenstraße verbunden, die Płońsko (Plönzig) mit der Woiwodschaftsstraße 122 (Krajnik Dolny (Nieder Kränig)–Pyrzyce (Pyritz)–Piasecznik (Petznick)) bei Brzesko (Brietzig) verbindet.

Die nächste Bahnstation war bis 2004 Pyrzyce an der inzwischen geschlossenen Bahnstrecke Stargard (Stargard in Pommern)–Pyrzyce. Jetzt besteht Bahnanschluss über die 14 Kilometer weit entfernte Station Dolice (Dölitz) an der Bahnstrecke Posen–Stettin. Die 1898 angelegte Kleinbahnstrecke Pyritz–Plönzig der Pyritzer Kleinbahnen mit Haltepunkt in Kloxin ist noch bis 1954 von der Polnischen weiter betrieben worden und wurde dann 1987 demontiert.

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahre 1240. Damals einigten sich Herzog Barnim I. von Pommern und Bischof Konrad III. von Cammin auf ein großes Tauschgeschäft, bei dem der Herzog den Bischofszehnten von 1800 Hufen Land zu Lehen nahm, darunter von 50 Hufen in dem damals „Clodsin“ genannten Dorf.Klaus Conrad (Bearb.): Pommersches Urkundenbuch. Band 1. 2. Auflage (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern. Reihe 2, Bd. 1). Böhlau Verlag, Köln/Wien 1970, Nr. 377, bei Fn. 19.

Auf der Lubinschen Karte des Herzogtums Pommern von 1618 ist „Clocksin“ verzeichnet, erscheint aber etwas nach Norden verschoben unmittelbar am Ufer des Plönesees.

mini|Rittergut Kloxin um 1860, Sammlung Alexander Duncker Kloxin war von alters her ein Rittergutsdorf. Am 24. Juni 1835 kauft Heinrich von Randow das rund 5000 Morgen große Gut mit dem Vorwerk Ernestinenhof (heute polnisch: Topolinek) von seiner Schwiegermutter Johanna Thorein, geborene Mechow, für 50.000 Taler. Vorbesitzer waren u. a. die von Schack, von Küssow, von Damm und Gaedke. Das Gutshaus stammte aus dem 19. Jahrhundert.

Vor 1945 bildete Kloxin eine Landgemeinde im Landkreis Pyritz der preußischen Provinz Pommern. Zur Gemeinde gehörten auch die Wohnplätze Ernestinenhof und Herbertshof. im Informationssystem Pommern. Die Gemeinde war in den Amtsbezirk Prillwitz eingegliedert. im Informationssystem Pommern.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Kurz darauf wurde Kloxin zusammen mit ganz Hinterpommern unter polnische Verwaltung gestellt. Kloxin wurde in Kłodzino umbenannt. Soweit die Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit vertrieben und durch Polen ersetzt.

Heute bildet Kłodzino ein eigenes Schulzenamt in der Gmina Przelewice (Gemeinde Prillwitz).Wykaz Sołtysów bei www.przelewice.pl. Hier leben etwa 600 Einwohner.

Einwohnerzahlen Jahr Ein-wohner Anmerkungen 1816 270 davon fünf im Vorwerk ErnestinenhofOrtschafts-Verzeichniß des Regierungs-Bezirks Stettin nach der neuen Kreis-Eintheilunge vom Jahr 1817 nebst alphabetischem Register. Stettin 1817, VIII. Pyritzer Kreis, Nr. 78 und 79. 1867 150 Königl. Preußisches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Berlin 1874, S. 40–41, Nr. 34. 1871 150 sämtlich Evangelische 1925 422 davon 354 Evangelische und 68 Katholiken 1933 362 1939 432

Kirche Dorfkirche Das Kloxiner Kirchengebäude stammt aus dem 13. Jahrhundert. Von der Quaderkirche ist der an sich plumpe spätmittelalterliche Turm erwähnenswert, der von einem schweren Spitzbogen durchbrochen war – als Durchfahrt für Wagen von Süden nach Norden. Die Durchfahrt ist heute geschlossen, aber noch gut sichtbar.Rita Scheller: Die Kloxiner Glocke. In: Pommersche Heimatkirche. Nr. IV/2012. Beilage in: Die Pommersche Zeitung. Nr. 17/2012, S. 15. Die Kirche wurde 1945 von der Katholischen Kirche in Polen für sich in Anspruch genommen.Irene Maciejczak, Rita Scheller: Die evangelische Predigtstelle Kloxin. In: Pommersche Heimatkirche. Nr. II/2012. Beilage in: Die Pommersche Zeitung. Nr. 8/2012, S. 16. Eine der beiden Glocken der Kloxiner Kirche, sie stammt aus dem Jahre 1479, musste im Zweiten Weltkrieg zur Rohstoffgewinnung abgeliefert werden, überstand aber den Krieg und befindet sich seit 1951 in der Kirche in Hartenrod.

Kirchengemeinde Bis 1945 Vor 1945 war die Bevölkerung von Kloxin überwiegend evangelischer Konfession. Das Dorf war Pfarrsitz des gleichnamigen Kirchspiels, zu dem – bei insgesamt sieben eingepfarrten Orten, darunter: Augusttal (heute polnisch: Podlesie), Ernestinenhof (Topolinek), Felixhöhe (nicht mehr existent), Luisenhof (Lucin) und Malwinenvorwerk (Ślazowo) – auch die Tochtergemeinde Prillwitz (Przelewice) gehörte.

Im Jahre 1940 zählte das Kirchspiel Kloxin 1.424 Gemeindeglieder. Es war in den Kirchenkreis Pyritz im Westsprengel der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union eingegliedert. Das Kirchenpatronat oblag damals dem Rittergutsbesitzer Amtsrat Erich Kühne-Wanzleben (für Kloxin) und den Gebrüdern Geheimräte Conrad und Ernst von Borsig-Berlin (für Prillwitz).

Ein Kirchenbuchduplikat aus der Zeit von 1797 bis 1873 wird heute im Staatsarchiv Greifswald aufbewahrt.

Seit 1945 Seit 1945 leben in Kłodzino fast ausnahmslos katholische Kirchenglieder. Das Dorf gehört heute zum Dekanat Barlinek (Berlinchen) im Erzbistum Stettin-Cammin der Katholischen Kirche in Polen.

Für die evangelischen Kirchenglieder in der Region ist Kłodzino jetzt ein zentraler Kirchort. Er ist Filialkirchort der Kirchengemeinde der St. Trinitatiskirche in Stettin in der Diözese Breslau der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen. In der etwa 1936 von dem damaligen Gutsbesitzer Claus-Joachim Kühne erbauten Kapelle auf dem ehemaligen Friedhof finden die Gottesdienste statt.

Pfarrer 1535–1945 Mehr als vierhundert Jahre amtierten in Kloxin evangelische Geistliche:

Joachim Hahn Urbanus Gelicke ab 1605: Johann Brüggemann ab 1614: Andreas Philippi ab 1644: Christian Schultz oder Prätorius 1670: Johann Bergemann 1693: Martin Gericke 1697–1713: Joachim Strase 1714–1745: Martin Friedrich Wilcke 1746–1758: Bernd Heinrich Hempel 1759–1806: David Gottlob Wiesener 1806–1830: Christian Friedrich Reich 1831–1857: Ernst Wilhelm Buls 1857–1870: Friedrich Wilhelm Ferdinand Hausig 1871–1884: Hermann Adolf Franz 1885–1896: Karl Gustav Götsch 1896–1903: Friedrich Wilhelm Karl Krösell 1904–1934: Ernst Gené 1934–1945: Erich Bake

Literatur Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 1: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 147, Nr. 29. Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. Teil II, Band 3, Anklam 1868, S. 674–677. Hans Moderow: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. 1. Teil, Stettin 1903. Heinrich Schulz: Pommersche Dorfkirche östlich der Oder. Herford 1963.

Weblinks Die Gemeinde Kloxin im ehemaligen Kreis Pyritz in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011). Kloxin bei Meyers Gazetteer (mit historischer Landkarte)

Fußnoten

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