Die Große Nusseibe oder Chinesische Nusseibe (Torreya grandis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Nusseibe (Torreya) in der Familie der Eibengewächse (Taxaceae). Sie ist in China heimisch und kommt dort in Bergregionen und offenen Tälern vor.

Als wirtschaftlich bedeutende Kulturform wird in China vor allem die als „Chinese torreya“ bezeichnete Kultursorte Torreya grandis cv. Merrillii (香榧) angebaut, die überwiegend vegetativ (z. B. durch Veredelung) vermehrt wird.

Beschreibung mini|Habitus mini|Zweige mit Blättern und Arillus mini|Samen

Vegetative Merkmale Torreya grandis wächst als immergrüner Baum und kann Wuchshöhen bis etwa 25 Meter erreichen.

Generative Merkmale Die Große Nusseibe ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Der eiförmige, hartschalige Samen ist vollständig von einem dicken, fleischigen Samenmantel (Arillus) umgeben. Der Samen reift erst im Jahr nach der Blüte.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.

Systematik und Verbreitung Die Erstbeschreibung von Torreya grandis erfolgte 1857 durch Robert Fortune in John Lindley: The Gardeners' Chronicle & Agricultural Gazette, Jahrgang 1857, Seite 788.

Torreya grandis ist 1995 in zwei Varietäten unterteilt worden: Torreya grandis var. grandis (Syn.: Caryotaxus grandis , Tumion grande , Torreya grandis var. chingii , Torreya grandis var. dielsii , Torreya grandis var. merrillii , Torreya grandis var. sargentii , Torreya nucifera var. grandis ): Sie gedeiht auf Bergen und in offenen Tälern in Höhenlagen von 200 bis 1400 Metern in den chinesischen Provinzen südliches Anhui, nördliches Fujian, nordöstliches Guizhou (nur Songtao), westliches Hunan, südliches Jiangsu, nördliches Jiangxi sowie Zhejiang. Torreya grandis var. jiulongshanensis : Sie wurde 1995 erstbeschrieben. Sie gedeiht auf Bergen in Höhenlagen von etwa 800 Metern nur im Suichang Xian im südlichen Zhejiang.

Kultivierung Die unter der Bezeichnung „Chinese torreya“ geführte Kultursorte Torreya grandis cv. Merrillii ist in Ostchina von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung und wird hauptsächlich über vegetative Vermehrung (insbesondere Veredelung) verbreitet.

Die in der älteren Literatur verwendete Bezeichnung Torreya grandis var. merrillii stellt keine eigenständige taxonomische Einheit dar, sondern wird heute als Synonym der Nominatvarietät T. grandis var. grandis geführt. Untersuchungen zu Ölgewinnung, Samenqualität und chemischer Zusammensetzung beziehen sich in der Regel auf kultivierte Formen dieser Art, insbesondere auf die als „Chinese torreya“ verbreiteten Anbauklone.

Geruch, Aroma und flüchtige Inhaltsstoffe Der Trivialname „Stinkeibe“ wird für Arten der Gattung Torreya verwendet; bei Torreya taxifolia ist ein deutlich unangenehmer Geruch nach mechanischer Beschädigung (z. B. Zerreiben) beschrieben.

Für Torreya grandis sind flüchtige Inhaltsstoffe und gewebespezifische Aromaprofile untersucht worden. Sensorische Analysen von Arillus-Extrakten zeigen, dass sich die Geruchseigenschaften je nach Extraktionsmethode deutlich unterscheiden können (u. a. „citric, sweet, floral“ gegenüber „sweaty, pungent“). In einer multisensorischen Untersuchung wurden zahlreiche flüchtige Verbindungen aus verschiedenen Geweben (Arillus, Stängel, Blätter, Wurzeln, Samen) erfasst; dabei stellten Terpene den Hauptanteil der Volatilfraktion. Als charakteristische Verbindungen zur Unterscheidung von Geweben wurden u. a. Myrtenol, α-Pinen, β-Myrcen, 1-Octen-3-ol, (E)-β-Ocimen und D-Limonen beschrieben.

Verwendung Die Samen („Nüsse“) werden als Lebensmittel genutzt und können zur Ölgewinnung gepresst werden; diese Nutzung ist ein zentraler Bestandteil des Anbaus der Kultursorte „Chinese torreya“ (T. grandis cv. Merrillii). Der Erntezeitpunkt beeinflusst Ertrag, Qualitätsmerkmale und den Gehalt an aktiven Substanzen der Nüsse und des gewonnenen Öls. Vergleichende Analysen der Öle von T. grandis und T. grandis var. merrillii zeigen Unterschiede in chemischer Zusammensetzung und antioxidativen Eigenschaften.

Der fleischige Samenmantel (Arillus) enthält flüchtige Aromastoffe und wurde als Quelle für Aroma-/Duftprofile untersucht.

Übersichtsarbeiten fassen zudem bioaktive Inhaltsstoffe zusammen und diskutieren Anwendungen von Torreya grandis bzw. daraus gewonnenen Produkten in den Bereichen Lebensmittel, traditionelle Medizin und Kosmetik.

Das Holz findet Verwendung als Bau- und Möbelholz sowie für Schnitzarbeiten.

Literatur Andreas Bärtels: Enzyklopädie der Gartengehölze. Ulmer Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3198-6, S. 750. Liguo Fu, Nan Li, Robert R. Mill: Taxaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 4: Cycadaceae through Fagaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing / St. Louis, 1999, ISBN 0-915279-70-3. (Textgleich online)

Weblinks

Einzelnachweise Liguo Fu, Nan Li, Robert R. Mill: Taxaceae.: Torreya grandis Fortune ex Lindley, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 4. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing / St. Louis 1999.

Kategorie:Eibengewächse Kategorie:Baum Kategorie:Schalenobst Kategorie:Ölhaltige Frucht Kategorie:Holzart