mini|Alfredo Battistini
Alfredo Battistini (* 8. August 1953 in Uznach, Schweiz; † 17. Mai 2008 in St. Gallenkappel, Schweiz) war ein italienisch-schweizerischer Bildhauer, Zeichner und Sportler.
Leben Alfredo Battistini wurde am 8. August 1953 als Sohn von Alearda di Traglia und Alfredo Battistini in Uznach in der Schweiz geboren. Seine Eltern stammten aus San Piero in Bagno und Sarsina in der Romagna, Italien. Nach der Ausbildung zum Maurer zog er 1976 nach Paris, wo er als Assistent des Modefotografen Lothar Schmid arbeitete. Zurück in der Schweiz machte er in seinem Heimatort Rapperswil SG eine Ausbildung zum Steinmetz. Er absolvierte zudem eine Ausbildung als Sportmasseur, um der menschlichen Anatomie näher zu kommen. Später arbeitete und lernte er als erster und einziger Schüler im Atelier des Bildhauers Hans Jörg Limbach.
Im Jahr 1979 bewarb er sich für einen Platz an der Kunstakademie in Paris und wurde angenommen. Am 27. Mai 1979 wurde Battistini auf der Rückfahrt von einem Besuch in Italien als Beifahrer in einen Unfall verwickelt und war seitdem querschnittgelähmt. Auch im Rollstuhl widmete sich Alfredo Battistini der Kunst und dem Sport.
Im Bankdrücken gewann er fünf Weltmeister-, zwei Europameister- und 25 Schweizer Meistertitel sowie drei Bronzemedaillen bei den Sommer-Paralympics Seoul 1988 und in Barcelona 1992. Bei den Weltmeisterschaften in England und Sydney gewann er Gold und Silber. 225 Kilogramm sind seine Höchstleistung und damit übertraf Battistini selbst die besten Nicht-Behinderten in der Schweiz. Vor seinem Leben im Rollstuhl war er zudem Boxer und wurde 1976 Schweizermeister im Halbschwergewicht. Am 26. Dezember 1971 boxte er im Vorkampf von Muhammad Ali und Jürgen Blin im Hallenstadion in Zürich.
Seinen Mitmenschen gegenüber zeichnete er sich als Menschenfreund mit Gerechtigkeitssinn für die Schwächeren und Benachteiligten der Gesellschaft aus. Im Jahre 2004 erhielt Alfredo Battistini für seine Verdienste die Auszeichnung «Paraplegiker des Jahres» des Paraplegikerzentrums Schweiz.
Seine Leidenschaft galt der Kunst und Bildhauerei. Nach einer einjährigen Studienreise durch Chile mit Besuchen an der Kunstgewerbeschule in Santiago de Chile im Anschluss an seinen Spitalaufenthalt begann er an seinen ersten Werken zu arbeiten. Durch die Unterstützung von Guido A. Zäch konnte er 1983 seine erste eigene Ausstellung in Bottmingen bei Basel präsentieren. Seine Skulpturen (Bronze und Marmor) zeugen von seinen Lehrmeistern und Vorbildern; Hans Jörg Limbach, Auguste Rodin und im Besonderen Michelangelo Buonarroti.
Öffentlich bekannte Werke sind zum Beispiel das Denkmal zu Ehren des Zirkus Knie am Ortseingang der Stadt Rapperswil oder die Trophäe der Stuttgart Open welche Boris Becker, Stefan Edberg, Thomas Muster und Petr Korda in Empfang nahm. Am 17. Mai 2008 verstarb Alfredo Battistini in seinem Wohn- und Arbeitsort St. Gallenkappel im Alter von 54 Jahren.
Museum Die Skulptur La Creazione, eine Hommage an die Darstellung der Erschaffung Adams in der Sixtinischen Kapelle in Rom, hat seit dem Frühling 2009 ihren festen Platz im «Museo Michelangiolesco» neben dem Geburtshaus Michelangelos in Caprese Michelangelo, Toscana. Michelangelo Buonarroti wurde dort am 6. März 1475 geboren.
Sportliche Erfolge mini|Alfredo Battistini beim Training Boxen 1971 Vorkampf im Rahmenprogramm im Kampf „Muhammad Ali gegen Jürgen Blin“ 1975 Schweizermeister im Halbschwergewicht 1976 Schweizermeister im Halbschwergewicht
Fünfkampf 1981 Schweizermeister im Fünfkampf
Gewichtheben, Rollstuhlsport 1982 Weltmeister und Schweizermeister, Gewichtheben im Halbschwergewicht 9. Schweizer Rollstuhlmeisterschaft Biel 1983 Vizeweltmeister und Schweizermeister, Gewichtheben im Halbschwergewicht 10. Schweizer Rollstuhlmeisterschaft Thun 1984 Schweizermeister im Halbschwergewicht 11. Schweizer Rollstuhlmeisterschaft Zürich VII. World Wheelchair Games, Paralympics Stoke Mandeville UK, Bronzemedaille, Kategorie +95 kg, 195 kg 1. Nationales Rollstuhl Sporttreffen, Grosshöchstetten, 1 × Gold 1985 Weltmeister, Europameister und Schweizermeister, Gewichtheben im Schwergewicht (erster Stosser der Schweiz im Rollstuhl, der 200 kg und mehr erreicht hat) VIII. World Wheelchair Games, Paralympics Stoke Mandeville UK, 1 × Gold Schweizermeister bei den Nichtbehinderten 1986 Weltmeister, Europameister und Schweizermeister, Gewichtheben im Schwergewicht – Kriens, Thun Schweizermeister bei den Nichtbehinderten 1987 Weltmeister und Schweizermeister, Gewichtheben im Schwergewicht Schweizermeister bei den Nichtbehinderten International Stoke Mandeville Games, 1 × Gold 14. Schweizerische Rollstuhl Meisterschaft Freiburg Championat Swiss, Dev. Couche Seniors 2eme 1988 Weltmeister, Gewichtheben im Schwergewicht Bronzemedaille bei den Paralympics in Seoul, Power Lifting, Kategorie +95 kg, 187,5 kg 1992 Schweizermeister, Bankdrücken, 200, 220 kg 19. Schweizer Rollstuhl Meisterschaften Zug Bronzemedaille bei den Paralympics Barcelona, Power Lifting, Kategorie +100 kg, 190 kg Weltmeister und Weltrekord 17th National Wheelchair Games Adelaide, 220 kg 1993 Goldmedaille bei den World Wheel Power Games Stoke Mandeville, Weight Lifting, Power-Lifting und Kombination Schweizermeister im Bankdrücken 220 kg ISMWSF Games Gold 1994 Schweizermeister und Schweizer Rekord (12-mal verbessert) im Bankdrücken, Schweizermeister im Bankdrücken bei den Nichtbehinderten 1995 2. Schweizer Armwrestling Cup St. Gallen, Schweizer Rekord im Bankdrücken 1996 Klassen- und Gesamtsieg, Schweizer Rekord, Schweizer Meisterschaften im Bankdrücken Bremgarten, 220 kg 1998 Vizemeister Schweizermeisterschaft im Bankdrücken, 210 kg, Bremgarten Schweizer Meisterschaft im Rollstuhlsport, Rapperswil 2000 Schweizermeister im Bankdrücken, Kategorie +100 kg, 210 kg, Bremgarten
Schlüsselwerke Skulpturen mini|La Creazione im Museo Michelangiolesco mini|Weissclown in Rapperswil-Jona 1982 Laura Inspiration 1985 Überdosis Menschheit 1992 C’est la vie Männertorso 1993 Denkmal Circus Knie – Weissclown Trophäe «Stuttgart Open» 1994 Spirale zum Erfolg Grabmal Daniela Jutzeler Grabmal für einen ungenannten Bekannten 1995 La Creazione 1997 La Luce (klein ohne Sockel) Wärme des Lebens Sempre Donne Mondo Elefanti – in memorian Rolf Knie Champ – Trophäe für Andi Hug 2002 La Luce (gross mit Sockel) Gil, Widmung für Gil Rossellini 2003 Engel der Liebe 2006 Faust/Kraft Politiker sind Mörder 2007 Il Tempo, Marmor Glut, Carraramarmor undatiert Geborgenheit Insieme Per sempre (Bronze und Marmor) Sempre Donne, Marmor und Bronze
Filme Kill Gil Volume 2, von und mit Gil Rossellini, 2006.
Weblinks
Alfredo Battistini Museo Michelangiolesco
Kategorie:Bildhauer (Schweiz) Kategorie:Paralympics-Teilnehmer (Schweiz) Kategorie:Teilnehmer der Sommer-Paralympics 1988 Kategorie:Teilnehmer der Sommer-Paralympics 1992 Kategorie:Person (Rapperswil-Jona) Kategorie:Schweizer Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1953 Kategorie:Gestorben 2008 Kategorie:Mann