Georg Tryphon (* 30. September 1935; † 18. Juli 2026 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler, Synchron- und Hörspielsprecher griechischer Herkunft.
Karriere Georg Tryphon machte ein Schauspielstudium in Berlin. Theaterengagements führten Tryphon in der Folge zunächst nach Gießen, Bielefeld, Düsseldorf und Stuttgart. 1970 kehrte er nach Berlin zurück und arbeitete in West-Berlin an renommierten Bühnen, wie dem Hebbel-Theater, dem Theater am Kurfürstendamm und dem Renaissance-Theater. Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre war er unter anderem als dramaturgischer und künstlerischer Mitarbeiter am Intimen Theater in Berlin-Kreuzberg tätig.
Als Schauspieler war Georg Tryphon unter anderem in Kinofilmen wie Ödipussi (Regie: Loriot), Väter (Regie: Dani Levy), Die Päpstin (Regie: Sönke Wortmann) und Grand Budapest Hotel (Regie: Wes Anderson) zu sehen. Ebenfalls war er in Episodenrollen von Fernsehreihen wie Tatort oder Bella Block, sowie in Fernsehserien wie Berlin, Berlin und Adelheid und ihre Mörder zu sehen.
Seit den frühen 1970er Jahren war Tryphon zudem umfassend im Bereich der Film- und Fernsehsynchronisation tätig. Er etablierte sich hier jedoch nie als Stammsprecher einer seiner synchronisierten Schauspieler. Er wurde häufiger auf leicht verkopfte, verschrobene oder verrückte Rollentypen besetzt. In international erfolgreichen Fernsehserien, wie Sergeant Preston, Perry Mason, Bonanza, Kobra, übernehmen Sie, Drei Engel für Charlie, Dallas, Hart aber herzlich, Ein Colt für alle Fälle, Mord ist ihr Hobby, Star Trek: Raumschiff Voyager oder Emergency Room – Die Notaufnahme sprach Tryphon immer wieder Episodenrollen. In M*A*S*H synchronisierte er in der zweiten deutschen Synchronfassung Maxwell Klinger, gespielt von Jamie Farr. In Spielfilmen synchronisierte er unter anderem Warren Clarke als Dim in Uhrwerk Orange, Gilbert Gottfried als Sidney Bernstein in Beverly Hills Cop 2 sowie Vincent Schiavelli als Cortino in Dreimal ist einmal zu viel. Im Animationsbereich sprach er unter anderem eines der drei kleinen Schweinchen in den Shrek-Filmen, Stretch bzw. Stinkie in verschiedenen Casper-Produktionen, Metro in Es war einmal … der Weltraum und Es war einmal … das Leben, den Diener Moritz in Oiski! Poiski! – Neues von Noahs Insel und den Museumsleiter in Disneys Wochenend-Kids. Episodennebenrollen übernahm er in weiteren Disney-Serien wie Goofy und Max oder in einzelnen Folgen von SpongeBob Schwammkopf oder der Animeserie Detektiv Conan. Die Deutsche Synchronkartei listet 900 Sprechrollen in Film- und Serienproduktionen.
Als Hörspielsprecher war Georg Tryphon seit den späten 1960er Jahren tätig. Er war unter anderem in Richard Heys Hörspielumsetzung von Voltaires Kandid oder Die beste der Welten (1970) zu hören, sowie im Hörspieldreiteiler Der Fan nach Bob Randall (Regie: Dietrich Auerbach, 1980) oder Viel Frust für Frost nach R. D. Wingfield (Regie: Klaus Wirbitzky, 1992). In kommerziellen Hörspielproduktionen war Tryphon selten zu hören, so beispielsweise in Die drei ??? (... und das brennende Schwert, 1997), Sherlock Holmes (Der griechische Dolmetscher, 2017) und Geisterjäger John Sinclair (Die Horror-Hochzeit, 2025).
Georg Tryphon war mit seinem Schauspielkollegen Dieter Hallervorden befreundet, den er bereits während seines Schauspielstudiums kennen gelernt hatte. Zu einem von Tryphons letzten Auftritten als Bühnenschauspieler zählte das Stück Mosca und Volpone, basierend auf Volpone von Stefan Zweig, das in der Spielzeit 2017/2018 an Dieter Hallervordens Schlosspark-Theater in Berlin gespielt wurde.
Gemäß Informationen aus der Synchronbranche starb Georg Tryphon im Juli 2026 im Alter von 90 Jahren.
Filmografie (Auswahl) 1971: Hamburg Transit – Ein Pfirsich aus Kreta 1971: Tatort – Frankfurter Gold (TV) 1972: Privatdetektiv Frank Kross – Der Amazonasbericht 1973: Lokaltermin – Dein Eid ist Meineid 1978: Nonstop Nonsens (TV) 1979: Die Koblanks 1980: Ein verrücktes Paar 1985: Mord im Spiel (TV) 1986: Killing Cars 1986: Die Nervensäge (TV) 1987: Berliner Weiße mit Schuß (Fernsehserie, Folge 7: Episode Alles für die Kätzchen als Doc) 1987: Berliner Weiße mit Schuß (Fernsehserie, Folge 8: Episode Lehrer mit Herz) 1988: Ödipussi (Kino) 1988: Die Senkrechtstarter 1989: Affäre Nachtfrost 1989: Schweinegeld – Ein Märchen der Gebrüder Nimm 1989: Tatort – Keine Tricks, Herr Bülow (TV) 1990: Liebling Kreuzberg (TV) 1992: Die Tigerin 1992: Otto – Der Liebesfilm 1994: Wolffs Revier (TV) 1994: Ihre Exzellenz, die Botschafterin (TV) 1996: Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei (TV) 1997: Kidnapping – Ein Vater schlägt zurück (TV) 1997: Blutige Scheidung – Mein Mann läuft Amok 1999: Unser Charly (TV) 2000: Sass – Die Meisterdiebe (Kino) 2001: Väter (Kino) 2003: Berlin, Berlin (TV) 2003: Donna Leon – Venezianisches Finale (TV) 2003: Alphateam – Die Lebensretter im OP (TV) 2004: Hitlerkantate (TV) 2005: Adelheid und ihre Mörder (TV) 2008: Männerherzen (Kino) 2008: Dr. Molly & Karl (TV) 2008: Zwerg Nase (Märchenfilm) 2009: Die Päpstin (Kino) 2010: Hoheneck war gestern (TV) 2010: Urlaub mit kleinen Folgen 2011: Ein Sommer in Paris 2012: Bella Block: Unter den Linden (TV) 2012: Katja Engel (TV) 2013: Die Pastorin (TV) 2013: Die Bücherdiebin (Kino) 2014: Grand Budapest Hotel (Kino) 2014: Quatsch und die Nasenbärbande 2017: SOKO Köln – Arrivederci Bruno 2017: SOKO Wismar – Die Freuden des Alters 2018: Was uns nicht umbringt 2021: Mein Freund, das Ekel
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