mini|Futsal in Guatemala City (2011) Futsal ist eine Hallensportart und seit 1989 die offizielle Hallenfußballvariante der FIFA.

Der Begriff Futsal ist eine Abkürzung der portugiesischen und spanischen Ausdrücke für Hallenfußball (futebol de salão bzw. fútbol sala). Futsal wird im 5 gegen 5 auf einem handballähnlichen Spielfeld mit einem sprungreduzierten Ball gespielt. Das Spiel wird nach den internationalen FIFA-Futsal-Spielregeln ausgetragen.

Verbreitung Futsal ist weltweit verbreitet und wird durch den Weltfußballverband FIFA und seine Mitgliedsverbände organisiert. Eine der bekanntesten Futsal-Ligen der Welt ist die spanische Primera División de Fútbol Sala des königlich-spanischen Fußballverbandes mit 16 professionellen Futsal-Mannschaften, darunter der FC Barcelona.

Auf Klubebene nehmen die besten Futsal-Mannschaften Europas bei der UEFA Futsal Champions League teil, die europäischen Nationalmannschaften messen sich unter anderem bei der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft der Männer, der FIFA-Futsal-Weltmeisterschaft der Frauen, der UEFA Futsal-Europameisterschaft der Männer und der UEFA Futsal-Europameisterschaft der Frauen.

Zu den bekanntesten europäischen Sportvereinen, die eine Futsalabteilung führen, zählen Benfica Lissabon, FC Barcelona als auch Sporting Lissabon. Auch in Deutschland sind Futsalabteilungen in bekannten Sportvereinen verankert, wie Fortuna Düsseldorf, FC St. Pauli, FC Carl Zeiss Jena, Hamburger SV, Hannover 96, Karlsruher SC, SSV Jahn Regensburg, SV Darmstadt 98, TSV 1860 München, Preußen Münster und vielen weiteren.

Geschichte Die Ursprünge des Futsals gehen auf das Jahr 1930 und den uruguayischen Sportlehrer Juan Carlos Ceriani zurück. Ceriani hatte es sich zum Ziel gesetzt, eine altersgerechte Spielform des Fußballs für Kinder zu entwickeln und Kindern, denen keine Spielfelder im Freien zur Verfügung standen, das Fußballspielen auf Basketballfeldern zu ermöglichen. Diese kleineren Spielfelder waren die Lösung für das mangelnde Platzangebot. Ceriani zog die Rahmenbedingungen und Spielregeln anderer Mannschaftssportarten wie Basketball, Handball und Wasserball heran und passte die Größe des Spielfeldes, die Spieleranzahl, die Spieldauer und die Spielregeln für die neue Hallenfußballvariante an. In Uruguay, wo Fußball nach den Titelgewinnen bei den Olympischen Spielen 1928 und bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1930 außerordentlich populär war, stieß die neue Fußballvariante auf Anhieb auf Begeisterung und breitete sich schnell in ganz Südamerika aus. Bereits 1942 hat der südamerikanische Sportlehrerbund den Futsal für den Schulsport empfohlen.vgl. zum folgenden Abschnitt dfb.de, ; abgerufen am 21. Juli 2016. 1952 wurde in São Paulo die erste offizielle Institution, die Liga „Futebol de Salão“, gegründet. In den darauffolgenden Jahrzehnten verbreitete sich der Futsal allmählich rund um den Globus als offizielle Hallenvariante des Fußballs, die durch die Übernahme bestimmter Elemente aus anderen Mannschaftssportarten einen eigenen Charakter besitzt.

Im Jahr 1989 wurde Futsal von der FIFA als offizielle, internationale Hallenfußballvariante aufgenommen. Die erste FIFA Futsal-Weltmeisterschaft wurde 1989 in den Niederlanden ausgetragen. Im Finale gewann Brasilien gegen Niederlande mit 2:1. Die erste UEFA Futsal EURO fand 1996 in Spanien statt. Im ersten Finale der Futsal-Europameisterschaft gewann Spanien gegen Russland mit 5:3. 2019 wurde die erste UEFA Women’s Futsal EURO in Portugal ausgetragen und im Jahr 2024 FIFA Futsal-Weltmeisterschaft der Frauen. Im europäischen Vereins-Futsal wird seit der Saison 2001/02 die UEFA Futsal Champions League von der UEFA ausgetragen. Außerdem beantragte die FIFA, Futsal und Beachsoccer angesichts ihrer weltweiten Popularität als eigene Fußballdisziplinen ins Programm der Olympischen Spiele aufzunehmen.

Futsal im Fußball Futsal weist naturgemäß ein hohes Maß an aktiver Teilnahme und motorischer Betätigung auf: Die Spieler sind ständig – direkt oder indirekt – ins Geschehen involviert und verbringen viel Zeit mit aktivem und intensivem Spielen. Der für die Halle sprungoptimierte Ball erleichtert das Erlernen der motorischen Grundhandlungen des Fußballspiels, weshalb sich Futsal auch für den Schulsport als Einstieg bestens eignet. Viele internationale Stars wie Pelé, Ronaldo, Cristiano Ronaldo, Messi, Xavi und Ronaldinho haben in ihrer Kindheit mit Futsal begonnen.„Das zeichnet auch meinen Spielstil aus. Ich suche gerne das Eins-gegen-Eins, lege viel Wert auf eine gute Technik. Da kommt mir auch meine Zeit als Futsal-Spieler zugute. Denn in der Halle hast du genau diese Situationen. Du musst dich häufig aus Bedrängnis und engen Situationen lösen, die richtige Entscheidung treffen und sehen, wo die Mitspieler sind.“ – Elias Saad, FC St. PauliBundesliga-Profi Elias Saad spielte lange Zeit für die Futsal Abteilung des Hamburger SV, damals bekannt als HSV-Panthers. Saad debütierte als damals jüngster Nationalspieler der Futsal-Nationalmannschaft.

Die FIFA-Futsal-Spielregel mini|250px|Futsal-Spielfeld

Die FIFA legt für den Futsal weltweit einheitliche Spielregeln fest, mit dem Ziel, dass in jedem Spiel in jeder Konföderation, jedem Land, jeder Stadt und jedem Dorf die gleichen Futsal-Spielregeln gelten. Wie beim Fußball dürfen die nationalen Fußballverbände, die Konföderationen und die FIFA bei ihren Futsal-Wettbewerben Änderungen vornehmen, um auf die spezifischen Bedürfnisse beispielsweise im Jugend- oder Altherren-Bereich einzugehen.

Im Futsal hat das Spielfeld die gleiche Größe wie ein Handballfeld und ist durch Linien begrenzt. Es wird generell mit fünf Spielern, von denen einer der Torwart ist, auf Handballtore mit einem sprungreduzierten Fußball gespielt. Der Ball hat einen Umfang von mindestens 62 und höchstens 64 cm (Fußball 68 bis 70 cm) und relativ wenig Druck (0,6 bis 0,9 bar Überdruck gegenüber 0,6 bis 1,1 bar beim Standard-Fußball der Größe 5). Zusätzlich gibt es die Vorgabe, dass der Ball beim Futsal bei einer Fallhöhe von 2 m nach dem ersten Aufprall nicht weniger als 50 und nicht mehr als 65 cm aufspringen darf. Das Spielfeld misst bei internationalen Wettkämpfen 38–42 m × 20–25 m.

Gewechselt werden darf unbegrenzt und fliegend innerhalb der mannschaftseigenen Wechselzone, der Einwurf ist durch den Einkick ersetzt, die Spielzeit beträgt zweimal 20 Minuten, reine Spielzeit.

Der Strafstoß wird aus sechs Metern Entfernung ausgeführt. Futsal ist keineswegs körperlos, wie es oft fälschlicherweise beschrieben wird. Der Körperkontakt in den Zweikämpfen ist ähnlich intensiv wie beim Fußball. Die Mannschaftsfouls werden (ähnlich wie beim Basketball) gezählt, wobei es ab dem fünften Mannschaftsfoul (je Halbzeit) für jedes weitere Foul einen direkten Freistoß ohne Mauer gibt, der auf den Zehn-Meter-Punkt verlegt werden darf. Nach einer roten Karte darf der betreffende Spieler nach Ablauf von zwei Minuten oder nachdem die gegnerische Mannschaft ein Tor erzielt hat durch einen anderen Spieler ersetzt werden.

Zudem gilt beim Futsal eine verschärfte Rückpass-Regel: Der Torwart darf den Ball nur einmal berühren und dabei höchstens vier Sekunden kontrollieren (dazu gehört auch der Abwurf). Danach darf er den Ball erst wieder berühren, wenn zwischenzeitlich ein Gegner Ballkontakt hatte, oder wenn der Torwart sich in der gegnerischen Hälfte befindet. Der Torwart kann ähnlich wie beim Handball durch einen weiteren Feldspieler ersetzt werden. Die Rückpass-Regel ist dabei aber weiterhin zu beachten. Jede Mannschaft kann einmal pro Halbzeit eine Auszeit von einer Minute erhalten, sofern sie bei der folgenden Spielfortsetzung im Ballbesitz ist.

Um Unsportlichkeiten wie Zeitspiel zu vermeiden, gibt es die „Vier-Sekunden-Regel“, dies sorgt außerdem für Dynamik und mehr Aktionen auf dem Feld. Für ruhende Bälle (sowie Kontrolle des Balles durch den Torwart mittels Hand oder Fuß in der eigenen Spielfeldhälfte) stehen jeweils nur vier Sekunden zur Ausführung zur Verfügung. Wird die zulässige Zeit überschritten, wechselt der Ballbesitz zur gegnerischen Mannschaft. Die Zeit wird vom Schiedsrichter angezeigt, der den Ablauf der vier Sekunden deutlich mit den Fingern mitzählt.

Rahmenbedingungen des Futsalspiels Das Spielfeld misst bei internationalen Wettkämpfen 38–42 m × 20–25 m und ist durch zwei Seiten- und zwei Grundlinien begrenzt. Die Tore haben die Größe 3 × 2 m. Gespielt wird mit dem sprungreduzierten Futsalball der Größe 4 mit einem Gewicht von 410–440 g. Das Spiel wird mit 5 Spielern pro Team ausgetragen (4 Feldspieler und 1 Torspieler). Bei internationalen Wettkämpfen können bis zu 9 Auswechselspieler gemeldet werden. Internationale Wettkämpfe werden von 3 Schiedsrichtern und 1 Zeitnehmer geleitet. Die Netto-Spielzeit beträgt 2 mal 20 Minuten. Befindet sich der Ball im Aus oder ist das Spiel unterbrochen, wird die Spielzeit bis zur Wiederaufnahme des Spiels angehalten.

Die wichtigsten Spielregeln des Futsalspiels Time Out: Pro Halbzeit kann jedes Team ein Time-Out nehmen. Das Time-Out dauert 60 Sekunden. Auswechslung: Die Spieler dürfen fliegend ein- und ausgewechselt werden. Foulspiel: Die erfolgten Fouls eines Teams werden pro Halbzeit zusammengezählt (kumulierte Teamfouls). 10-Meter-Freistoß: Nach dem fünften kumulierten Teamfoul erhält die gegnerische Mannschaft nach jedem weiteren Foul einen 10-Meter-Freistoß ohne Mauer vom 10-Meter-Punkt. 6-Meter-Strafstoß: Nach einem Foul im 6-Meter-Raum gibt es einen Strafstoß vom 6-Meter-Punkt. Platzverweis: Erhält ein Spieler eines Teams einen Platzverweis, spielt sein Team für 2 Minuten solange in Unterzahl, bis ein Gegentor fällt. Spieleröffnung bei Seitenaus und Ecken: Der Ball wird nach dem Seitenaus und bei Ecken mit einem Einkick ins Spiel gebracht. Die Verteidiger halten dabei einen Abstand von 5 Meter zum Ball. Spieleröffnung für Torspieler: Der Ball muss im 6-Meter-Raum innerhalb von 4 Sekunden mit der Hand ins Spiel gebracht werden (Abwurf statt Abstoß). Regel für Torspieler in der eigenen Hälfte: Der Torspieler darf in der eigenen Hälfte nur einmal für 4 Sekunden in Ballbesitz sein. Regel für Torspieler in der gegnerischen Hälfte: Der Torspieler darf in der gegnerischen Hälfte unbegrenzt und ohne Zeitbegrenzung in Ballbesitz sein (Flying Goalkeeper). Standardsituationen: Abwürfe, Freistöße, Ecken und Einkicks müssen nach Freigabe des Balles innerhalb von 4 Sekunden ins Spiel gebracht werden. Steht es in der KO-Phase nach 2 × 20 Minuten unentschieden, so wird eine 2 × 5-minütige Verlängerung gespielt.

Schiedsrichter Geleitet werden Futsal-Spiele oder auch Turniere von 2 bis 4 Schiedsrichtern, dem Ersten, Zweiten, Dritten und Vierten Schiedsrichter.

Der Erste Schiedsrichter befindet sich während des Spiels an der Seitenlinie des Feldes auf der Seite der Spiel- oder Turnierleitung. Seine Aufgabe ist, den Futsalregeln Geltung zu verschaffen, Spielfortsetzungen anzuzeigen und Disziplinarstrafen zu verhängen. Bei Fehlentscheidungen des Zweiten Schiedsrichters kann er diesen überstimmen.

Der Zweite Schiedsrichter befindet sich während des Spiels an der Seitenlinie gegenüber dem Ersten Schiedsrichter. Seine Aufgabe ist, ebenso wie der Erste Schiedsrichter den Futsalregeln Geltung zu verschaffen, Spielfortsetzungen anzuzeigen und Disziplinarstrafen zu verhängen.

Grundsätzlich werden Signale, welche einer der beiden ersten Schiedsrichter anzeigt, vom anderen der beiden übernommen. Das soll den Spielern dazu dienen, sich nicht auf nur einen Schiedsrichter konzentrieren zu müssen. Während des Spiels steht einer der beiden ersten Schiedsrichter grundsätzlich hinter dem Spielgeschehen, der Andere davor, so dass sich das Spielgeschehen immer zwischen den beiden abspielt. Die Positionen vor oder hinter dem Spielgeschehen wechseln im Spiel durch Einkick, Eckstoß oder Abwurf. Das macht das Spiel auch für die Schiedsrichter schneller und dynamischer.