Altenhagen ist ein Stadtteil von Bielefeld im Stadtbezirk Heepen. Bis 1972 war Altenhagen eine eigenständige Gemeinde im Amt Heepen des Kreises Bielefeld.

Geographie Die Stadt Bielefeld ist unterhalb der zehn Bezirke nicht weiter in administrative oder politische Einheiten gegliedert. Stadtteile sind in Bielefeld daher nur informelle Teilgebiete, deren Abgrenzung sich meist auf das Gebiet einer Altgemeinde bezieht. Zu statistischen Zwecken ist Bielefeld jedoch in 72 statistische Bezirke eingeteilt. Die Altgemeinde Altenhagen bzw. der informelle Stadtteil Altenhagen entsprechen dabei in etwa dem statistischen Bezirk 54 Altenhagen.Stadt Bielefeld: Demographie und statistische Gebietsgliederung

Altenhagen liegt im Nordosten von Bielefeld und grenzt an die Bielefelder Stadtteile Brönninghausen, Heepen und Milse sowie an die Städte Herford und Bad Salzuflen. Durch den Stadtteil fließen der Vogelbach, der Schulbach und der Wolfsbach. Im Südwesten von Altenhagen liegt der Töpkerteich.

Geschichte

Seit dem Mittelalter gehörte die Bauerschaft Altenhagen zur Vogtei Heepen im Amt Sparrenberg der Grafschaft Ravensberg. Im Ravensberger Urbar von 1556 hieß die Bauerschaft Nevershagen; später änderte sich ihr Name wieder zu Altenhagen.21. Jahresbericht Historischer Verein Grafschaft Ravensberg, S. 10 In der Napoleonischen Zeit gehörte Altenhagen von 1807 bis 1813 zum Kanton Heepen im Königreich Westphalen. 1816 kam Altenhagen zum Kreis Bielefeld und gehörte darin zunächst zum Verwaltungsbezirk Heepen, aus dem 1843 das Amt Heepen wurde.

Von 1937 bis zur Auflösung im Jahr 1945 befand sich in Altenhagen eine Außenstelle des Strafgefangenenlager Oberems.

In Altenhagen, das ursprünglich eine reine Streusiedlung war, entwickelten sich im 20. Jahrhundert zwei Siedlungsschwerpunkte; im Südosten das Kerngebiet von Altenhagen rund um die Kafkastraße, hier befinden sich auch Einrichtungen zur Nahversorgung und die Grundschule Altenhagen, sowie im Nordwesten das Wohngebiet Strusen nördlich der Milser Straße.

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung des Raums Bielefeld wurde Altenhagen am 1. Januar 1973 nach Bielefeld eingemeindet und gehört seitdem zum Stadtbezirk Heepen.

+ Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1799 578 1812 804 1843 1020 1864 845 1885 831 Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1871–1961. Düsseldorf 1966 1910 1005 1939 1525 1950 2132 Regionales Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen) 1961 3053 1966 3759 1970 4072 1972 3972 2008 4834 2014 4850 2019 4991 Daten der Stadt Bielefeld 2024 5128

Religion Altenhagen gehörte ursprünglich zum evangelischen Kirchspiel Heepen. 1909 gründete sich in Heepen der Evangelische Jünglings- und Jungfrauenverein, aus dem sich später ein Posaunenchor entwickelte. 1926 gründete sich die Evangelische Frauenhilfe Altenhagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Zahl der Gläubigen stark an und Altenhagen wurde 1948 zusammen mit Milse zum Pfarrbezirk der Heeper Gemeinde erklärt. 1957 wurde der Pfarrbezirk geteilt und 1962 wurde die Gemeinde in Altenhagen schließlich selbstständig. Man begann mit den Planungen und dem Bau der Johanneskirche, die 1970 eingeweiht werden konnte. 1974 folgte das Gemeindehaus. Kirche und Gemeinde gehören zum Kirchenkreis Bielefeld.

Die Altenhagener Katholiken gehören zur Kirchengemeinde St. Hedwig in Heepen. Ab 1945 wurde in einem vormaligen Jugenderholungsheim der NSV ein Kinder- und Altenheim, das St.-Elisabeth-Haus, eingerichtet, das über eine eigene Hauskapelle verfügte. Da sich katholische Heimatvertriebene auch in Altenhagen niedergelassen hatten, wurde die Hauskapelle für die Zahl der Gottesdienstbesucher zu klein, und 1955 begann der Bau einer neuen Kirche. Am 17. Juni 1956 erfolgte die Benediktion der nach Plänen des Paderborner Architekten Alois Dietrich errichteten St.-Elisabeth-Kirche, am 23. Oktober 2007 wurde sie profaniert.

Sport Die TSG Altenhagen-Heepen spielt 2023/2024 in der Staffel Nord-West der 3. Handball-Liga.

Verkehr Am nordöstlichen Rand von Altenhagen liegt die Anschlussstelle Ostwestfalen-Lippe der Bundesautobahn A 2. Von dort soll zukünftig die Ostwestfalenstraße bis zur B 61 verlängert werden und dabei als L712n nördlich am Altenhagener Wohngebiet Strusen vorbeigeführt werden.

Im öffentlichen Nahverkehr wird Altenhagen durch die Buslinie 33 erschlossen. Außerdem endet die Stadtbahn-Linie 2 im Westen des Stadtteils.

Persönlichkeiten Hermann Nordmeyer (1867–1968), Parteifunktionär (NSDAP)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtteil von Bielefeld Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Bielefeld) Kategorie:Heepen Kategorie:Gemeindeauflösung 1973