mini|Jeff Daniels (2018)
Jeffrey Warren „Jeff“ Daniels (* 19. Februar 1955 in Athens, Georgia) ist ein US-amerikanischer Schauspieler.
Leben Jeff Daniels wurde als Sohn des Lehrers Robert Lee Daniels und dessen Frau Marjorie J. in Georgia geboren. Bereits wenige Wochen nach der Geburt des Sohnes zog die Familie zurück in die alte Heimat Michigan, wo der Vater zum Eigentümer einer lokalen Holz-Firma wurde. Daniels, der ursprünglich wie sein Vater Lehrer werden wollte, studierte nach seiner Schulzeit Englisch und Theater an der Central Michigan University. Als Regisseur Marshall W. Mason 1976 an der Eastern Michigan University zwei Studentenaufführungen inszenierte, erschien auch Daniels zum Vorsprechen und bekam Hauptrollen in beiden Stücken. Mason war von seinem Talent so beeindruckt, dass er ihm vorschlug, der New Yorker Theatergruppe Circle Repertory Company beizutreten, woraufhin Daniels sein Studium sofort abbrach. Schon bald spielte er am Broadway und anderen New Yorker Theatern. Bekannt wurde er durch seine Darstellung des Jed Jenkins in Fifth of July von Lanford Wilson, der Daniels die Rolle auf den Leib geschrieben hatte.
1981 gab er sein Filmdebüt mit einer Nebenrolle in Miloš Formans Ragtime. 1983 folgte das mit fünf Oscars ausgezeichnete Filmdrama Zeit der Zärtlichkeit, in welchem Daniels mit seiner Darstellung als untreuer Ehemann von Debra Winger sowohl Kritiker als auch Publikum begeisterte. Seine Zusammenarbeit mit Woody Allen für den Film The Purple Rose of Cairo im Jahr 1985 beeindruckte Daniels nachhaltig. Er taufte nicht nur sein eigenes Theater und seine Produktionsfirma auf den Namen Purple Rose, sondern übernahm auch Allens Arbeitsweise. Spätestens mit diesem Film konnte Daniels sich endgültig als gefragter Filmdarsteller etablieren. 1986 spielte er die männliche Hauptrolle in der von den Filmkritikern überwiegend positiv aufgenommenen Krimikomödie Gefährliche Freundin. Im selben Jahr folgte auch eine Rolle in der Filmkomödie Sodbrennen, in der er an der Seite von Jack Nicholson und Meryl Streep agierte. 1988 folgte der wenig erfolgreiche Film Das Haus in der Carroll Street, ehe Daniels 1990 die Hauptrolle des Dr. Ross Jennings in der Horrorkomödie Arachnophobia übernehmen konnte.
Seit 1990 fördert Daniels junge Talente aus dem Mittleren Westen und verhilft ihnen zu größeren Rollen. Seine eigenen Theaterstücke Shoe Man, The Tropical Pickle, The Vast Difference und Escabana in da Moonlight brachten ihm viel Ruhm und zahlreiche Preise ein. 1993 war er als Colonel Joshua Lawrence Chamberlain in Gettysburg in einer der Hauptrollen zu sehen. Das Kriegsdrama erhielt zwar positive Filmkritiken, galt jedoch mit einer Laufzeit von 254 Minuten als überlang und floppte an den Kinokassen. 1994 konnte er mit einer der beiden Hauptrollen in der Kultkomödie Dumm und Dümmer sowie mit einer größeren Nebenrolle in dem Actionklassiker Speed zwei seiner größten Erfolge verbuchen. 1996 gelang ihm mit der männlichen Hauptrolle als Roger in der Disney-Komödie 101 Dalmatiner ein weiterer großer Kinoerfolg. Seine nächsten Filmprojekte Noch dümmer (1997), Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein (1998) und Der Onkel vom Mars (1999) entwickelten sich dagegen allesamt zu kommerziellen Misserfolgen.
Ab der Jahrtausendwende spielte Daniels verstärkt in TV-Produktionen und übernahm unter anderem die Hauptrollen in den Fernsehfilmen Cheaters und The Crossing – Die entscheidende Schlacht (beide von 2000). Ebenfalls betätigte er sich in diesem Zeitraum erstmals selber als Filmregisseur und veröffentlichte zwei eigene Filmprojekte namens Escanaba in da Moonlight (2001) und Super Sucker (2002). 2002 übernahm er eine größere Rolle in Clint Eastwoods Mystery-Thriller Blood Work und kehrte im darauffolgenden Jahr für den Kriegsfilm Gods and Generals, welcher ein Prequel von Gettysburg darstellt, in seine alte Rolle als General Chamberlain zurück. Beide Filme fielen jedoch an den Kinokassen durch. 2005 folgten die Filmkomödie Der Tintenfisch und der Wal sowie die Literaturverfilmung Winn Dixie – Mein zotteliger Freund. Für seine Rolle in ersterer wurde Daniels 2006 für den Golden Globe als bester Hauptdarsteller (Komödie/Musical) nominiert. Im True-Crime-Drama Kaltes Blut – Auf den Spuren von Truman Capote übernahm Daniels 2006 die Rolle des FBI-Agenten Alvin Dewey. In den nächsten Jahren folgten weitere Haupt- und Nebenrollen in verschiedenen Filmen wie Die Chaoscamper (2006), Die Regeln der Gewalt (2007) und State of Play – Stand der Dinge (2009)
Von 2012 bis 2014 war Daniels als Hauptdarsteller in der Serie The Newsroom zu sehen, für die er 2013 einen Emmy erhielt.Jeff Daniels. In: emmys.com, abgerufen am 24. Juli 2022. 2014 folgte mit Dumm und Dümmehr eine Fortsetzung zu seinem alten Komödien-Erfolg Dumm und Dümmer. 2015 spielte er in Ridley Scotts Astronautenfilm Der Marsianer – Rettet Mark Watney die Rolle des NASA-Vorsitzenden Teddy Sanders. Im selben Jahr übernahm er in der Filmbiografie Steve Jobs die Rolle des Apple-CEOs John Sculley. 2016 verkörperte er in dem dystopischen Science-Fiction-Film Die Bestimmung – Allegiant, welcher auf der Buchvorlage der Schriftstellerin Veronica Roth basiert, den Antagonisten. Aufgrund des mangelnden Erfolges des Films kam der vierte und letzte Teil der Divergent-Reihe, in welchem auch Daniels ein weiteres Mal in seine Rolle hätte schlüpfen sollen, jedoch nicht mehr zustande.
Für seine Rolle als Outlaw Frank Griffin in der Westernserie Godless wurde Daniels 2018 mit einem weiteren Emmy, diesmal als bester Nebendarsteller, ausgezeichnet. Im selben Jahr übernahm er in der 10-teiligen Fernsehserie The Looming Tower die Hauptrolle eines leitenden FBI-Agenten.
Privates Daniels ist seit 1979 mit seiner High-School-Liebe Kathleen Rosemary Treado verheiratet. Sie haben drei Kinder, die 1984, 1987 und 1990 geboren wurden.
Filmografie (Auswahl) 1981: Ragtime 1983: Zeit der Zärtlichkeit (Terms of Endearment) 1985: Marie – Eine wahre Geschichte (Marie) 1985: The Purple Rose of Cairo 1986: Gefährliche Freundin (Something Wild) 1986: Sodbrennen (Heartburn) 1987: Radio Days 1988: Das Haus in der Carroll Street (The House on Carroll Street) 1988: Sweet Hearts Dance 1989: Brennendes Schicksal (No Place Like Home) 1989: Lebensmüde leben länger (Checking Out) 1990: Arachnophobia 1990: Ein Mädchen namens Dinky (Welcome Home, Roxy Carmichael) 1991: Der Mann ihrer Träume (The Butcher’s Wife) 1991: Timescape – Im Wettlauf gegen die Zeit (Timescape) 1992: Teamster Boss: The Jackie Presser Story (Fernsehfilm) 1993: Frasier (Fernsehserie, Folge 1x05 Stimme) 1993: Gettysburg 1994: Dumm und Dümmer (Dumb & Dumber) 1994: Speed 1996: Amy und die Wildgänse (Fly Away Home) 1996: 101 Dalmatiner (101 Dalmatians) 1996: 2 Tage in L. A. (2 Days in the Valley) 1997: Noch dümmer (Trial and Error) 1998: Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein (Pleasantville) 1999: Der Onkel vom Mars (My Favorite Martian) 2000: Cheaters 2000: Chasing Sleep 2001: Escanaba in da Moonlight 2000: The Crossing – Die entscheidende Schlacht (The Crossing) 2002: Gods and Generals 2002: Blood Work 2002: Super Sucker 2002: The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit (The Hours) 2003: Die Mexico Connection (I Witness) 2004: Imaginary Heroes 2005: Good Night, and Good Luck. 2005: Der Tintenfisch und der Wal (The Squid and the Whale) 2005: Winn Dixie – Mein zotteliger Freund (Because of Winn-Dixie) 2006: Die Chaoscamper (RV) 2006: Kaltes Blut – Auf den Spuren von Truman Capote (Infamous) 2007: Die Regeln der Gewalt (The Lookout) 2007: Mama’s Boy 2008: Traitor 2008: Sweet Nothing in My Ear (Fernsehfilm) 2009: State of Play – Stand der Dinge (State of Play) 2009: Away We Go – Auf nach Irgendwo (Away We Go) 2009: Paper Man – Zeit erwachsen zu werden (Paper Man) 2009: Der göttliche Mister Faber (Arlen Faber) 2010: Howl – Das Geheul (Howl) 2012: Looper 2012–2014: The Newsroom (Fernsehserie, 25 Episoden) 2014: Dumm und Dümmehr (Dumb and Dumber To) 2015: Steve Jobs 2015: Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian) 2016: Die Bestimmung – Allegiant (The Divergent Series: Allegiant) 2017: Godless (Fernsehserie) 2018: The Catcher Was a Spy 2018: The Looming Tower (Fernsehserie, 10 Episoden) 2020: The Comey Rule 2021: American Rust (Fernsehserie, 9 Episoden) 2024: Ein ganzer Kerl (A Man in Full, Fernsehserie, 6 Episoden)
Auszeichnungen Emmy 2013: Bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie für The Newsroom 2014: Nominierung als Bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie für The Newsroom 2015: Nominierung als Bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie für The Newsroom 2018: Bester Nebendarsteller in einer Miniserie oder Fernsehfilm für Godless 2018: Nominierung als Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie oder Fernsehfilm für The Looming Tower
Golden Globe 1986: Nominierung als Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical für The Purple Rose of Cairo 1987: Nominierung als Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical für Gefährliche Freundin 2006: Nominierung als Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical für Der Tintenfisch und der Wal 2013: Nominierung als Bester Serien-Hauptdarsteller – Drama für The Newsroom 2021: Nominierung als Bester Hauptdarsteller – Mini-Serie oder TV-Film für The Comey Rule
Screen Actors Guild Award 2003: Nominierung für das Beste Schauspielensemble (gemeinsam mit Nicole Kidman, Meryl Streep, Julianne Moore, Allison Janney, Toni Collette, Claire Danes, Stephen Dillane, Ed Harris, John C. Reilly und Miranda Richardson) für The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit 2006: Nominierung für das Beste Schauspielensemble (gemeinsam mit Rose Abdoo, Alex Borstein, Robert John Burke, Patricia Clarkson, George Clooney, Reed Diamond, Tate Donovan, Robert Downey Jr., Grant Heslov, Peter Jacobson, Frank Langella, Tom McCarthy, Dianne Reeves, Matt Ross, David Strathairn und Ray Wise) für Good Night, and Good Luck 2013: Nominierung als Bester Darsteller in einer Dramaserie für The Newsroom 2014: Nominierung als Bester Darsteller in einer Dramaserie für The Newsroom 2018: Nominierung als Bester Darsteller in einer Miniserie oder Fernsehfilm für Goodless
Saturn Award 1991: Bester Hauptdarsteller für Arachnophobia
Satellite Award 2007: Nominierung als Bester Nebendarsteller für Die Regeln der Gewalt
Tony Awards 2009: Nominierung als Bester Hauptdarsteller in einem Theaterstück für Der Gott des Gemetzels 2016: Nominierung als Bester Hauptdarsteller in einem Theaterstück für Blackbird 2019: Nominierung als Bester Hauptdarsteller in einem Theaterstück für To Kill a Mockingbird
Synchronisation Im Deutschen wird Jeff Daniels meistens von Wolfgang Condrus synchronisiert.
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