mini|hochkant=1.5|Übersichtskarte von Berlin-Kreuzberg
Die Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Kreuzberg beschreibt das Straßensystem im Berliner Ortsteil Kreuzberg mit den entsprechenden historischen Bezügen. Gleichzeitig ist diese Zusammenstellung ein Teil der Listen aller Berliner Straßen und Plätze.
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Überblick Der heutige Ortsteil Kreuzberg gehörte mit seinem nördlichen Teil schon in früheren Jahrhunderten zu Alt-Berlin und wurde mit Straßen wie Friedrichstraße, Lindenstraße, Stallschreiberstraße oder Jacobs Gasse erschlossen. Der südliche Teil lag bis zum Ende des 18. Jahrhunderts außerhalb der Stadt Berlin und die Verkehrswege von den Stadttoren waren nach der Richtung benannt wie Buckow, Köpenick, Rixdorf. Das dortige Straßensystem entwickelte sich erst im 19. Jahrhundert auf Basis des Hobrecht-Plans. Die vergebenen Namen für die neuen Straßen orientierten sich an nahegelegenen Punkten, wie der Sebastian-Kirche, dem Weg zum Friedhof (Todtengasse), dem Weinberg. Erst später bezeichnete man einige Straßen nach Personen mit Bezug auf den Ortsteil wie Cuvry- oder Baerwaldstraße. Üblicherweise wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts hier auch Herrschernamen für die Verkehrswege vergeben (Elisabeth, Maria Anna Amalie [= Marianne], Fürst, Kaiser Friedrich). Die regionale Zuordnung erfolgte anfangs über die entsprechenden Polizeireviere, das waren hier die Nummern 10, 11 und 12. Mit dem fortschreitenden Ausbau des Straßennetzes erfolgte um 1850 eine Aufsplittung der Polizeireviere, nun gehörten die Nummern 10 (teilweise) bis 14 dazu. Bald musste dazu übergegangen werden, erste „Stadt-Bezirke“ festzulegen. Diese orientierten sich an den entsprechenden Straßen und hießen (für das heutige Kreuzberg) beispielsweise Jerusalemsstraßen-Bezirk, Anhaltischer Thor-Bezirk, Gymnasiums-Belle-Alliance-Platz-Bezirk; mit je einer Ziffer zwischen 44 und 70b aber nicht durchgängig. Als nächster Schritt wurde um 1863 eine weitere Aufteilung der Polizeireviere vorgenommen, den Kreuzberger Straßen sind jetzt die Nummern 27–36 zugeordnet. Übersichtlicher wurde das System erst mit der Schaffung der neuen größeren Bezirke und deren Benennung ab 1920.
Die Liste weist 312 Straßen und Plätze aus, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit; hierzu ist auf das beim Vermessungsamt des Bezirks geführte Straßenverzeichnis (nach Berliner Straßengesetz) zu verweisen, das kostenfrei eingesehen werden kann und in dem der Umfang der gewidmeten Straßenfläche nachgewiesen ist.
Die mit der Herausbildung der Großgemeinde Berlin verbundene Aufteilung des Stadtgebietes erfolgte zunächst nach ihrer Himmelsrichtung vom Zentrum aus, was den Zustellpostämtern entsprach. Der heutige Ortsteil Kreuzberg umfasste damit die Bezeichnungen SW (= Süd-West) oder SO (= Süd-Ost) und die Nummerierungen 11, 16, 26, 27, 36, 47, 61, 68. Nach den bis 1993 gültigen Postleitzahlen waren noch die zwei Ortslagen „Kreuzberg 61“ und „SO 36“ übrig geblieben.
Kreuzberg hat Einwohner (Stand: ) und umfasst die fünfstelligen Postleitzahlenbereiche 10785, 10961, 10963, 10965, 10967, 10969, 10997 und 10999.
Nach einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg vom 23. Februar 2005 sollen Straßen und Plätze zunächst nur noch nach Frauen benannt oder umbenannt werden, um die Anzahl der Männern und Frauen gewidmeten Straßen anzugleichen., SPD Friedrichshain-Kreuzberg Ausnahmen bei größerem öffentlichen Interesse sind jedoch möglich. (Laut einer Presseinformation des Bezirksamtes vom April 2013 besitzt der Bezirk 375 Straßen und Plätze, von denen gegenwärtig nur zwölf nach Frauen benannt sind.)Karin Schmidl: Streit um Platznamen beendet; (gedruckte Ausgabe: Mendelssohn im Zweierpack). In: Berliner Zeitung, 25. April 2013; abgerufen am 27. April 2013.
Am 12. August 2014 erließ der Senat nach entsprechenden Beschlüssen der Bezirksämter die Zwölfte Verordnung zur Änderung der Bezirksgrenzen, die festlegt, dass die Bezirksgrenze im Bereich Columbiadamm/Züllichauer Straße/Lilienthalstraße geändert wird, sodass nun diese Straßen und das umschlossene Gebiet zum Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gehören.Der Regierende Bürgermeister, Pressemitteilung vom 12. August 2014
Übersicht der Straßen und Plätze
Name/Lage Länge/Maße(in Metern) Namensherkunft Datum der Benennung Anmerkungen BildAdalbertstraße ()700(im Ortsteil)Adalbert von Preußen (1811–1873), preußischer Prinz und Admiral Die Aufteilung des Köpenicker Feldes zwischen 1841 und 1846 führte zur Anlage dieser Straße. Am 1. Oktober 1975 fügte man einen Teil der Dresdener Straße hinzu. Ein Straßenabschnitt verläuft im Ortsteil Mitte.140px|AdalbertstraßeAdmiralstraße ()400Adalbert von Preußen (1811–1873), preußischer Prinz und Admiral Die Straße wurde 1866 als Verlängerung der Adalbertstraße angelegt.140px|AdmiralstraßeAlexandrinenstraße ()1340Alexandrine von Preußen (1803–1892) Zunächst war nur der nördliche Teil so genannt, vor 1850Stadtplan von 1850 wurde auch die von der Oranienstraße bis zur heutigen Gitschiner Straße reichende Feldstraße einbezogen. Mit dem Bau der Waterloo-Brücke 1890/91 wurde die Straße darüber nach Süden bis zur Johanniterstraße verlängert. 1956 wurde die Alexandrinenstraße um 80 Meter bis zur Brücke verkürzt, der dahinter liegende Teil wurde in die Brachvogelstraße einbezogen. 140px|AlexandrinenstraßeAlfred-Döblin-Platz ()40 × 25Alfred Döblin (1878–1957), Arzt und gesellschaftskritischer Schriftsteller Nach dem 100. Geburtstag Döblins erhielt das von der Luckauer, Dresdener und Sebastianstraße gebildete Straßendreieck seinen heutigen Namen.140px|Alfred-Döblin-PlatzAlte Brauerei ()80 ehemalige Schultheiss-Brauerei Die Straße gehört zum Viktoria-Quartier.140px|Alte BrauereiAlte Jakobstraße ()1240(im Ortsteil) Möglicherweise ein Grundbesitzer mit dem Nachnamen Jacob. Oder der Apostel Jakobus der Jüngere, entweder als Patron des hier befindlichen Jakobus-HospitalsKreuzberger Chronik, Eintrag zur Jakobikirchstraße, zweiter Absatz Ein Teil der Straße verläuft im Ortsteil Mitte. Die vorherigen Namen waren Cöpnicksche Vor-Straße (östlicher Abschnitt; um 1680–um 1778), Am Kirchhofe (um 1699–vor 1723), Gegen der Kirche (um 1699–vor 1723) und Jacobs Straße (westlicher Abschnitt; vor 1716–um 1778). Die Alte Jakobstraße endete bis ca. 1838 südlich der heutigen Feilnerstraße. Danach wurde sie erst bis zur Husarenstraße und dann bis zur 1857 angelegten Neuenburger Straße verlängert. Dahinter lag eine Kaserne, erst nach deren Abriss um 1900 wurde sie verlängert zur Gitschiner Straße und dort Ende der 1960er Jahre um wenige Meter verschwenkt auf die Lindenstraße.An der Alten Jakobstraße befinden sich die Berlinische Galerie und Kreuzbergs größtes Industrieunternehmen, die Bundesdruckerei.zentriert|140x140px|Alte JakobstraßeAm Berlin Museum ()150 Berlin-Museum im früheren Collegienhaus, heute Teil des Jüdischen Museums Berlin Die Straße dient als neue Verbindung zwischen Lindenstraße und Alter Jakobstraße. Hier steht das Kunstwerk Botschaften – Die Berlinische Botschaft von Silvia Klara Breitwieser. Es ist Teil eines öffentlichen Skulpturengartens der Berlinischen Galerie mit dem Titel Kunst – Stadt – Raum.140px|Am Berlin MuseumAm Johannistisch ()120 Esstisch, der auf dem angrenzenden, dem Johanniterorden gehörenden Gut Tempelhof für die Feldarbeiter stand Die Straße diente Anfang des 19. Jahrhunderts als königlicher Holzplatz und ist in ihrer jetzigen Form erst nach Neuanlegung des Landwehrkanals um 1850 entstanden. Die Straße wurde auch nur Johannistisch genannt.140px|Am JohannistischAm Tempelhofer Berg ()290 Tempelhofer Berg, ehemaliger Name des Kreuzbergs Die Straße wurde 1870 angelegt. Sie führt von der Berliner Bock-Brauerei nordwärts zur Bergmannstraße.140px|Am Tempelhofer BergAm Weinhang ()50 × 30Weinanbau auf dem Berg bis zum 18. Jahrhundert; heute nur noch im kleinen Rahmen an der Methfesselstraße Der Platz gehört als Privatstraße zum Viktoria-Quartier.140px|Am WeinhangAnhalter Straße ()260Anhalt, eine Region in Mitteldeutschland Die Straße wurde 1840 angelegt, um die neu errichtete Berlin-Anhaltische Eisenbahn näher mit der Stadt zu verbinden. Sie hieß anfangs Anhaltische Communication und danach Anhaltstraßeamtliche Bekanntmachung von 1841-08-16, Berliner Nachrichten - Nr. 195, 1841-08-20.140px|Anhalter StraßeArndtstraße ()480Ernst Moritz Arndt (1769–1860), Dichter, Historiker und Politiker Der erste Name der 1878 angelegten Straße war Straße 23a, Abt. II des Bebauungsplans. Die Straße 27a, Abt. II des Bebauungsplans erhielt als Verlängerung der Arndtstraße am 12. März 1889 ebenfalls diesen Namen.140px|ArndtstraßeAskanischer Platz ()170 × 90(Dreieckform)Askanier, ostsächsisches Fürstengeschlecht Der Platz diente ehemals als Viehmarkt. Die Benennung erfolgte durch seine neue Lage vor dem Anhalter Bahnhof. Gleichzeitig war die Namensvergabe eine Ehrerbietung gegenüber dem in Anhalt herrschenden Fürstengeschlecht.140px|Portalrest des „Neuen Anhalter Tores“Audre-Lorde-Straße ()800 (1934–1992), Schriftstellerinalign="right" Bekanntmachung einer Benennung. In: Amtsblatt für Berlin, 15. September 2023, S. 3929/30; online.Die Straße verläuft in Nord-Süd-Richtung zwischen Köpenicker und Oranienstraße. Bis zu ihrer Benennung war sie der nördliche Teil der Manteuffelstraße.140x140px|zentriert|Neue und alte Straßennamen zusammenAxel-Springer-Straße ()300(im Ortsteil)Axel Springer (1912–1985), Verleger Ein kurzer Teil der Straße verläuft im Ortsteil Mitte. Sie war bis 1996 ein Teil der Lindenstraße. An der Straße liegt die Berliner Niederlassung des Axel-Springer-Verlages. Im Juni 2012 wurde ihre Verlängerung bis zur Leipziger Straße eröffnet.Isabelle Buckow: Neue Axel-Springer-Straße freigegeben. Eine neue Ost-West-Verbindung entsteht in Berlin nicht oft. Seit Donnerstag ist die neue Axel-Springer-Straße freigegeben. Das soll den Verkehr entlasten, Anwohner beklagen aber den Lärm. In: Der Tagesspiegel, 1. Juni 2012, abgerufen am 5. Juli 2012.zentriert|140x140px|Verlagsgebäude des Axel-Springer-VerlagesBaerwaldstraße ()880Peter Friedrich Carl Baerwald (1797–1871), Apotheker, Stadtrat und Stadtältester von Berlin sowie erster Verwaltungsdirektor der Städtischen Gasanstalten Die Baerwaldstraße, früher Straße 15 des Bebauungsplans, ist seit 1866 eine öffentliche Straße. Im Jahr 1873 wurde sie gepflastert. Hier befindet sich das denkmalgeschützte Baerwaldbad.140px|BaerwaldstraßeBaruther Straße ()400Baruth/Mark, Stadt in Brandenburg Der vorherige Name war Straße 31, Abt. II des Bebauungsplans.140px|Baruther StraßeBergfriedstraße ()180Bergfried, Hauptturm einer mittelalterlichen Burg Der erste Name ab 1861 war Fürstenstraße.140px|BergfriedstraßeBergmannstraße ()1260Marie Louise Bergmann (1774–1854), Grundbesitzerin (nicht gesichert)Im Berliner Adressbuch aus dem Jahr 1920 findet sich bezüglich der Namensgebung der folgende Eintrag: „Angeblich nach der Besitzerin eines größeren Terrains, Frau Maurermeister Marie Bergmann, geb. Neumann, geb. 1775, † 17. 5. 1854“; 1837 statt 1834, siehe Chronik Berlin 1837 am 20. April auf luise-berlin.de. In das Suchfenster "Weinbergsweg" eingeben und herunterscrollen.Der erste Name war Weinbergsweg, also ein Zugang zu Weinbergen, die auf der Hügelkette zwischen Rixdorf und Schöneberg angelegt waren. In dieser Straße haben sich zahlreiche gastronomische Einrichtungen niedergelassen.Bergmannstraße: Das große Fressen. In: Der Tagesspiegel, 30. Juli 2010. Entlang des Straßenzugs gibt es zwei denkmalgeschützte Schulgebäudekomplexe. Der Nordbereich des mittleren Straßenabschnitts, der an den Marheinekeplatz grenzt, wird an Wochenenden als Flohmarkt genutzt. Seit Herbst 2018 sind in der Straße sogenannte Parklets für eine 18-monatige Testphase aufgestellt. Sie sollen als Ruhezonen in der Straße dienen und den Autoverkehr reduzieren, bzw. verdrängen.140px|Bergmannstraße (östlicher Teil) 140px|ParkletsBernburger Straße