Bąków (deutsch Bankau, schlesisch Banke, schlonsakisch Bůnkůw) ist ein Ort der Stadt- und Landgemeinde Kluczbork in der Woiwodschaft Opole in Polen.

Geographie Bąków liegt im nordwestlichen Teil Oberschlesiens, rund sieben Kilometer westlich von Kluczbork und 52 Kilometer nordöstlich von Opole.

Südlich des Dorfes fließt der Stober. Ebenfalls südlich verläuft die Bahnstrecke Lublinitz–Kreuzburg mit dem Haltepunkt Bąków.

Nachbarorte von Bąków sind im Norden Biadacz (Ludwigsdorf), im Osten Jamy (Jamm), im Südwesten Kotschanowitz (Chocianowice) und im Westen der Weiler Dobrzyny (Dochhammer).

Geschichte mini|links|Schrotholzkirche Mariä Himmelfahrt mini|Schloss Bankau mini|Bahnhof Bąków

„Banka“ wurde erstmals im Jahr 1270 urkundlich erwähnt.

Um 1500 wurde die Schrotholzkirche erbaut und 1614 für diesen Bau eine Glocke angefertigt.

Am 22. Oktober 1822 wurde durch den Pastor Neugebaur, einem Onkel des Gustav Freytag die evangelische Schule eingeweiht. 1845 befanden sich im Dorf eine evangelische Schrotholzkirche, eine evangelische Kirche, ein Schloss sowie weitere 67 Häuser. Im gleichen Jahr lebten in Bankau 830 Einwohner, davon 238 katholisch und 16 jüdisch.Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 18. 1861 waren es 938 Einwohner. 1874 wurde der Amtsbezirk Bankau gebildet. Erster Amtsvorsteher war der Rittergutsbesitzer Eduard Georg von Bethusy-Huc.Territorial Amtsbezirk Bankau 1885 lebten in Bankau 1006 Einwohner. 1933 waren es 1088 und im Jahr 1939 1051 Einwohner. Bis 1945 gehörte das Dorf zum Landkreis Kreuzburg O.S.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Bankau 1945 wie der größte Teil Schlesiens unter polnische Verwaltung. Nachfolgend wurde der Ort in Bąków umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 wurde es in die Woiwodschaft Opole eingegliedert. Am 4. Oktober 1984 ereignete sich am Bahnhof Bąków ein Zugunglück. Beim Zusammenstoß eine Personenzuges mit einem Güterbahnhof starben vier Menschen und 60 wurden verletzt.Nowa Trybuna Opolska – Zugunglück Bąków (poln.) Seit 1999 gehört Bąków zum Powiat Kluczborski.

Sehenswürdigkeiten Mariä-Himmelfahrt-Kirche

Die römisch-katholische Mariä-Himmelfahrts-Kirche ist eine Schrotholzkirche. Sie wurde um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert erbaut. Von 1550 bis 1945 war die Kirche evangelisch. Die Saalkirche besitzt einen dreiseitig geschlossenen Chor und an der Nordseite eine Sakristei. Der Glockenturm an der Westseite mit ein oktogonales Zeltdach. Im Inneren befinden sich bemalte Emporen sowie eine Kreuzigungsgruppe aus dem 17. Jahrhundert.Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 119 DasTriptychon auf dem Hauptaltar stammt aus dem Jahr 1370; es ist das älteste in Schlesien.Koscioly Drewniane, abgerufen am 29. September 2013 Die Kirche steht seit 1953 unter Denkmalschutz.Verzeichnis der Denkmäler der Woiwodschaft Opole S. 41

Weitere Sehenswürdigkeiten Das Pfarrhaus stammt aus dem Jahr 1845 und steht seit 1966 unter Denkmalschutz. Das Schloss Bankau wurde um 1855 für den Grafen Eduard Georg von Bethusy-Huc errichtet. Als Vorbild für den spätklassizistischen Bau diente das in Potsdam gelegene Schloss Glienicke, welches nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel erbaut wurde. Nach 1945 wurde das Anwesen verstaatlicht und zu einem Mehrfamilienhaus umgebaut. Zum Anwesen gehört ein Landschaftspark mit einem alten Baumbestand.Schloss Bankau (poln.)Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 119. Empfangsgebäude des Bahnhofs Bąków

Söhne und Töchter des Ortes Eduard Georg von Bethusy-Huc (1829–1893), deutscher Politiker Otto Hoffmann von Waldau (1898–1943), deutscher Offizier, Generalleutnant der Luftwaffe Viola von Bethusy-Huc (1927–2010), deutsche Politikwissenschaftlerin Halo Saibold (* 1943), deutsche Politikerin

Weblinks

Einzelnachweise

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