Guitar Town ist das Debütalbum des amerikanischen Country-Musikers Steve Earle. Das Musikmagazin Rolling Stone führt es auf Platz 482 seiner Liste der 500 besten Alben aller Zeiten.
Wissenswertes Steve Earle wurde 1983 von Epic Records unter Vertrag genommen und nahm für sie ein Album auf. Nach zwei Jahren Uneinigkeit zwischen ihm und dem Plattenlabel löste Epic den Vertrag, ohne das fertige Album zu veröffentlichen. Auf der Suche nach einem neuen Plattenvertrag nahm Earle ein Demo auf. Emory Gordy, ein Tontechniker, mit dem Earle schon früher zusammengearbeitet hatte, stellte den Kontakt zu Tony Brown und Jimmy Bowen vom Majorlabel MCA her. Dieses machte Earle ein Angebot, noch bevor er alle Titel für das Album geschrieben hatte. Zwar wird Brown in den Credits als Produzent des Albums geführt, den typischen Gitarrensound verdankt es jedoch dem Session-Bassisten und Co-Songwriter Richard Bennett. Das Album erhielt nur wenig Rückmeldung seitens der Plattenfirma, die es als Privatprojekt von Tony Brown ansah:
Earle geriet zwischen die Fronten innerhalb von MCA, als Ausdruck dessen spielte er auf der Tournee zum Album einen Abend im Vorprogramm von Country-Legende George Jones und am nächsten Abend für die Punkband The Replacements. Er nahm Drogen und geriet mit dem Gesetz in Konflikt. Trotz der ungünstigen Gesamtumstände war das Album ein kommerzieller Erfolg und wurde wegen der Einflüsse aus der Rockmusik insbesondere von Medien positiv aufgenommen und von einigen Kritikern mit Bruce Springsteen verglichen. Tatsächlich hatte Steve Earle im Vorfeld der Aufnahmen im Tonstudio ein großes Arena-Konzert von Springsteen besucht, aus dem Earle reichlich Inspiration für sein persönliches Songwriting zog, was schließlich in das Album "Guitar Town" einfloss.This is Pop Achtteilige Netflix-Dokumentarfilmserie, Erste Staffel, Episode: Ist das noch Country oder schon Pop? (44 Min.), 2021. Regie: Simon Ennis. Enthält ein Interview mit Musiker Steve Earle über Komposition und Aufnahme seiner beiden Alben "Pink & Black" und "Guitar Town"". Eine Produktion von Netflix in Kooperation mit Banger Films, Bell Media Studios und Eagle Rock Entertainment
Das Album war eines der ersten Country-Alben, das digital aufgenommen, abgemischt und gemastert wurde. Begleitet wurde Earle bei den Aufnahmen von seiner Live-Band The Dukes.
Titelliste Guitar Town (Earle) – 2:33 Goodbye’s All We’ve Got Left (Earle) – 3:16 Hillbilly Highway (Earle, Hinson) – 3:36 Good Ol’ Boy (Gettin’ Tough) (Bennett, Earle) – 3:58 My Old Friend the Blues (Earle) – 3:07 Someday (Earle) – 3:46 Think It Over (Bennett, Earle) – 2:13 Fearless Heart (Earle) – 4:04 Little Rock ’n’ Roller (Earle) – 4:49 Down the Road (Brown, Earle, Hinson) – 2:37
Rezeption In einem zeitgenössischen Review des Magazins Spin bezeichnete der Rezensent das Album als Spiegelbild der Reagan-Ära in den USA und merkt an, dass Guitar Town nur etwas für Hörer auf der Suche nach Zerstreuung sei, musikalisch sehr gut, aber mit seinen kritischen Texten „ernüchternd [und] nichts für glühende Liberale“. Das Onlinemagazin Rocktimes nennt das Album ein „bahnbrechendes Debüt“. Mark Deming von Allmusic nennt das Stück „Someday“ den „vielleicht besten Bruce-Springsteen-Song, den ‚der Boss‘ [Anm.: Spitzname von Springsteen] nicht geschrieben hat“ und hält das Album für „vielleicht eines der stärksten und überzeugendsten Debütalben der 1980er Country-Musik“.
Kommerzieller Erfolg Chartplatzierungen Es erreichte Platz 89 der Billboard 200, war insgesamt 63 Wochen in den Top Country Albums und erreichte dort Platz 1.
Auszeichnungen für Musikverkäufe Das Album erhielt 1999 in den USA Gold-Status für 500.000 verkaufte Einheiten.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Album 1986 Kategorie:Album (Country)